Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1921
- Issue
- Heft 1 (6.1.1921)
- Date
- 1921-01-06
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 12 Wx. 1 D i i Wa hbh e *1 fiing te ier ganzen gebildeten Weit erregt hat, veranschltet die Urania diesen Vortrag in dem 2000 Personen fassenden Großen Konzerthaussaale, Und zwar zugunsten d^es Bausonds für ihr Mar-iahi lsev Ztveighaus. Dr. M. Rapaport-Stistung. Wir echälten folgende Zuschvist: Die Kultusgemeinde Wien hat namens der Dr. M. iRapoport-Stiftung für «eine Pveisschrift über das Thema „G^chrchte der Medizin" zum Bewerb isingeladen. Bis 31. Dezember 1918 sind mehrere Arbeiten emgelausen. Das Ergebnis der Konkurrenz ist soiUderbarerweise nach vollen zwei Jahren noch nicht bekannt gelvvrden, obwohl einige der.Bewerber bas Ergebnis ihrer Preisbewerbung mit Schnsucht erwarten. Der Christenknabe als Jndenfreund. An Herrn Rabbiner' Dr: Max Grunwald wurde unter Beischluß von L 4.— folgendes geschrieen: , ,Euer Ehrwürden! Ich -bin ein kleiner katholischer Tiroler Schulknabe und bitte Sie, beifolgenden Betrag aus meiner Sparbüchse -für die Neben armen Kriegswaisen in Palästina anzunehmen. Ich sende später, noch mehr von meinen Mitschülern u nd unse r hoch tour -d ige Herr K a t ech e t tut auch mit: Herzlichen Gruß von Fried'l Scheithauer, Innsbruck, Tirol, Pradlerstraße 8. Mein Vater ist: Peter Scheithauer, Postoberoffizial." Sala n. B. (Slowakei)! Bei den kürzlich hier abgehaltenen KultusgemeinbÄvahlen wurden Nie Herren Salomon Donath znm Präses, I. M. König und Max Friedlich zu Vizepräsidentn, Wilhelm Reiche nt a l und Wilhelm G o l d stein zu Tempelvovstchern, Bernhard S a l om o n zmn Mssier . und . Dr.- Hrmm We iß zum -Kontrollor gewählt. In den erwÄterbm Vorstand wurden die Herren David Don ath, Max Weiure b, Simon Kalis e l, Franz Kaiser, in die Finanzwmm-lssion die Herrerr David L. Frankl, Eugen K o h n und Eugen Reiß berufen. . * Chevra Kadischa. In der letzten Sitzung wurde zum Präsidenten dieser ehrwürdigen Brüderschaft Herr Dr. Wilhelm Pappen h eint, der frühere Vizepräsident der Kultusaemeinde, gewählt. Damit hat die Chevra Kadischa, deren Präsidentschaft seit dem Ableben Dr. Markus Spitzer verwaist war, wieder die richtige Führung erhalten. 70. Gebürlsaa des 1. Kantors S. Jurberger. Am 31. Dezember v. I. vollendete Herr 1. Kantor S. Iurberger sein 70. Lebensjahr. Obivohl der Jubilar' jeder öffentlichen Feier ausweichen wollte, wurde er tags darauf beim Bormittagsgottesdienste ini^ türkischen Tempel Gegenständ einer bescheidenen, aber um so eindrucksvolleren Ovation. Der Gefeierte, der an diesem Tage mit gewohnter Gewisienhaftigkeit seines Amtes waltete, wurde feierlich zur Tora aufgerufen und in einer Airsprache des Herrn Rabbiners Dr. Grunwald wurden die vortrefflichen .Charaktereigenschaften gebührend gewürdigt. Nach einem Mischeberach, von Herrn Kantor Funke vorgetragen, worauf der Chor'mit einem Hallelujah entsetzte,. überwachen Herr Kultusvorsteher Isidor Schwarz die Glückwünsche des Kultusvorstandes und Herr Präsident Anton Beck die des Bethausvorstandes. Im Hause des Jlwilars fanden sich zahlreiche Gäste ein. Unter anderem überreichte eine Abordnung des Kantorenvereines ein Ehrengeschenk Dem Gefeierten, der sich allgemeiner Wertschätzung erfteut, wünschen wir von Herzen ein: Ad metzh MVMMU imji Literatur B&SS Ein Kampf um Gott. Roman von Jsaac Breuer. Verlag S ä n g e r & F r i e d >b e r g, Frankfurt am Main. Transzendente Geschichten sind wieder (oder noch) in Mode. Nur wollen sie gefällig, leicht, feMnd gebracht sein: Das Publikum beißt nicht gerne durch die steinige, Schale, bis es an den Wen Kern der Nuß kommt. Breuer macht es seinen Lesern wahrlich hart. Aus der dem Buche vorausgeschickten Widmung bekommt man einen Vorgeschmack des dunklen, mystischen Sinnes, der es erfüllt. Mit ' seiner schwerfälligen Technik ermüdet es den Leser. Begriffe wie Seele, Ichheit, Nicht-Gott, Seelen-Verschüttung werden fast auf jeder Seite jongliert. Sogar eine Extratour ins Orphiisch-geheimnisvolle kommt vor. (S. 110.) „Phallus aber ist die Wurzel der begchrenden Ichheit. Mit dem langsam erwachenden und erstarkeüden Phallus erfüllt die Sehnsucht nach Gluck die Ichheit und die Ichheit quält die Frage nach des Daseins letztem Zweck." Wie wenige Leser werden sich dazu einen Reim machen können! Kabbalistische, zionistische, jüdischnationäle, deutschn-ativnale, sozialistische Fragen werden berührt. Ein lehrhafter, aber kein belehrender Roman, und wenn man ihn zu ErWe gelesen, erg'bt sich, daß kein Kampf um Gott, sondern ein schmerzliches, aber vergebliches Suchen nach der Gottheit behandelt wird, -bis der deus ex maclima in Form eines Granatsplitters den gordisch geknüpften Knoten zerreißt, aber nicht löst. Der Roman spielt nämlich in der Zeit des deutsch-französischen Krieges und hier wird der sonst engbrüstige Atom des Erzählers heiß und kräftig, seine Schilderungen plastisch anschaulich. Das oben ist das eigentümlich Seltsame dieses angeblichen Romans, .daß zwei-Mächte, darin mit einander ringen, die Seele des Dichters nnt 8er Ichheit des Philosophen, wm in der Sprache Breuers zu reden, und weiter in diesem Sinne, daß der Verfasser unbewußt an sich Talentverschüttung begeht, denn daß. bei allem Störenden, Hemmenden in diesem Buche unbestreitbare Vegäbung vorhanden.ist, darf nicht übersehen werden. Breuer hat ein scharfes Auge, eine sichere Hand für Charas terzeichniungen, Sinn für Humor und polemische Schlagkraft. Es gibt in dem Buch Stellen von ausgesprochen poetitschem Wert. Der ungesprochene Dialog Mit Helene AlHoss — das Ewigweibliche zieht auch diesen Roman hinan —- gehört zu den zartesten Schönheiten und Geistvollsten der zeitgenössischen Belletristik. Ebendarum wäre es zu begrüßen, wenn Jsaac Breuer die nebelhaften Wege verworrener und verwirrender Mystik verlassen und sich aus den sicheren Boden des lebendigen Lebens begeben wollte! Das jüdische Volk — und nicht dieses allein — hätte dann manche bedeutende Gabe zu erwarten. —ä. Die Judenstadt von Lublin von Majer B a l a ba n, mit Zeichnungen von K. R. H e n.k e s, Berlin 1919, Jüdftcher Verlag. Mit Freuden zu begrüßen ist, wie jede, so besonders diese Erweiterung unserer Kenntnis der ostjüdischen Geschichte. Leuchten des jüdischen Schrifttums, deren Namen uns längst, geläufig sind, deren Werke jahraus jahrein eifrig studiert werden, treten hier, im 'Rahmen ' ihrer: heimatlichen Umgebung, lebensvoll vor imser Auge, em^Schalom SHachlra, em MHarschlLl,' Mordechai Joffs,. Meir Lublin, Mch-arscha u. a. Aber auch auf einen Amatus LusitaNus und ärchere jüdische Aerzte fällt manches. Streiflicht. Die äußere Geschichte der Lubliner Juden ist jedoch tiöf traurig, eine solche Fülle namenlosen DMertums, daß Lichtpunkte i-m inneren LWn der GoMernde uns nur geringen Trost.dafirr 'Wen Wunen.- NW nur in Wort, sorchW Huch, in Wld werden wir hier mit einem asten'