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Die Wahrheit · 1921-01-06 · Heft 1 (6.1.1921) · page 13

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1921
Issue
Heft 1 (6.1.1921)
Date
1921-01-06
Page
– (sequence 13)
Language
German
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. Di t Wahrhei t Seite iB Nr. k Zentrum Indisch-geistigen Schaffens bekannt gemacht, wofür die Herausgeber wie 'der Verlag die Dankbarkeit aller FreuMe der jüdischen Geschichte verdienen. Dr. G. Sefer Kauheles Sch'laumauh. Elegant gebunden 10 Marl und 20 Prozent Aufschlag, Sänger & Friedberg, . Frankfurt am Main 1919. „Als Moses geboren wurde, kam Licht ins jüdische Hans", lautet ein tiefsinniger Spruch unserer Waisen. Dem Jüden, dem rechten Juden ist das „Gotteshaus" nur die Pforte des Himmels. Den heiligsten Gottesdienst versieht er im FamittenhMigdume. Und das vorliegende Werk ist ein Gebetbuch für dieses Heiligtum, ein heiliges Buch, das den Israeliten von der Wiege dis zum Grabe geleiten will. Es beginnt mit dem Gebete, das die Kleinsten lallend beten sollen, und schließt mit den Gebeten aus dem Gräberfelde. Ein besonderes 'Kapitel ist der Priesterm des Hauses gewidmet, der Frau, ,^damit sie die Pflichten kenne, die sie gegen Gott, gegen ihren Mann, gegen die Welt und gegen sich selbst zu beobachten hat". Es sollte in keinem jüdischen Hanse schien. Dr. F. I. Zollschan, Revision des jüdischen Nationalismus. 2. Verb. Ausl. Wien u. Leipzig, 1920, WrVh. Braumüller. Zollschan wendet sich gegen die gegenwärtigen Bannerträger des Zionismus im Namen «des — Zionismus. Gegen das jüdischnationale Programm mit seinem Autonomie- Punkt verteidigt er das Basler Programm. Der Parteileitung billigt er das Verdienst zu, in kritischer Stunde als tätige und tapfere Wortführer der jüdischen Sache aus dom Plan erschienen zu sein.' Jhr verdankt das jüdische Volk die Errungenschaft von San Remo. Die Lösung der mit diesem weltgeschichtlichen Ereignis der Judenheit gestellten Aufgabe soll aber Angelegenheit aller Juden werden. Der Sinn des Judentums ohne Unterschied aller Parteiungen und Schattierungen kann nur die Neugeburt des Wischen Volkes aus der alten Völkererde sein. Eine jüdische Nationalität ist somit ein Postulat, wie sie in der Vergangenheit ein Faktum «tour. In der Gegenwart ist sie eine Fiktion. Deren imheilvolle Wirkungen stellt das Buch anschaulich dar. Sie ist erklärlich. Die Nationalitätenfrage der einstigen Habsbnrgermonarchie hat sie geboren. In den nationalen Sukzessionsstaaten ist sie sinnlos und verderblich. Was sie bezweckte, war die Erfüllung des zionistischen Gedankens mit aktuellem Stofs. Heute sollte an ihre Stolle treten intensive Arbeit für Palästina, in erster Reihe Erzi-chnng der Wischen Jugend zu vollwertigen Kulturpipnieren für die alt-neue Heimat. Das Ideal Palästina soll mtd kann der gesamten Judenheit Zusammenschluß und Aktivität geben. Statt solcher Einigkeit erzielt der Nationalismus der zionistischen Offiziellen, abgesehen von Verstärkung judenfeindlicher Tendenzen in »der Umwelt, Zerklüftung und Zionsgognevschast im eigenen Lager. Nicht nur durch die Form, die abstoßende Propaganda, sondern durch die Unterdrückung der natürlichen und kulturellen Zusammenhänge mit dein Geburtslands. Als praktischen Erfolg seiner Aufklärungsarbeit kann Zollschan die Konstituierung der Berliner „Freien zionistischen Gruppe" verzeichnen. Sein Buch ist ein Wegweiser zum Wischen Bruderfrieden. Wie stellt sich aber der Zionist seines, das heißt des ursprünglichen Parteiprogramms, zu denr Nationalitätenftreit seiner Heimat? Für jede nationale Parteinahme tragt der einzelne selbst die Verantwortung. Passivität ^unid Neutralität schützen nicht davor, der Prügelknabe beider Gegner zu werden. Ebensowenig «der Mmoritätenschutz «durch den Völkerbund. Bleibt nur die Bildung eines eigenen anationalen Blocks Heimattreuer mit rem wirtschaftlichem oder sozrakpo'Mschem Programm. Auch dies freilich ist kein Allheilmittel. Auswanderung wird oft der einzige Ausweg bleiben. Und für diese als letztes Ziel: Palästina. Dr. G. 1 Hp|l Vermischtes Konzert Hermann Mayerowitsch. Samstag, den 1. Jänner, fand im mittleren Konzerthaussaale ein Bokal- und Jnstrumentalkonzert des beliebten Oberkantvrs des Bethausvereines im 9. Bezirke unter Mitwirkung des trefflichen Orgelvirtuosen Professor Menzer statt. Den Freunden lithurgischer Gesänge und ehrwürdiger Wischer Melodien bot sich ein erlesener Kunstgenuß. Der Konzertsaal war von einem zahlreichen Publikum gesüN, das für solche Darbietungen Sinn und Empfänglichkeit besitzt und sowohl den Herrn Oberkantor wie der Anleitung auf der Orgel wohlverdienten rauschenden Beifall spendete. Zur Aufführung gelangten: „Sen scheorim", Leichner; „Haschkiwenu", Kartschmaroff; „Weschomru" vom Klnzertgeber Hermann Mayerowitsch; „Kol nidre". „Zaddik katomor", Lovandowsky; ferner „Unsane totes", bearbeitet für die Orgel von Mayerowitsch, und „Berosch haschonoh", Naumburg. Es war ein genußreicher Abend. Verlobung. Fräulein Johanna Nagel, die reizende Tochter des bekannten Restaurateurs Josef Nagel in Wien, verlobte sich am 1. d. M. mit dem Großkaufmamr David Spira in Bielitz. Im Harrse des Brautvaters, der durch feinen Woh ttätigLeitssinn und rechtschaffenen Charakters allgemeine Sympachien genießt, versammelte sich eine zahlreiche den besten Ständen angehörige Gesellschaft. Bei diesem Anlasie hielt Herr Bernhard H o f b a u e r im Namen der zahlreichen Freunde dos Hauses eine herzliche Glückwunschrede und Herr Moritz Nagel, der älteste Bruder der Braut, hielt eine geistvolle, mit al^memem Beifalle aufgenommene Ansprache. Daß bei 'diesem, solennen Akt das jüdische WohltÄigkeitsgefühl der Familie Nagel einen bedeutenden Ausdruck fand, ist wohl selbstverständlich, soll aber wegen des schönen Ergebnisse gleichwohl nicht unerwähnt bleiben. Barmizwahseier. Samstag, den 1. d. M. sand im Pazmanitentempel die Barmizwahfeier des Oskar Münzer, Sohn «des Herrn Moses Münzer und seiner Gattin Regina statt. Der Konfirmand las die Hastorah mit genauer Betonung. In seiner Ansprache mahnte Herr Rabbiner Dr. S. F u it t den Konfirmanden, das leuchtende Beispiel, seiner Eltern nachzuahmen. Der Vater des Barmizwanten und seine anwesenden Freunde spendeten bei diesem Anlässe für Wohldätigkeitscmstalten bei 20.000 K. Anläßlich der am Nachmittag stattgesiundenen Familienfeier hielt der junge Münzer eine der Bedeutung «des Tages entsprechende Rede, die bei allen Anwesenden tiefen Eindruck machte. - Trauungen. Bor kurzem fand im Jvsesstädter Tempel die Trauung «des Herrn Lazar Storch mit Fräulein Anna T r e t t e r statt. Sowohl der Bräutigam wie auch die Braut stammen von hervorragenden jüdischen Gelchrtenfamil'ion und ist es nicht zuletzt der großen Verehrung, welche sich dos Brautpaar in weitesten Kreisen erfreut, zuzuschreiben, daß der Tempel bis zum letzten Plätzchen von illuftren Gästen gefüllt war. Der Trauungsakt wurde vom Rabbiner Dr. Bauer und beiden Kantoren in feierlicher Weise vollzogen. — In Budapest fand am 12. v. M. die Trauung des Herrn Aladar Krauß, Chef 'der Großjhandelsfirma Ed. Krauß, mit Fräulein Margit B a r s o n y (Bader) statt. Ms Zeugen des feierlichen Aktes fungierten die Herren Gabor Faludy, Direktor des Lustfpielthoaters, und Dr. Julius Rakonitz. Den kantoralen Teil besorgte der Oberkator Lazarus unter Assistenz des Opernchors. In seiner Ansprache an das Brautpaar gedachte Herr Oberrabbiner

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