Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1917
- Issue
- Heft 22 (2.11.1917)
- Date
- 1917-11-02
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 32. Dj- B.chrhO der Gemeinde nach wie vor durch Abordnungen des Komiteepersönlich ausgesucht und um ihre Zeichnung Kehrten werden- . Der Vorsitzende berichtet weiters, daß der Erfolg bis heute ein viel größerer hätte sesn können, wenn sich aus dem Kreise des großen Komitee ryarmfühleude Juden bereit gefunden hätten, sich der Propagandatätigkeit durch persönliche Teilnahme anzuschließen. Die Ausführungen des Vorsitzende« wurden mit großem Beifalle ausgenommen, worauf Seche Ehrchüden Herr Rahhiner Dr. Max Grunwald die Bitte hes Pgrsitzenden um Teilnahme an der Arbeit in eindringlichen Worten unterstützte. Ganz besonders wirksam befürwortete in einem zu Herzen gehenden Appell Herr Bernhard Goldstein, daß die verschiedenen Branchen gruppenweise in ihrem Kreisrege Propaganda entwickeln sollen. Unter dem Eindrücke dieser Ausführungen haben sich folgende Herren bereit erklärt im Kreise ihrer Berufsgenoffen zu werben, um die schöne Sache des Wiederaufbaues des herrlichen Gotteshauses ihrem Ziele rasch näher zu bringen: Herr Eduard Ritter von Doetor für die Textilbranche, Herr Markus Fischer für die Wirkwarenfabrikanten, die Herren Dr. Josef Winternitz, Emil König und Leopold Waller für die Lederhranche, Herr Generalkonsul Leo Hirsch und kais. Rat Ludwig Samek für die Juweliere, Herr Direktor Siegmund Reich für die Naphtagesellschqften, Herr Adolf Reiß für die Papierbranche, Herr Börserat Wortmann für die Baykkreise und Herr Kommerzialrat kais. Rat Moritz Reif für die Fruchtbranche. An einer lebhaften Debatte, an welcher sich die Herren Se. Ehrwürden Rabbiner Dr. Max Grunwald, Komme^ialrat Leopold Baß, Dr. Joseph S. Bloch, Bernhard Goldstern, PWpp Kohn, Carl Lemberger, k k. Kommerzialrat Moritz Reif, Salqmon Simon, Isidor Schwarz, Leopold Waller und Böserat Robert Wortmann beteiligten, wird der Beschluß gefaßt, nunmehr auch an größere Kreise durch Versendung des Aufrufes heranzutteten. Den nächsten: Punkt der Tagesordnung bildet die Wahl des Präsidenten und der Revisoren. Komiteemitglied Med. Dr. Julius Weiß hebt unter großem Beifall der Anwesenden die bisherige Tätigkeit des provisorischen Obmannes, Herrn Dr. Theodor Gutmann jr. hervor, der in unermüdlicher Weise gemeinsam mit den Herren Se. Ehrw. Rabb. Dr. Max Grunwald, Philipp Kohn, Gustav Planer, Hugo Popper und Jsiovor Schwarz für die Organisation und die Sammlung tätig ist. Der Vorschlag des Herrn Dr. Jul. Weiß, Herrn Dr. Theodor Gutmann jr. nunmehr definitiv zum Präsidenten des Komitees zu wählen, wird einstimmig angenommen. Zu Revisoren werden die Herren Philipp Kohn und Heinrich Neurath gewählt, welch letzterer sich besondere Verdienste bei den Besuchen der Eisenbranche erwarb. - Komiteemitglied Kommerzialrat Reif beantragt auch \ unter der jüdischen Schuljugend eine Sammlung für diesen Zweck zu veranstalten. Ferner wird die Zeichrrung auf Grund von Bausteinen empfohlen. Beide Anträge sowie andere Anlegungen wird der engere Ausschuß prüfen und bei nächster Plenarsitzung berichten. Aus der Mitte des Komitees wird der Wunsch laut, die Plenarversammlung des Komitees wieder in 14 Tagen einzuberufen. Der Vorsitzende erklärt, diesem Wunsche gerne entsprechen zu wollen. Nach der Sitzung teilt Herr Bernhard Goldstein dem Präsidenten mit, daß er seine feinerzeitige Spende von Kronen 2000.— auf Kronen 5000.— erhöht. Er erklärt sich auch bereit, im Vereine mit Freunden die Spesen der Attion zu ttagen. Dem Komitee sind in der abgelaufenen Woche nachstehende Spenden zugekommen: IV. Spendenliste.? Herr Baron Gustav Springer K 30.000, Bernhard Goldstein (Erhöhung 3000) somit 8080, Robert Kaudexs 1000, Firma -Psster Boschan Söhne 2000, Julius Herzog 1000, Renper & Band (Erhöhung l000) somit 2000, Hemnch Kürz 1000, Dr P. 1500, Gäuvrp GS. Schwarz 1QÖ0, Älfred HeinHheimer, Direktor de- Wien« BänkverejM 1000, Wgpmnd Jchenhäpser, Direktor des. Wiener Bankvereines 1000, Firma S. Reich & Co. 3000, Firma M. B. Neurysum 4c Söbue 3QOO, Herr Moritz von Poewr 2000, Fra» kcnserl. Rat Bertha Pyllak 5600, Herr Johann Kremenetzky 1500, Julius Figdor 2000, Sims» Mandler 3000, Direktor Alois Weis- S: 5000, Hugo Popper 500, Isidor Alsegg 500, David Hartenn 5QQ, kais. Rat f1. Wenger 500, Leo Agid 500, t. t. Sommes ijimtliim Schüller 500, Wammen A 73.000^ bisher aüsgeryr esene Spssüden K 251.500, Gesamtsumme & 324.500 und viere andere Beträge, hi« wegen Platzmangel erst in der nächsten Rümmer ausgewiefen werden können. Dir Wirtschaftliche Wotta-r der Kultus beamten. In einer der letzten Nummern des „Hamb. Jsr. amili-nblatt" verweist Herr M. Steinhardt unter obigem itel auf die schreckliche Notlage, in welche insbesonderdie Beamten der jüdischen Kultusgemeinden infolge des KtteaeS geraten sind. Der Autor urteilt wohinaus de« von ihm beobachteten, und wir müssen sagest sehr tteffend geschilderten Verhältnissen in den Gemeindest Deutschlands, aber leider geht es den Kultusbeamten bei uns in Oesterreich-Ungar» nicht besser, ja vielleicht noch schlechter, und darum möchten wir seine Ausführungen, die wir im nachfolgenden wiedergeben, unseren Lesern und insbesondere den Führerst und Leitern unserer Kultusgemeinden wärmstens empfehlen. Pie wirtschaftliche Notlage der jüdischen Kuttusbeamtsn in den kleinen und mittleren und selbst ist manchen größeren Gemeinden beginnt unerträglich zu werden. Es bedarf keines Beweises für die Wahrheit dieser Feststellung. Die Preise für alle Lebensmittel, für alle Wittschastsgegenstände, für Kleider und Schuhwaren — das weiß jeder, der diese Zeilen lieft — sind ungeheuer gestiegen, und noch ist keine Ende der ständigen Preissteigerung ahzuseh-n. Aber die dürftigen Gehälter, die schon in normalen Zeiten zum größten Teil gänzlich unzulänglich waren, sind dieselben gebliehen. Gewiß haben recht viele Gemeinden teilweise aus eigener Initiative, teilweise erst unter dem Druck der öffentlichen Meinung, Kriegsteuerungszulagen gewährt, aber was besagen die wenigen hundert Mark Mehreinnahme gegenüber der Teuerung, die verschiedentlich die Preise zehnfach und darüber gesteigert hat? Ich sage den Lesern nichts neues, wenn ich behaupte, daß in der großen Mehrzahl die Annahmen der kaufmännischen Wett, der Arbeiterkreise und der bäuerlichen Bevölkerung mit den steigenden Preisen der Lebensmittel und der Wirtschaftsgegenstände sehr wohl Schritt gehatten haben, daß die obwaltende Kriegsteuerung in diesen Schichten de- Bevölkerung auch kaum empfunden wird. Drückend ist jedoch die Not bei der Beamten« welt und unerträglich wird sie bei den jüdischen Kultusbeamten. Hier droht in absehbarer Zeit eine Katastrophe. Die christliche Lehrerschaft und auch die sonstige Beamtenwelt beschäftigt sich vielfach — namentlich auf dem Lande — mit Gattenbau und Landwirtschaft,' städttsche Beamte haben wiederum auf dem Lande Verwandte wohnen, die sie einigermaßen mit Lebensmitteln versorgen und dadurch ihre gesamte wirtschaftliche Lage noch erträglich gestalten. Dem jüdischen Kultusbeamten fehlen alle diese Dinge. Sogar die letzte Zuflucht der notleidenden Bevölkerung, die Kriegsküche, ist ihm aus rituellen Gründen versagt. Ein nicht unbettächtlicher Teil der Kuttusbearnte» aber hat auch noch nicht einmal eine Teuerungszulage «haften, wobei ich der Frage, oh debps- Wille oder das Unvermögen der betreffenden Gemeinden die Schuld daran trägt, nicht näher tteten will. Ich muß sogar noch einen Schritt weiter gehen und festftellen, daß in nicht wenigen Fällen di- Einnahmen der Kultusbeamten in kleinen gyd miftl-ren Gemeinde»— man deyke nur an di- Einnghmen aus her M-übung der Schechita — sogN noch zurückgegangen find. Ach richte an die jüdische Oeffsntlichkeit die Frqge: Kann uytz HM drchef-MüMchaft unftrch Bat-rlÄd-tz fM-r