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Die Wahrheit · 1916-09-08 · Heft 24 (8.9.1916) · page 7

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1916
Issue
Heft 24 (8.9.1916)
Date
1916-09-08
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Die Wahrdett. 'Seite 7. Nr. 23. •. nachspricht. Die anfaugende, oder die erste Selicha bekam also zur Ueberschrift das Wort Peticha d. i. Eröffnung, -Einleitung und ebenso ist nichts Natürlicher, als daß die letzte Selicha nämlich die, welche jedesmal dem Pismon .vorangeht. die beschließende, oder Schluß-Selicha genannt werden müßte. „Schalmonith" deutet auf keinen Namen, am wenigsten auf des Verfassers Namen, sondern auf die Rezitations-Ordnung der Selicha, daß sie die beschließende sei. ^Das Wort Scholem entspricht ganz und gar dem arabischen Khamala, und beide bedeuten: ganz sein, vervollständigen und daher auch beschließen. „Peticha und Schalmonith" Haben dem Anseinandergesetztetr zufolge entgegengesetzte Bedeutung : Peticha, d. i. Anfang und Schalmonith. d. i. Schluß. Aus dem Gesagten erhellt also klar und deutlich, daß die beregte Erklärung des sel. Leopold Dukes auf einem Irrtum beruht. Trotz dieses Lapsus — gerade die Gelehrten -pflegten infolge ihres Scharfsinnes oft zu irren lefum chorfe schebeschto — hatte sich der vielseitiggebildete Dukes, besonders in der Gelehrtenwelt der größten Achtung und Wertschätzung zu erfreneu gehabt, und zwar aus dem Erunde, weil er seine Zeit, Kraft und Fähigkeit mit Hintansetzung aller Privatiuteressen ausschließlich der Erforschung und d.er Wissenschaft des Judentums gewidmet. Er blieb sein Lebenlaug ein Zölibalär, um ungestört auf literarischem Gebiete Erkleckliches leisten zu.-können. Von seinem zahlreichen vorzüglichen Publikationen, mit welchen er das jüdische Schrift- .rnm bereichert hatte, mögen hier folgende erwähnt werden: .„Ehrensäuleu und Denksteine zu einem künftigen Pantheon hcbr. Dichter und Dichtungen (1837). Uebersetznng über den 'Pentateuch in d e u t s ch e r Uebersetznng (1838). Diese rein, deutsche Uebersetznng wurde sogar von der ersten rabbinischen Autorität Uttgarns, dem berühmten Preßbnrger Oberrabbiner R. Moses Sofer s. A. begutachtet. — Moses b. Esra (1839). Nabbinische Blnmenlese (1844). Die ältesten hebr. Exegeten, Grammatiker und Lexikographen (1844). Philosophisches ans chem zehnten Jahrhundert (1868). Schire Schelomo, Hebrätsche Gedichte von Salomo den Gabirol aus Malaga. Aus Handschriften in Oxford, Parma und Wien gesammelt, erläutert und zum erstenmal herausgegeben (1858). Als er gegen Ende des Jahres 1879 .-England, wo er jahrelang verweilte und in den dortigen Bibliotheken emsig arbeitete, verließ, und nach Wien übersiedelte, um auf heimatlichem Boden den Rest seiner Tage verleben zu können, war kurz vor seinem siebzigsten Geburtstag (25. Jänner 1880) von dem fei, Dr. Jellinek in den Jüdischen Blättern folgende Notiz zu lesen: „Am 25. Jänner 1880 erreicht Herr Leopold Dickes das 70. Lebensjahr. Seit 1837 schriftstellerisch tätig, hat er die in europäischen Bibliotheken verborgen gewesenen f chätze der jüdischen Literatur, wie Keiner vor ihm, an das agelicht gefördert und die Kenntnis des jüdischen Schrifttums anf den verschiedenen Gebieten bereichert. Dies vollbrachte er mit einer seltenen Hingebung an die Wissenschaft. Die jüdische Literatur war sein Leben, ihr opferte er Ruhe, materiellen Gewinn. Familie, sie war um ein altes Bild zu gebrauchen, seine Liebe, der er die Treue n n v e r* brnchlich hielt. Ich bin überzeugt, daß es nur dieser wenigen Zeilen bedarf, auf daß die Freunde des jüdischen Schrifttums in Desterreich und Ungarn veranlaßt werden, dem ausgezeichneten Schriftsteller, der den österreichischen Namen zu hohen Ehren in der Gelehrtenrepnblik gebracht hat, ihre Anerkennung und 'Verehrung am 25. Jänner 1880 auszndrücken. W i e ii, am 1. Jänner 1880. Dr. Ad. Ielline k." Der Erfolg dieser Anregung war ein glänzender. Der Jubilar erhielt nicht nur zahlreiche Ovationen, sondern auch -vym Wiener Kultusvorstande einen Ehrengehalt von 600 Eulden jährlich bewilligt. Beritas. Kcrlchicdene Nachrichten Wien. (Israelitisch-theologische Lehranstalt in Wien.) Das Schnljahr 1916/1917 nimmt Dienstag den 24. Oktober seinen Allfang; die Aufnahmeprüfungen, zu welchen nur die früher schriftlich Angemeldeten zugelasfen werde» können, finden Dienstag den 24. und Mittwoch den 25. Oktober statt. Die Borlesungen beginneu Donnerstag den 26. Oktober. Wien, September 1916. Der Rektor: Prof. Dr. Adol' Schwarz. llvreu. (Arbeit für Flüchtlings-Frauen und M ä d ch e it). Der Galizische Hilfsverein eröffnet demnächst in Wien eme Arbeitsstätte für Flüchtlings-Frauen und Mädchen, die in der Erzeugung von File t s p i tz e n Unterricht erhalten. Der Unterricht dauert nur einige Wochen und es ist dafür gesorgt, daß die ans» gelernten Arbeiterinnen, soweit das vorhandene Material reicht, fortgesetzt Beschäftigung erhalten, die umso lohnender ist, je mehr Hebung die Arbeiterinnen in der Herstellnug dieser Spitzen erlangen. Anmel» dniigen für diesen Unterricht werden tut Büro des H:lfsvereines, IX., Berggaffe 4, I. Stiege, Tür 14, in den Bormiltagsftunden ent» gegengenomiuell. Außerdei» hat der Galizische Hilfsverein die Absicht, solche Arbeitsstätten auch in denjenigen Knltusgemeinden zu errichten, wo sich derzeit eine größere Anzahl Flüchtlinge aus Galizien und der Bukowina aufhält. Es ist bereits von einigen Knltusgemeluden ((Gewitsch, Luudeuburg, Schaffa. Ung.-Brod) an den Hilfsverein mit der Bitte herangerreten worden, den dortigen Flüchtlingen Arbeit und Verdienst zu schaffen» und er hat sich gerne dazu bereit erklärt. Er läßt jetzt eme Anzahl tüchtiger Frauen und Mädchen aus Flüchtlings» kreisen in der k. k. Anstalt für Frauen-Hausindustrie, in Wien, zu Lehrerinnen in der Filertechnik heranbllden und deabsichtigt, nach Ablauf der jüdischen Feiertage in der Provinz, und zwar zunächst in den genannten Orlen mit dem Unterrichte zu beginnen. Sollteu sich noch andere Knltusgemeiuden, in denen sich eine grüße« Anzahl Flüchtlinge aufhält, um Arbeit für diese bei ihm bewerbest, so ist er gerne bereit, auch dorthin Lehrerinnen zu entsenden. Einschlägige Ansuchen sind au seine Adreffe: Wien, IX., Berg gaffe 4, zu richten und mit einem Berzeichniffe, das die Namen und die Herkunftsorte der arbeitswilligen Frauen und Mädchen enthält, zu versehen. Es wird jedoch ersucht, dies so rasch als möglich zu tun, damit die Vorbereitungen hier und in den betreffenden Orten noch vor den Feiertagen beendet werden können. Wien. Beim F-stgottesdienste. Kaisers Geburtstag, hat im Tempel Fünfhaus die kantoräle Funktion Kantor Hirsch; un Tempel Ottakring Kantor Smotritzky ausgeübt. Wien. (Kn oben-Volksschule mit Oeffentlichkeitsrecht (Talmud-Thora), Wien, H., Malzgafse 16). Die Schüler-Einschreibungen für das Schuljahr 1916/191? finden am 13., 14. und 15. September 1916, vormittags von 8 bl» 12 Uhr statt. Erforderliche Dokumente sind: Geburts- und Impfschein sowie Helmatsnachweis. Für Kinder. d,e noch nicht volle 6 Jahre alt sind, die Altersdispens (beim Ortsschulrat einzuholen). Für Kinder anS anderen Schulen die Uebersiedlnngsklausel auf der Schuluachricht. Später Kommende werden nur nach Maßgabe des noch vorhandenen Platzes ausgenommen. Der Borstand. Wie». Wie die „Allg. Jüd. Zeitung" in Budapest meldet, hat die ungarische Regierung dem Ansuchen der „Zeutralkauzlei der ungarländischen aur. orthod. isr. Konfession" stattgegeben und die Erlaubnis zur Einfuhr von ESrogim, Lulawim und H «dass im für. das komniende Laubhütte »fest erteilt. Diese Erlaubnis war infolge des vor einigen Monaten erlaffenen Verbotes, entbehrliche Produkte aus dem Auslande zu importieren, nötig. Die Regierung hat hiebei der Zeurralkanzlei die moralische Pflicht auferlegt, darauf zu achten, daß der Import der erwähnten Produkte tatsächlich bloß zur Befriedigung des religiösen Bedarfes verwendet werde, ohne Verbrauch zu anderen Zwecken. Zur Durchführung der Kontrolle wurde versügt, daß für die importierten Produkte bloß eine Firma an der Schweizer Grenze rn Buchs, sowie zur Berteilung an die einzelnen Händler nur eine Firma >» Budapest bestimmt werde. Hiemit wurde seitens der Zentralkauzlei die Speditionsfirma Brüder Weiß in Buchs, sowie die Buchhandlung Jofef Schlesinger in Budapest betraut. Es wäre ratsam, daß sich auch die orthodoxen Kreise in Oesterreich rechtzeitig au die Regierung mir einem ähnlichen Ersuchen wenden, um den Juchort der Esrogim und Lulawim sicherzustelleii, da die erwähnte Bewilligung bloß für Ungarn gilt. Wie». (Jüdischer Schulvereiu für den IX. Bez., S e e g a s s e 6.) Die Einschreibungen der Schüler(innen) für das Schnljahr 1916/17 finden vom 12. bis 14. .September 1916 zwischen 3 bis 6 Uhr nachnckttags statt. Die Einschreibungen können nur in Begleitung der Eltern oder deren Stellvertreter vorgenommen werden. Zur Einschreibung ist das letzte Schulzeugnis (Schnlnachricht) der öffentlichen Schule mitzubringen. DaS Gesuch wegen Schulgeld» ermäßignug oder »Befreiung ist sofort der Leitung zu überreichen. Der erste Unterrichtstag ist Sonntag den 17. d. M. für die Knabenabteilungen um 9 Uhr vormittags, für die Mädchenabteilungen um halb 11 Uhr vormittags. Der Borstand.

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