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Die Wahrheit · 1915-12-17 · Heft 38 (17.12.1915) · page 7

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1915
Issue
Heft 38 (17.12.1915)
Date
1915-12-17
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr. 38. Die Wahrheit. Setie 7. den beiden Kronländern hat seine Schäden noch nicht angemeldet. weil er über die Einzelheiten nicht informiert und zum Teile der Landessprachen nicht kundig ist. Nach dieser Richtung hin muß die Arbeit der lokalen Komitees sofort entsetzen. Wo die Gründung solcher Komitees unmöglich ist, fällt diese, die vitalsten Interessen der Inden berührende Aufgabe der jüdischen Intelligenz in den vetreffenden Orten zu. Wenigstens ein Mann muß sich in jeder Stadt finden, der sich dieser so hochwichtigen Ausgabe gewachsen zeigt. Jüdisches S ch a d e n e r h e b u n g s b i'i r o Wien, II., Zirknsgasse 33. Inlerualiouale wissenschaftliche Uereinignug isr. Kantoren. Durch das Interesse und die unentwegte Mitarbeit unseres ausgezeichneten Forschers Ed. Birnbaum-Königsberg, ist bezüglich der verschiedenen Smiros Jsroel-Werke neuerdings viel Interessantes festgestellt worden. Das eine Werk, dessen Autor noch immer nicht mit Bestimmtheit zu nennen ist, enthält zwei Choräle, die auch in dem Sefer Smiros Vorkommen, das 1836 unter dem Titel „Würtemberger Choräle" erschienen ist. Und zwar „Der Herr - ist unser Hirt" und „Nahen sieht des Todes Stunde". Birnbaum ist der Ansicht, daß der Komponist des fraglichen Werkes in Amerika zu suchen ist und will deshalb noch Nachforschungen anstellen. Was nun Ivel Brühl anbelangt, so hat Birnbaum den Beweis erbracht, daß die Ansicht des Kollegen Aron Friedmann-Berlin die richtige ist. während das Lexikon-Mendel einen Irrtum bringt. Es ist also Joel Brühl (Brill) oder Joel Löwe ein und dieselbe Person. Joel Löwe hieß ans hebräisch „Joel ben R. Jehndo Leib." Sem Leichenstem am allen Breslauer Friedhof nennt den 4. Adar 1762, als seinen Geburtstag und den 9. Adar — 11. Februar 1802 als Todestag. Brühl ist also nur 40 Jahre alt geworden. Mit 20 Jahren war er Hauslehrer bei Dav. Friedländer und mit 24 Jahren gab er das Sefer Smiros Jsrvel heraus. Am 17. März 1791 wurde er als Direktor der Wrlhelm- Schule in Breslau angestellt, er war Schulmann und Literat, niemals Kantor. Mendel ist also offenbar durch den Titel irregeführt worden. Birnbaum verdankt seine jüngsten Daten darüber dem Werke „Emanzipalioils-Bestrebnngen" Don Dr. Frendental (Breslau 1893). Bezüglich der Herausgabe des literarischen Nachlasses von weil. kais. Rat Joses Singer-Wien, haben die bedeutendsten Kollegen des In- und Auslandes ihre Mitarbeit zngesagt und dürfte der Anhang somit ein wertvolles Nachschlagewerk für uns Kantoren werden. Die erste Alisschuß- Sitzung der Vereinigung für Deutschland findet im Februar in Berlin statt; zu derselben haben die deutschen Kollegen sowohl, wie österreichische ihr Erscheinen zngesagt. Das Aktions-Komitee. Verschiedene Nachrichten. Wien. (C t> a n u k a f e i e r in der israelitischen V e r > o r g u u g s a n ft a l t.) In besonders glänzender Weise wurde am 4. Dezember d. I. m der israelitischen Versorguiigsanstalt die Channkafeier abgehalten und waren zu derselben erschienen: Bom Vorstände der israelitischen Kultusgemeiude die Herren: Vizepräsident Hofrat Dr. Rappaport, Vertreter Salo Cohn, Vorsteher S. Brod und Kommerzialrat Heinrich Mendl, Tempelvorsteher Theodor Kohn, Vizepräsident der Börsekammer Börserat S. Steinhübl und Gemahlin, Kassier Josef Peterselka und Amtsleiter Rudolf Kraus, k. k. Provisor M. Rochmiß. die Ehrendamen der israelitischen Versorgungsanstalt Jenny Adler, Mathilde Cohn, Nanny David. Jda Eisenschitz, Hernnne Kadisch, Marie Teleky und Clemenrine Wiener, ferner Frau Obertantor Fuchs, Frau Therese Gelsenheimer, Frau Primarals Jnseld. Frau Oberin Emma Levi, Herr Joses Beer und Josef Witrofsky n. v. a. Den Gottesdienst versah unter Begleitung des Chores Herr Oberkautor Don Fuchs und entzückte alle Zuhörer durch seine herrliche Stimme. Nach dem Anzünden der Chanukalichter hielt Herr k. k. Prosesior Dr. Heinrich Pollak die Festrede, welche auf alle einen nachhaltigen -Eindruck machte. Nach Absinguug der österreichischen und deutschen Bolkshymne schloß die Tempelfeier, woraus die Pfleglinge reichlich bewirtet wurden. Die Kosten wurden von Herrn Vertreter Salo Cohn, der zu diesem Zwecke einen namhasren Betrag svendete. getragen. Ferner spendeten Herr kais. Rat Siegmund Kauders und Frau kais. Rar Wilhelm Pollak je ein Faß Wein. Wien. Am 5. d. M. fand im großen Saale des Restaurants Tonello eine solenne Chanukka-Fier für die Schützlinge des Kaiserin Elisabeth-Lehrmädchen- und A r b e i r e r i n n e u h e, m s und die derzeit im H e i m i v l t a l e unrergebrachten jüdischen Soldaten statt. Zu derselben harten sich der Vorstand des Vereines, sämtliche Schützlinge des Heimes sowie die im He mspitale befindlichen jüdischen Soldaten eingefuiiden; ferner als Ehrengäste: Se. Ehrwürden Herr Rabb. Dr. Max Grunwald und Frau, Herr Ooerkantor I. Morgenstern, die Herren Feldkuraren Dr. D e u t i ch und Dr. F e r d a, der Herausgeber der „Oesterreichischen Wochenschrift" Herr Dr. I. S. Bloch; als Delegierte des Zentralverbandes für das jüdische Armenweien der Chefredakteur der „Wahrheit" Herr Dr. L ö w y, Frau Dr. David. Frau kais. Rar L i ch c e n ü a d r, die Präsidentin des Vereines „Zuflucht" Frau G o l d s ch IN I d s, als D legierte des Vereines „Birkur Cholim" Frau Wallisch und die He: reu Hof- und Greichtsadvokaren k. u. k. Oberlentiianl Dr. Groß und Dr. O r n st e i n mir Gemahlin. Nach Begrüßung der Erjcdieneuen durch den PräsiSenren kais. Rar Dr. Krüger besprach derselbe die mannigsachen Erfolge, welche das Kaiserin Elisabeth-Lehrmädchen- und Arbeilerrnnenveiin wäbrend des abgelanfenen Jahres aus dem Gebiete seiner jetzigen doppelt charirativen Tätigkeit anfzuweisen in der Lage in. und welche nur durch das einmütige und ilnverdrosseile Zusaiiimenwirkeu aller hiezu beruseilen Faktoren ermöglicht werden konnten. Der Piäsideni sprach den Wunsch und die Hossnung uns, daß diese Euliiiürigk. ir und Unermüdlichkeit auch weireryin znm Wohle oer hilfsoediiringen Jngeub und der verwunderen Krieger sortdauern möge, niid schloß seine An'vrache mit einem begeistert aufgenvmmelieil Hoch ans Je. Majestät uusereu ullgeliebten Kaiser. Hieraus eurzüiidece Herr Overkauror Morgeiisl-.ru die Chanukkalichrer, wooei er in gewohuter meisterhafter Werse die rituelle» Gesäuge zum Borrrag brachte. Herr Raboruer Dr. G r u u io a l d hielt sodann eine der Feier des Tages uud deu gegenwärtigen Verhältnissen eutsprecheude, dre Zuhörerschaft ries ergreifende Auipracke, woraus nach einigen Dankesworreu des Herrn Hofracs Dr. Schlag au Seme Earwürdeu ein Schützling des Heimes m einer von der Schristsührernt Frau Dr. Lina W e i ß versaßreu, mit lebhaftem Beisalle ausgenommeueu Anrede die Gefühle der Heimichützliuge in wirkungsvoller Weise zum Ausdruck brachte. Mir einer sämtlichen Schützliugeu und Soldaten verabreichten reichlichen Jause — während welcher Herr Oberkaiuor Morgen st e r u einige leiner herrlichen Lieder zum besten gab — uud der Bereitung mit Geicheukeu aller Art fand die schöne, erhebende Feier ihren Ävschluß. Eme besondere Freude wurde den Heimichützliugeu noch dadurch bereitet, daß sie ui Begleitung der Vorsteherin Frau Freund am Abend eine Kinovorstellung besuchen dursten. Wien. (Jüdische Toyubeehalle. XX., Denisg affe 33). Samstag, den 4. d. fand in der „Jüdischen Toynbeehalle" die diesjährige Channkaseier statt, welche Herr Kantor Leo Funke mit besonderem Geschick arrangierte. Unter den Anwesenden bemerkte man: Den Vorstand der Toyubeehalle, Obmann Dr. Samuely, Obmannsrellvertrerer Karl Freund, Bernhard Glück, Direktor Richard Lisiau. Dr. Schor, ferner Rabbiner Dr. Max Grunwald nud Frau, Vorsteher Karl Lemberger, Dr. I. S. Bloch, Pros. Anrscherl, Kasseuches Peterselka. Berwalter Bröslet, Administrator Max Schwager u. a. m. D:e Feier begann m:t dem weihevollen Anznnden der Chanukkalichter de- Herrn Kantor Funke. Die liturgischen Cboroarrieu sang ein Dvppelquarrecc unter der sicheren Leitung des Herrn Max Menler, Chordirigenr am Gemeindetempel Fünshaus. Dann schloß sich die Festrede des Herrn Sekretär Dr. Brouner, die aus die Anwesenden großen Eindruck üvre, an. Nach einer Pause iolgre das Konzert, das Dank dem trefflichen Arrangement durch Herr Fnuke ein wertvolles, genußreiches Programiil boc. Zunächst sangen die Herren Funke. Germann. Lahls, Schwarz, Sonnenklar irnd Wassermann, Chöre von Beethoven uud Mücke, die Herr Dirigent Miller temperamentvoll dirigierte. Opernsängerin Fräulein Juliska Röhler, Schülern der Gesangsmeisterin Frau Singer - Burian erfreute hieraus durch Lieder, die mit glatter Koloratur und süßem Ton zum Borrrag gebracht wurden. Ihr herrlicher Sovran entzückte das Auditorium uud die junge Künstlerin erntete stürmischen Beifall. Sodann erntete Herr Funke als Solist, insbesondere m dem mit Gefühl und innigem Ausdruck gesungenem Reirerlied von Dr. Zuckermaun, den wohlverdienten, reichen Beifall. Den Höhepunkt des Konzertabeiids bildere der 9 jährige bekannte Violinvirtuose Max Rostal mit dem „Hejrekati" von Hubay. Die Damen Frau Haczek, Frl. Koller. Frau Schwager verdienen für ihre ansgezeichere Klavierbegleitung ein volles Lob. So nahm die F. stierer m jeder Hinsicht einen glänzenden Verlaus. — Die bekauule Gesaugsmeifterin Frl. Fanny F r e y st ä d t, welche das letztwöchenrliche Konzert am 11. d. M. bestritt, rechrsertigte ihren guten Ruf in deu Leistungen ihrer Schüler auf das beste. Insbesondere ließ sich die gute Schulung in deu mit vieler rhylhunscher Festigkeit und deutlicher Aussprache gesungenen Frauenchören feststellen. Hier seien lobend erwähnt die „Deutschen Tänze" von Schubert und der von dem Frankinrler Pyilanthroven Emil S u l z b a ch mit erstaunlichem Verständnis für Wiener Grazie komponierte dreistimmige Fraueuchor „Donauwelleu". In dem Schlußchor „Au der schönen blauen Donau" von Strauß sang Frl. F r e y - st ä d r das Solo, in deren unermüdlichen Händen die gesamte

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