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Die Wahrheit · 1915-12-17 · Heft 38 (17.12.1915) · page 8

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1915
Issue
Heft 38 (17.12.1915)
Date
1915-12-17
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seile 8. Die Wahrheit Nr. 38. Klavierbegleitung des Abends lag. Die übrigen Soli gefielen durchwegs, und es ernleleu reichen Beifall die Damen Frl. Pfeiler, Frl. Finster, Frl. L ö w, deren Sopran sehr innig anjpricht, und Fr!. Sobotka, die mir Volksliedern und Brahms vielen Erfolg erzielte. Frl. von Eperjessy, die zellgemäße ungarische Volkslieder in der Originalsprache vorlrug, erivles sich als vorrreffliche Interpretin feuriger und gemütsliefer ungarischer Musik. Für den unterhaltenden Teil des Konzertabeuds sorgte mir ausgezeichnetem Geschick Herr Kadettaspirant Felix Hartmann, der nur seinem gelungenen patrionicheu Porponrri wahre Belfallsstürine auslöste, insbesondere mit dem „Friedenskonplet" am Schlüsse. Wenn man endlich die luterefiamen Rezitationen des Frl. Haslinger und der zehnjährigen Henriette Weiß, die mit kecker Jugeudfrifche und Natürlichkeit detlainierte, in die Beurteilung mir einbeziehl, io kann der Abend in jeder Hinsicht als genußreich und unrerhalrend bezeichnet werden. B. Das Wochenprogramm von Samstag, den 18. d. M. bis Freitag, den 34. lautet: SamStag, Konzeri, veransialtel vom Vorstand. Sonntag, Vorirag: Prof. Dr. S. Krauß: „Inden und Araber". Mittwoch, Vortrag: Herr L- Taubes: „lieber den Ursprung der jüdischen Namen". H. Taubes ist Mitglied des „Komitee zur Aufklärung über vstjüdische Fragen". Die Bibelvoi träge am Freitag, den 34. und Frenag, den 31. fallen aus. Beginn am Samstag und Sonntag um 7 Uhr, ioiist 7»/,. Wie«. (Kaiser Franz Josef I. H n l d i g u u g s r e m p e l, II. P a z m a n i l e n g a i i e 6.) Nack Ablauf der Sckelauschim seit dem Begrädnisie des plötzlich iierstorbeuen Obinailnes. kaiserlichen Rares Adolf Schramek. hat der Tempelvereiu eine Nachwahl vorgenoulitten. Der Vorstand war einschließlich der beiden :ni vorigen Jahre kooptierten Mitglieder, Herrn Hofrar Dr. Julius Schlag und Herrn Dr. Josef W l n l e r n i tz vollzählig ersebienen. Znm Pl äsidenreil des Vereines wurde der bisherige Odmaniistellverireter Herr kaiserlicher Rat Adolf W e u g e r mit 31 Stimmen ans 33 Stimmen gewählt. Znm ersten Obmannstellvertreter wurde der bisherige zweite Odmannstellvertrerer Herr Samuel Adler gewählt. Mit Rücksicht aus die Trennung des elgeutlicheu Zweckes de- Vereines „Pflege des Gottesdienstes" von der Verwaltung wurden noch zwei Obmannstellvertreter gewählt und zwar Herr Samuel Blüh und Friedrich A l l i n a. Mit dem festen Vorsatze, den Verein in den bisherigen Bahnen weiterzulenken, nahmen die Gewävlten diese Ehrenämter an. Wie«. Nach langem, schwerem Leiden ist Dienstag, den 14. d. M. der gewesene Generaldirektor der Länderbank, Hofrar S. R. v. Hahn im 79. Leoensjahre gestorben. In jungen Jahren kam Hahn, der aus Ung.-Oslrau in Mähren stammte, zuerst zur Sraatsbahn und hierauf zur Südbahn Geiell'chaft, bei welchen Transvortuuternehmen er es znm kommerziellen Direktor brachte. Ende der Sechzigerjahre winde Hahn zur ober steil Leitung der von ihm uillbegründeren Länderbank berufen. Bolle 17 Jahre har Hahn die Stelle des Generaldirektorder Länderbauk bekle det, in der er von allem Anfang an fremde Kapitalien, namentlich französische, heimischen Zwecken dienstbar zu machen wußte. An der wirtschaftlichen Erschließung de- Balkanhat Hahn hervorragend persönlichen Anteil genommen. In seinen letzten Lebensjahren gehörte der Verblichene unter anderem der Reichenberg-Gablonzer Eisenbahn als Präsident an. Er war weiters Mitglied der Verwaltung der Lemberg-Czernowitz-Jafiy^Elsenbahn, der Rimaurnrauyer-Eisenw rks-Gesellschafr und Aufsichrsrar der Narionalbank für Deutschland in Berlin. Für seine öffentliche Wirksamkeit war Hahn zu wiederholten Malen ausgezeichnet worden. Noch der der Südbahn war ihm der Titel eines Regierung-rates verliehen worden, einige Jahre später wurde er mit dem Orden der Eisernen Krone ausgezeichnet und einige Jahre vor seinem Ausscheiden ans der Länderbank erhielt er den Titel eines Hofrates. Bor Jahren gehörte Ritter von Hahn auf kurze Zeit dem Knltnsvorstaude und dem Vorstande der Aritttlianstalt an, wo er allerdings vermöge seiner vielseitigen beruflichen Inanspruchnahme nicht besonders hervorrrar. Der Berblich-ne hatte ein gutes, warmfühlendes Herz, er war Vielen ein Retter in Not und Bedrängnis gewesen und hilfsbereiter Förderer zahlreicher humanitärer und gemeinnütziger Institutionen. Wie«. Mil Dr. Gustav L a n g st e i n, der am 15. d. M. zu Grabe getragen wurde, hat das Wiener Barrean eines seiner angesehensten Mitglieder verloren. Sen mehr als 30 Jahren tu Wien als Advokar tätig, war Dr. Langsteiu ebensowohl durch seiil reiches, die verschiedensten Gebiete umfaffendes Wissen, durch seine mit Energie gepaarte Klugheit, als auch durch die wahrhaft vornehme Art seiner Berrlfsansübung von weilen Kreisen al- Berater in allen Fragen des Nechrslebrns gesucht. Seine strenge Rechtlichkeit, sein stettaktvolles Auftreten erwarben ihm auch die Sympathien seiner Slandesgeuoffen, welchen dieselben durch wiederholte Wahl in den Diiziplinarrat Ausdruck verliehen. Auch auf dem Gebiete humailitärer Fürsorge betätigte sich der Verstorbene eisrigst, besonders verdienstvoll wirkte er im Ausschnffe des Vereines für unentgeltlichen Arbeitsnachweis, zu deffen Gründern Dr. Langsteiu als eineder ältesten Mitglieder des Humanilärsvereiiies „B'nai B'ruh" zählte. Freunde, Klienten und Kollegen werden ihm em dauerndes, treues Gedenken bewahren. Der TrauerfeiLr für Dr. Gustav Langsteiu wohnten der Präsident der israelitischen Kultusgemeinde Dr. Alfred Stern mit dem Präsidenten des Belhausvorstandes Dr. Markus Spitzer, vielen Mitglledern der beiden Körperschaften und Sekretär kaiserlicher Rat Dr. Lieben bei, der Präsident des rsraelitifch-humanitären Bererrres „B'nai B'rith", W>en, Dr. Eiserlstädler und des Vereines „Eintracht", Professor Dr. Roth, Vizepräsident Freund, der Vizepräsident der Advokatenkammer Dr. Pfeiffer, der Präsideirt des Disziplinarrates der Kammer Dr. Schwalb und viele andere hervorragende Persönlichkeiten bei. Kantor Matyas trug die Trauergesänge vor nub auf dem Zentralfriedhofe sprachen Rabbiner Dr. Grunwald, Dr. Max Eisenstädter, Dr. Schwalb und Reichsratsabgeordneter Dr. Ofner Nachrufe. Wien. Der „Verein zur Bekleidung und Unterstützung armer alter Männer israelitischer Konfession" hat auch im heurigen Jahre seine s-gensreiche W:rkiainkeir nicht unterbrochen und vor wenigen Tagen 80 Greise mit warmer Winterkleidung an-gestattet. Mit Rücksicht auf di? ernsten Kriegszeiten wurde von dem sonst üblichen und tu den weitesten Kreisen beliebten Bekleidungsfeste abgeseven und die Bekleidung, die gegenüber den Vorjahren den doppelten Kostenaufwand in Anspruch nahm, in aller Stille vorgenommen. Nebst dieser an sich ansehnlichen Leistung hat der Verein im Laufe der Jahre an zahlreiche Schützlinge monatliche und temporäre Unterstützungen mi Gesamtbeträge von mehreren tausend Kronen verabfolgt und im Hinblicke auf seine intensive Fürsorgetätigkeil, die in den schweren Nöten des Krieges noch mehr zur Geltung kommt, verdient derselbe die wohlwollendste Förderung aller für fremdes Leid empfänglichen und hilfsbereiten Mitmenschen. Wien. >25 - j ä h r i g e s D i e n st j u b i l ä u m.) Am 1. d. M. feierte Herr Gustav Fischer, Inkassant der Killtusgemeinde, sein vorjähriges Dlenstjiibiläum. Der Jubilar, der sich ob seiner außergewöhnlichen Dienstbefl ssenheit, strengen Rechtlichkeit und seines bescheidenen Charakters besonderer Syiupathien erfreut, war Gegenstand vielfacher Ehrungen. Herr kaiserl. Rat Dr. Theodor Lieben überreichte ihm irr Gegenwart des Kassenchefs mit einer humorvollen Ansprache das ansehnliche Ehrengeschenk des Knltusvorstandes und der Beamtenschaft. Nach Schluß des Kassenverkehrs veranstaltete die Beamtenschaft der Hanptkassa noch eine intime Feier. Aus sämtlichen Abteilungen kamen Abgesandte, welche die Glückwünsche der Beamtenschaft überbrachten. Herr Kassenchef Josef P e t e r f e l k a überreichte dem Gefeierten da- Angebinde der Kassenbeamten. Tiesgerührt dankte der Jubilar für die erwiesene Allfmerksamkeit und die Zeichen des Wohlwollens und schloß mit dem Wunsche auf dre baldige glückliche Rückkehr der so zahlreich im Felde stehenden Kollegen. Wie«. (Verein für n n e n t g e l t l > ch e n Arbeitsnachweis, II., Tabor st raße 59.) Montag, den 29. November d. M. fand im Verernslokale des Israelitischen Humanitäts-Vereines „B'nai B'rith" die XVI. ordentliche Generalversammlung des Bereiiles für unentgeltlichen Arbeitsnachweis statr. In Vertretung des Präsidenten, Herrn Dr. Bela Tanßig, der durch Unwohlsein verhindert war den Vorsitz zu führen, eröffnete der Obmann des Exekntiv-Komitees, Herr Morrz Sonnenschein, die Sitzung und begrüßte die zahlreich erschienenen Mitglieder und Gäste, namentlich Herrn Eduard Schwarz als Delegierten des Vorstandes der Israelitischen Killtirsgemeiride, Herrn Dr. Max Eisenstädter, Präsident des Israelitischen Hnmanität-- Vereines „B'nai B'rith, Wien, den Reichsratsabgeordlieten Herrn Dr. JulinS Ofner, Herrn S. B r o d, Präsident de- Vereines zur Hebung der Gewerbe, Frau Clotilde Benedikt als Vertreterin des Vereines „Frauenhort" und der „Weiblichen Fürsorge", sowie Herrn Dr. S. Bloch, Herausgeber der „Oesterreichischen Wochenschrift". Entschuldigt hatten ihr Fernbleiben die Herren: Oberrabbiuer Doktor M. G ü d e m a n n, Oberrabiner Dr. M. Grunwald und Rabbiner Dr. D. F e n ch t w a n g, ferner die Herren kaiserl. Rat Jaqnes Feitler, Direktor Wilhelm Kux, Dr. Isidor S ch w a rz m anu und Karl Freund. Audem Jahresberichte, den der Obmann-Stellvertreter, Herr Julius W o l f, zur Berlesnug brachte, ist zu ersehen; daß der Verein trotz aller entgegen wirkenden Schwierigkeiten auch im Berichtsjahre sich als wahre Wohlfahtseiirrichtilirg für die jüdische Bevölkerung bewährte. Trotz anormaler wirtschaftlicher Berhälniffe war es möglich, rm abgelanfenen Kriegsjahre2424Arbeirwecber inäiinlichell ilnd iveiblichen Geschlechtes zu plazieren. Die Zahl der Besucher an den Schaltern betrug 26.464. Im ganzen sind seit dem Bestände de- Bereiiles 47.186 Vermittlungen durchgeführt worden. Ans dem Berichte ist ferner hervorzuheben, daß der Vorstand des Vereines seine Aufmerksamkeit den Aufgabe zuwendet, welche nach dem Friedensschlüsse an den Verein herantreren werden, wenn dem Arbeitsrnarkte durch die Entlassungen ans dem Heeresdienste ständig neue Arbeitskräfte zugesührt werden. Nebeil der normalen Vermittlungstätigkeit wird dann die Unterbringung von Kriegsbeschädigten und Invaliden die besondere Sorgfalt des Vereines rn Anspruch nehmen. Herr ReichsratSabgeordneter Dr. Ofner spricht dem Vorstande des Vereines für seine auch in diesem Jahre geleistete hevorragendr soziale Tätigkeit volle Anerkenrlung aus, betont, daß wenn schon dre Uillerbringttng einer einzelnen Person oft mit großen Schwierigkeiten verbnnden ist, darnach ermessen werden kann, welche intensive Arbeit ausgewender werden mußte, um die im Berichte angeführte Berinittlnngsziffer zu erreichen. Im gleichen Sinne brachte auch Herr Dr. Max E i s e n st ä d t e r, Präsident des Jiraelitifchen Humanitäts-Vereines „B'nai B'rith", Wien, ferner die Herren S. B r o d und Dr. S. Bloch die Anerkennung für dir Leistungen des Vereines zum Ausdrucke. Sowohl der Bericht über die Tätigkeit des Vereines, als auch der Bericht über den Gedahrnngsansweis, welch' letzteren der Kassier des Vereines, Herr Eduard Schwarz, zur Verlesung brachte, wurden einstimmig genehmigt. Hierauf wurde die statutengemäß ausgeschiedenen Vorstandsmitglieder, die Herren Siegfried E n g l, Eduard Schwarz, und Moriz Sonnenschein mit Stimmeneinheilligkeit wiedergewählt.

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