Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1914
- Issue
- Heft 6 (13.2.1914)
- Date
- 1914-02-13
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3062972-3063725-3063731--08891-3076096- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr. 6. Die Wahrheit Seite 7. Resolution an die Kultusgemeinde und wurde von der Versammlung einstimmig beschlossen. Diese Resolution lautet: - Resolution: a. In Erwägung, daß die Funktionäre der - Tempelvereine die gleichen Funktionen ausüben, wie die Funktionäre der Kultustempel,- die Tempeloereine aber mit der Erhaltung des regelmäßigen Gottesdienstes in ihren Bezirken eine Verpflichtung der Kultus gemeinde gleichsam im übertragenen Wirkungskreise erfüllen, .erachtet es die Versammlung für die Pflicht der Kultusgemeinde, für die Pensionsansprüche dieser Funktionäre in gleicher Weise vorzusorgen, wie für die Funktionäre ihrer Gemeindetempel, da die beschränkten Mittel der Vereine eine Pensions- oder Alters- Versorgung nicht zulassen. ) b. Aus den gleichen, eingang erwähnten Gründen beschließt die Generalversammlung an die Kultusgemeinde die Bitte zu richten: es mögen zu Klassenbegräbnissen in den Sprengel» der Tempelvereine stets die Funktionäre des betreffenden Dereinstempels 'herangezogen werden, da diese in den meisten Fällen den Verstorbenen bekannt, oder doch über seine Charaktereigenschaften gemauer informiert sind, als die fernstehenden Funktionäre der Kultustempel; überdies aber bilden die Funktionsgebühren eine ersehnte und vollberechtigte Verbesserung der, in der Regel bescheidenen fixen Bezüge der Vereinstemp eilfunktionäre, auf welche diese gewiß b erechtigtere Ansprüche haben, als die fernstehenden, besser besoldeten -Funktionäre der Kultusgemeinde. Die Generalversammlung beschließt: diese Resolution unverzüglich an den Vorstand der israel. Kultusgemeinde zu leiten, eine Abschrift davon der 'Bezirkskommission für den vierten, fünften und zehnten Bezirk behufs eindringlicher Befürwortung zu übersenden, und die baldmöglichste Erreichung der erbetenen Angelegenheiten anzustreben. Sodann wurde zur Wahl geschritten: als gewählt erscheinen die Herren: Josef Berger, Dr. Ernst Friedjung, Joachim Guktmann, Rudolf Lichtenstein und Friedrich Wiener. Generalversttmmlnntz des Tempelvereines in Hietzing. Am 3. Feber d. I. funden sich zahlreiche Mt gl jeder dieses Vereines zur alljährlichen Generalvers-ammlung ein. Die hochwürdigen' Herrn Rabbiner Dr. Grunwald und Dr. Proßnitz, wie die Kultrisvorsteher Dr. Heinrich Schreiber und Miax Zirner, Sekretär Stellvertreter Guido Fuchsgelb und Oberkantor Gotthold Friedländer waren die warm begrüßten Gäste des Abends. Vom Hietzinger Fvauenverein waren die Damen Birmann und Huppert erschienen. Der Obmann des Vereines, Dir. Dr. S. Krenberger begrüßte alle Erschienenen -und entschuldigte das Fernbleiben der Herren Vorsteher k. Rat Kauders, Sekretär k. Rat Dr. Lieben und Dr. Adler wie der Herren Samuel Mohr und 'Anton Pick. Der Verein hatte im ab g e lau fenen Jahre den Verlust dreier sehr verdienter Vorstände zu beklagen, -der Herren Jakob Popper, Franz Josef Klein -und Ferdinand Herzog, denen der Vorsitzende herzliche Gedenkworte widmete. Das Scheiden des Herrn Rabbiners Dr. Grnnwald aus den Bezirken 12 bis 15 gab zu Ovationen für diesen allverehrten Mann der Wissenschgft nnd der Seelsorge Anlaß und es wurde beschlossen, das Bild d-es Gefeierten als erstes -im Rabbinerzimmer der neuen Synagoge anzubringen nnd korporativ der Abschiedsrede iin Fünfhauser Tempel am 6. d. M. beiznwohnen. In inniger, seelenvoller Meise dankte Tr. Grunwald und versprach auch im 2. Bezirk des 13. und seine Gläubigen nicht zu vergessen. Tann kam die Frage des Jugendgottesdienstes, insbesondere für die Schülerinnen des Hietzinger Mädchenlyzeums zur Sprache und die Eingabe des Vereines an den Kultusvorstand um Ansetzung von mindestens 4 Erhörten ausschließlich fit* diese Mädchen fand Zustimmung nnd wird nach den Versicherungen des Herrn Sekretär-Stellvertreters Fuchs gelb noch vor Pessach giinstige Erledigung finden. Dagegen 'braucht die Errichtung einer zweiten Religionsunterricht- Station in Hietzing, die wegen -der vielen Schüler und der großen Entfermmgen sehr nötig ist, noch geraume Zeit, weil hiebei Magistrat und Bezirksschulrat auch dreinzureden haben. Auch die Zulassung der Vereinsfunktionäre, zu den Leichenbegängnissen der Hietzinger ist seit einem Jahre beim Kultusvorstand anhängig, ohne eine -günstige baldige Lösung erhoffen zu lassen. Es ist der alte Gegensatz zwischen Vereinsimd Gemeindefunktionüren, der endlich eine prinzipielle Lösung finden mich. In der wichtigsten Frage des Hietzinger Tempelvereines konnte, der Vorsitzende nach detaillierter Darlegung der Arbeiten und Sorgen des vergangenen Jahres die günstigsten Aspekte für -den Beginn des Baues im Frühjahr eröffnen. Auch Herr Kultusrat Dr. Scheider -gab dieser guten Erwartung Ausdruck und sprach seine volle diesbezügliche Unterstützung dem Vereine zu, was zu stiirmischen Dank an den alten Freund nnd Gönner führte. Auch unser Kollege im Tempelverein nnd Kultusrat Zirner gab die wertvollsten Versicherungen auf Förderung unseres Bauplanes im Kultusvorstand. Endlich wurde die Frage, welche seit Wochen alle Gemüter in den westlichen Bezirken erregt, die Nachfolge nach Dr. Grunwald, erörtert und fand in einer einstimmig.gefaßten Resolution Ansdruck, Herrn Rabbiner Taglicht zu-m Rabbiner der Bezirke 12 -bis 15 zu machen. Vor den Wahlen dankte Herr kais. Rat Beer unter dem allgemeinen Beifall der Anwesenden und unter Erheben von den Sitzen dem Obmanne Herrn Dr. Kreniberger kür die unentwegte und zielbew-ußte Führung. Dieser wiederum dankte herzlichst den Kollegen im Vorstand, wo volle Harmonie und Begeisterung die Onelle aller Taten sei, dann insbesondere den Tempelverwesern Kuner, Goldner und Huppert wie Frau Birmann. Die Wahlen ergaben die Wiederwahl der alten Herren und die Neuwahl der Herren kais. Rat Beer, Buchmacher Karl Edelstein, Direktor Feldbauer und Juwelier Steinberger als Vorsteher-Stellvertreter und des Herrn Arnold Fischer als Revisor. Verschiedene Nachrichten. Wien. Vortrag ans jüdischer Geschichte und Literatur und Kultur. Donnerstag, am 19. Februar 1914, 1/.28 Uhr abends findet im Festsaale des Ingenieur- und Architekten- Vereines I.. Eschenbachgasse 9 eine Vortrag des Herrn Rabbiner Dr.Max Grunwald statt. Thema :„Henri Bergsohn" Eintritt frei. Ohne Karten. (Humanitärer Verein „Tiferes Bachnrim" Schmuck der Jngeud, Wien, IL, Kl. Sperlgasse 5.) Sonntag den 15. Februar präzise halb 7 Uhr abends findet im Turnsaale der Talmud-Thora-Schule, II., Malzgaße 16 die XVTL ordentliche Generalversammlung statt nnd anschließend an dieselbe ein Festbankett, im Hotel Newyork II.,. Kl.-Sperlgasse No. 5 Tagesordnung der Generalversammlung: Vorrrag Sr. Ehrw. M. M. Beneth ans Szombatheiy. 1. Rechenschafts-Bericht. 2. Bericht der Revisoren. 3.Wahldes Vorstandes!. Evenrnelles. Herr Rudolf Müller, Religionslehrer der israelitischen Kultusgemeinde nnd des jüdischen Schnlvereines für den IX.. Bezirk, hat sich mit Fräulein Lndmiller Popper-Adler (Baden bei Wien) verlobt. (Tempelbanverein des VIEL Bezirkes der Stadt Wien.) Im Nachhange zu unserem Berichte über die Generalversammlung dieses Vereines erwähnen wir, daß ein Vereinsmirglied den Antrag stellte die Generalversammlung möge einer Resolution bezüglich der Altersversorgung des Vereinsrabbiners anenymen im gleichen Sinne wie sie der Tempelverein für Mariahils nnd Nenban bereits beschlossen bat. Dieser Antrag wurde einstimmig angenommen und der Ausschuß ersuchte dieje Resolution dem Knltnsvorftande zu nnlerbreiten Der jüdische Schnlverein für den X. Bezirk in Wien welcher seit 15 Jahren im genannten Bezirke segensreich