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Die Wahrheit · 1913-11-28 · Heft 46 (28.11.1913) · page 8

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1913
Issue
Heft 46 (28.11.1913)
Date
1913-11-28
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
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Seile 8. _ ' / Die Wahrheit Nr- 46. täglich morgeils und abendsderöf feutIjche Gottesdienst ungestört abgehalten werden, konnte. An jedem Satzbath der Neumondsverkündigung hielt er regelmäßig, selbst wenn er auch: nicht^gtlt disponiert wai>die obligate Predigt. Mit einer minutiöjen Püntlichkeit sondergleichen , .hielt er die i Neligionsstnnden ittdeu^verschiederlew ODsschnlen - ein. ''Genie amtsfreienlMnndkn^ widMete/ er^attsMl'lkßlW dem Studium der religiösen undpro-? fMev;-KVUrnjchADu.; Jgfe DerginA-.W (kein iJahr,-wo^errmW oie Wissenschaft des. Indentn'nies 'init.'Lench tenswerten/Pub likaL üvnew bereichert hätte. Als tüchtigem Pädagogen gelang es ihm bald, sich die Liebe seiner Schüler zu erwerben; sein Wort, sein Wink war ihnen Gebot! Manche Mutter — das ist Tatsache — klagte: „Seit der Herr Rabbiner Abrahamsohn hier wirkt, muß ich ans die besten Speisen, die als Delikatessen gelten, verzichten, denn mein zehnjähriger Richard will dieselben nm keinen Preis der Welt berühren und macht einen Heidenlärm, wenn er sie nur erblickt. (Fortsetzung folgt.) Verschiedene Nachrichten. Nie«. Der bekannte Theolog und Orientalist Profeffor August Wünsche ist in Dresden im Alter von 75 Jahren gestorben. Professor Wünsche galt als einer der hervorragendsten Kenner des südischeu Schrifttums und seine Forschungen auf diesem Gebiete werden in theologischen Kreisen hoch geschützt. Er war der Herausgeber der zwölfbändigen „Biblioteka rabbinica“. Vien. tRequie m.) Sonntag, den 23. d. M. fand im Bethanse ,Mtzobss Jeschua“ die Trauerandacht für den am 20. September d. I. ui Chemnitz (Sachsen) verstorbenen Isaak Markus B raun, den Begründer dieses Belhauses, statt. Im Bethause fand sich eine große Tranerversamm« lung mit dem Vorstände ein. In Vertretung der Knltusgemeinde erschien Kultusvorsteher Dr. Markus Spitzer. Nach dem durch Kantor Leo Fink elfte in würdig rezitierten Minchagebet trug Oberkantor Mo rgeust e r n den Sulzerschen Psalm 49 in meisterhafter Weise vor, worauf Bethausobmänu Herr Jakob Heber eine innige Ansprache au die Versanluilnug richtete. Herr Rabbiner Dr. Max Grunwald kennzeichuete in der ausgezeichneten Gedenkrede das Leben und Wirken des Verblichenen. .Die Trauerchöre wurden unter Leitung des Dirigenten H eimann trefflich gesungen. Oberkantor Morgenstern sprach das Maarivgebet und trug ergreifend das „Bl mole racbamim“ vor. Mit dem Schlußgebet „Olenu“ schloß die würdige Feier. Wien. (T r a u n n g.) Am Sonntag, den 23. d. M. fand im Stadttempel die Trauung des Frl. Jda Groß mit Herrn Hermann R e i ch, Sänger des Stadttempels und der k. k. Hofoper, statt. Im Gotteshause kanden sich außer den zahlreichen Freunden aus Berufs» und Kunstkreijen Vertreter der Kultus- und Bethausvorstände ei». Den Trauuugsakt vollzog Herr Rabbiner Dr. Bach, der eine herzliche Ansprache an das Brautpaar hielt, den kantoralen .Teil versah in trefflicher Weise Erster Kautor Math as mit Orgel und Chor unter der persönlichen Leitung des k. k. Hosmufikers Prof. Josef S u l z e r. Wie«. (Gründung eines jüdischen Gesangs-Pere i» e s.) Unter Leitung des Herrn Gesaugsprofeffors Artur Wolf hat sich ein jüdischer Gesangsverein konstituiert, der bereits zahlreiche Sympathien in der jüdischen Welt genießt. Da sich gerade unter uns Juden ein hoher Prozentsatz stimmfähiger Leute befindet und daran gedacht wird, die Idee der angeregten Vereinsgründung möglichst großzügig zu verwirklichen, so werden sangeslustige Herren eingeladen, sich zu beteiligen. Anmeldungen und Uebnngsabende jeden Dienstag 8 Uhr abends im. Industrielle» Cafä, L, Concordiaplatz. _ Wie«. (Indische Toynbeehalle. XX., Othmargaffe 46.) Beginn der Vorträge: Au Wochentagen 1/38 Uhr, Samstag, sowie an Sonn- und Feiertagen 7 Uhr abends. Eintritt frei für jeden Erwachsenen. Vortrags-Programm für die Zeit vom 29. November bis 5. Dezember 1918: Samstag, den 29., Konzert. Sonntag, den 30., „Rahel Barnhagen und ihre Zeit." Frau Auitta M üll er - Roseu zw e i g. Montag, den 1. Dezember, Deutscher Literatur-Zyklus. Dienstag, den 2/ „Die Redensart voni Jahrhundert des Kindes." Herr Dr. Heinrich Keller. Mittwoch, den 3., Thema Vorbehalten. Herr Dr. Heinrich Herb a cz e k. Donnerstag, den 4., „Vom Glück." Herr Dr. Viktor Zwilling. Freitag, den 5., Bibelvortrag. — Kinde rna ch m i t t a g e: Der erste, der vom Obmann- Stellvertreter der Toynbeehalle und der Kinderhorte, Herrn Carl F r e un d, veranstalteten Kiudernachmittage in der.diesjährigen Saison findet Sonntag, den 30. d. M. in Verbindung mit einer Kinderfestjause, präzise halb 3 Uhr nachmittags in den Räumen der Toynbeehalle statt. Die künstlerischen Darbietungen der Kinder beginnen präzise 3 Uhr nachmittags. Wie«. (Populärwis seu sch a ft li ch e Fre it a g ab e» d- Bortrüge B et-H am idra sch, „T almud Th o r a" IL, Malzgasse 16), auch Frauen zugänglich: Am 28. November 1. I. Herr Profeffor Moritz Antfcherl: „Was erzählt uns der Monat Marchefchwan?" Beginn nm halb 8 abends. : : Wik«. Der Ausschuß des Verbandes israelitischer Religionslehrerf an den österreichischen Mittelschulen hielt am. 11. d. M. die erste.Sitzung nach den Ferien ab, in welcher laufende Angelegenheiten erledigt und die ersten Vorberatungen für den am 29. Dezember 1913 in Wien abznhalteudeu Berbandstag, gepflogen wurden. Die Herren Kollege» werden. höflichst eingeladen und dringendst gebeten, an dieser Vers an i ii i lnn g, bei: - welcherauch wichtige Stynd.esfrag.en zur-Sprache kommen -sollten,., recht: zahlrefch. zii erscheiileN. /Persönliche EittladuNgen werden später-und ^echt^ - zeitig erfolgen. Für den Verbattdsansschttß:! Der ObmaNn: Dr.H'. Pol l'a t;- [ t.’ f/ Professot, der Schriftführer::Dr. Kn p fe r; . s.; - . Wie«, Jetzt ist, es ein Jahr, seit-kmserl. Rat-Hiegmund Stein-! s-g^r a b.e r,!einer^ der..ersten^Fachttlminer/.des.Exports ^» Oesterreichs aüsi | detn-Leben jäh' ÜNd ünvermittelt^ cibbeÄfeii 'ivnrd n'' Er starb eigeiitli ch' \ einen glücklichen Tod. In heitersten LäN"'ß -warmer' um iLeöpoldstaß -äNft \ dest Träbrennplütz/gepilgert, uüö?iü'ftischLr/Lnft'-seinen-nnerütüdlichen Gel danken Ablenkung zn schaffels. Inmitten des fröhlicher Mötzeus;-der. Menge:? sank er plötzlich tot zusammen.. . Und obwohl'ein Jahr, oft 'Vergessen he- . deutet, ist das Wirken des Mannes in weiten Kreisen anerkannt geblieben/ In leitenden Stellungen hatte er das richtige Wirkungsgebiet für'sein weltumspamiendes Können gefunden. .Er organisierte den In- und Ans--: landsverkehr nach deni Norde» und dem Westen,??er wurde Begründer mehrerer Sammelverkehrszentren in Böhmen, und Mähren, besonders des bedeutenden Reichenberger Äerkehrszentrnms. Sein ganzes Leben war/ Dienst, war Pflicht. Bis in die höchsten Kreisekannte man seine Berläß-: lichkeit und alle Transporte des kaiserlichen Hofes standen unter seinerpersönlichen Aussicht. Sein,Wirken wurde auch vielfach anerkannt. -Der Kaiser verlieh ihnr den Titel eines kaiserlichen Rates nud viele fremde Potentaten zeichneten ihn aus, Steingräber war von sprichwörtlicher' Herzensgüte. Er hielt gastliches Haus und hätte an seiner Gatrin Sophie eine treffliche Stutze. Eine idyllische Liebe verband, die.beiden im Leben, nud der Erinnerung, an den Entschlafenen lebt die .Frön. Frau Sophie Sieingraber geb. Rosenthal ans Hohenems' ist die Tochter des Groß-, industriellen Herrn Ludwig Rosenthal s. A., die würdige Tochter ihres edlen Vaters und Nachkomme der alten Roseüthälscheii Patrizierfamilie in Vorarlberg. Kaiser!. Rat Siegmund Steingrabex hat seinerzeit dem Vorstände der israelitischen Killtusgemeinde in Wien angehört. Wien. Der Allgemeine Krauketl-UnterstuHniigsverein „Menschen-' liebe" veranstaltet Srmstag, den 6. Dezein berd. J.im Kolosseum eine große Abendvorstellung mit nachfolgendem geschloffenem Tanzkränzchen für Mitglieder und eingesührte Gäste. Die Tanzmusik besorgt die Musikkapelle des k. n. k. Infanterieregiments Nr. 67. - Karteil ffür diesen Abend sind im Vereins lokale, Cafe Jägerhof, IX., Porzellan gaffe 22, zu Habens Innsbruck. Rabbiner Sagh er intervenierte, wie uns aus Rom berichtet wird, bei der Kurie wegen Entfernung ' der: in einigen Kirchen Tirols befindlichen Bilder, die die Vornahme eines sogenannten Ritual-.' mordes demonstrieren. Rabbiner Sagher verlangte dies auf'Grund einer zu diesem Behnfe gemachten Studie, die er durch den Kardinal Ban R o s s u m dem Papste übergeben ließ. Die Kurie wird somit Stellung, dazu nehmen müssen. -! . /' Eger. Am 22. November d. I. wurde Fritz W i l-k o w i t s ch, Sohn des hiesigen Oberkantors, zur Thora als Barmizwah gerufen und entledigte sichseiner Aufgabe, indem er die Haftora mit feinem Verständnis znm Vortrag brachte, zum Beifall aller Anwesenden. Se. Ehrwürden Herr Dr. G r ü Ilfeld hielt an den Konfirmanden eine Ansprache, die , auf alle' Zuhörer einen tiefen Eindruck machte. Im Verlaufe des Sabbathstages erschienen fast sämtliche Mitglieder der Gemeinde in der Wohnung ides Oberkantors- und bedachten den Barmizwah mit wertvollen Geschenken. Herr Kultus-, Vorsteher Eduard L ö w y händigte ihm ein Sparkaffabuch mit ansehnlicher Einlage ein— eine Widmung der Knltusgemeinde — die Damen des Tempel» chores überreichten ebenfalls ein wertvolles Geschenk. Mit einer gemütlichen Janse, die bis spät in den Abend währte, schloß die schotte. Barmizwahfeier. Berlin. (Eine Eh nt n g der W a h r h e it sl am p s e r i m B e i l i s - Proz e s s e,) .Vom Hanptbureäu des Jüdischen Nationalfonds geht uns folgende Mitteilung zu: Von hervorragenden Gesinnnngsgenoffen^ insbesondere ans Rußland, ist die Aufforderung ausgegangen,- eine Sammlung zur Eintragung von Beilis und seinen nmtigen Verteidigern in das Goldene Buch des Jüdischen Nationalfonds einzuleften. Wir über-: Mitteln allen Freunden und Mitarbeitern des Nationalfonds diese Anregung, die unsere volle Znstimmuilg findet. Die Vereitlung des schmählichen Versuches, die Inden Rußlands und mit ihnen die der ganzen Welt! des Ritualmordes zn bezichtigen, ist wert, in dev.-^hronik des jüdischen Volkes, in unserem Goldenen Buch, verzeichnet zu werden. Der ffiami, - der als unschuldiger Märtyrer für sein Volk litt;/ und die hochherzigen Männer, Russen und Juden, die für Wahrheit und Recht' stritten, verdienen es, von ihren Zeitgenoffen in sichtbarer Art geehrt zn werden^ Wir eröffnen, der uns zugekommenen Aufforderung entsprechend, die Sammlnng zur Eintragung von B e i U s, ^.> G r i g o r o w i t s ch- B a.rsky, Grusenberg, Kar abtschewsky. Haklakow, S arndn y,' Kokowzew, Maso undZTroitzky in das Goldene Buch und sind überzeugt, daß die Juden aller Länder es als ihre.Pflicht betrachten.werdeib sich an der Ehrung dieser Männer jo zahlreich als-möglich zu beteiligen.^ Jüdische Bühne. Direktion M. S iegier. „Hotel Stefanie", IL, Taborstraße 12. Freitag, den 28. und Saüistag, den 29. November,^ : Sonntag, den 30. November, Neu! Znm ersten-Male. „Jakob »n d-! Ess o w." Biblische Operette in vier AttszügenUvon Profeffor.Hörowitz^ : Musik von Perlmutter und Wohl. Sonntag,-.d'en>30-.- November, halb 4,! Uhr nachmittags bei halben Preisen. „D e'r/G m e.'s-un d 'S ch e. k e r."; Komische Operette von' J. Lätaiuer. Montags:s.den 1. und Dleilstag.'den - 2.- Dezember, „I a k o b int d E f f o w." pHäzife -halb^ 9 Uhr-: ,/O P f e r : des Fanatismn s." Drama in einemAnszng vom'großen jüdischen? s Gelehrten Herrn Emanuel 'Stein unter persitzlsicheni Auftreten des Autors. - Mittwoch,- den 3. Dezeylber, zugunsten des,Vereines.-Der. Rzeszotver." „C h u s s e n K a l e." Operette in vier Auszugen von J. -Latainer. Donuers- - tag/ deii^ 4; Dezember, zugunsten des Vereches Mlnsche «Dath Wo-Zedek". i ,,S ch i r H äs ch ir i m." Komische Operette iy-.chier/jAnfzügen von. A. Schorr.

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