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Die Wahrheit · 1912-12-06 · Heft 47 (6.12.1912) · page 8

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1912
Issue
Heft 47 (6.12.1912)
Date
1912-12-06
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
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Nr. 47. Seite 8. Die Wahrheit. wenden? Könnten sie nicht auch mit bezug auf das Fahren am Sabbath sagen:- Erstens ist das nur ans Grund der Kulturverhältnisse des Altertums verboten gewesen, dann sind ja Misere Vehikel gar nicht mit Tieren bespannte Fuhrwerke usw.; oder mit bezug aus die Leviratsehe und die Chaliza-Formalitäten geltend machen, daß sie nur unter den ökonomischen Verhältnissen zur Zeit des Staates ihre Verbindlichkeit hatten; oder hinsichtlich der „Clmkotb hagojim“, der verpönten, nichtjüdischen Bräuche: diese Satzungen seien gar keine Satzungen und die gegenwärtigen Gojim seien ja gar keine Gojim u. a. in. — das wäre ja ganz im Sinne der Autoren der liberalen „Richtlinien in Deutschland. Vielleicht hat gerade gesetzestreue Dialektik das Holz für die Axt geliefert, welche die „Liberalen" schwingen. Maimonides selbst hat übrigens über die Frage des Wohnens in Egypten, wo er seinen ^Mi8obue Thora" und seinen „More Nebuchim“ versaßt hat, sich gar keine Sorgen gemacht, wie wohl er in „Hilchot Melachim“ das Verbot genau registriert und nur Handelsbeziehungen gestattet. Noch ani selben Tage war es mir vergönnt, Foslüt (Alt-Kairo) zu besuchen, wo der große Religionsphilosoph durch Jahrzehnte als Oberhaupt der jüdischen Gemeinde gewirkt und sich seinen unvergänglichen Ruhm erworben hat. Derew für unentgeltlichen Arbeitsnachweis II., Taborstraße 59. Am Donnerstag, den 28. November l. I., bat im Vereinslokale des Israelitischen Humaiutätsvereines „B'nai B'rith" die XIII. ordentliche Generalversammlung dieses Vereines stattgefnnden, die folgenden Verlauf hatte. Der Vorsttzeude Kommerzialrat Eduard Wiener, begrüßt, nachdem er die ordnungsmäßige Einberufung sowie die Beschlußfähigkeit der Generalversammlung konstatiert halte, die zahlreich erschienenen Vereins- Mitglieder und Gäste, namentlich Herrn Dr. I. S a m u e l y als - den zur Generalversammlung delegierten Vertreter des israelitischen Kultus-Vorstandes, ferner den Vertreter des israelitischen Humanitätsvereines „B'nai B'rith". Wien, Herrn Richard Petschek, den Präsidenten des Vereines zur Hebung der Gewerbe. Herrn S. Brod, den Vertreter des Vereines zur Unterstützung israelitischer Handwerker und Gewerbetreibender, Herrn Dr. Rudolf Fürth, Herrn Rabbiner Dr. M. Grunwald, sowie den Reichsratsabgeordneten Herrn Dr. Julius Ofner. Die Herren Oberrabbiner Dr. M. G ü d e m a n n, Rabbiner Dr. I. M. B a ch, Rabbiner Dr. David F e u ch t w a n g, die Herren kaiserl. Rat Jacques F e i t l e r, kaiferl. Rat Jonas Weil, 'kaiserl. Rat Dr. Arnold Ascher, Gemeinderat Edmund Melcher, Professor Dr. Josef P o l l a k und mehrere Mitglieder haben ihr Fernbleiben entschuldigt. Aus dem Jahresberichte, den der Obmann des Exekutivkomitees Dr. Bela Tausfig, verliest, geht hervor, daß es trotz mehrfacher erschwerender Umstände möglich war 3735 Arbeitwerber männlichen nnd weiblichen Geschlechtes zumeist dauernd zu plazieren. Die Zahl der Besucher au den Schaltern des Bureaus betrug 38.868, die Zahl der Neuanmeldungen von Arbeitnehmern 6252, wovon 60°/» vermittelt wurden. Im gauzeu sind seit dem Bestände des Vereines 38.819 Vermittlungen durchgeführt worden. Nachdem der Schriftführer. Dr. Gustav L a n g st e i n die statistischen Tabellen über die Landeszngehörigkeit. das Geschlecht und Alter, sowie den Familienstand der angemeldeten Arbeitwerber verlesen und der Kassier Eduard Schwarz den Gebahrungsauswers und Rechnungsabschluß znm Vortrag gebracht hatte, bringt der Vorsitzende den Bericht und den Gebahrungsausweis zur Abstimmung. Beide werden einstimmig genehmigt. Herr Dr. Samuely spricht dem Vorstand des Vereines den Dank und die volle Arrerkennung des Kultusvorstandes für seine eifrige Tätigkeit aus und beglückwünscht den Vcreinsvorstand zu seinen Erfolgen. Herr Reichsratsabgeordneter Dr. Julius Ofner hält es für notwendig, daß alle Freunde des Arbeitsnachweises dahin wirken, daß das Vorurteil gegen jüdische Arbeitnehmer, das gegenwärtig noch bei manchem jüdischen Arbeitgeber vorherrscht, beseitigt werde, und spricht seine Anerkennung für die hervorragenden Leistungen des Vereines aus. In ühnlichem Sinne spricht auch Herr Kommerzialrat Sigmund Blau. Der Vorsttzeude dankt für die freundlichen Worte der Anerkennung. Der Obmann weist darauf hin, daß die kräftigste Propaganda gegen das erwähnte Vorurteil, die zielbewußte Tätigkeit des Vereines selbst bilde, insbesondere die möglichste Befriedigung der Auftraggeber, wofür die eingelangren Zufriedeuheitsberichte Zeugnis oblegen. Bei den hierauf vorgenommenen Wahlen werden die ausscheidenden Vorstandsmitglieder, die Herren Sigmund Popper, Albert Winterberg. Julius Wolf mit Stimmeneinhelligkeit in den Vorstand wiedergewählt. In seinem Schlußworte richtet hierauf der Vorsitzende Kommerzialrat Wiener an die Versammlung einen eindringlichen Appell, den Arbeitsnachweis auch in Zukunft bei seiner sehr wichtigen gemeinnützigen Tätigkeit sowohl durch Acqmsition von Mitgliedern als auch durch möglichst häufige Zuführung von Arbeitsgelegenheit für jüdische Arbeitsnehmer in kräftigster Weise zu unterstützen. Uerschirdcue Nachrichten. , Wien. Der Kantor im Leopoldstädter Tempel, Herr E. K i s ch n e rr der bekanntlich anläßlich der verflossenen hohen Feiertage nach Hamburg berufen wurde, um daselbst die Fuuktwneu des erkrankten Oberkantors zu versehen, hat dort mit seinen prächtigen Stimmitteln, sowie durch seine korrekte und gefällige Vortragsweise viel Beifall und Anerkennung gefunden. Als Zeichen derselben wurde ihm vom Vorstande der Hamburger Gemeinde ein ehrenvolles Schreiben nebst einem Ehrenhonorar übermittelt. Wien. (Verlobung.) Fräulein Margit T a n d l i ch, Zolyom - (Ungarn), hat sich mit Herrn Karl N e u m a n n, OberkantoramJosefstädter-Tempel, VIII. Neudeggergasse, verlobt. , Wien. (Jüdische T o y n b e e h a l l e, XX., Othmargasse 46.) Beginn der Vorträge: An Wochentagen %8 Uhr, Samstag, sowie an Sonn- und Feiertagen 7 Uhr abends. Eintritt frei für jeden Erwachsenen. Vortrags-Programm für die Zeit vom 6. Dezember 1912 bis 13. Dezembers^: Freitag, den 6. Dezember, Bibelvortrag. Herr I. R osn e r. . Samstag, den 7. Dezember, Konzert. Sonntag, den 8. Dezember, „Reisen in Südamerika" (mit Lichtbildern, Schriftsteller Jacques Jäger. Montag, den 9. Dezember. Deutscher Literatnr-Zyklns, (Fortsetzung). Dienstag, den 10. Dezember, Ueber Shakespeare, Dr. I. Krug. Mittwoch, den 11. Dezember, Thema Vorbehalten, Tr. I. Schwarz. Donnerstag, den 12. Dezember, „Die verschiedenen Versicherungs-Systeme", Professor Otto- S i m o n. Frenag, den 13. Dezember, Bibelvortrag. — (C h a n u k a f e st- J a u s e.) Sonntag, den 8. ds. M., präzise 1j2S Uhr nachmittags, findet in der Toynbee-Halle, XX., Othmargasse 46, die diesjährige Chanukafest--- Janse für etwa 330 der ärinsten Brigitrenauer Schulkinder statt. Der Veranstalter der Kindernachmiltage. Herr Karl Freund, bringt dies allen Gönnern nnd Mitgliedern der Institution hiemit zur Kenntnis. Wien. (B e t-H a m i d r a s ch „Talmud-Thor a". II., M a l z - gasse 16). Der nächste Freitag-Abeud-Vortrag: „Geschichtliche Ereignisse des M o n a t e s T e b e t" von Professor A n t s ch e r l findet Freitag, den 13. d. M. um halb 8 Uhr abends statt. Wien. Der „Hietzinger Franenwohltäcigkeitsverein" veranstaltet Dienstag, den 10. Dezember 1912, im Prachlsaale des „Parkhotel Schönbrunn, 13. Bezirk, Hietzinger Hauptstraße 12—14. 4 Uhr nachmittags, eine Channka-Feier für feine Schützlinge. Programm: 1. Entzünden der Chanukalichter durch Herrn Oberkantor Gottlieb F r i e d l ä n d e r. 2. Ansprache Sr. Ehrw. des Herrn Rabbiner nnd Prediger Dr. Max Grnuw a l d. 3. Festjause. Wien. Die Channka-Feier der Zöglinge des isr. Blinden- Jnstitnts, Hohe Warte in Wien, findet Sonntag, den 8. Dezember 1912,' um halb 5 Uhr nachmittags statt. .* Wien.. ( T a l m u d - Tch o r a - K n a b e n v o l k s s ch u l e m i t Oeffentlichkeitsrecht, II., Malzgasse 16.) Mittwoch, den 11. De-- zember d. I., um 1{2ö Uhr abends, findet an dieser Schule im Vereine mit dem daselbst stationierten Kinderhorte die Channkaseier mit anschließender Festjause für die Schüler statt. Gäste willkommen! Wien. (B e t h a u s v e r e i n „A m Volker t" H., Fugbachgasse 7.) Ueber Vorschlag der Schulsektion veranstaltet der Beihaus-Vorstand am 8. Dezember 1912 abends 5 Uhr im Vereinstempel einen'Chanuka- Jugendgotlesdienst für die Schüler der Sprach- und Bibelschule (Talmud Thora). Abweichend von der bisherigen Uebung findet ein separater' Jugendgottesdienst statt, bei dem Schüler der Religionsschnle den Gesamtgottesdienft sogar das Abendgebet vorzntragen haben. Wien. (Em i g r a n t e n s ü r s o r g e der Israelitischen Allianz zu Wien.) Während des Monates November 1912 wurden: von der Zentrale der Israelitischen Allianz in Wien insgesamt 136 Emigranten, davon 106 russische und 31 rumänische, weiterbesördert; u. zw.: 40 nach den Vereinigten Staaten. 44 nach Argentinien, 13 nach Canada, 2 nach England, 25 nach Frankreich. 12 nach verschiedenen anderen Ländern. In die Heimat znrückbesörderr wurden 18 Rückwanderer. Während des Aufenthaltes in Wien wurden im November für 40 Personen zusammen 78 Tage Logis und volle Verpflegung gezahlt und an 98 Emigranten insgesamt 360 Speisemarken für die Israelitische Volksküche ausgegeben. Vom Jänner bis Ende November wurden insgesamt vom Wien aus 1122 russische und rumänische Emigranten nach überseeischen bezw. westeuropäischen Ländern weiterbesördert und 191 Rückwanderer repatriiert. Wien. (Vortrag ans jüdischer G e s ch i ch t e, L i t e r a t n r und Knltnr.l Donnerstag, den 12. Dezember 1912, V,8 Uhr abends,, findet im Festiaale des Ingenieur- und Architeklen-Veremes, 1. Eschenbachgasse 9. ein Vortrag des Herrn Rabbiners Dr. Max Grunwald sttatt. Thenm: „Das neue Palästina". Mit Vorführung von Lichtbildern. Eintritt frei, ohne Karren. Wien. Der jüdische Turnverein Favoriten veranstaltet Samstag, den 28. Dezember, im Festsaale des Verbandsheimes, VI., Königseggasse l0' ein Schauturnen mit anschließendem Tanzkränzchen. Die Musik besorgt die Kapelle des k. n. k. Jnf.-Reg. Georg I. König der Hellenen Nr. 99. Entree 2 X. Stndentenkarten (nur im Vorverkauf) I X. Wien. (D-i e U n d e nt l i ch k e i .t eines W o h l t ä t i g k e i t slegats.) In dem Streite um das 20.000-Kronen-Legat, welches Herr Alfred Schlesinger in seinem Testament dem Israelitischen Franenverein vermachte und um das sich ursprünglich nicht weniger als siebzehn, dann vier Vereine bewarben, bat das Oberlandesgericht am 2. Dezember' das Urteil gesprochen. Der Israelitische Frauenwohltätigkeit-verein, der feit dem Jahre 1816 besteht nnd als Zentralverein angesehen wird, hatte beim Zivillandesgericht durch Dr. L a n t e r st e i n eine Feststellungsklage gegen den Frauenwohltätigkeitsverein.„Zuflucht", gegen den Israelitischem

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