Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1912
- Issue
- Heft 6 (9.2.1912)
- Date
- 1912-02-09
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seile 8 Die Wahrheit Nr.;ß. Erhöhung der Anzahl der Vertrauensmänner. Seffetär Dr. IS-mil Adler referiert über die infolge Einverleibung des Bezirkes Floridsdorf nötige Aenderung des Kullnsftener-Regnlativs betreffend Erhöhung der Anzahl der Vertrauensmänner (bisher 240, von denen die Hälfte gewählt und die Hälfte vom Kultnsvorstande ernannt wurde) und Aenderung der Aufteilung auf die einzelnen Kultussteuer- Bezirke. Die §§ 2, 3, 4 des Regulativs sollen nach Antrag des Bertreterkolleginms folgendermaßen lauten: § 2. Die Bemessung der Knltnsstener findet unter Mitwirkung von Vertrauensmännern statt. Die Anzahl der Vertrauensmänner beträgt 284, von denen 142 von den wahlberechtigten Mitgliedern der Knltnsgemeinde für zwei Jahre gewählt und 142 von dem Knltnsvorstatlde berufen werden. Die Ftlnktionsdauer der Berufenen erlischt gleichzeitig mit der der gewählten Vertranetlsmänuer. § 3. Die Wahl der 142 Vertrauensmänner erfolgt gleichzeitig mit der der Vorstandsmitglieder. Die Gesamtheit der Wahlberechtigten (§ 5 der Wahlordnung) wählt 100, die Gruppe der Höherbesteuerlen (§ 5 des Statutes) 42 Vertrauensmänner. Von den 100 Vertrauensmännern entsenden: Die Wahlberechtigten des I. Bezirkes 18 Vertrauensmänner (si-3), EL und XX. Bez. 18, (fi- 3). EU. und XTH. Bez. 9, IV, V. und X. Bez. 7, VI. und VII. Bez. 10 (+ 2). VIEL und XIV. Bez. 12 (+ 2). XU. bis XV. Bez. 7, XVI. und XVII. Bez. 7, XVHI. und XIX. Bez. 7 (si-1), XXI. Bez. 5 Vertrauensmänner (4- 5). Die Gruppe der Höherbesteuerten wählt ohne Rücksicht auf die Bezirke. Zu Vertranettsmännern können nur Wahlberechtigte (§1 der Wahlordnung) gewählt werden. § 4. Die Berufung der 142 Vertrauensmänner erfolgt nach der Konstituierung des jeweiligen Kultnsvorstandes und zwar in der.Weife, daß 100 aus den einzelnen Wahlbezirken in der oben angegebenen Anzahl (§ 3) und 42 ans der Gruppe der Höherbestenerten ohne Rücksicht auf deren Domizil berufen werden. Dr. Heinrich Schreiber beantragt, sich heute nur auf die Erdöhnng der Zahl der Vertrauensmänner für Floridsdorf zu beschränken und die die anderen Bezirke betreffenden Bestimmungen zu verschieben. Nach einer Gegenbemerkung des Vorsitzenden wird der Antrag Schreiber abgelehnt und der Referentenantrag mit 22 von 23 Stimmen angenommen. Als nächster Gegenstand der Tagesordnung folgt die geplante Reform des Religionsunterrichtes an den oberen Klassen der Mittelschulen, worüber Abteilungsleiter Guido F u ch s g e l b referiert. Sowohl über das Referat, als auch über die an dasselbe anknüpfende Debatte werden wir in nächster Nummer ausführlich berichten. Spenden. Bon Herrn Baron Alexander Popper, anläßlich des Leichenbegängnisses der sel. Frau Adele Löwenstein für die Armenanstalr X 1000, von Herrn S. Heit anläßlich des Ablebens seiner Gattin Frau Regine Heit, für die Chewra-Kadifcha X 200, für den Handlnngs-Krankenverein X 100, für die Armenaustalt X 100, für den Franenverein I X 100, zusammen X 500, von Anselm und Amalie Wechsler-Stiftnng zur Verteilung au israelitische Arme am 18. Jänner 1912 X 127.42, von Frau Emma Lackenbacher zur Verkeilung an 10 Arme X 100, von Frau Rachel M a r m o r o s ch für wohltätige Zwecke anläßlich des Sterbetages des sel. Herrn Jakob Marmorofch K 40. Generalversammlung des Teinpel- Dereines für den XIX. Kezirir in Wien. Am 28. Jänner fand die diesjährige Generalversammlung des Döblinger Tempel-Vereines statt, welche durch das Erscheinen des Kultuspräsidenten, Herrn Dr. Alfred Ster n, ihr besonderes Gepräge erhielt. Nach Verlesung des Rechenschaftsberichtes durch den nbtretenben Obmann, Herrn Karl F l a n d r a k. ergriff Herr Dr. Stern das Wort, um vor allem dem anwesenden Ehrenmitgliede des Vereines, Herrn kaif. Rat Alexander v. Engel, das, Geständnis abzulegen, er habe angesichts, der Entwicklung des Döblinger Tempel-Vereines eiugefehen, daß fein Widerstand gegen den Ban des Tempels nicht gerechtfertigt war. Herr Dr- Stern führte hierauf in längerer Rede' ans, die Kultttsverwal-- tung könne trotz der mehrfach verbreiteten journalistischen Angriffe die bisherigen Bahnen, insbesondere in der Frage der Besteuerung nicht verlassen. Die Beschwerden, betreffend die Mängel des Religionsunterrichtes, seien gewiß gerechtfertigt, doch müßten dieselben an die Adresse der staatlichen und Gemeinde-Behörden gerichtet werden, da diese alle Versuche zur Besserung der Zustände erschweren oder gänzlich verhindern. In Beantwortung', einer Interpellation des Mitgliedes Herrn Ingenieur Löwenbein, welcher sich gegen die Erhöhung des Mitgliedsbeitrages ansspricht, wies der Schriftführer, Herr Dr. Jakob K o h n, darauf hin, daß der Hietzinger Tempel-Verein eben jetzt dem gleichen Leidensweg durchwache und und eine Unterstützung seines Tempelbanes, trotz des soeben abgelegten Schuldbekenntnisses, von der Knltnsgemeinde abgelehnt wird. Da nmi mit Rücksicht ans die seinerzeitige Haltung der Knltnsgemeinde die Anzahl der Tempelsitze sehr gering ansfiel, müssen alle Hilfsquellen in Anspruch genommen werden. Herr Rabbiner Dr. Feuchtwang spricht dem Vorstande für die Organisation eines mnstergiltigen Gottesdienstesseinen besonderen Dank ans, würdigt die Verdienste des Herrn Dr. Frankfurter, insbesondere in der Führung der Bibelschule. Dann erstattete Herr Lion den Kassabericht, welcher mit Rücksicht auf den außerordentlichen Zuschuß der Knltnsgemeinde per 1000 X diesmal kein Defizit anfweist. Ortsschulrat, Herr Inspektor K a n i tz, führt aus, die Religionsschule habe das Möglichste geleistet; er erklärt sich gleich dem delegierten Knltusvorfteher, Herrn Ho ff mann, bereit, alle Wünsche des Tempel-Vereines entgegenznnehmen und nach Kräften zu unterstützen. Zum Schluß wurde der Vorstand, bestehend aus 24 Mitgliedern gewählt; derselbe konstituierte sich wie folgt: Dr. Max O b e r s o h n. Obmann; Rudolf L i o n, Obmann-Stellvertreter; Moriz Müll e r, Tempelvorsteher; Dr- Jakob Ko hu, Schriftführer, und Emanuel Ko h n, Kassa-- vermalter. Mitglieder: Adolf Adler, Jakob Balint, Max Beck, Wilhelm Brünne r, Paul v. Fische r, Karl F l a n d r a k, Bsla Fränkl, Johann Kot ä-nyi, Wilhelm Kronstein, Julius Lederer, Josef M an t n e r, David M n l l e r, Gustav Oestreicher, Ludwig Pekarek, Simon Philipp, Moritz Pollak, Eduard Rechnitzer, Ludwig Spira und Louis Zern er. Uerschiedene Nachrichten. Wien. (Vortrag aus j üdische r G e s ch i ch t e, L i t e r atur und Kultur). Donnerstag, den 8. Februar 1912, Präzise ^8 Uhr abends, findet im Festsäale des Ingenieur- und Architekreu-Bereines I.. Eschenbachgasse 9, ein Bortrag des Herrn Rabbiner Dr. Max Grunwald statt. Thema: „Jüdische Hoffaktoren Karls VI." Mir Vorführung von Lichtbildern. Eintritt frei, ohne Karten. Wien. Bei der Feier des 91. Geburtstages Sr. Ehrw. des Herrn Rabbiners Dr. S ch m i e d l ließ der Bethansvorstand im Leopoldstädter Tempel durch Herrn Oberkantor Morgenstern einen feierlichen „Mischeberach" machen und Herr Rabbiner Dr. K a m i n k a überbrachte in sehr warmen Worten die Glückwünsche der sehr zahlreich versammelten Gemeinde. . - Mögen noch viele freudenvolle Geburtstage unserem allbeliebten Seelenhirten von der göttlichen Vorsehung beschieden fein. Wien. Bet-Hamidrasch „Talmud-Thora", II., Malzgasse 16. — Populär-wissenschaftliche Freitag-Abend-Vorträge — auch Frauen zugänglich — finden statt: Am 9. Februar: Herr Professor Moritz Autsch er l: „Die Bedeutung der Apokryphen."' Am 16. Febrnstr1912: Herr Rabb. H. S ch e n k: „Die Psalmen." Beginn jedesmal uni 71/» Uhr abends. Wien (Jüdische T o y n b e e - H a l l e, XX., Othmar-, gaffe 46.) Beginn der Vorträge an Wochentagen °*/,8 Uhr, Samstag, sowie an Sonn- und Feiertagen 7 Uhr abends. Eintritt frei für jeden Erwachsenen. W o ch e u - P r o g r a m m : Samstag, den 10. Februar. „Die Hygiene der Juden." Rabbiner Dr. Max G r u n w a l d. Nach der Pause: Konzert. Sonntag, 11. Februar. „Der Weltangstschrei." (Von den Phantasien eines Realisten und ihrem Dichter.) Schriftsteller Adolx Gelber. Montag, 12. Februar. „Bürgerkunde." (Zyklus H.) Schriftsteller Dr. Heinrich H erb a t s ch e k. Dienstag, 13. Februar. „Das >öster-