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Die Wahrheit · 1910-03-11 · Heft 11 (11.3.1910) · page 6

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1910
Issue
Heft 11 (11.3.1910)
Date
1910-03-11
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 6. Die Wahrheit' Nr 11. gHährhet ist, c mit afberuen Lügen zu schaden, so galt es, dem Mnsug zn^htenem^ i- " 1 vrA r!' ii<-; :Jch ßdeu anderer r'Jrgerldwer mußte den Schächer Strafen. Oein ehrenvolles Geschäft 5 aber v 0 rm e h.meZ U e b e rsahen jst^-uicht imMLr am -P latz u:u d ma chte den LuWpen - da s Hanl d w:erk zu leich t.- Achtele doch selbst Odysseus es nicht für Raub,: den häßlichen' Schwätzer vor versammeltem Danaervolk, wie erks verdient, zn /traktieren. München./ - - Thomas M a n n^ Ans der Wiener Knltnsgemeinde Oeffeutliche Plenarsitzung des Kultnsvorftandes voui 6. März 1910 unter dem Borsitze des Präsidenten Dr. Alfred Stern. Beginn 10 Uhr vormirtags. Im Präsidialüerichte teilt der Präsident mit, daß der Vize-Prästdent, Herr Dr. Gustav Kohn, seit einiger Zeit erkrankt ist, sich jedoch nach den heute eingelaufenen Berichten erfreulicheriveise ans dem Wege der Besserung befindet, so daß zu hoffen ist, daß er baldigst ivieder in gleicher Weise wie bisher seine außerordentliche Kraft der Gemeinde widmen werde. Das Vertreterkollegium hat bereits in seiner letzten Sitzung den herzlichsten Wünschen für die Genesung des Vize- Präsidenten Ansdruck zn geben beschlossen und ich bin überzeugt, daß auch das Plenum einmütig sich diesen Wünschen anschließt. (Z u ft i m m n n g.) Einlauf. Im Einlaufe befinden sich an Spenden: Alexander N n g e r s. A. durch Herrn Direktor Dr. Arnim C z i n u e r zur Verteilung an Arme X 1200. Leopold Klein für den Ban des Knabenwaisenhauses X 1061. Benno Löw Beer zur Verteilung an Arme X 500, Salo Cohn für drei arme Familien k X 300, zusammen X 300, Direktor Julius Straschn 0 w zur Errichtung einer Walter Silberstern-Widmung X 300, David K 0 h n als ewigen Jahresbeitrag des Herrn Leo Sandor 1. A. für die Talmud Thora-Volksschule X 200, Auron Winter für Arme X 100. Heinrich Ulrich Edler von T r e n k h e 1 m, k. u. k. Geueralinajor, für Arme X 65, Rudolf D u r st für das Knabenwaisenhans X 25, Frau Panline Mayer für wohltätige Zwecke X 10, Anonymus für arme Witwen des Jeiteles Pfründnerinnenbanses X 10, Dr. S. Erben, Universitätsdozenr, für den Studenten- Uilterslütznngs-Verein X 10. Anonymus für das Jeiteles Pfründnerinnenvaus X 10, Herrn Heinrich Röchnitzer für verlassene Kinder X 4, Franz O u d r l c e k für russische Inden X 2, Frau Rosa Z i f f e r e r für den Wöchiieriunen-Verband X 500. Kurr Edler von Redlich-Veczeg für die Bibliothek der Kultusgeiiieinde Wnrzbach. biographisches Lexikon, (60 Halbfranzbände), Bernhard Roth iv e i n für die Bersorgnngsanstalt zwei silberne Leuchter. Weilers: Dankschreiben der Frau Rosa Ziffer er für die Gratulation des Kr.ltusvorstandes anläßlich der ihr geivordenen Allerhöchsten Auszeichnung 1111b des Ehepaares M. Gntmann für die Glückwünsche oes Kultnsvorftandes anläßlich feiner goldenen Hochzeit. Entscheidung des k. k. Ministeriums für Kultus und Unterricht, womit der Berufung des Vereines „Schomre- H adath" gegen die Verfügung der k. k. u. ö. Statthalterei betreffend das Verbot der Betversaiumlungen dieses Vereines keine Folge gegeben wird. Entscheidung des k. k. Ministeriums für Kultus und Unterricht, daß eine Beschwerde desselben Vereines gegen einen Erlaß der k. k. n. ö. Statthalterei betreffend die Ablehnung der Einberufung des Schiedsgerichtes seitens des Vorstandes der isr. Kultusgemeinde ebenfalls keine Folge gegeben lvird. Hiezu bemerkt der Präsident, daß gegen den Verein „Schomre-Hadath" in dieser Weise zum Schutze des israel. Tempelvereiucs Brigittenau, welchem der Verein „Schomre- Hadath" eine vollständig unberechtigte, schädliche Konkurrenz gemacht hat, vorgegangen werden müßte. Borträge aus jüdischer Geschichte. Der Präsident berichtet, daß der Zyklus der diesjährigen, vom Kultusvorstande veranstalteten Vorträge ans jüdischer Kultur und Geschichte am 2. Dezember 1909 mit einem Vortrage des Herrn Rabbiners Dr. Max Gruu.vald „Zum hundertfünfzigsteu Geburtstag Friedrich Schillers" begonnen und vom gleichen Vortragenden mit einem glänzenden Vortrage über „MosesrMoutefiore" am V. März l. ^J. geschlossen wuche. Die in dieser Saison abgehaltenen Vorträge waren folgende: Dr. Max Grunwald: „Zum huildertfünfzigsten Geburtstag Friedrich .Schillers", „Moses Maimonides und dev Streit zwischen Glauben und Wissen", „Ferdinand Lassatle", „Die Rachel", „Altjüdische Franeulektüre", „Moses Momesiore". Rabb. Dr. Gold s chm idt ans Proßnitz: „Ans den Hieroglyphen Aegyptens". Dr. Adolf K o H u t, Berlin: „Immanuel Kant in feinen Beziehungen zu Juden und Judentum". Dr. Armin Abel es: „Das volkstümliche Vortragswesen im Judcntum". Dr. I. Zigler, Karlsbad: „Unser Lehrer Moses". Dr. Hermann Vogelstein. Königsberg: „Die Juden in Rom im Zeitalter Dantes". Dr. I. M. Bach: „Kaiser Friedrich H. von Hohenstaufen und die jüdischen Gelehrten". Dr. M. Rosen manu: „I. N. Mannheimer". Es müsse ausgesprochen werden, daß diese Vorträge durchwegs inhaltlich ausgezeichnet waren, sachlich sowie der Form nach nichts zu wünschen übrig ließen und sich des vollsten Beifalles und lebhaftesten Interesses der immer zahlreich erschienenen Zuhörerschaft erfreuten. Allen Vortragenden gebühre der wärmste Dank des Kultnsvorftandes. (Lebhafte Z n st i 111 m n 11 g.) Erinnerung zum Voranschlag für das Jahr 1910. Seitens des Herrn Hof- und Gerichtsadvokaten Dr. Jakob Ko hu ist an den Vorstand eine Anregulig eingelangt, auf Ergänzung des jedes zweite Jahr erscheinenden statistischen Berichtes des Matrikelamtes nach verschiedenen Richtungen und hat das Vertreterkollegium beschlossen, diesen Anregungen nach Tunlichkeit Folge zu geben. Eine zweite Anregung des Genannten, einen Teil oder die Gesamtheit der Wohltätigkeitsagenden der Gemeinde an private Vereinigungen zn übertragen, mußte vom Vertreterkolleginm als derzeit undurchführbar abgelehnt werden. Bei Begründung dieser Ablehnung wurde konstatiert, daß in Wien 39 Bethausvereine. >5 Bildnngs- und Unterrichtsvereine und 150 Wohltätigkeitsvereine existieren. Diese letztere Zahl erfahre jedoch noch eine Erhöhung dadurch, daß sich unter den ersterwähnten Kategorien von Vereinen auch solche befinden, die sich mehr oder minder mit Wohltätigkeitsagenden befassen, so z. B. Waisenverein, Blindeninstitut, Tanbstummcninstitnt zc. Exhumierung zweier Leichen aus dem Döblinger Friedhof. Der Präsident berichtet, daß die Gattin eines vor vielen Jahren verstorbenen und ans dem Döblinger Friedhofe beerdigten Schriftstellers an die Knltnsgemeinde unter Berufung auf ihre derzeitige völlige Mittellosigkeit um Bezahlung der von der Kommune verlangten Renovationsgebühr herangetreten sei. Der Frau wurde bedeutet, daß diesem Ansuchen nicht entsprochen werden könne, da die Knltnsgemeinde nicht in der Lage sei, an die Kommune Renovationsgebühren zu bezahlen, zumal solche Gebühren auch in folgenden Dezennien immer neu bezahlt werden müssen. Die Begräbnisstätte für Israeliten am Friedhofe ans der Tnrkenschanze sei kein konfessioneller Friedhof, nicht von der israel. Knltnsgemeinde errichtet und stehe nicht unter ihrer Verwaltung. Es habe sonach der Vorstand der israel. Knltnsgemeinde gar kein Recht, daselbst irgendwelche Dispositionen zn treffen. Die Gattin des Schriftstellers hat sohin über Veranlassung des Präsidenten um Exhumierung der Leichen ihres Gatten, und Sohnes aus dem Döblinger Friedhofe und um deren Wiederbestattnng auf der israel. Abteilung des Zentralfrieohofes angesucht, welchem Ansuchen vom Vertreterkollegium Folge gegeben wurde. Nachdem der von der Kommune zur Zahlung der Reuovationsgebühr festgesetzte Termin dem Ende entgegengieng, bei Nichtbezahlung die Leichen exhumiert und in das Beinhans (Massengrab) transportiert werden, mußte der Beschluß des Vertreterkollegiums sofort in Vollzug gesetzt werden und wird heute die nachträgliche Genehmigung des Plenums eingeholt. (Einhellige Annahme.) -

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