Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1903
- Issue
- Heft 32 (21.8.1903)
- Date
- 1903-08-21
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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Seite H. . . - r. T)ic diese Produktion seine», früheren Brünner Lehrer große "Ehre. Wir konstatireu bei diesen, jung n, strebsamen Opernsänger große Begabung und Fleiß.. Sein Eifer und sein Ernst zeitigten, auf gesanglichem Gebiet sehr schöne Früchte. Herr Leser erweist sich aber, auch als Komponist tüchtig, wobei ihm der genossene Unterricht im einfachen und doppelten Kontrapunkt gute Dienste leistet. Für seine Darbietungen würde er bei uns -mit Blumen ausgezeichnet. ' - Sgfau' 70.. Geburtstagsfeier. Am. kämmenden Sonntag, den 23. August' — .1, Tag Roscb-chodesch Blpt feiert Herr; Kantor, C ä r l B r nun e r in Zglau, der zweitgrößten Stadt Mährens, seinen 70. Geburtstäg- Alles rüstet sich zur festlichen Begehung dieses Jubeltages eines .Ehrenmannes, der feit 4L Jahren Mentlich - wirkt. Die hochacht-" baren Eltern Merson und Sara .Brunner in Pohrlitz, wo auch unser Jubilar.geboren wurde, schockten ihren stinnnbegäbten Sohn Carl -; hebr. deüukisl'genannt — nach Wien, wo dieser unter' Sulzer, Fränkel, Fischer durch 3 Jahrebeim Stadttempelchore mitwirkte. Zürückgekehrt wirkte .er als /Bassist? nn Dohrlitzer Tempeln und später als '21 Kantor, dem auch die Hebsübitaü übertragen wurde, zur besonderen Zusriedenheitseiner Heimatsgemeinde. - Am 2. Jänner 1871 trat er sein neues Amt in. Jglau an,' wu er seitdem in voller Kraft bis heute seines Amtes waltet. Und sich — seit 24 Jahren auch als Moliel — besonderer Beliebtheit erfreut.. Eine frounne, biedere Gattin, treue - zartfühlende Kinder umgeben den Jubilar, dep, von nah und fern, die herzlichsten Wünsche zu seinen, - Jubeltage zugehen werden. Möge es dem wackeren Siebziger gegpnnt sein noch viele, viele solche freudige Geburtstage in, Kreise seiner Familie, seiner-Gemeinde, und feiner Verehrer zu feiern. A. Budapest. Die Pester isr. Gemeinde ist seit ihrer Gründung bestrebt, die Einheit auf dem Gebiete des Kultuslebens zu wahren, sie scheut aber auch andererseits keine Opfer, um den vielen Anforderungen des jüdisch-religiösen Lebens nach jeder Richtung hin zu entsprechen, ohne sich erst mit der Folge zu beschäftigen, ob in der betreffenden Gegend sich die Einnahme mit den Auslagen decken, denn die Erhaltung des religiösen Judenthums ist der Leitstern unserer isr. Gemeindeverwaltung. Unlängst hat die Gemeinde die Notwendigkeit eingesehen, in, V. ittib VI. Bezirk ein Belhaus einzurichten und sie bestellte für dasselbe einen Vorbeter und Rabbiner. Nun wird daselbst seit vier Monaten täglich zweimal der Gottesdienst abgehalten und allmonatlich hält der Rabbiner Dr. Willheim religiöse Vorträge. Dieser ist mit ganzer Hingebung bestrebt, das in ihm gesetzte Vertrauen vollkommen zu rechtfertigen und hat er auch eine Talmud-Thora-Schule errichtet, in welcher er erweiterten hebr. Unterricht vorläufig an 40 Schüler ereilt. Möge sein Streben im Jnterteresse des Judentums Nachahmung und Anerkennung finden.^Voi-itas. Kzenitz Am Labbatb ^NYichamu wurde in unserer Gemeinde eine eine erhebende Feier veranstaltet. Herr S. Schick, Vater der Herren Jakob u. Ludwig Schick aus Wien, spendete anläßlich seines 70. Geburtstages ein kostbares Parocbes. Die Söhne des Jubilars, die mit ihren Frauen und Kindern zu dieser Familienfeier hieher gekommen waren, bedachten beim Aufrufen zum Sefer Ne Gemeinde mit bedeutenden Spenden. Herr Vezirksrabbiner Dr. Marmorstein besprach in seiner Rede den Anlaß des Festes mit gewohnter Eloquenz und erzielte bei allen Anwesenden einen mächtigen Eindruck. Am Nachmittag erschien eine Deputation, bestehen aus den Herren Rabbiner, den, Präses Dr. Moritz Schönmam, und den Tempelvorstehern Bernat Grünfeld und Jakob Kohn beim Jubilar, um ihm die Glückwünsche der Gemeinde und den Dank für das schöne Geschenk zu übermitteln. ' Karlstadt. Herr Kantor Reiner aus Wien wurde hier per Acclaination zürn Oberkantör gewählt. Berlin. Wie dem „Berl. Tagebl" aus Petersburg berichtet wird, hat der Heilige Synod zur Verhütung neuer antisemitischer Ausschreit'.urgen bestimmt, daß, falls eine Animosität der Bevölkerung gegen die Juden sich irgendwo bemerkbar machen sollte, die Ortsgeistlichkeit alsbald durch Predigten das Voll darauf Hinweisen solle, daß ein solches Gebaren eines orthodoxen Christen unwürdig sei, daß auch die Juden Unterthanen desselben Zaren seien wie die Orthodoxen und daß Ausschreitungen gegen die Juden die öffenliche Ordnung stören und Handel und Wandel lähmen. . ' Areska«. Zum Rektor Magnificus' der Universität ist für das neue Studienjahr der von der philosophischen Fakultät präsentierte Mathematiker Geh. Regierungsrat Pros. Dr. Jakob Rosanes gewählt worden, der schon als Dekan und Senator fungiert hat Geb. 16. Aug. 1842 in Brody, besuchte er die Realschule und wurde Kaufmann, ging dann zur Universität .über, promovierte in Breslau 1865, habilitierte sich daselbst 1870, wurde 1873 Prof, extr., 1876 Prof, ord., 1877 Geh. Reg.-Rat. Seine Mutter war eine Tochter von R. Akiba Eger in Posen, einer seiner Söhne hat die Taufe empfangen. Juden sind mehrfach zu Rektoren von Universitäten gewählt worden, in Kiel der Jurist Schloßmann, der s. Z. in Breslau die Beseitigung der Beschränkung von Promotionen in der juristischen Fakultät auf Christen mit seiner eigenen Promotion beim Minister durchgesetzt hatte (jetzt in Bonn), in Greifswald der Jurist Behrend (jetzt in Leipzig Reichsgerichtsrat), in Bern der Philosoph Moritz Lazarus (jünst in Meran gestorben), in Brüssel der Historiker Martin Philippson (jetzt in Berlin, Präs. d. D. I. G. B.) Warschau. Herr N. Sokolow, Redacteur der Hazefirab, kündigt die Herausgabe einer allgemeinen Enchklopädie der Wissenschaften mit besonderer Berücksichtigung der Wiffenschast des Judentums in hebräischer Sprache an. Das großangelegte Unternehmen ist durchs einen dafür zur Verfügung stehenden Fonds gesichert. Nachdem Herr Sokolow sich eines großen Stabes jüdischer und nichtjüdischer. Gelehrter. bergewisse,, hat,' soll in allernächster Zeit mit der Publication begonnen werden. - London Der Bericht des britischen Generalkonsuls zu Odessa über die. Kischenesv-Affaire wird offen als mit Hilfe der .jetzigen russischen " Beamten zustande gekonrm.en erklärt.. Trotzdem ist der Konsul in de.r - Lage, die Ausschreitungen, schlechtweg der Untätigkeit^ des abgegangenen . Gouverneurs znzuschreiben, Der ' Bericht stellt fest, daß die Soldaten,, passive, ja symp athisierende Zuschauer waren und daß der Gouverneur zu Hause blieb' und telephonische Ordres, gab, die nicht berücksichtigt wurden, , Erst, am, Ajontag Ähends wagte er die Trupen zur Tätigkeit . zu veranlassen.. Die Mordtaten härten damit.-automatisch auf und, die Soldaten hatte daher keine-Veranlassung, tätlich, mit der Waffe vorzugehen. Wenn bie Behörden rechtzeitig energisch eingegriffen hätten, so - würden die Ausschreitungen im frühesten Stadium aüsgehört haben- Es wird vielfach .angenommen, -daß-. die Banden,.-dje gleichzeitig , an weit entfernten Orten arbeiteten, wohl organisiert waren. Es heißt,, sie seien in .. nummerierte Kompagnien eingeteilt gewesen. Authentische Beweise hierüber sind'jedoch nicht mehr rerfügbär. Blätter, wie „Times" und „Morniiig- Post", beurteilen -den sehr-objektiven und diskreten Bericht als vernichtende Anklage gegen die russische Bureaukratie und glauben nicht an den Ernst der Negierung, angemessene Strafen zil verhängen. tzhicago. (Eine phonographische Probepredigt.) Die ungarisch-, israelitische Gemeinde in Chicago wandte sich an den Preßburger Oberrabbiner.-mit der Bitte, ihr einen streng religiösen Rabbiner zu empfehlen, der in der Chicagoer Gemeinde ungarische Predigten halten soll: Da infolge der großen Entfernung auf ein persönliches Erscheinen des Kandidaten zur Abhaltung einer Probepredigt nicht reflektirt werden könne, erbat sich die Gemeinde phonogräphische Probereden. Dem Wunsch wurde Genüge geleistet, indem der Preßburger Oberrabbiner Herrn M. Fischer,, einen Sohn des Raaber Rabbiners I. Fischer^ empfahl Der erhaltenen Weisung gemäß sprach der in Vorschlag gebrachte Rabbiner eine ungarische und eine deutsche Predigt in den Phonographen, worauf der Apparat nach seinem Bestimmungsort gesandt wurde.' In Chicago gefielen die beiden vom Phonographen getreulich reproduzierten Kauzelreden. so gut, daß Herr M. Fischer sofort zum Prediger erwählt wurde. Zur Nachahmung.empfohlen. Aür die, Süden in Kilschincv hat Oberkantor Schlesinger ,in Olmütz gelegentlich eines Ausfluges 8 Kronen 60 Heller gesammelt. Arückfehker-D crtchtignng. In dem in voriger Nummer veröffentlichten Artikel „Die Misere des jüd. Neligionsunterrichses" soll es S. 4, 2. Spalte, 41. Zeile von oben heißen: fl., cohortativum, und S. 5, 1 Spalte, 22. Zelle von oben statt „gemischt ' richtig: „heimisch". loh erlaube mir auf mein Werk rTT)PP (Schirat Jahuda) aufmerksam zu machen. Dasselbe, yon den berufenen Autoritäten vorzüglichst begutachtet, enthält 30 vierstimmige Gesänge nebst Cantor ree. (einige auch, in Weise) für Sabbatli, Feiertage und tonstige Freuden- und Trauer- Festgelegenheiten. Preis 5 Kronen. Zusendung franko. Hieop- Eosenzweig Obercantor Abony (Pester-Com. Ungarn). Schneidermeister Wien, I., Tiefer Graben M\ 14, lllfl Erstes Wiener Specialgeschält für Synagogen-Ornate und Adjnstirungen liefert den P. T. Herren Rabbinern und Cantoren nach Uebereinkommen zu evmässigstcn Preisen und guten Conditionen. Muster und Illustrationen auf Verlangen gratis und franco. 5 Clavier- 2 9 9 9 J. Saphir, JCarmoniuiti-Ctabtl^sctncnt g II., Praterstrasse 34, 9 d S-p. ezialität: Grösstes Lager von Klavieren mit. £ ' englischer Repetitionsmechanik. HMHHtHtMMOmi