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Die Wahrheit · 1899-02-06 · Heft 9 (6.2.1899) · page 11

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1899
Issue
Heft 9 (6.2.1899)
Date
1899-02-06
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr. 9. Die Wahrheit Seite 11. und Kindbettzeug inständigst ersucht, um die größte Noth nach Möglichkeit lindern zu können. — Präsidentin des Vereines ist Frau Honora Krall, Vicepräsidentin Frau Jsab. Zucker, Frau Anna Brandt, Schriftführerin, Frau Dr. Theumann, Controlorin, Frau Jenny Theumann, Cassierin. Wien. Der uns vorliegende 17. Jahresbericht des Israel. Syuagogen-Vereines „Beth Israel" nach polnisch-jüdischem Ritus constatirt mit Genugthuuug, dass das Ansehen und der Einfluss des Vereines nach außen hin eine erhebliche Steigerung erfahren hat. Es ist dies vornehmlich eine Folge der intensiven ofsiciellen Betheiligung der Vereinsleituug an den Vorarbeiten für die letzten Wahlen der Wiener israel. Cultusgemeinde, wofür ihr die schriftliche Anerkennung des Präses der Cultusgemeinde zu Theil wurde. Auch die sinanziellen Verhältniße weisen eine erfreuliche Gestaltung auf, was der Opferwilligkeit der Mitglieder und anderen außerhalb des Vereines stehenden Wohlthätern zu danken ist. Der Obmann des Vereines ist Herr S. Meisels, Arthur Edler v. Mises, Obmannstellvertreter, Ignaz Zolles, Schriftführer. A. M. Popper, Cassier. Wien. Der Wohlthätigkeits-Verein „Stefaniebund", welcher im vorigen Jahre 72 arme Kinder mit completen Anzügen beschenkte, vereinigte in Guth's Restaurant am Schuschan-Purim- Abend die Elite seiner Mitglieder und Freunde. Obmann Markus begrüßte die zahlreich Erschienenen, darunter Herrn Reichsrathsabgeordueten Hofrath Kareis, der in formvollendeter Weise erwiderte. Auf Gesangs- und Declamationsvorträge, von welchen die höchst gelungene humoristische „Römgenstrahlendurchleuchtung" des Stefaniebuudes von Seite des Ausschussmitgliedes Cafetier Ignaz Weiß besonders erwähnenswerth ist, folgte eine recht animirte Tanz-Unterhaltung. Wien. Die jüdische Vereinigung „Jordania" veranstaltete am 27. v. M. in Hatschek's Restaurant einen Discussions-Abend. Herr Dr. Marmorek behandelte das Thema: „Politik im Judenthum", wobei Redner selbstredend aus den Zionismus zu sprechen kam. Nach ihm ergriff Herr Hofrath Kareis das Wort, der unter anderem gegen die Fahnenflüchtigen (Taufe) oder jene, die sich von einem clericalen Regime den Adel erbitten, den lautesten Tadel erhob. Im Uebrigen erklärte er sich nur für ausgiebige Colonisation zur Rettung der „Uebcrzähligen". Socialdemokrat Bauer tolerirt den Zionismus nur, wenn er anticapitalistisch, also im Sinne des biblischen Judenthums, vorgeht. In ähnlichem Sinne sprach auch Herr Lederer. Die stürmischen Scenen von neulich haben sich diesmal erfreulicher Weise nicht wiederholt. Wien. Im Verein „Ohel Jakob", früher eine Filiale zum Polnischen Bethanse. nun zugleich Beth-Hamidrasch, in welchem Herr Marcus Weißman Chajes, in Gelehrtenkreisen unter den Namen n'lD bekannt, Schiur vorträgt, fand am Schuschan-Purim eine sehr seltene Feier statt, nämlich ein DTD auf O"V und zwar zunächst über die eine Hälfte 01S2 Din? 11)12. während die andere Hälfte am Erew-Pessach als JT3W! D'TD2 abgeschlossen wird. Herr Weißmann, dessen Werk ^V2 1D121 HöDn Dnnm D'bDIl '121 ,ir^2l wie auch viele literarische Arbeiten in verschiedenen hebräischen Zeitschriften seinen Schriftstellerruf begründeten, feierte erst vor einigen Wochen das Fest der goldenenHochzeitin vollster körperlicher und geistiger Frische, und so hatte er eine doppelte Ursache, bei der diesmaligen Feier dem himmlischen Vater für die große Gnade zu danken, diesen schönen Tag erlebt zu haben. Es waren Verwandte und Freunde des Herrn Weißmann erschienen, so Herr Landau, Poslofsicial Feiner, und viele, min '22, die gleich dem Jubilar durch ‘'"Ql min diese 71122 ,1712V mit geistiger Kost würzten; außerdem trug Violin-Virtuose Herr Rottmann durch kunstvollen Vortrag nationaler und rumänischer Phantasien von Winiawsky zur Erhöhung der Festfreude bei. Schreiber dieses zog eine Parallele zwischen den beiden Mordechai, an die das Doppelfest erinnert, und brachte ein Hoch aus auf den Jubilar, wie auch auf den Verein „Ohel Jakob", der es sich zur würdigen Aufgabe macht, die Grundvesten unserer heiligen Religion, Thora, Gottesdienst und Wohlthätigkeit zu pflegen, da nämlich auch Arme an Sabbath- und Festtagen mit Speisekarten verorgt werden. — n. Prag. Der Tempel-Gesangverein in Weinberge, der bereits vor zwei Jahren mit Händl's Oratorium „Israel in Egypten" einen großen Erfolg hatte, wird am 19. März d. I. 3 Uhr Nachmittags im neuen israelitischen Tempel in Weinberge Mendelsohn's Oratorium „Elias", welches feit Jahren in Prag nicht gehört wurde, unter Mitwirkung hervorragender Kunstkräfte zur Aufführung bringen. Budapest. (Spenden bei der israelitischen Religionsgemeinde). In der letzten Ausschusssitzuug der Pester israel. Religionsgemelnde meldete Präsident Herr Sigmund Kohuer wlgende Spenden und Legate an, und zwar spendeten: a) zu Gunsten der Armenunterstützung: Herr Heinrich Schosberger!)e Tornya und Frau Witwe Ignaz Feldheim 500 fl., die Familie des weil. Herrn Armin Brüll 500 fl.. Legat des weil. Herrn Josef Sauer 300 fl., Frau Bernhard Rußt de Rust 200 fl., Herr Jakob Schwarz und Frau, die Herren Samuel Popper und Samuel Propper, Herr Jakob Kohn und Herr Dr. Armin Reumann und Frau je 100 fl., die Familie des weil. Herrn Philpp Wodianer de Va'arhely. Herr Jakob Goldfinger und Herr Heinrich Ruh je 50 fl.. Herr Franz Salvendy, 30 fl., die Familie der weil. Frau Rojalie Ruttkai, Familie Hirschler-Bernstein, Frau Witwe Bsla Straffer, die Familie derweil. Witwe Max Kempner je 25 fl., Frau Witwe Markus Hoffer und Herr Jakob Almäsi je 20 fl., Herr Dan6 Schubert 15 fl., die Herren Simon Weil, Karl Adler und Julius Angel (Wien) je 10 fl.; b) zu Gunsten des Knaben-Waisenhauses: Herr Jakob Schwarz und Frau 100'fl., im Wege des „Neuen Pester Journal" 50 fl.; o) zu Gunsten des Spitals: Legat des weil. Herrn Armin Brüll 500 fl., Herr Sigmund Politzer 400 fl., Frau Lina Klein und N. N. 100 fl., Herr Heinrich Ruh 50 fl.: ä) zu Gunsten des Adele Brody-Kinderspitals: Legat des weil. Herrn Josef Sauer 200 fl., im Wege des „Neuen Pester Journal" 125 fl., im Wege des ..Pester Lloyd" 115 fl. und Herr- Karl Machlup 50 fl.; s) zu Gunsten des Pensionsfonds: Legat des weil. Herrn Armin Brüll 500 fl., Herr Heinrich Ruh 25 fl. und Herr Ignaz Hay jun. 10 fl.; 1) zu Gunsten des Taubstummen-Jnstituts: im Wege des „Pester Lloyd" 95 fl.; §) zu Gunsten des Rigorosanten-Unterstützungsfonds: Herr Dr. Sigmund Szenes 129 fl.; h) für Rekonvaleszenten: R. A. 30 fl.; i) Stipendium-Stiftung des weil. Herrn Armin Brüll 4000 fl.; j) zur Bekleidung armer Schulkinder: Herr Karl Machlltp 50fl.; k) zu Gunsten des Frauenvereins: im Wege des „Neuen Pester Journal" 50 fl.: 1) zu Gunsten des Mädchen-Waisenhauses: im Wege des „Neuen Pester Journal" 50 fl.; m) zu verschiedenen Zwecken: im Wege des „Neues Pester Journal" 35 fl., Herr Ignaz Spitzer 15 fl., Herr Emanuel Fischmann (Wien) und B. R. je 10 fl. verschiedene Nachrichten. Personalnachrichtsn. Sonntag, den 12. März, 3 Uhr Nachmittags, findet im israel. Tempel, Wien I., Seitenstettengasse die Trauung des Fräulein Margarethe Bloch, Tochter des Herausgebers der „österr. Wochenschrift", mit Herrn Dr. Max Grunwald, Rabbiner in Hamburg, statt. Wien. Der langiährige Obmann der Klaus-Synagoge (Am Werd), Rabbi Hirsch Leeb Löbel, ist vorigen Freitag-Abend im Alter^ von 71 Jahren nach nur 10tägiger Krankheit gestorben. Er hinterlässt 2 Söhne, von denen der Eine Regimentsarzt in Jassy ist, und 2 Töchter, von denen eine als bedeutende Sängerin in London lebt. Der Verblichene genoss bei Allen, die ihn kannten, wegen seiner ungeheuchelten Frömmigkeit, Characterfestigkeitund großen Gelehrsamkeit auftalmudischem Gebiete ein hohes Ansehen. Samstag Nacht hielt im Trauerhause, wo die Freunde und Verehrer des Verewigten in großer Zahl fich versammelten, Rabbinatsaffeffor I. Baumgarten einen ergreifenden Lespeü, und am Sonntag fand bei zahlreicher Betheiligung die Beerdigung statt. Auf Intervention des Herrn Dörfler widmete die Chewra Kadischa dem Verewigten ein Ehrengrab an

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