Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 10 (1936-1937)
- Issue
- Heft 592 (30.10.1936)
- Date
- 1936-10-30
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/3053752-3054338-3054348--6243-3062071- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
•»rt« 4 0m ITIMMI Nr. 592 — Wien, Freitag, 30. Oktober 1986 Kfar Hamakabi wird gebaut Von Adolf Jellinek, Leiter des Welt- Makkabl-Hazair. Von heute an wird die Makkabi- Bewesmng nicht mehr in der Luft schweben, sondern durch Ai beit fest verwurzelt mit der Erde sein. (Ussischkin anläßlich der Grundsteinlegung auf Kfar Harnakabl.) Die Welt widerballt von Kampfgetöse und aus Er&z Israel erreichen uns erschütternde Berichte über den heroischen Kampf, den der Jiscbuw um die Lebansrecäte des jüdieoben Volkes führt. Inmitten dieser wildgewordenen Welt wurde ein Ereignis überhört, das unter normalen Verhältnissen nicht nur innerhalb der Makkabibowegung sondern auch in weitesten Kreteen der zionistischen Öffentlichkeit entsprechend gefeiert worden wäre, nämlich, daß die erste Kwuzah des Makkabi Hazair am 28. Juli 1936 den Boden von Kfar Hamakabi zu ackern begonnen hat. Seit den ersten Anfängen der zionistischen Bewegung ' kämpft die Makkablbewegung in den vordersten Reihen um die Oberkantor Josef Borin, Breslau Platte Nr. 1157 .) Reaeh.Bernstein b) Weseorow.N. Salotkowski mit Orärelbeg-leilqngr Platte Nr. 1150 a) KJddwcb.Borin b) ZadUr-katomor . . . Louis Lewandowsfci mit Or^elbegleltung' soeben non erschienen Im MUSIKHAUS EXCEiSlOR Grammophonnnd Badioientale am Schwedenplatz, Wien I., Franz-Josefs-Kai 13, Adlergasse 7, B 21-1-1(5 / Eina, Verkauf, Taosah m gUnsti?steu Zahlungebedingnngen / Größtes Spezialhaos v. jüdischen n. hebriisohen Nenaufnahmen / Alle mod. Sohlagerplatten aus Tonfilm, Oper U. Operette lagernd / Wenig überspielte Platten and Apparate zu kleinen Preisen Verwirklichung zionistischer Postulate. Unzählige Makkabim sind den ohaluzisohen Weg geangen. Allein, sie gingen diesen Weg als Einzelne, wodurch die Vorstellung entstand, daß die Makkabibewegung als Ganzes keinen organischen Kontakt mit dem Lande besitzt. Dieser Mangel lastete schwer auf der Makkabibewegung. Er wurde beseitigt durch die konsequente Arbeit der Chaluzim das Makkabi Hazair, die unter den größten Schwierigkeiten Position um Position in Erez Israel schafften, um schließlich die moralischen und materiellen Voraussetzungen zu besitzen, die erste Siedlung der Makkabibewegung zu bauen. Es sind fast auf den Tag genau zehn Jahre, daß der erste Gdnd des Makkabi Hazair entstanden ist. Innerhalb dieser Zeitspanne hat sich durch systematische Erziehungsarbeit eine ganze Generation der Makkabibewegung zum chaluzlschen Ideal bekannt. Die Bewegung verbreitete sieb au! der ganzen Welt und sie ist die einzige bedeutende zionistische Jugendbewegung, die ihre vollkommene Unabhängigkeit von jeder Bindung an eine politische Partei erhalten konnte. Ein würdiger Abschluß dieser ersten zehn Jahre des Makkabi Hazair ist der Bau von Kfar Hamakabi. Klar Hamakabi war für die Makkabibewegung immer ein wertvoller Erziehungsgedanke, geeignet, den einzelnen Makkabi mit Erez Israel in einen unmittelbaren Kontakt zu bringen und ihm Sinn und Verständnis für die Nöte und Schwierigkeiten des Landes zu vermitteln. Kfar Hamakabi war die langjährige Losung, um eine ganze Makkabigeneration mit dom Boden Erez Israels zu verbinden und in ihr den Gedanken an ein neues und freies Menschengeschlecht, das auf heimatlicher Scholle lebt und arbeitet, zu wecken und wachzuerhalten. So entstand die ideale Vorstellung von einem neuem Bauemgeschlecht — dem Geschlecht der neuen Makkabäer. Auf dem Weg durch den Emek Sebulon wird dem Palästinawanderer (He neue Siedlung Kfar Hamakabi besonders auffallen. Denn Makkabi war jedem Juden bisher nur vom Turnen und Sport, von seinen glänzenden Festem und Demonstrationen bekannt. Mögen diese Besucher Kfar Hamakabi als eine Siedlung vorfinden, die sich würdig an die sohönsten Siedlungen Ere« Israels reiht und in der die Ideale des Makkabi ihre Verwirklichung gefunden haben. JUDEN WIENS! Denkt an Erez Israel! Wählet am 8. November de Zionistische Liste! Die Studenten der hebräischen Universität Der folgende Aufsatz ist ein Vorabdruck aus der demnächst erscheinenden Nummer des „Mitteilungsblattes der Hebräischen Universität Jerusalem“, da« viermal jährlich erscheint und zur Information der Freunde der Hebräischen Universität bestimmt ist. Das Mitteilungsblatt enthält regelmäßig Berichte über die Entwicklung der Universität, die Arbeiten des akademischen Stabes nsw., und gibt ein instruktives anschauliches Bild der Bedeutung und des Wachstums der zentralen jüdischen Bildungsstätte auf dem Skoptis über Jerusalem. In den ersten Jahron de« Bestehens der Hebräischen Universität wurde hauptsächlich Forschungsarbeit geleistet. Einen auf Erlangung akademischer Grado abzielenden Lehrbetrieb gab es nicht. Die Zahl der Studenten im Jahr 1925 (offizielle Eröffnung der Hebräischen Universität), betrug 164 und stieg bis 1928 (Eröffnung der Philosophischen Fakultät) auf 250. Die in jenen ersten Jahren an der Hebräischen Universität Studierenden betrieben *— wie es jüdischer Tradition entspricht — das Lernen um de« Lernens willen; die Universität verlieh keinerlei Diplome oder Titel In den folgenden Jahren wurde die Forschungsarbeit vertieft und ausgedehnt, gleichzeitig aber wurden Fakultäten geschaffen, der geregelte Lehrbetrieb mit Prüfungen und Graduierungen wurde iu einer Reihe von Fächern aufgenommen. Rasch wuchs die Bedeutung der Jerusalemer Universität, die insbesondere in ihrem großzügig aufgebauten Judaistischen Institut den Studenten ganz einzigartige Studienmöglichkeiten bietet. Rasch wuchs auch die Zahl der Studenten, die 1934/35 bereits 417 betrug, um im folgenden Studienjahr auf 674 zu steigen. Das wachsende Ansehen der Hebräischen Universität zieht von Jahr z<u Jahr mehr Studenten aus allen Teilen der Welt nach Jerusalem. Aber die Statistik der Herkunftsländer beweist auch, wie sehr bereits jetzt die Hebräische Universität die einzige Studienmöglichkeit für jene jüdischen Studenten au« der Galuth geworden ist, denen da« Studium dort durch den teils offiziellen, teils inoffiziellen Numerus clausus unmöglich gemacht ist. Die anschließenden Angaben bestätigen das. Die Studenten des Jahres 1935/36 vorteilten sieh auf folgende Herkunftsländer: Polen 385, Palästina 135, Deutschland 46, Litauen 23, Rumänien 21, Lettland 20, Ungarn 9, Amerika 7, Rußland 6, Österreich 5, Tschechoslowakei 4, die restlichen 9 auf England, Schweiz, Persien und einige andere Länder, Es ist interessant festzustellen, daß mehr als 40% der Studenten der Hebräischen Universität hebräische höhere Schulen absolviert haben, weitere 14% sogenannte gemischte Schulen, in welchen nur die jüdischen Fächer in hebräischer Sprache unterrichtet werden, während rund 45% der Studenten Absolventen fremdsprachiger Schulen sind. Die letzteren müssen zwecks Erlangung eines Einreieezertifikats nach Palästina im Ausland eine hebräische Sprachprüfung erfolgreich ablogen. In einer großen Reihe von Fächern können die Studenten der Hebräischen Universität bereits die akademischen G r a d e M. A. (Magister Artium) und M. So. (Magister Scientiarum) erwerben sowie auch zum Doktor promoviert werden. Von den bisher insgesamt 64 Absolventen der gelsteswhwenuchaftliohen Fakultät batte die Hälfte Hebräische Literatur als Hauptfach gewählt, Philosophie und Talmud stehen zahlenmäßig an den nächsten Stellen; die Zahl der Graduierten der Mathematisch- Näturwlß?enschaftlicben Fakultät betrug Im ersten Jahre ihres Bestehens 11, und zwar 10 Biologen und 1 Mathematiker. Vor wenigen Monaten bat die Universität einem Forschungsstudenten den erston Doktorgrad verliehen, und zwar für eine Arbeit auf dem Gebieto der PaJästinakundo, Die Lehrtätigkeit der Studenten ist viel fach durch deren prekäro materielle Lage sehr erschwert. 43% der Studenten des vergangenen Studienjahres verfügtou über ausreichende Mittel, um ohne Einkommen aus eigener Arbeit leben zu können, mehr als 50% waren Werkstudenten, die i als Arbeiter 23 (32%), Lehrer 32 (63%), Hausgehilfinnen 9 (85%) usw. ihren Lebensunterhalt verdienten. Der durchschnittliche Lebensstandard der Studenten ist niedrig aus Recherchen, die von der Administration mÖ'BEL-U/lNTER für Gelegenheitskäufe Wien, VIII., Jtedtbafinvladukt 23 bei Lerthenfelderstreße Telephon.' A 21-5-31 der Universität sowie von der Studentenorganisation veranstaltet wurden, ergibt sich, daß 34 (63%) der Studenten nicht mehr als LP. 4.— monatlich zur Verfügung hatten, 43 (37%) LP. 4.— bis 7.—. Ein TeU der Studenten 7 (76%) hatte auch für die Familie zu sorgen. '54 (37%) der Studenten gaben täglich 5 bis 10 Piaster für Ernährung aus, 4 (86%) sogar weniger als 5 Piaster, und nur 20 (72%) mehr als 10 Piaster. Die Universitätsleitung und auch die Organisation der Studenten sind bestrebt, für die ökonomischen sowie für die kulturellen und gesellschaftlichen Bedürfnisse der Studenten zu sorgen. Die Universität hat ihren Studenten im neugeschaffenen Klubhaus schöne Räume zur Verfügung gestellt. Die allgemeine Studenten-Organmtion leistet wichtige Kulturarbeit, gibt regelmäßig eine eigene Druckschrift der Studenten, den „Niv Hastudent“ heraus, doch wird die kulturelle Tätigkeit durch die schlechte materielle Lage der Studenten erschwert, MR Zustimmung der Aligemeinen Arbeitergewerksohaft hat die Studentenorganisation eine eigene Arbeitsvermittlung «stelle geschaffen. Der Mensa Academica, die von der Studentenschaft selbst verwaltet wird, stellt die Universität 3% der Kollegiengeldeir zur Verfügung; die Universität hat kürzlich eine Krankenkasse für die Studenten geschaffen, sie gibt ferner bedürftigen Studenten regelmäßige Mietenbeiträge und, aus einer besonderen Darlehenskasse, kurz- und langfristige Darlehen. Eine Reibe von Preisen und Stipendien tragen sowohl dazu bei, die Leistungen der Studenten anzuspornen als auch ihre materielle Lage zu erleichtern. Freilich sind alle diese sozialen Hilfsinstitutionen und Zuschüsse unzulänglich, sie können aber zufolge des beschränkten Budgets der Hebräischen Universität vorläufig leider nicht erhöht werden. Die Studenten sind in der bereits mehrfach erwähnten „Allgemeinen Studenten- Organisation“ zimmmengefaßfc, die von der Leitung der Hebräischen Universität als einzige rechtmäßige Vertretung der Studentenschaft bestätigt Ist. Sie wurde kürzlich von der Internationalen Studentenorganisation afc ordentliches Mitglied ernannt. Während des 18. Kongreeoes der Internationalen ßtudentenorganieation, wo ein palästinensischer Delegierter eine Be¬ Vollständig renoviert und vergrößert Cafe Buchsbaum Die Sehenswürdigkeit in der Lespoldsta 4t grüßungsansprache in hebräischer Sprache hielt, wehte vom Univorsitätsgobäude in Sofia die blau-weiße Flagge. Wir stehen an der Schwelle eines neuen Studienjahres; zahlreiche neue Studenten fordern Aufnahme in die Hebrälscho Universität. Noch kann sie nicht allen gewährt werden, denn neue Studenten — das bedeutet zusätzliche Arbeitsplätze, zusätzliche Laboratorien, zusätzliches Budget. Kein Staat-, keino öffentliche Institution trägt, zu diesem bei. Die Juclenhelt allein muß die Toro der Hebräischen Universität für ihre Jugend weit öffnen. Staatlich gepiQfteKlavIerlehreiin LAURA ROSEGG erteilt gewissenhaften Klavierunterricht in und außer dem Hause ll„ Vorgartenstr, 203, Tel, R 43-9-97 (8-10» vorm.) So wählen Sset 1. Sie haben ausschließlich die „Zionistische List e“, ListenSührer Br* Desider Friedmann, zu wählen und zu achten, daß Sie den rnJiti» gen Stimmzettel ins Kuvert legen* 8* Der Wahltag Ist Sonntag, der 8. November; Wahlzelt von 8 Uhr früh bis 5 Uhr nachmittags, ohne Unterbrechung. 3* Sie nehmen zur Wahl die Ihnen von der Kultusgemeinde zugeschickte Wahliegitimation mit, außerdem haben Sie aber auch ein Identitätspapier, womöglich mit Lichtbild, mitzubringen (Reisepaß, Straßenbahnzeitkarte, Heimatschein, Gewerbeschein, Erkennungskarte}. 4. Sie legen ln das Wahlkuvert X Stimmzettel! einen mit der Liste der Mitglieder des Kuitusvorstandes und eines» mit der Liste der Mitglieder der Bezirkskommission des Bezirkes, In dem Sie wohnen. Achten Sie genau, besonders auf den Stimmzettel für die Bezirkskommission. Kontrollieren Sie, ob es die Liste Ihres Bezirkes Ist! Auf der Liste eines anderen Bezirkes ginge Ihre Stimme verloren. Für die Wahl des Kultusvorstandes ist der Stimmzettel für alle Bezirke einheitlich. 5. Wählen Sie so früh wie möglich. Damit ersparen Sie der Wahlorganisation der Zionistischen Liste viel Arbeit und Mühe. 6. Lassen Sie sieh nleht beeinflussen, es gibt nur eine offizielle Zionistische Liste. Ihr Listenführer ist Staatsrat Dr. Deslder Fr ied mann, Präsident der Kultusgemeinde. Unser Obmannstellvertreter Herr Siegfried Stiaßny hat durch das Hinscheiden seiner Mutter Johanna einen schweren Verlust erlitten. Wir sprechen ihm und seiner Familie aus diesem Anlaß unser tiefstes Beileid aus. Zfonletlselie Sektion ZwtsobenurQeken Palästinafilm-Aufführung „DAS IST DAS LAND“ ZIONISTISCH! BEZIRKSSEKTION INNERE STADT Dienstag, den 9. Novambar 1938, um halb Q Uhr abends, findet Im Festsaale des „Notal Poet**« Wien, 1,, Flelsohmarkt 84, ein UJSTIOER KABARETT-ABEND (Ensemble des J, K. J.) „Titel Nebensache" von Bg^by Welser A Victor Baroisl statt Reglebeltrag 30 Groschen Einleitende Worte: Präsident Staatsrat Pr. Desldor Prledmenn Sonntag, den 1. November 1938, um halb 18 Uhr vormittags, findet Im IMPERIAL-KINO, Wien, 1., Rotgasse eine Paiästlnafllm-Aufführung statt, Rtgiebsitrag.80 Groschen