Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 10 (1936-1937)
- Issue
- Heft 592 (30.10.1936)
- Date
- 1936-10-30
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Wf. 596 — Wien, Freitag, 80. Oktober 1986 Dil 8TIMMI Sötte 3 [■RONACHERb| Im völlig neuen I November-Programm mit: ■ Greta Keller! „Die Königin der Schallplatte“ ■ 3 bonos! „Die Könige aller Clowns“ H |Tlef reduzierte Preise HP T&» ünsete. J&onMtiteH! Sie erhalten gegen Vorweisung des Abonnement-Scheines au! unser Blatt an der Kassa des Jüdischen Kulturtheaters (I., Franz-Josefs-Kal 3) für die Vorstellung am 9. November Karten zu je S 1.—, ohne Rücksicht au! die Sitzkategorie. Je früher Sie sich daher melden, um so bessere Plätze erhalten Sie. Zur Aufführung gelangt der neue Premierenerfolg »Der Sänger seiner Trauer“ von Ossip Dymow, in der bekannten Premierenbesetzung. sozialistischem Muster organisiert sind. Diel Sie hat Pfadflndergruppen und Sportklubs, Partei des Mufti fürchtet, daß die Einrich-jaus denen eine neue, junge Führerorganisatung eines Gesetzgebenden Rates den Obertion hervorgeben dürfte, sten mosleminischen Rat seiner Macht be- Alle fünf arabischen Parteien sind im rauben könnte. Die Partei Dr. Khalidis^Obersten arabischen Komitee nennt sich Reformpartei, ist aber in Wirklichkeit ein Ableger der Muftipartei. Dielstaklal- oder Unabhängig* keitspartei wünscht eine Art heiliges vertreten. Alle führen Schlagworfce, wie Demokratie und demokratische Regierung, tun aber nichts, um das Volk auf ein höheres Niveau zu heben. Die arabischen Politiker mohammedanisches Reich zu errichten, das betreiben in der Regel Politik nur, um Ge* alle arabischen Länder, auch Irak und die schäfte zu machen und Beamtenstellen für Staaten der arabischen Hälbinsel, umfassen ihre Verwandten zu ergattern. Nur deswegen soll. Ihr Gründer und Führer ist Auni Bey intervenieren sie bei der Regierung um Ver- Abdul Hadi, der wiederholt als Vermittler gebung öffentlicher Arbeiten (Schulen, zwischen den streitenden Familiengruppen auftrat. Seine Anhänger sind zumeist jüngere Menschen in den Städten. In den letzten Monaten' entstand eine neue Gruppe, der Nationale Block, unter der Führung von Abdul Latif Bey Salah aus Nablus. Sie hat einen feudalen Charakter, wie die Nashashibi und Husseini. Straßen usw/ Trotz allem darf aber nicht verkannt werden, daß die J u g e n d im arabischen Lager, insbesondere seit Beginn der Unruhen, stark politisiert ist. Die Vorgänge im arabischen Lager bedürfen daher der größten Aufmerksamkeit der zionistischen Exekutive. Körperliche und geistige Frische sind die kostbarsten Oüter des Lebens ln der Jugend wie insbesondere im Alter Bewahren und mehren Sie diese Schatze durch ständige, sorgsame Pflege Ihres Körpers. Das beste Mittel für alle Zwecke der Körperpflege — Einreibungen, Packungen (Umschläge), Mundwasser usw. — ist DIANA" Franzbranntwein mit Menthol ln jedem besseren Geschäft erhältlich. Verlangen Sie ausdrücklich „Diana" und nahmen Sie "■ „Diana". Minderwertige Nachahmungen sind , energisch zurUckruwelsen | Die arabischen Parteien Die Araber Palästinas bereiten sich darauf vor, der Königlichen Kommission ihre Beschwerden vorzulegen, sobald sie in Palästina eintrifft. Einstweilen sind heftige Diskussionen zwischen dem Mufti und Nashashibi im Gang. Dieser Umstand beleuchtet wieder die Tatsache, daß die arabischen Parteien nicht mit den europäischen Parteien verglichen werden können. Es handelt sich vielmehr um einflußreiche Familien, um die sich die von dem betreffenden Familienoberhaupt abhängigen Personen gruppieren. Auch die arabische Parteipresse darf nicht überscljätzt werden. Ihre Leser bestehen nur aus der dünnen Intelligenzschicht der Effendi, Beamten, Lehrer, Rechtsanwälte usw. Die fünf führenden Familien heißen Warum schweigt die Union über die anerkannten Leistungen der Kultusgemeinde unter der gegenwärtigen Majorität? Weit siet föif eliarli&e ArWf» PflickierlöUuntf ketn Kai» weil BeecKimplusig und £K* Um imcl Auf zuid Nach dem Krieg Von M. Y. Ben-Gavriel Mit beinahe der gleichen Plötzlichkeit, mit der die Unruhen im April ausbrachen, braer Gäßchen. Dazu kommt noch, daß wohl itreik und Bandenkrieg beendet ist, daß aber die „Sohabab“-Leute, die Polizei und Militär beschäftigungslos gemacht hat, nun ihre Existenzberechtigung auf andere Weise begründen möchten: sie stellen Boykottchen sie auch wieder ab. Gestern noch das : p o s t e n am Eingang der jüdischen Viertel Knattern der Gewehre im ganzen Land und i auf, um die Araber zu verhindern, dort zu wenige Stunden später die fast unheimliche, kaufen. Es war auch 1929 so, und wie 1929 Stille des nach sechs Kampfmonaten beinahe! sich die arabische Boykotitwelle bald an der unvorstellbaren Friedens. Und nach den j Wand der ökonomischen Notwendigkeiten ersten Augenblicken der ungewohnten Ruhe j brach, so wird es wohl auch in diesem Jahr eine seit langem nicht mehr gesehene Besein. Aber, und dies muß bedacht werden. triebsamkeit in den arabischen Quartieren der Städte: mit geradezu kindlicher Freude werden die Läden gereinigt, Waren aus den Verstecken der Streiktage herbeigesohleppt, und, da die Sonne aufging, war es wie in einer vom Tod auferstandenen Stadt. Die Jaffastraße von Jerusalem, die ökonomischen Notwendigkeiten dürfen nicht das Ausschlaggebende sein, denn auf beiden Seiten sind die tieferen Ursachen des Bruderkrieges trotz aller Auslegungsversuche auf Grund des historischen Materialismus durchaus keine wirtschaftlichen, sondern ideelle. Nicht der ökonomische Nasihashibi, Husseini, Khalidi, Hadi und I arabischen Arbeiter, der zu seinem jüdischen Salaph. Nashashibi war bekanntlich j Arbeitsplatz zurückkehrt, fragt, wo er denn Zeit Bürgermeister von Jerusalem, die Monate der Unruhen gewesen sei, man und in allen Zeiten der beste Spiegel der; Zwang kann das jüdisch-arabische Problem Stimmung im Land ist, zeigte ein den Leuj in Palästina lösen, sondern einzig und allein ten, die während der Streiktage ins Land ge-' jene Freiwilligkeit auf beiden Seiten, die die kommen waren, höchst erstaunliches Bild, j nationale Konzentration auch auf der ande- In hellen Scharen zogen Araber durch die j ren Seite als naturnotwendige Voraussetzung jüdischen Teile der Jaffastraße, grüßten alte j anerkeunt. Es darf aber keineswegs verges- Bekannte, arabische Händler tauchten wie sen werden, daß es gewisse Kreise gibt, die aus dem Böden gewachsen auf, und alles tat, J diese Erkenntnis programmatisch ablehnen, als wäre nichts gewesen. Denn das Gewesene ’lr's—:-r>“~u1— ~''1— ist dem Durchschnittsaraber so Selbstverständlichkeit, wie anderseits die Gegenwart ihm Selbstverständlichkeit ist. Immer wieder kommt es vor, daß, wenn man einen METRO-GOLDWyN-MAyER CALA-SAISON Charles Laughton, Clark Gable, Franchot Tone 4> OPERN I. ELITE L Zeitschrift „Palästina" Herausgeber Adolf Böhm, Wie». Die Oktobernummer ist besonders reichhaltig und interessant. Dr. Ludwig Grünbaum untersucht in seinem Aufsatz „Die Frage der Lebenserhaltung als Problem der Konsumentenerziehung“ die Möglichkeiten der Tozerath Haarez durch Dirigierung des Verbrauchs zur führenden Kraft im Wirtschaftsleben zu. gestalten. — Dr. E. W i t k o w s k i gibt in „Marktpolitische Probleme der palestinensischen Industrie Aufschluß über Tagesfragen des Kredites und Absatzes der jungen Industrie. Dr. W. P r e u ß beleuchtet in „Der Untersuchungskommissär als Prophet — eine Warnung‘r kritisch die Gutachten früherer Sachverständiger und ihre Widerlegung durch die faktische Entwicklung. — Dr. K. Grün* wald gibt in seiner Übersicht „Das Ineinandergreifen der Kreditinstitute in Palästina“ die von jedem Interessenten dringendst gewünschte Aufklärung über die Beziehungen der Kredit- und Bankinstitute untereinander. In der Rundschau werden in den Aufsätzen Politik von a. b. und Jewish Agency von Spectator die gegenwärtigen. politischen Ereignisse von kompetentester Seite erörtert. Daran schließt der allmonatliche Wirtschaftsbericht von Dr. Jacques Adler. Mit reichhaltigen Nachrichten und Daten und interessanten Besprechungen schließt das Heft. Die Husseinis kontrollieren den Obersten mosleminischen Rat. Das Familienoberhaupt der Husseini ist der Mufti von Jerusalem. Lange Zeit kontrollierten die Husseinis auch den mohammedanischen und auch den christlichen arabischen Kongreß Palästinas. Die Nashashibi und die Husseini haben ihre Anhänger unter den Grundbesitzern. Dr. Khalidi ist derzeit Bürgermeister von Jerusalem. Er ist aber nicht so mächtig, wie es Nashashibi war. Auni Bey Abdul Hadi ist der Führer der jüngeren politisierenden Elemente. Sowohl der Mufti, Spezialverkehr nach Palästina Ullmann, Rink & Co. Wien, I., Judenplatz 5 Telephon-Nr. U 22-2-54 Billigste Übernahme f. Übersiedlungen u. Gütertransporte der Präsident des Obersten mosleminischen Rates, als auch Dr. Khalidi, der Bürgermeister von Jerusalem, werden aus öffentlichen Mitteln bezahlt. Das hat sie bekanntlich nicht gehindert, aktiven Anteil am Streik zu nehmen und so gegen die Regierung Stellung zu nehmen. Die Partei Nashashiibis, die Parte! der arabischen Verteidigung, hat zum Ziele die Unabhängigkeit Palästinas und Transjordaniens unter der Herrschaft des Emir Abdullah von Transjordanien. Sie trat für die Einführung des Gesetzgebenden Rates ein. Die Partei des Mufti, die sich Palästinensische V o 1 k s p a r t e i nennt, verlangt ein aus Palästina, Transjordanien und Syrien bestehendes arabisches Reich. Sie besitzt eine Jugendliga und söge- Bannte Sturmtrupp en, die nach national* die an der Verewigung des Problems schon deswegen, weil es ihnen Kampfmöglichkeiten und Ablenkungsmöglichkeiten von anderen Problemen gibt, interessiert sind. Diese Kreise sukzessive aus dem öffentlichen Leben zu eliminieren, müßte Aufgabe der nächsten Zukunft sein, und wäre auch möglich — wenn das fair play die Grundlage der Politik wäre. In den Bergen wird hie und da noch geschossen. Es nähert sich also das Leben Padie Antwort bekommt: „Nun, in den Bergen.“ Das heißt, bei den kämpfenden Banden. Und dann setzt er dazu: „Ma l§soh, illa fät mät: Macht nichts aus. Was gewesen ist, lästinas seinem normalen' Zustand, denn die ist tot.“ Er will damit sagen: Alles zu sei- Sicherheit im Land war ja niemals eine ner Zeit, das Kämpfen zu seiner Zeit undrestlose. Aber trotz Streikabbruchs und trotz die Arbeit und die Freundschaft zu ihrer j Zerstreuung der Banden und trotz begeister- Zeit. Daß es auch anders sein könnte, ist ter Wiederkehr der in der Überfülle ihrer dem Fellachen, der letzten Endes ein Kind j Produkte verhungernden Fellachen in die mit allen Fehlern und Vorzügen eines Kin-; jüdischen Städte, steht dem Land dennoch des ist, unvorstellbar. Er vergißt über leine andere kritische Zeit bevor. Die Arbei- Nacht und nimmt es für selbstverständlich, ten der Königlichen. Kommission werden daß auch der andere ebenso schnell vergißt, auf Monate hinaus die an der Fortsetzung Insbesondere dann, wenn es um Gelderwerb' des Kampfes interessierten Kreise mit Agigeht, denn Geld ist eine ebenso ernste Sache wie Kampf, dem man sich mit gleicher Ausschließlichkeit hingibt wie dem Kämpfen. Alles aber natürlich zu seiner Zeit! Auf Seite der Juden ist es freilich anders. Man nimmt die Anwesenheit der Araber in den jüdischen Quartieren zur Kenntnis, aber man macht keine Gegenbesuche, das heißt man geht in Jerusalem zum Beispiel einstweilen nur dann in die Alte StadV wenn es unbedingt sein muß. Man weiß nämlich, daß der Araber ein Kind ist, und Kinder sind unberechenbar, und überdies ist die Alte Stadt ein wenig unübersichtlich und voll winkelitationsstoff versorgen. Und wenn auch die Proklamation des „Falestin“, daß die Araber die Aufhebung des Mandats als erste Forderung stellen werden, ebenso wenig ernst zu nehmen ist wie die Drohung mit einem neuen Streik, wenn die arabischen Wünsche nicht restlos erfüllt werden, muß doch die Situation stets mit großem Ernst betrachtet werden. Das Land ist zwar im allgemeinen befriedet und ein neuer Aufstand ist aus naheliegenden Gründen in nächster Zeit wohl nicht zu erwarten, aber die Lage ist trotzdem keine solche, daß sorgloser Optimismus am Platze wäre. Tanzschule Erdsteln L, WERDERTORGASSE 7, TEL. U 20-7-2i Ein neuer moderner Tanzkurs (Anfänger) beginnt Samstag, 31. Oktober, 1/a8 Uhr, ab diesen Samstag jeden Mittwoch und Samstag, */a8 Uhr. Kurslionorar für 3 Monate S!()•— Perfektjon jeden Sonntag %5 u. %8 Uhr Julius Bruckei gestorben Die Zionistische Bezirkssektion Leopöldstaclt hat einen schweren Verlust erlitten. Julius B r ü c k e 1, ihr langjähriges Vorstandsmitglied, ist Donnerstag, den 22. Oktober, nach langer und schwerer Krankheit im Alter von 54 Jahren gestorben. Der Verstorbene war seit Begründung des politischen Zionismus, seit dem Auftreten Theodor Herzls, Förderer und Anhänger unserer Organisation. Er betätigte sich auch auf humanitärem Gebiete. Beim Begräbnis, welches am Freitag stattfand, sprach der Präsident der Zionistischen Bezirkssektion Leopoldstadt Dr. Abraham Schm er ler bewegte Worte des Abschiedes. Der Witwe und den Kindern des Verstorbenen wendet sich die Teilnahme aller Gesinnungsgenossen zu. “ RATH & CO. WIEN, II., TABORSTR. 20 a, TEL. R 45-305 MODERNE LEIHBIBLIOTHEK Alle Neuerscheinungen Monatsgehalt nur S 3*10, keine Bandge* bohr, täglicher Umtausch oder Monatsgebühr S 1*60 und 10 Groschen Bandgebühr MODERNES SORTIMENT U. ANTIQUARIAT JUDAICA UNDHEBRAICA (Ne schönsten B a r M11 w a h-Geschenke Warum beschuldigen die Zionisten die Union des Denunziantentums? Well die Union, nachdem Ihre Mitglieder die Kullusslube verlassen haben, ln einer an die Behörden gerichteten Beschwerde die Beschlußfähigkeit des Kullusvorslandes anzwelfellen? - Nein! Well die Union ln Ihrer Beschwerde die Zionisten ln ihre» Valerlandstreue verdächtigte».