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Die Stimme · 1930-02-20 · Heft 114 (20.2.1930) · page 14

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Journal
Die Stimme
Volume
3 (1930)
Issue
Heft 114 (20.2.1930)
Date
1930-02-20
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 14 DIE STIMME Nr. 114 Sitzung der K.-K.-L.-Mitarbeiter Donnerstag, den 20. d. M., JA 8 Uhr abends, ,m Misrachilieim, II., Praterstraße 11, dringende Sitzung der Keren Kajemeth-iUitarbeiter. Tagesordnung: 1. Die K.-K.-L.-Aktion. 2. Schäftung einer K.-K.-L.-Gemeinde. 0®®®®a®®s®g®®a®ss®® Ueber Anregung der Frau Direktor Krna Guttnmnn wurde Donnerstag, den 13. d$. im Caiii Mariahilf ein Rummy- Abend veranstalte!, der sehr gut besucht war. Der Reinertrag ''cm S 19.— wurde von der Zionistischen Frauetigruppe Mamhilf-Neubau dem Keren Kaiemcth gestiftet. — Anläßlich einer am ly. Februar stattgefundonen Hochzeit wurde von Frau Direktor Erna Guttmann eine Sammiung eingelcket und sieben Bäume für den Chajes-Wakl gespendet. Anläßlich der Hochzeit des Frl. Wnchsmann wurde” von. der Zionisiischon Frauengrupne Mariahilf-Neubau zwei Bäume für den Ghajes-Wa’.d gespendet. — Die Zionistische Frauengnippe Mariahilf-Neubau veranstaltete Donnerstag, den 13. ds. in den Räumen der Hehr. Feinde ein Chaniiischassar-Fcst für die Soluiier derselben, welches Fest einen äußerst gelungenen Verlauf nahm. Nach Durchführung des Programms wurden die Kinder mit Früchten von Erez Israel beteiit. — Die Zionistische Fraucngrappc Mariahilf-Neubau teilt mit, daß ihre Stizungen jeden Montag, 8 Uhr abends, im Cafe Mariahüf, VI., Mariahilferstraße 89, stattfinden. Ein Vortrag über die Geschichte der Lemberger Juden. Im Rahmen des «Vereines der Lemberger» hielt kürzlich Dr. N. M. Gelber einen interessanten Vortrag über die Geschichte der Juden in dieser Metropole des Ostjudentums. Lemberg bildete immer einen wichtigen Verkehrspunkt zwischen Ost und West und übte wie auf andere Rassen und Religionsgemeinschaften auch auf Juden eine große Anziehungskraft. Die aus Westeuropa vertriebene -. jeden kamen in größeren Massen im 14. Jahrhundert nach Polen. Doktor Gelber schilderte die Geschichte der noch heute bestellenden ältesten Synagoge Lembergs, der sogenannten «Schul der güldenen Rose», die aus den Mitteln des damals reichsten und gebildetsten Lemberger Juden, des Bankiers Nnchmanowicz, erbaut worden ist. M t verhaltener Scheu schreitet noch heute der Besucher durch den mystisch anmutenden Raum, wo jeder Stein von furchtbaren Kämpfen um jüdische Werte zu erzählen weiß. Die Legende berichtet, daß fiir diese Synagoge ein katholisches Gericht als Lösungspreis das Haupt der schönsten und vornehmsten jüdischen Frau, «der güldenen Rose», gefordert hat und daß diese Frau ohne Zaudern aufs Schaffot schritt, um auf diese Weise die «Schul» zu retten. Dr. Gelber schilderte die Entwicklung der Judengemeinde bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts und skizzierte einzelne Typen bedeutender Lemberger Juden von der ältesten Zeit bis zur Aulklärungsepoche. Die Versammelten dankten ihm mit einem langanhaltenden Applaus für seine interessanten und lehrreichen Ausführungen. Ottilie Gröbel. Chamischah-Assar-Feier. Samstag, den 15. d. M., abends, veranstalteten die Volksbibliothek «Zion» und der Jugendverein «Erez Israel» eine Chamischah-Assar-Feier, zu der 200 Personen erschienen waren. Dr. Sem. Wolf würdigte in einer kurzen, aber geistreichen Rede die Bedeutung des Chamischah Assar. Sodann sangen Herr Karwaly und Frl. Ypen hebräische Lieder von Prof. Wolf. Frau Dr. Esti Freud las aus Perez’ «Bouze Schv/eis» vor. Sodann folgten musikalische Darbietungen der Herren Oppermann und Steßler. Herr Tom ergötzte das Publikum mit heiteren Vorträgen, Frl. Lebensohn rezitierte hebräische und deutsche Gedichte. Die Konference besorgte Chawer Geiband. In der Pause wurden Päckchen mit Früchten aus Erez Israel verteilt. Jüdisches Zentrum der Sozialen Hllisgemeinschaft, EL» Untere Augartenstraße 35. Montag und Mittwoch Hebräisch von 7 bis 8 Uhr für Fortgeschrittene I, von 8 bis 9 Uhr für Anfänger, von 9 bis 10 Uhr abends für Fortgeschrittene II. Leitung Herr Haber-Hcüner. — Montag und Mittwoch Englisch von 7 bis 8 Uhr abends für Fortgeschrittene, von 8 bis 9 für Anfänger. Leitung Frl. Haber. — Montag und Donnerstag von V28 bis 9 Uhr abends schwedisches Turnen für Frauen und Mädchen (ohne Geräte). Leitung Ing. Patlaschenko. Anmeldungen für diese Kurse werden täglich von 5 bis 8 Uhr abends im Sekretariat, II., Untere Augartenstraße 35, entgegengeuommen. Z. M, V. Jedidiia. Donnerstag, den 20. d. M., um Fi9 Uhr, findet in unserem Heime, IX., Nußdorferstraße 61, ein Vortragsabend statt. Es spricht Herr Dr. Goidhammcr über das Thema: «Der Anteil der Juden an der Ausbildung der Kapitals-Wirtschaft*. Gäste sind herzl. willkommen. Misrachl-Jugendzentrale, Wien, II., Praierstraßo 11. Wochenprograrnm: Montag, Mittwoch: Taimudkurs. Leiter: Herr G. Austerlitz. — Dienstag, Donnerstag: Hebräisch. 1 Leiter: Ch. D. Singer. — Jeden Mittwoch: T'naeii und j Mischnajoth. Leiter: Herr I. Ncumann. — Jeden Freitag: j Homoletischer Vortrag über den Wochenabsciinitt. Vortragender Herr Rabb. Dr. M. Wundermann. Beginn sämtlicher Kurse 8 Uhr abends. . Hecbaluz Hamlsrachi, Wien, II., Pralerstralle 11. Sonntag, den 23. d. M„ um Vj8 Uhr abends, findet im großen Saale der Misrachi-Zentiale (II., Pratersiraße 11), die A hschiedsfcier anläßlich der Abreise unserer Chaluzim nach E. I. statt. Alle Gg. werden auch auf diesem Wege höil. eingeladen. Gäste herzliche! willkommmi. Brlth Hanoar Hamlsrachi, II., Pratersiraßö Jl. Sabbath, den 22. ds., um präzise J/l>3 Uhr nachm., Sichoth der Kvvuzoth «Machne Jehudah» und «Sch. Ch. Landaus. — 29. d. M., 8 Uhr, spricht Dr. N. M. Gelber über «Achad- Haamisrnus». Oneg-Schabbaiii'Kreis der M. J. Z. Schahbath Parschat «Jithro» wird an unserem Üncg-Lcliabbath-Kreise unser Gg. Friedmann aus E. I. teiinehmen. Gäste willkommen. Haschomcr Hadati, Wien, II,, Pratersiraße 11. Schabj bath, um 4 Uhr nachmittags, Zusammenkunft sämtlicher Schomrim. Verband zionistischer Mittelschüler, Sektion II. Samstag, den 22. Februar, um l/28 Uhr abends, Vortrag über «Poale-Zionismus» von Herrn Mendel Singer in unserem Heim, II., Untere Augartenstraße 35. — Unser Wochenprogramm: Hebräischkursc, geleitet von Herrn Prof. Dr. Horowltz. 1. (für Anfänger) Dienstag und Donnerstag, 7 Uhr. j H. (für Fortgeschrittene), Dienstag, 6 Uhr, und Donnerstag,! 8 Uhr, — Zionistisch-Sozialistisches Seminar, geleitet von 1 Herrn Ing. Mährer. Mittwoch, 7 Uhr, Oneg-Schabbath. : Freitag, 8 Uhr, Dienstag und Donnerstag, 5 bis 7 Uhr, j Turnen im Makkabi, IX., Liechtensteinstraße 20- IDer Uuterstützungsverefn «Esra», If„ StuwarsiraBa 26 (Präsident Dr. Sanol Beer, Kultusrat), veranstaltet anläßlich des 10jährigen Bestandes Sonntag, den 23. Februar 1930, in den Festsälen des Hotel Continental einen Unterhallungsabcnd. Das Rcinertrügnis ist den humanitären Aktionen des Vereines gewidmet. Eintrittskarten S 3.—. Jüdische Toynbeehallo (Joseflne-Mendl-Wohlfahrts* haus), XX., Denisgasse 33. Samstag, den 22, Februar, 19 Uhr, Konzert. Quartett: Erica Mann, Nelly Schuck, Grete Strauß. Flöte: Erich Simon, Begleitung Alexander Gerö. Klavier: Frieda Libesny. Gesang: Helene Frisch. Bel der am 2. d. M. stattgefundenen Hochzeit des Herrn Schurberg wurde durch die Herren Vizerpräs. Hermann Bloch und Sch. Lilienfeld der Betrag von S 31.— zugunsten des Keren Misrachi gesammelt «Dr. Krüger-Helm», früher «Ellsabeth-Helra» veranstaltet am IS. d. M., um 16 Uhr 30 Min. im Heime, II. Bez., Malzgasse 7, einen B r i d g e - N a c h m i 11 a g in Verbindung mit einer kleinen Toilettenschau. «Urania.» Dr. Max Grunwald hält Mittwoch, den 26. Februar V/28 Uhr, Kleiner Saal), einen Lichtbildervortrag: «Portugal und seine Gelieimjuden (M a r r a n c n)*. Jüdischer Witwen- und Waisenhilfsverein, Wien, IX., Serviiengasse 12. Am Donnerstag den 20. Februar 1930, findet um 7 Uhr im Cafe Metropole, IX., Berggasse 33, die diesjährige Generalversammlung statt Eine jüdische Friedenstat Vorbereitungen zur Einführung einer jüdischen Friedenssteuer, Die Presse hat bereits über die große Kundgebung in der Berliner Hochschule für Musik, «Die Friedenssendung des Judsntuitis» berichtet, die unter allen bisherigen "Veranstaltungen dos «Jüdischen Friedensbundes» die erfolgreichste war. Neben den Ansprachen von Oscar Wassermann, Lion Fcuchtwanger, Alfred Nossig, Rabbiner Pr. Prinz, Ernestine Escheibacher, fesselte besonders die «Friedensbotschaft» von Albert Einstein die Anwesenden. Der berühmte Gelehrte rief in seinen geistvollen Ausführungen die jüdische Gemeinschaft auf, den vom Friedensblind ausgearbeiteten Plan einer «Freiwilligen Jiklschen Friedenssteuer» in die Tat urnzusetzen. Die jüdische Friedensbewegung vermag ihre Ziele ohne erhebliche Mittel nicht zu verwirklichen. Die Friedenssteuer soll den Beitrag der Judenheit zum Weltfriedensbudget darstellen. Nebei den Begüterten sollen auch die breitestenMassen durch kleinste Geldopfer an dem jüdischen Friedenswerk sich beteiligen. Von Alt und Jung wird die Friedenssteuer in der gleichen Höhe einer Einheit der Landeswährung erhoben werden. Sie wird gleichzeitig das wirksamste Instrument für die Propaganda der Friedensidee bilden. Soeben erschien die IV. Auflage der Krestin-Mappe, 16 Heliogravüren nach seinen besten Werken. Hervorragendes Geschenkwerk ln vornehmem Envelope. Preis mit eigenhändiger Unterschrift des Künstlers S 20.—. Zu beziehen durch die Leitung der WIZO, IX., Nußdorferstraße 42, Tel. A 16-0-44. Deutschland und die Affäre Dreyfus. Die Akten des deutschen Auswärtigen Amtes erweisen die vollkommene Unschuld Alfred Dreyfus und die Schuld Esterhazys. — Berichte des deutschen Botschafters Grafen Münster und des Militärattaches Oberst Schwarzkoppen. — Randbemerkungen des früheren Kaisers. Rechtsanwalt Dr. Bruno Weil, stellvertretender Vorsitzender des Central-Veremes deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, hielt am 5. Februar in der Singakademie einen ''ortrag über die Affäre Dreyfus“, der sensationell war. Uer Vortragende gab Kenntnis von den deu sehen Akten zum Fall Dreyfus, von denen der größte Teil bis jetzt einer weit ren öffentl c -keit, vo'lkommen unbekannt war. Die Akten betreffe 1 Be ichte des damaligen deutschen Botschaft' s in Paris Grafen Münster, des d-uischen Militär-Attaches Oberst Schwarzkoppen, der nach der Version der Anti-Dreyfus-Partei die Mitteilungen vom , Veräter Dreyfus-' über französische Militärgeheimniss^ und das mysteriöse bordereau in Empfang genommen haben soll. Randbemerkungen des früheren Kaisers Wilhelm II. zu den Berichten, schriftliche Äußerunzen des damaligen Reichskanzlers Fürsten Biiiow, die Ni^de’schrift einer fast tragisch verlaufenen Unterredung zwischen Münster und Schwarzkopprn u. v a. Aus allen diesen Berichten, Aufzeichnungen und Randbemerkungen geht klar hervor, daß der von der französischen Miiltä' partei wegen Verrats militärischer Genelmnif se an Deutschland verfolgt gewesene und von zwei Militärgerichten verui teilte jüdische Kapitän Altred Dreyfus niemals,irgendwelche mittelbare oder unmittelbare Beziehungen zu deutschen zivilen und mllitä ischen Ste len unterhalten hat, ebenso geht aus dn deutschen Akten hervor, daß der Fanzösiscbe Major Esterhazy, der dama s von der französischen Militärpartei gedeckt und gegen die Anklagen eines Zola, Ciemenceau u. a. m. beschützt wurde,d m Obersten Schwarzkoppen fianzösische militärische Al;t‘ n auslieferte und an ihn jen s myste riöse „borderttau* schrieb, das später in die HäocJe des franzö ischen Generalstaba gespielt wurde undd; ssen Autorschalt durc;’ ein falsches Urteil vom ßchriftver^tändicen Dreyfus zugeschrieben wurde. Der spannendste Moment in dem Vortrag Dr. Weils war die Schilderung der folgenden Episod-'. Bevor der zweite Dreyfus-Prozaß vor dem Miiitärgeric it in Rennes stattfinden sollte, wandten sich der damalige französische Ministerpräsident, der französische Außenminister und der französische Kriegsminister isoliert und geheim, ohne daß einer von der Tat des anderen wußte, teils an Kaiser Wilhelm, teils an den Reichskanzler Fürsten Biiiow mit der Bitte, wenn Dreyfus unschuldig ist, das mi'zuteilen was ihn entlasten kann. Der Appell der französischen Regierungslelter ist daraus zu erklären, daß sich Frankreich dama's infolge der üreyfus-Affäre fast an Uer Schwelle eines Bürgerkrieges befand, der durch die Klärung des Falles vermieden werden sollte. Aus den deutschen Akten nun geht hervor, daß Kaiser Wilhelm seinerseits nicht abgeneigt war, das zu tun was zur Liquidierung der Affäre pefübrt hätte Fürst BlPow, der Reichskanzler, aber vertrat einen anderen Standpunkt, Es sei nicht zu wünschen, so führte er aus, .daß Frank e ch durch eine rasche und eklatante Reparation von Dreyfus sich sofort wieder die liberale und jüdische Sympathie e wirbt. Am besten ist es, wenn die Affäre weiteschwärt, die Armee zersetzt und Europa skandaliert.“ (J. T. A.) Aus der hebräischen Bewegung Was will die Histadruth Iwrith (Vor dem Erscheinen der Monatsschrift «Dewarenu».) Von I. Gelernter Seitdem die ersten Nummern der «Jedioth» erschienen sind, kamen wir zur Erkenntnis, daß wir viele Anhänger haben, die sich lebhaft dafür interessieren, was in unserem Lager vorgeht. Es sind ihrer wahrlich mehr, als wir glaubten. Und wir sagten uns: Die Zeit ist gekommen, daß wir unser Sprachrohr vergrößern und ein ständiges Organ für die vielen hebräisch Sprechenden in Wien schaffen, ein Organ, welches ein lebendiges Echo für die hebräische Bewegung, die in unserer Stadt ununterbrochen an Ausdehnung gewinnt, sein soll. Es ist unsere Hoffnung, daß wenn das hebräische Wort erschallen, auch die Zahl derjenigen wachsen wird, die nach ihm rufen. Und dabei wird es auch ein Bindeglied zwischen uns und dem arbeitenden Palästina sein, ein schaffendes, unmittelbares und natürliches Bindeglied. Diesen Entschluß wollen wir sofort in Wirklichkeit umwandeln und wir übergeben «Dewarenu» den Hebräern und den Freunden der hebräischen Sprache in Wien. Was wollen wir zum Ausdruck bringen? Vor allem all das, was als Grundlage unserer Organisation noch bei der Gründungsversammlung erklärt worden ist. Darauf wird «Dewarenu» zurückkommen, dafür wird er kämpfen. Die Hebräer, auch die Hebräer in der Galuth, wollen nicht mehr eine Gruppe von Idealisten sein, die keinen Zusammenhang haben mit unserer Wirklichkeit. Sie wollen eine hebräische Gemeinschaft bilden, die im Leben wurzejt. Die Histadruth Iwrith will, wie es Avigdor Hameiri richtig sagt, ein Stück lebendigen Palästinas in der Zerstreuung werden. ist dieses Ziel noch weit? Wir, die der Histadruth dienen, glauben, daß es erreichbar ist. Denn die Sehnsucht nach vollständigem, inhaltsreichem hebräischen Leben ist im Herzen vieler erwacht. Der Zauber des hebräischen Wortes wirkt. Der Wunsch nach dem hebräischen Worte wächst. Zahlen sollen es beweisen. Die Histadruth wurde im September 1929 gegründet. Ihre Anfänge waren klein. An der Gründungsversammlung nahmen kaum 40 Menschen teil. Im Laufe der wenigen Monate breitete sie sich aus und heute ist bereits ihr Einfluß im Leben des jüdischen Wien bemerkbar. Sie zählt 500 Mitglieder, und wie wir hoffen, werden es bald tausende sein. Zwanzig gut besuchte Vortragsabende, zehn Aussprachen, vier Empfänge fanden statt. Außerdem veranstalteten wir Festabende. Kurse für Mischnah und Grammatik werden regelmäßig abgehalten. Eine Bücherausstellung wurde veranstaltet und hebräische Flugschriften herausgegeben. Was soll noch gemacht werden? In unserem Plan liegt die Gründung eines hebräischen Chores und eine rege Propagandatätigkeit für das hebräische Buch und die hebräische Presse. Ferner wollen wir uns bemühen, ein eigenes Helm zu begründen und für den Ausbau der hebräischen Schulen und Kurse Vorsorge treffen. Nicht minder wichtig ist auch die Zusammenfassung aller Hebräer in der Histadruth und die Propaganda für Tozereth-Haarez. Und all das bedeutet nichts anderes, als ein Stück Palästina in der Galuth zu schaffen. Das will die Histadruth Iwrith. Wenn wir heute hebräisch sprechen und eine hebräische Tat vollbringen, ist es keine Romantik, kein «Idealismus» mehr. Was wir vollbringen wollen, ist eine einfache, aber bedeutende politische Tat. Wir wollen ein natürliches, unmittelbares Bindeglied zwischen der Galuth und der schaffenden Heimat sein. Und doch habe ich Angst, daß es noch viele unter uns gibt, die der hebräischen Sprache in den Ländern der Zerstreuung nicht jene Bemessung belmessen, die sie verdient, vom Standpunkt der Entwicklung und des Wachstums unserer Kultur in Erez Israel. In den letzten Tagen find in Paladin» nadiftehende Schriften erfchienen: Dr. Jofcf Klausner — Jozrim w Bonim, Band III, Verlag „Dwir“. Schirci ibn Gabtrol, Band VI, Verlag „Dwir". Dicfcr Band enthält 94 neue Gedichte in einer litcrarifch-wiffcnfchaftlichen Bearbeitung von Bialik und Rawnitzki. Ferner crfchien im Verlag „Oraanuth" und „Mizpeh“ eine Reihe von Ueberfctzungen aus der Weltliteratur, u. a. Upton Sinclair] Roman „Petroleum" in der Ucbcrfctzung von Reubeni; Merelchkowfkis „Leonardo da Vinci" in der Ucberfetzung von Jofcf Lichtbaum und Zweigs „Grifcha“. Großer Erlolg der vom jüdischen Nationalfonds herausgegebenen Jugendbibliothek. Im Hinblick auf den großen Erfolg* den die vom Hauptbureau des Jüdischen Nationalfonds gemeinsam mit der Verlagsgesellschaft «Omanuth» herausgegebene «Hebräische lugendbibliothek» gehabt hat, hat sich der Nationalfonds entschlossen, dieses Tätigkeitsgebiet zu erweitern. Zu der Jugendbibliothek, die hebräisch geschriebene Bücher über alle Phasen des Lebens, der Arbeit, der Persönlichkeiten, der Geschichte und der Geographie Palästinas umfaßt, wird nun eine Kinderbibliothek hinzukommen, die die gleichen Themen behandeln, aber dem Verständnis von Kindern zwischen zehn und zwölf Jahren angepaßt sein wird. Diese Bibliothek wird den Namen «La’talmid» führen; man erwartet, daß sie den gleichen durchschlagenden Erfolg wie die Jugend-Bibliothek «La’noar» haben wird. «Klrjatfi Sepher.» Soeben erschien die dritte Nummer des sechsten Jahrganges dü-eser Viierted j ahirssdurW t, weHohie von der Jüdischen National und Un‘1/versi.tä fcsbibtfioth«k in Jerusalem foeumistgiegefoen ward. Die Nummer (136 Seiten) enthält: Nachrichten der Bübüotlwk; Biibltfotginaphiie der Neuerschiöinmingen auf dem Gebiete des Judentums (549 Nummern) und folgernde Aufsätze: J. Rivkind: S»k>ntiiki- Dpuok-e; G. Sc ho lern: Kapitel aus der Geschichte der kahbflALatiöchen Mteratur. Teä 8: Der echte Kommerotiar des Moses b. Naoham z-um «Sefar jezina* und andere ihm zugesefwtebewe kabbalistische Schriften; B. S c h 0 c h e t ma n n: Aus dem Archiv Achad Haama. — Die Zeitschrift ist durch die Jüdische NatitouaHurxl Urrivers«itätsbibJdotlhek Jerusalem zum Preise von jäihrfich 10 engl. Schihkng zu beziehen.

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