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Die Stimme · 1930-02-20 · Heft 114 (20.2.1930) · page 15

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Journal
Die Stimme
Volume
3 (1930)
Issue
Heft 114 (20.2.1930)
Date
1930-02-20
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Nr. 114 DIE STIMME Seite 15 Jüdische Gendarmen Jüdifche Gendarmen gibt es, genau genommen, feit es Ghetti gibt. Ja, eigentlich hatte der jüdifche Nachtwächter und Sicherheitsbeamte vergangener Jahrhunderte größere MachtbefugnifTe als der Sidierheitspolizift von heute. Er war Gerichtsbeamter, Gerichtsvollzieher und Strafvollftrecker in einer Perfon. Alles natürlich nur, fo lange es einen jüdifchcn Magiftrat gab, der ihn anftellen und die Judenheit der Stadt feiner Obhut anvertrauen durfte. Schade, daß uns keine Bilder eines foldien alten Schutzmannes etwa aus dem Prager Ghetto oder aus den polnifchen Ghcttis erhalten geblieben find. Sonft könnte man fichcr intereflante Vergleiche zwilchen dem Ausfehen jüdifdicr Schutzwächter von anno dazumal und denen von heute ziehen. Da gibt es allerdings bis auf — eine Ausnahme keine Poliziften mehr, die in Dienften einer von Juden als foldien befetzten Behörde flehen. AbgefchlofTene Judcnviertel, deren Bewohner für Sicherheit und Ordnung in ihnen felbfl forgen, exiftieren nicht mehr. Aber lelbfl jüdifche Gendarmen in nichtjüdifchen Dienften find fehr feiten. Umfo intcrcffanter ift daher die jüdifche Polizeitruppe in Tel Aviv, die aus 70, zumeift in den letzten Jahren eingewanderten Anfiedlern, befteht. Ihr Generalquartier hat Ge in der Rothfdiildallee, im alten Rathaus mit der hebräifdien Uhr. Hier exerzieren die jüdifdien Poliziften gerade, und wenn man da jetzt Vorbeigehen würde und gerade ein Polizift „Jahrzeit“ hätte, könnte es leicht paflicren, daß man vom Polizeioffizier felbft aufgefordert würde, am „Minjam" teilzunehmcn. So offen kann Jüdifchcs in weltlichen Ländern allerdings nicht zur Schau getragen werden. Deshalb wird man hier au nicht ohne weiteres den Juden am Poliziften erkennen, fclblt wenn man ihn fdion trifft. In Deutfdiland gar muß man in ziemlich verborgene Winkel gehen, wenn man auch nur einen jüdifchen Nachtwächter finden will. Etwas romantifcher und wohl audi gefahrvoller ift abor zweifellos ein Poften in der tunefifchen Schutztruppe. Das Arbeitsfeld der jungen jüdifdien Poliziften liegt zwilchen Gt büfdien und Wäldern in Tunis, die nicht immer fo harmlos find, wie fic auf Bildern fcheinen. Am gefahrvoliften allerdings dürfte der Dienft in der ägyp* tifdien Wüfte fein. Dort hat eine zahlenmäßig kleine Polizeitruppe die Sicherheit des Verkehrs zu gewährleiften und Bahnkörper vor Ucberfällcn zu fdiützcn. Araber und Juden dienen hier befonders als Reiter in fall gleich großer Anzahl, und doch gibt es faft gar keine Reibereien zwifchcn ihnen. Uebrigens: cs müßte nicht ganz uninterelTant fein, zuzuhören, wenn fo ein paar jüdifche Gendarmen aus drei verfdiiedenen Weltteilen zufammentreffen und Erlebnifie austaufchcn ... Bachus („Ifraclitifchcs Familienblatt“). Wien, den 3. Februar 1930. An den Herrn verantwortlichen SchrHtleUer der Zeitung «Die Stimme» Wien, 1., Rauhensteingasse 1. Unter Hinweis auf § 23 des Bundesgesetzes vom 7. April 1922, B. G. Bl. Nr. 218, über die Presse verlange Ich von Ihnen die Berichtigung folgender in Nummer 110 Ihrer Zeitung unter der Spitzmarlce: «Die Kultusgemeinde und die Jugenderziehung» mitgeteilter Behauptungen. Sie schreiben: «Schon -bei einer oberflächlichen Lektüre dieser Zuschrift des Professors Dr. Templer, der ein Antrzionist ist.» Die Behauptung, ich sei Antiaionist, ist unwahr, wahr ist, daß ich kein Antizionist bin. Es ist unwahr, daß ich nicht den Mut aufbrachte, die Zuschrift mit meinem Namen, zu zeichnen, wahr vielmehr Ist, daß die an die Redaktion der «Neuen Welt» gerichtete Zuschrift mit meinem vollen Namen gezeichnet war. Es ist also auch unwahr, daß die Redaktion der «Neuen Welt» die augenscheinliche Unstichhältigkeit meiner Behauptungen hätte erkennen müssen, wahr dagegen, daß meine Behauptungen stichhältig sind. Es ist unwahr, daß es empfehlenswert gewesen wäre, sich bei der Kultusgemeinde oder bei Herrn Dr. Löwenherz über den wahren Sachverhalt zu Informieren, wahr, daß eine solche Information nicht notwendig war. Unwahr Ist, daß ich über den Religionsinspektor und Gemeinderabbiner Dr. Taglicht die Beschwerde vorbrachte, daß er nach einer Inspektion meines Unterrichtes dem Direktor der Anstalt erklärte, daß ich von den Schülern zu viel verlange, wahr hingegen, daß ich darüber Beschwerde führte, daß der Religionsinspektor der israelitischen Kultusgemeinde, Herr Dr. Taglicht, dem Direktor erklärte, die Schüler lernen zu viel Hebräisch. Es ist unwahr, daß ich den Einwand erhoben habe, man möge mir als Rabbiner doch glauben, wahr Ist, daß ich eine solche Aeußerung nicht gemacht habe. Es ist unwahr, daß sich der Direktor der betreffenden Realschule beklagt, wahr ist, daß sich der Direktor bei dem Inspektor niemals beklagt hat. Es ist unwahr, daß sieh viele Väter beschweren, daß der israelitische Rcligionslehrer der Anstalt zu viel verlange, einige Schüler seien aus diesem Grunde aus dem Judentum ausgetreten, wahr Ist vielmehr, daß diese ganze Beliauptung .erdichtet ist. Sie schreiben: «Nicht dem Direktor, sondern Herrn Prof. Dr. Templer machte der Inspektor Rabbiner Dr. Taglicht Vorstellungen darüber, daß er von den Schülern zu viel verlange». Diese Behauptung ist unrichtig, richtig, daß mir Herr Inspektor Dr. Taglicht persönlich niemals Vorstellungen machte. Sie schreiben weiter: «Er, der Inspektor, selbst sei einmal anwesend gewesen, wie ein ziemlich forscher Junge von diesem Lehrer einer Prüfung unterzogen wurde, bei welcher die Aufregung des Schillers infolge der Prüiungsmetliode so weit ging, daß er schließlich in Weinen ausbrach». Die an dieser Stelle aufgestellte Behauptung Ist unwahr, wahr ist, daß niemals ein Junge in Gegenwart des Inspektors geweint hat. Sie berichten schließlich: «Es ist unwahr, daß Herr Dr. Löwenherz sich auf alle mögliche und unmögliche Weise bemühte, für den Inspektor eine Lanze zu brechen.» Diese Mitteilung entspricht nicht den Tatsachen. Tatsache ist, daß Herr Dr. LÖwenherz sich auf alle mögliche und unmögliche Weise -bemühte, für den Inspektor eine Lanze zu brechen. Wien, am 3. Februar 1930. Rabbiner Professor Dr. Bernhard Tempi«*. Der jüdische Hochschüler Den jüdischen Medizinern der Universität Krakau wird wieder einmal Seziermaterial verweigert Obwohl allgemein bekannt ist, daß das anatomische Institut Uber genügend Leichen verfügt, wird das Studium der jüdischen Mediziner des ersten und zweiten Jahrganges unmöglich gemacht. Vielen droht der Verlust eines Jahres. Eine Deputation jüdischer Studenten sprach beim Rektor der Universität Lemberg vor und bat ihn, eine Lektorstelle für die hebräische Sprache zu kreieren. Der Rektor versprach die Wünsche der jüdischen Studentenschaft zu unterstützen. Es ist zu hoffen, daß in allernächster Zeit an der Universität in Lemberg die hebräische Sprache gelehrt werden wird. In der letzten Nummer des «Vox Studentium» (Organ des «International Student Service», Genf, Rue Calvin 13), sind einige Artikel über jüdische Studentenfragen erschienen. Ein ausführlicher Bericht über die Universität in Jerusalem aus der Feder des G. M. Hyman enthält die Vorgeschichte der Gründung und hebt die große Bedeutung der hebräischen Universität für den ganzen Orient hervor. Bei der Jahreskonferenz der «International Student Service» ln Krems wurde unter anderem auch beschlossen, jüdischen Studenten, die in Paris zu studieren gezwungen sind, materielle Hilfe zu leisten. In Ausführung dieses Beschlusses ist in Paris ein Komitee von Studenten unter dem Präsidium des Prof, der Sorbonne, Oualid, der einer der Referenten bei der Konferenz in Bierville war, gegründet worden. Es werden nur jene Studenten unterstützt werden, die im letzten Jahrgang ihrer Studien, oder vor ihrem letzten Examen stehen. Xistoriseh Bedeutsame &a&e dieser Woehe ai. Februar (5.3. Sdiwat) 1579: JofefFürft vonNaxos geftorben 1677: Baruch Spinoza geftorben. 1838: Jofcf Popper Lynkcus in Kolir geboren. 1866: Prof. Dr. Auguft v. Wadermann, der Entdecker der Wadermannfehen Reaktion, zu Bamberg geboren. 1884: Aron Bernftcin (Rcbcnftcin) Verfader jüdifcher Novellen und naturwifienfdiaftlidier Schriften, it Berlin geftorben. 22. „ (24. „ ) 1864: Der bekannte jüdifche Literarhiftoriker und Prediger Michael Sach) (geboren 1808) in Berlin geftorben. 1874: Chadiam Bafchi Jakir Effendi (geboren 1813) in Jerufalem geftorben, Er erwirkte 1841 beim Sultan einen Ferman gegen Blutbefdiuldigungen. 1922: A. D. Gordon geftorben (geboren 1853). 23. „ (25. „ ) 1488: Erfter Buchdruck der Bibel in Soncino. In der letzten Nummer des «Vox Studentium» finden wir auch eine Studie von G. Gliksmann «L’aspect £conomique de la ejuestion juive en Pologne». Gliksmann behauptet, daß die Iüdischen Studenten Polens hauptsächlich der wohlhabenderen (lasse angehören und Im Auslande leichter studieren können, f weil sie reicher sind als die Nichtjuden. Diese Mitteilung ist nicht richtig und von Gliksmann bestimmt nicht objektiv behandelt. Statistisches Material könnte Ihn wohl vom Gegenteil überzeugen. Dr. Lennhoff vom «Zentralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens» veröffentlicht eine Statistik der jüdischen Studenten an deutschen Hochschulen. Danach ist durchschnittlich die Zahl der Juden 5 Prozent, darunter 0.6 Prozent Ausländer. In Fortsetzung unserer statistischen Mitteilungen veröffentlichen wir heute folgende Ziffern: An der Universität Wien studierten im Wintersemester 1913/14 unter 10.115 Hörern 2786Juden, Sommersemester 1914 unter 8924 Hörern 2571 Juden, Wintersemester 1918/19 unter 10.355 Hörern 4356 Juden, Sommersemester 1919 unter 8686 Hörern 3761 Juden. Die Konferenz des Weltstudentenwerkes (International Student Service) wird am 23. Juli 1. J. in Oxford vom Lord- Erzbischof von New York, Dr. William Temple, mit einem Vortrag «Britische Erziehungsideale» eröffnet werden. Doktor Temple liest in Oxford Philosophie und ist Rektor der Repton School. Er war in den Jahren 1908 bis 1924 Präsident der «Workers’ Educational Association», deren Gründer er ist. Anläßlich seiner Anwesenheit in London wurde der berühmte Wiener Prof, der Ohrenheilkunde Dr. Heinrich Neumann von den jüdischen Organisationen und wissenschaftlichen Vereinigungen besonders gefeiert. Abwehr der nationalsozialistischen Hetze an Universitäten Der Rektor der Technischen Hochschule in Berlin, Professor Dr. Ing. Drawe, hat dem Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbund das Anschlagsrecht am Schwarzen Brett entzogen, weil wiederholt Anschläge hetzerischen Inhaltes angebracht worden waren. In Köln haben Rektor und Senat der Universität die Kölner Hochschulgruppe des Nationalsozialistischen Studentenbundes bis auf weiteres verboten. Im Rahmen des jüd. akad. Juristenvereines spricht Dienstag, den 25. d. M. um y2ü Uhr im Hörsaal XXII der Universität Wien Herr Dr. Siegfried Kantor über das Thema «Vorbildung und Berufsaussichten des österreichischen Juristen». Zu diesem Vortrag bitten wir alle unsere Mitglieder, Freunde und Gönner zu erscheinen. Gäste sind herzlich willkommen! Weiters gibt das Präsidium des jüd. akad. Juristenvereins bekannt, daß auch weiterhin seine Geselischaftsabende mit heiteren Vorträgen und Tanz bei freiem Eintritt jeden Donnerstag um y29 Uhr im Cafe «Altes Rathaus», Wien,!., Wipplingerstraße 24, stattfinden. «Thcologia», Verein jüd. Hochschüler an der isr.-theol. Lehranstalt. Samstag, den 2. d. M., Sabat Meworchim, findet um Y?.9 Uhr vormittags eine Predigt des Kollegen abs. theol. et phii. Moses Zikier im kleinen Tempel, II., Tempelgasse 3, statt. Der Gottesdienst beginnt wie gewöhnlich pünktlich um 8 Uhr früh. Z. A. V. «Bar-Kochba», II., Augartenstraße 38, gibt allen seinen A. H. A. H. Bb. Bb. und Bekannten bekannt, daß er ein neues Heim bezogen hat und bittet alle Zuschriften küngtighin an obige Adresse zu richten. Im Rahmen des am Samstag, den 22. d. um y29 Uhr abends stattfindenden Konvents spricht unser Bb. Dr. N. Samonskij über «Der Mandatsbegriff im Völkerrecht und die völkerrechtliche Bedeutung des Palästinamandats». Akademische Gäste sind herzlichst willkommen. Verein Zionistischer Hochschüler «Theodor Herzl», II., Untere Augartenstraße 35, II./17. Donnerstag, den 20. Februar, 8 Uhr abends, Hebräische Arbeitsgemeinschaft Anschließend um 9 Uhr erstes Referat im Rahmen des unter Leitung von A. H. Dr. A. Engel stehenden Seminars «Das Wesen des Antisemitismus» gehalten von Bb. Patron über «Das Wesen des Antisemitismus in liberaler und sozialistischer Betrachtung». Samstag, '/aS Uhr, Vortrag des A. H. Dr. Georg Weiner «Das Palästinamandat». Zu allen Veranstaltungen sind jüdische Hochschüler und Hochschülerinnen willkommen. Im Verbände Zionistischer Hochschüler in der Lese- und Redehalle, IX., Türkenstraße 9. Im Rahmen des Konventes spricht Dienstag, den 25. d. um */2 9 Uhr abends Herr Ludwig Bato über das Thema: «Wie kamen die Juden in ihre jetzigen Wohnländer?» Gäste willkommen. — Am 15. März findet im Saale des Gewerbevereines, I., Eschenbachgasse J, ein Purimabend statt. Näheres durch Einladungen. «Z. P. Chajes», Verein zlon. Hochscbüler. Samstag, den 22. 4 M., findet im Rahmen der allgemeinen Vereinsamende eine Diskussion über; «Die Lage lm österreichischen Zionismus» statt. — Montag, den 24. d. M„ referiert Kollege Zellermayer In der hebräischen Arbeitsgemeinschaft über: «Die Ereignisse der zionistischen Welt in der abgelaufenen Woche». Beide Abende beginnen um %8 Uhr abends. Gäste willkommen. 1820: Der Luftfpieldfditer Dawii Kalifch in Breslau geboren. 25. „ (27. „ ) 1840: Der Licdierkomponift und Pianift Alexis Holländer in Ratibor geboren. 1852: Der hebräifche Dichter Micha Jofef Lcbenfohn (M’Ichl) geftorben. 1891: Nehemias Brüll, Herausgeber des , Jahrbuches für Jüdifche Gcfchichte Literatur“, zu Frankfurt am Main geftorben. 1897: Der Literaturhiftoriker Prof. Michael Bernays in Karlsruhe geftorben. 26. „ (28. „ ) 1864: Moritz Veit (geboren 1808), deutfdier Parlamentarier, Verfafler det „Stimmen von Jordan und Euphrat", geftorben. BWWf»»TOIlWlfWfWWg»HiWAfiWIIW^WIBWIIWWnWHfgCTWlffWWIWVCTtW^tCTl8lllWHWmiCT Hakoahs Pechserie dauert an! Rapid — Hakoah 3:1 (3:0). Rapid-Platz. 1 0.0 00 Zufchaucr. In einem äußerft unglücklich geführten Kampfe mußte der F. C. Hakoah, keineswegs als fchlechtere Mannfchaft, eine dem Spielverläufe abfolut nicht entfprechendc Niederlage einftecken, die die Lage des jüdifchen Klubs fehr ernft geftaltet. Die Blau- Weißen mußten auf den vorzüglichen Haar, der fich beim Training verletzte, verzichten, traten aber verfiärkt durch den Heimkehrer Molnar an. Der Ungar zeigte feine alten Vorzüge, ausgezeichnete Vorlagen und gute Technik, erwies fich aber als fehr langfam und fchien fidi außerdem auf dem ftellcnweifc vereiften und mit Torf bedeckten Boden nicht zurechtfinden zu können, fo daß man über feine momentane Kampfkraft noch kein Urteil abgeben kann. Auf eine fehr fchwadie erfte Halbzeit folgte ein mit größter Aufopferung geführter Endkampf, der aber leider nur einen moralifchen Erfolg brachte. Der Tormann Oppenheim bot wieder eine Praditleiftung, hingegen konnten die Verteidiger erft nach Halbzeit entfpredien. Heß kam erft nach der Paufe in Schwung, bot aber dann eine hervorragende Leiftung, und auch Löwinger konnte in diefem Spielabfchnitt entfpredien. Nadler konnte fidi erft nach der numerifdien Schwächung der Hüttcldorfcr (Madclmaicr wurde 30 Minuten vor Schluß ausgcfchloffen) durchfetzen. Der beile Stürmer war der kleine Fifcher und auch Mausner hatte gute Momente. Stern war fehr fchwach und Katz vergab durch Kopflofigkeit die befte Torchance des Spieles. Rapid kämpfte fehr glücklidi und behielt trotz einer elenden Feldleiftung die Ueberhand. Schiedsrichter Miesz amtierte zur vollften Zufriedenheit — des Rapid- Anhanges. Hakoah trat auch diesmal in folgender Auffteliung an: Oppenheim; Stroß, Feldmann; Heß, Löwinger, Nadler; Katz, Molnar, Stern, Mausner, Fifcher. S ch e u e r. Scheuer und Fried find nicht mehr bei Hokoah. Die näheren Umftändc, unter denen insbefondere der brave Scheuer aus dem Klub geekelt wurde, verdienen etwas näher beleuchtet zu werden. Scheuer, der für Hakoah während 18 Jahren fchier Uebermenfchlidies leiftete, wurde in der abgelaufencn Saifon verletzt, er verlor alfo vorübergehend feine Spicltauglichkcit i m Dicnfte der Hakoah. Einige Herren des Direktorium, die trotz ihrer Spenden nicht annähernd foviel für den Klub gcleiftet haben, wie der alte „Maxi“, Hellten an ihn und Fried das Anfinnen, mit Rückficht auf ihre Kampfunfähigkeit auf einen Teil ihrer Bezüge zu verzichten. Scheuer, der beträchtliche Summen von feinem Gehalt als ProfeiTional-Fußballer der Schwimmfektion des F. C. Hakoah gefpendet hat, fühlte fich durch diefe taktlofe und undankbare Zumutung begrciflichcrweife verletzt und gab gemeinfam mit Fried feinen Austritt aus dem Klub bekannt. Das Vorgehen des Hakoah-Direlctoriums muß als unjüdifch, unmoralifch und unkaufmännifch bezeichnet werden. Wenn die Leitung der Anficht ift, daß Scheuer fein Gehalt nicht wert fei, hätte fie mit ihm keinen Jahresvertrag abfchließcn follen. Auf keinen Fall hätte fic aber einen alten und verdienten Spieler derart vor den Kopf flößen dürfen. Hoffentlich wird die Affäre beigelcgt. H. Sp. Ein Leckerbissen für das Wiener Sport* pubükum Anläßlich des jüdifdien Turnfeftcs ift cs den Veranftaltern gelungen, den Berliner Boxklub „M a k k a b i“ zu gewinnen. Die Berliner jüdifdie Mannfdiaft ift die ftärkfte deutfehe Mannfdiaft und befitzt in ihren Reihen f e ch s Landesmeister. Ihrem Prinzip entfprcchcnd, werden fie nicht gegen den Wiener Makkabi antreten. Da es jedoch keine ebenbürtige Wiener Mannfchaft für den Berliner Makkabi gibt, werden fich die beften Boxer der Vienna und der Polizei Sp. V. den Berlinern entgegcnftcllen. Außerdem wird es einige Rahmenkämpfe Wiener Makkabi-Boxcr gegen ausländifchc, nichtjüdifche Boxer geben. Jedenfalls wird dies der

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