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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1917-01-12 · 2 (12.1.1917) · page 13

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
34 (1917)
Issue
2 (12.1.1917)
Date
1917-01-12
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Ar. 2 Seite 29 Tr. Blvch's s^oflini?d;.viit" ihres Amles. Mil Pünktlichkeit nnb Ernst miuiUieic sie dasselbe und war bei beit Beratungen stets eine warme Fürsprecherin der Armut. Und als sie körperliches Leiden zwang, das mühsame Amt einer Äassierin aufzugeben, da betraute sie die Liebe und Wertschätzung ihrer Kolleginnen mit dein Ehrenamte einer Vizepräsidentin, und auch als solche erwies sie ihre seltene Anhänglichkeit ail den Verein in mannigfacher Weises sie fehlte bei keiner Sitzung und nah nt noch lebhaften Anteil an der letzten Veranstaltung des Vereines, der Kinderbekleidung, bei der mitzuwirken ihr eine hohe Befriedigung gewährte. Unendlich diel Liebe hat Josesine Engel gesät, aber viel dankbare Anerkennung hat sie auch geerntet. Dies zeigte sich in geradezu überwältigender Weise bei der am 7. d. M. stattMsnndenen Leichenbegängnisse. Die vornehmsten Repräsentanten unserer Gemeinde hattelt sich int Trauerhause eingefunden; der ehrwürdige Präsident der Kultusgemeinde, Herr Dr.^ Alfred Stern, war mit Herrn Landesschulrat Dr. Spitzer ilnd fast allen Kullnsvorsteheril erschienen; der Vorstand der Chewra-Kadischa mit Herrn Prä;identen Salo Coh n, der Gesamtvorstaird des Mariahil.er Ternpelvereines unter Führung des Vizepräsidenten Herrn rat)”. Rates Friedrich P o l l a k, sämtliche Vorstandsdamen des Mariahilfer Franen-Wohltätigkeitsvereine-, Abordnungelt anderer Frauen - und Tempelvereine, geheimer Justiz- und Regierungsrat Dr. Adolf Edler v. Bach rach, Direktor kais. Rat Simon Heller, Schriftsteller Doktor Josef S. Bloch, vom Tempelverein Josesstadt die Vor standsnritglieder Adolf Beck, Gcchor Rosenseld und Hermann Stern, die Rabbiner Doktor Taglicht und Dr. Bauer sowie eine unübersehbare Zahl von Berufsgenossen mtb Freunden der Leidtragenden, eine Auslese der vornehmsten Kreise unserer Stadt. Die Mehrzahl der Erschienenen gab der Entschlafenen auf den Zentralfriedhof das Ehrengeleite, dessen Zeremonienha'tle die Fülle der Trauergäste kaum zu fassen vermochte. Tiefer greifend war die lünstletisch vollendete Funkt.'on des Herrn Oberkantors Dünmann und ein Meisterwerk der Beredsamkeit die weihevolle Gedenkrede des ehrwürdigen Rabbiners Herrn Dr. Drobinsky, der das Erdenwallelt der Verblichenelt tnit einem Liede voll reiner Harmonie verglich. Das Lied, an dessett Wohllaut lvir uns stets erfreuten, ist -nun für immer verklungen, und was von Josefine Engel sterblich war, ist eingegangelt in der Allmntter Schoß zum ewigen Friedeit! _ ' - - - - y- Wien. Der Vorstand des „Kaiserin Elisabeth-Heim für Kriegsivaisen, Lehnnädchen und Arbeiterinnen" verauftattcttT ant 24. Dezember 1916 für seine derzeit in einem Provisorischelt Heime unter Aufsicht der Heimoberin untergebrachten Schützlinge eine Chanukkaseier. Das Vorstandsmitglied Herr Josef May zündete die Chanukkalichter all und hielt alt die Schützlinge eine Ansprache, worauf denselben eine reichliche Jause sowie praktische Geschenke verabfolgt tvurden. Herr M a y spendete außerdem einen Geldbetrag zu einem gemeinsamelt Ausflug der Schützlinge. An der Feier nahmen außer bem Präsidenten, Herrn kais. Rat Dr:. Krüger, beit beiden Vizepräsidentittnen, . Frau Cäcilie Frankl und Alice Br ukn er, zahlreiche Herren und Damen des Vorstandes teil. Lese- und Nedehalle jüdischer Hochschüler, Wien, 9. Bez., Türkenstratze 9 Die Lese- und Redehalle. hat nach den Weihnachtsferien ihre Vortragstätigkeit wieder ausgenommen. Im Januar finden folgende Vorträge statt: Mittwoch, den 17.: Sigfried Schmitz: „Ueber Jizchok LeibPerez" > Lokal der Hatte): M j i l u> o ch. d e n 2 1.: Abraham Sonne: „Der jüdische Eiuheitsgedaule uirb die Parteien" (Hörsaal 41 der Universität): Mittlvoch, d. 61.: Rabbiner Dr. Max Grunwald: .Der Talmud" (Hörsaal 41 der Universität). Beginn sämtlicher Borrräge abeirds halb .9 Uhr. Eintritt frei. Gäste willkommen. Vortrag Professor Dr. Engel. Jur Rahmen des Vortragszyklus des ,.K omi - t e e s z tt r A u f k l ä r it lt g über o ft jüdi) ch e F r a - g e lt" spricht ant Soun t a g, den 21. d. M., 6 U h r a beud s, Herr Prof. Dr. Alfred Engel über das Thenla „O ft j ü d i f ch e I tl g e u d e r z i e h u n g". Der Vortrag findet im Festsaale des „Hotel Continental". 2. Bezirk, Taborstraße, statt. Herr Prof. Dr. E u g e l ist Leiter der Flüchtlings schulelt in Böhmen und berufen, das attiielle Bhema äußerst tnteiessant zu behandeln. Kartert ä 2 K., 1 K., 50 Heller int Zionistischen Bureau, 2. Bezirk, Zirkttsg. 33. und in der Buchhandlung R. Löwit, I. Bez., Rotenturmstr. 22. Toynbeehalle (Josesine MenDl-Wolst fahrtshaus), 20. Bez-, Denisgasse 33. Das von der bekannten Gsiangsmeisterin Fran F nnk - Freund am 30. Dezember 19IG veranstaltete Konzen trachte Klaviervorträge der Pianistin Fr!. P i s t e r und ausgezeichnete Gesangsleistungen der Damen Sofie Hall und Balerie Hader, die in Opernarien. Duetten und Ladern die gute Schule, schöne Stimmittel und echtes mnsicalisches Verständnis dolUineuNerten. Auch die mit außerordentlicher Wirrung vorgetragenen Rezitationen des Frl. Lotte Hall fanden gleich den musikalischen Gaben Zeichen und dankbaren Beifall. Als wahres Künstlerkonzert repräsentierte sich der Abend am 6. Januar l917. Herr Oberkantor Kaufmann zeigte sich als echter Meiner des Liedgesanges. Elanzoolle Stimmittel, hinreißender Schwung im Vortrag und Ausdruck und künstlerischer Geschmack ce'cinigtcn sich hier zur höchsten und echtesten Wirkung. Die Piani in Maria K o g a n zeigte mit dem - Bortrage lder Liszt'schen 'Rhapsodie schon die Vollendung ihrer künstlerischen Reife durch absolute Benerrschung alle.' technischen Schwierigkeiten, durch Erzielung schönster Klangwirkungen und geschmackvoller Vortragsweise. Auch die Kvnzerlsängecin Frl. H a m b u r g e r bewies durch ihre Lieüervocträge klangvolle Stimmittel und feines künstlerisches Verständnis. Die Schauspielerin Frl. Heliborn (vom Stadttheater in Bern) brachte zunächst einige ergreifende Kriegsgcdichke zu mächtiger und rührender Wirkung und zeigte auch in der Beigabe humoristischer Dichtungen, daß sie. unterstützt durch ein klangvolles Organ, alle Stimmungen in treffendster Klarheit auszumalen versteht. Reicher und enthusiatischer Beifall lohnte alle Künstler. Das Programm der nächsten Woche lautet: Samstag, den > 2. Januar: Konzert, veranstaltet von Herrn M e n d e l f o h n. Sonntag, den 14. Januar: Ilniv.-Prof. Dr. (§. Robl: Die pflanzlichen und tierischen Parasiten als Erreger vvn Erkrankungen der Haut. Mittwoch, den t7. Januar: Oberbuchhalter H. Berliner : Die Reform .der Krankenversicherung. Samstag, den 20. Januar: Konzert. Beginn der Vorträge 7l/,t!lhr. — Anmeldung von Vorträgen bei Dr. Samueln, l. Bez.. Fischerstiege 6, erbeten. Wien. (H e b r.- a k a d. Vereinigung .. H a r ch i j a ".) Samstag, den 13. d. M.. um präzise halb 3 Uhr abends, findet iin Lokale des Jüdischen Handlungsgehilsenverbandes, 2. Bez., Obere Donanstraße 65. der Vortrag unseres Bb. Chasiin K o f f l e r über „Rabbi Jehuda Halevi" statt. Hebräisch sprechende Gäste willkommen! G aüzifcher RabÄner Verband. Am Mittwoch, den 3. d. M., versammelten sich fast sämtliche derzeit in Wien weilenden Rabbiner aus Galizien im Lokale des Vereines „Agudas Jisroel" zwecks Gründung eines .Galizischen Rabbiner-Verbandes" Nl^und sie wählten aus ihrer Milte ein Aktions- Komitee, bestehend aus den Rabbinern von Brody, Bnezacz, Krakau, Bohorodczany. Przemysl, Sokolow, Zol kiew, Zabne. Zorawno nsw., zur Verfassung der Statuten.

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