Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 34 (1917)
- Issue
- 2 (12.1.1917)
- Date
- 1917-01-12
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 2 Dr. Bkoch's Wochenschrift" Seite 30 Austritte aus dem Judentum vom 31. Dezember 1916 bis 6. Januar 1917. Dubski Olga, geb. 22. September 1893, Wien, 7. Bez., Kaiserstraße 8. Fürst Leopokdine, geb. 17. April 1892, Wien, 9. Bez., Sensengasse 5- Maser Ernst, I. u. k. Oberleutnant in der Res., geb. 23. Mai. 1886, Gr.-Meseritz, 2. Bez., Paffrathgasse 5. HeÄnrttch Johanna Sarah, Kleidermacherin, geb. 15. September 1896. Wien, 16. Bez., Pfenninggeldgasse 9. Jarocinska Irene, geb. 2. Dezember 1897. Lodz (Polen), 4. Bez.. Brucknerstraße 6. Lichtenstein Rudolf, Magister der Pharmazie, geb. 22. Mai 1878, Wien, 17. Bez., Frauenfelderplatz 15. Rofentha! Theodor, k. u. k. Jägerhauptmann. geb. 14. Februar 1884, Wien, 4. Karlgasse 18. Winter Johann Abraham, geb. 11. Oktober 1892, Göding, 9. Bez.. Nußdorferstraße 4._ Budapest. In Ergänzung Ihres Berichtes' über-die Königskrönung teile mit: An der Begrüßungsdevuration, welche von dein Königspaar empfangen wurde, hat auch Herr StMtverordneter Gustav Ehrlich teilgenonttncn. Oberleutnant Heinriche G e i r i n g e r, Besitzer des Signum laudis. Neu-3iauszuitz. Am 10. Dezember 1916 wurde hierein Mann zu Grabe getragen, der dem Judentume Ehre gemacht. Herr Eduard Gottlob, Kaufmann und Bürger der Stadtgemeinde, Ehrenkommandant der Freiw. Feuerwehr, ist nach langem) schwerem Leiden am' 7. Dezember im 71. Lebensjahre gestorben. Der Heimgegangene erfreute sich irr allen Kreiserr der größten Hochachtung, welches durch die zahlreiche Beteiligung an der Leichenbestattung deutlich zum Ausdrucke. kam. Er war Gründer der seit 35 Jahren in der israelitischer: Gemeirrde besteheichen Freiwüligen-Fcuerwehr; diese, sowie auch die Wehr der Stadtgerneinde und die Nachbarfeuerwehren von Teschen und Gundrurn gaben ihren: alten Kollegen das Geleite und leisteten dem toten Kameraden beim offenen Grabe die letzte Ehrenbezeugung. Der Verstorbene erwarb sich als rechtschaffener Kaufmann durch sein korrektes Handeln eine geachtete Stellung alshilfsbereiter Mensch ur:d wegen seines bescheidenen Wesens genoß er allgemeir:e Achtung. Er hinterläßt eir:e Witwe und drei Kinder, von der:er: zwei Söhne und ein Schwiegersohn seit langerr: in: Felde stehen. Olmütz. Au: 1. d. M. beging der Erste Karttor und Sekretär der Olmützer israel. Kultusgemeinde, Herr A. Stößler, derzeit Einj.-Freiwilliger beim k. u. k. Reservespitäl Bisenz-Pisek, Objekt II, sei:: 25 jähriges .Anttsjubiläun:. Entsprechend dem Ernste der Zeit, hat er diesen Gedenktag in aller Stille gefeiert. Der Vorstand der Kultusgemeinde hat Herrn Stößler durch nachstehendes Schreiben ausgezeichnet: Sr. Wohlgeboren Herrn Arnold Stößler, I. Kantor und Sekretär der israelitischen Kultusgemeinde Olmütz. Zum 25. Male fährt sich der Tag, an welchem Sie Ihr ganzes, reiches Wissen und Können in den Dienst der hiesigen Gemeinde gestellt haben. Sie haben während der langen Jahre in treuer Pflichterfüllung sowohl die Ihnen übertragenen kantoralen Funktionen in Musterhafter Weise besorgt als auch dem Sekretariate mit rastlosem Eifer gedient und immer ganze Arbeit geleistet. Die israel. Kultusgemeinde erinnert sich gern am heutigen Tage ihres musterhaften Beamten, der fern von uns, im Dienste des Vaterlandes, verhindert ist, die wohlverdienten Ehrungen persönlich in «Empfang zu nehmen und spricht Ihnen durch den Unterzeichneten Präsidenten Dank und volle Anerkennung für Ihr bisheriges Wirken aus Mit dem herzlichen Wunsche, daß es Ihnen gegönnt fein möge, noch eine lange Reihe von Jahren in gleicher ersprießlicher Weise zu Nutz und Frommen dieser Gemeinde zu wirken. Olmütz, am 1. Januar 1917. Der Präsident: Friedrich FisHel, kaiserl. Rat. Tod eines! Warschauer NiaMhÄ.mAlftmiftsi in RMand. H. Aus Warschau wird berichtet: Der „Kuryer Warszawski" meldet, daß der bekannte Naphthamillionär Chain: Kohn., welcher aus! Orlo bei Brest-Litowsk stammte und in Warschau ständigen Wohnsitz hatte, von hier jedoch nach dem Rückzüge der Russen , von diesen nach Rußland verschleppt wurde, gestorben ist. Kohn war Eigentümer vieler Natchthagruben tu Rußland und erwarb sich ein. nach vielen Millionen Rubel zählendes Vermögen. Kohu hat schon während seines Lebens große Sumlnen für jüdische Institutionen in Rußland und insbesondere in Palästina gewidmet, wo er längere Zeit verweilte. Kohn hatte testametttarisch große Beträge snr wohltätige Zwecke gewidmet. Dücrmauk. Am 31. Dezember 1916 verschied hier Herr Markus K o h o r u, Kultusgemeind!evorsteher-Stellvertreter und Matrikenführer unserer Kultusgemeinde, im 73. Lebensjahre. Durch 20 Jahre leitete der Verblichene als Vorsteher die Gemeinde, zu einer Zeit, da die Verhältnisse der Gemeinden gesetzlich noch Kichl geregelt waren. Bis zu seinen! Tode nahm er als Vorsteher-Stellvertreter an der Gemeindewirtschaft noch immer den regsten Anteil und war auch als Gemeindeausschuß und Armenrat iin öffentlichen Leben tätig. An der Beerdigungsfeierlichkeit beteiligten sich, entsprechend seinen Verdiensten, Hunderte von Menschen aus nah und fern. «e. Lhrwürden Herr Rabbiner Josef S a g h e r aus Kuttenplau hielt die Trauerrede, die kantoralen Funktionen versah Herr Kantor Jakob Ziegler, sodann widmete ihm Se. Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. Feuerstein aus Falkenau a. d. Eger Worte ehrenden Gedenkens. Nebst dem Gesamtvorstande der Kultusgemeinde und der Ghewra-Kadischa . waren sämtliche Mitglieder der Gemeinde im Trauergesolge; ferner unter Führung des Gemeindevorstehers Herrn Thomas Müller die Gemeinde-, Vertretung, löbl. Militärocteranenoerein, löbl. Feuerwehrverein, als Vertreter des Lehrkörpers der vierklasfigen Volksschule Herr Lehrer- Josef P öp p er l, k. u. k. Oberleutnant Johann W i e d e r e r, Herr Oberlehrer Josef Wenig aus Kuttenplan, Herr Schulleiter Georg F l e i ß n e r aus Klein-Sichdichfür, Herr Kultusvorsteher Alfred Fischer aus Falkenau. Herr Dr. Artrlr M o h r aus Falkenau und andereinehr: Um-,ihn trauern seine hochbetagte Witwe, vier Söhne und vier Töchter sowie eine zahlreichen Freunde. Zwei Söhne, zwei Schwiegersöhne, wovon einer mit dem eisernen Kreuze ausgezeichnet ist, und ein Enkel stehen im Felde. Redakteur Dr. BMW f. A. Die zionistische Organisation und die jüdische Allgemeinheit in Galizien hat durch das nach kurzen!, schwerem Leiden am 2. d. M. erfolgte Ableben des Chefredakteurs des „Lemberger jüdischen Tagblattes'' Dr. Zwi Bickels einen schweren Verlust erlitten. Gin Idealist, wie man ihn. heutzutage nicht zu oft findet, hat der kaum Dreißigjährige in jüdischen Fragen einen Ernst und eine Reise des Urteils bekundet, die ihn von vornherein für einen hervorragenden Platz in unserer Gemeinschaft prädestiniert erscheinen ließen. Nachdem er sich während der Jnvasionszeit als Mitglied des jüdischen Rettungskoinitees verdienstvoll betätigt hatte, übernahm er unmittelbar darauf die Leitung des „Lemberger Tagblattes", dem heute als einzigem jüdischen Organ Galiziens eine so wichtige Rolle im Hinblicke auf die schwere Krisis der polnischen Judenheit zufällt. Er hat diesen schweren Posten buchstäblich bis zum letzten Atemzuge voll und ganz ausgefüllt. Als ihn schon die Krallen des Todes umfangen hielten, schrieb er noch einen Leitartikel für das ihm so ans Herz gewachsene Blatt. Die Bestattung Dr. Bickels, der auch wegen seiner menschlichen Vorzüge allgemein beliebt war, fand am 3. Januar unter großer Beteiligung statt. Gemeinderabbiner Dr. Euttmann, Redakteur T e n n e n b l a t t, David Hersch T i e g e r als Vertreter des jüdischen Zentralkomitees und mehrere andere Herren widmeten dem Toten ehrende Nachrufe. Ehre seinen! Angedenken. B... Kasse». (Todesfall.) Por wenigen Tagen starb hier der österreichische ' Großindustrielle Alexander Fischel im Alter von 88 Jahren. Er hat die Industrie der gebogenen Möbel in Niemes zu hoher Blüte gebracht. Die letzten 30 Jahre seines Lebens widmete er ausschließlich einer in aller Stille geübten fürstlichen Wohltätigkeit, bei welcher der greise Fabrikant, der bei der Rettung eines seiner Arbeiter bei einem Maschinenunfall die rechte Hand verloren hakte, selbst bis in-das höchste Alter Dachkammern und Kellerwohnungen der Armen aufsuchte. Erführte in Wien, in Abbazia und aus einem Schloß bei Bad Kreuzen einen schlichten aber hochinteressanten Salon,- in dem musikalische und wissenschaftliche Kapazitäten verkehrten, - dessen Mittelpunkt jahrelang. Frau