Mannheim
Compact Memory

Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1917-01-05 · 1 (5.1.1917) · page 9

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
34 (1917)
Issue
1 (5.1.1917)
Date
1917-01-05
Page
– (sequence 9)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3020846-3022248-3022250--25677-3050993
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Sir. 1 Seite 7 Dr. Bloch's Wochenschrift" Ans der Thronsolgerzeit unseres Kaisers. Unter der Ueberschrist: „König Karl IV. und die Juden" schreibt „Egyenlöseg" u. a.: „Als er noch Thronfolger war, hatte König Karl IVauf den verschiedenen Kriegsschauplätzen vielmals Gelegenheit, den Heldenmut jüdischer Soldaten zu belohnen. Von ungefähr zweihundert solcher Fälle hat dieKriegschronik unseres Blattes, die jedoch schon wegen der Natur der Sache keinen Anspruch auf Vollkommenheit haben kamr, Kenntnis, in denen der gewesene Anwärter der ungarischen Krone jüdische Soldaten auf den Kriegsschauplätzen persönlich dekoriert hat. Als die markantesten seien die folgenden Fälle hervorgehoben: Jyr Juni 1915 gratulierte er an der italienischen Front dein Militärarzt Dr. Sigmund Stern zu seiner Tapserkeitsmedaille in besonders warmen Worten. Am 25. September 1915 heftete der damalige Thronfolger dem Fähnrich Andreas Wertes' die große, dem Fähnrich Eugen Gutmann die kleine und dem Fähnrich Arpad Engel die bronzene Tapferkeitsmedaille persönlich an. die Brust. Nachdem er ihnen die Hand gereicht hatte, erkundigte er sich der Reihe nach nach ihrem bürgerlichen Berufe, durch welche Wäffentat sie zur Auszeichnung gelangten, und sprach dann zu federn Einzelnen: „Sie haben sich sehr wacker, sehr tapfer benommen!" Arn 16. Oktober 1915 heftete er dem Fähnrich Andor Abraham im . Honv.-Jnfanterieregiment die Tapferkeitsmedaille 2. Klasse mit folgenden Worten an die Brust: „Ich freue mich sehr, daß ich diese schöne Auszeichnung dem Herrn Fähnrich arr die Brust heften konnte. Sie haben sich tapfer benommen, ihre Aufgabe schön durchgeführt. Ich gratuliere und bin sehr zufrieden." Dann reichte er ihm die Hand. Am 12. Oktober 1915 heftete er dem Oberleutnant Arpad Weisz auf dem nördlichen Kriegsschauplätze eigenhändig das Signum laubig an die Brust und sprach, während er ihm wiederholt die Hand drückte: „Auf Allerhöchsten Befehl drücke ich Ihnen für Ihre heldenmütige Tat meine höchste Anerkennung aus. Ihre Dienstleistung war' von großer Bedeutung." Den Oberleutnant Paul L o s o n c z i des Honv.-Jnfanterieregimentes zeichnete er aus Anlaß seiner Dekorierung mit dem Signum laudis mit einer Ansprache aus und gestattete, daß diese Szene photographiert werde. Eine Reproduktion der Photographie erschien seinerzeit Im ^Egyenlöseg". Hosonczi, der Nachher auch das Militärverdienstkreuz 3. Klasse erhalten hatte, ist am 11. Januar 1916 gefallen. Auch ungarische Rabbiner hatten im Laufe des Krieges die besondere hohe Ehre, vom Thronfolger ins Gespräch gezogen zu werden. Dem Märmaros-Szigeter sephardischen Oberrabbiner Dr. Samuel Danzig gegenüber, welchen der König am 28. Dezember 1914 mit einer Anrede auszeichnete, gab er seinem Beileid für die gefallenen Mitglieder der Marmaroser Kultus gerne in de Ausdruck. Einen Tag später spendete er in Huszt dem Rabbiner I. G r u n w a l d, der die unendlich traurige Lage der Juden im Marmaroser Komitat schilderte, die gütigen Trostworte: „Hoffen wir, es wird alles wieder gut, sehr gut werden!" In den letztvergangenen Wochen wurde dem Thronfolger bei seinem Besuche der Siebenbürger Front der Marosvasarhelyer Oberrabbiner Dr. Franz L ö w y vorgestektt. Er erkundigte sich bei ihm nach dem Schicksal der jüdischen Flüchtlinge. Bei demselben Antasse wurden ihm die Oberrabbiner der Klausenbürger und der Großwardeiner Nekrologengemeinde, Dr. Matthias E i s l e r und Dr. Leopold Kecskemeti, vorgestellt. Zur Zeit seines Aufenthaltes irr Galizien, im ersten Viertel des vorigen Jahres, machten Deputationen vieler galizischen Küttus'gemeinden ihre Aufwartung Keim Thronfolger. Für jede dieser' Abordnungen hatte er ein ermunterndes Wort, einen denkwürdigen Ausspruch." 10. Generalversammlung des Humanitären Vereines „Kurfnrsorze". Mittwoch, den 13. Dezember 1916, 6 Uhr abends, fand im Sitzungssaale der israelitischen Kultusgemeinde die 10. Generalversammlung, des obigen Vereines statt. Obmann Oberarzt Dr. Isidor L. Braun eröffnete die Generalversammlung mit einer Trauerkundgebung für den dahinaeschiedenen Monarchen Kaiser Franz Josef I., die von den Erschienenen stehend angehört wurde. Nach einer Pause von fünf Minuten begrüßte er die Mitglieder des Vereines und die zahlreich erschienenen Gäste. Es waren erschienen: Herr Kultusvorsteher Dr. Jakob D e u t s ch als Vertreter der isr. Kültusgemeinde, Se. Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. Max Grunwald, Frau Margarethe Grunwald, Präsidentin des Franenvereines für den 2. und 3. Bezirk, Frau Direktor Regine Ullmann, Präsidentin der .Weiblichen Fürsorge": die Damen Frau Bertha Donreich, Frau Regine May, ferner Frau Clothilde Benedikt vom Verein „Frauenhort", Frau Eäcilie Frankl, Vizeprüsidentin des Kaiserin Elifabeth-Lehrnmdchen- und Arbeiterinnenheim, und die Vorstandsdamen Frau Josefine Czuczka, Frau Charlotte K i s ch, Frau Dr. Sidonie Kahn, Präsidentin des Döblinger Frauenvereines, Frau Franziska Biermann vom Frauen-Wohltätiakeitsverein des 13. Bezirkes, Fräulein Lea Bondy, Präsidentin des Vereines „Bikur Chaulim". Herr Heinrich Sigall, Delegierter des Vereines der Brodyer. In seiner Ansprache hob Herr Obmarm -Oberarzt Dr. Isidor L. Braun hervor, daß der Verein „Kürfürsorge", für Friedenszeit gegründet, auch im Kriege eine Institution erhielt, die die Not der durch den Krieg heimgesuchten Bevölkerung zu lindern in der Lage war. Der Verein muß sich darauf vorbereiten, in der Friedenszeit die Wunden, die der Krieg geschlagen, im Vereine mit anderen Institutionen zu lindern und zu heilen. In seinem Rückblick auf die Entstehung und Entwicklung des Vereines erwähnte der Obmann die Verdienste des Begründers des Vereines, Herrn Lektor Fried mann s. A., sowie die erfolgreiche Tätigkeit des Damenvorstandes, insbesondere der Präsidentin Frau Dr. Helene Stein, Frau Dr. Sabine Brüll,! Frau Apotheker Martha Raditz, Frau Gisela Weiß. Die Präsidentin des Damenvorstandes,.Frau Dr. Helene Stein, teilte mit, daß das Damenkomitee im Oktober 1913 kreiert wurde. Dieselbe referierte sodann über den Kriegsfreitisch und hob die Verdienste des Herrn Dr. Siegfried Brüll und dessen Gattin anerkennend hervor, die die Räumlichkeiten in ihrem Hause, 20. Bezirk, Wallensteinstraße 55, dem Kriegssreitisch in uneigennützigster Weise für Krieasdauer zur Verfügung gestellt haben. Es habeil sich bei diesem Kriegsfreitisch in aufopfernder Weise betätigt vor allem die Leiterinnen Frau Marrha Raditz, Frau Gisela Weiß und Frau Bertha Weiner sowie die Ehrendamen Frau Dr. Sabine Brüll, Frau Doktor Jeny Bunzlau, Frau Dr. Vilma Bach rach. Frau Anna Bondi, Frau Hansi Adler, Frau Helene Bauer, Frau Elsa Ehrlich-Fr än kl, Frau Eveline Brun n, Frau Henriette Heller, Frau Jda H e r s ch - .m a rr n, Frau Adele I a c o b i. Frau Dr. Ella K i e n. Frau Hoftat Mila Kulka, Frau Irene Löwy, Frau Komm.-Rat Nelly Marchfeld. Frau Regine May, Frau Irene M i r k a, Frau Anna Mord o, Frau Bertha Müller, Frau Nike Papanek. Frl. Bertha R o - sauer, Frau Antonie und Sophie Schnabel, Frau Dora S ch ö n, Fräulein Grete Schwarz, Frau Anna Spiel mann, Frau Direktor Irma Stern, Frau Regine Steiner, Frau Paula U l m a n n, Frau Dr. Emma Wantuch, Frau Bertha Weiner und Frau Dr. Regine Weinstein.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.