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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1917-01-05 · 1 (5.1.1917) · page 8

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
34 (1917)
Issue
1 (5.1.1917)
Date
1917-01-05
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 6 Nr. 1 «SSlr ffVfrti Gemeinsam mit seinem Kommandanten in den Heldentod. Dr. Edmund Fenyves, Fähnrich in einem Honv.- Artillerieregiment, ein junger Kaschauer Advokat, ist einige Monate nach Kriegsbeginn eingerückt. Er war länger als ein Jahr ununterbrochen an der Front, wo er sich als pflichteifriger Soldat bewährte, und hätte am 25. Oktober zum Besuche seiner kranken Frau aus Urlaub gehen sollen. Das Schicksal wollte es jedoch anders. Wie nämlich „Egyenlöseg" berichtet war Fähnrich Fenyves zusammen mit seinem Kommandanten draußen aus Beobachtung, kamen auch zusammen herunter, als sie beide — sowohl Dr. F e n y v e s wie auch sein heldenmütiger Hauptniann —, von einer Granate getrossen, binnen wenigen Stunden, einer nach dem andern, gemeinsam den Heldentod starben. Eiserner Krouenorden nach dem Jode. Wie „Egyenlöseg" meldet, wurde der Oberleutnant Adolf Schnitzer, welcher den Heldentod gesunden hat, für im . Infanterieregiment entfaltetes tapferes und heldenmütiges Verhalten vor dein Feinde mit dem Eisernen Kronenorden Z. Klasse mit der Kriegsdekoration ausgezeichnet. Leutnant Edmund Kzüeky. Edmund Szekely, 23 Jahre alt, Bauzeichner.Leutnant eines Gebirgskanonenregiments, wurde auf den: italienischen Kriegsschauplätze das Opfer einer Lawine. Seine Mutter wurde, wie wir im „Egyenlöseg^ lesen, durch das folgende Schreiben von der erschütternden Tragödie verständigt: Im Felde, am 4. Dezember 1916. Hochverehrte gnädige Frau!- ' ' - Mit großem Bedauern komme ich meiner Pflicht nach, Sie von dem Heldentode Ihres Sohnes Edmund zu verständigen. In schwieriger Position, auf über 3200 Meter Höhe, im KanrpÜ erreichte ihn das nicht nur für Sie. hochverehrte Gnädige, sondern auch für uns alle, seine Kameraden, so traurige Schicksal. Ein schwacher Trost sei Ihnen, daß er in edelster Erfüllung seiner Pflicht, welche inun auch wieder durch eine Dekoration ihre Anerkennung findet, gefallen ist. , Lchr Sohn Edmund swurde mit allen militärischen Ehren und soweit als möglich -rituell beerdigt. Er ruht in einem von seinen Kameraden gewidnreten Metallsarge auf dem Soldatenfriedhofe zu Eanazai an der Dolomitenstrahe. Ihnen nochmals mein Bedauern aussprechend, verbleibe ich Ihr ergebener Josef K r e n m a y r, Hauptniann, Bataillonskommandant. Zwei Brüder des Verstorbenen, welcher zum zw eite nmale an der Front war, sind ebenfalls auf dem Kriegsschauplätze und Besitzer von Auszeichnungen. gut Ietdraböiner am Totenbette eines katbokifchen Soldaten. Maurice Barr es erzählt in seinen Kriegsberichlen inr „Temps" die folgende schöne Episode aus den Kämpfen bei St.-Die: In der Gegend von Taintrux geriet Ende August ein Hilfslazarett des 14. französischen Armeekorps in Brand. Im heftigen Feuer des Feindes wurden die Insassen, gegen 150, meist schwerverwundeie Soldaten, aus dem brennenden Geblände geschafft. Unter ihnen befand sich ein Sterbender, der römisch-katholisch war und um den Beistand eines Priesters bat. Da weit und breit kein anderer Geistlicher zu erblicken war, rief ein Kamerad des schwer Leidenden den zufällig in der Nähe weilenden jüdischen Feldrabbiner Abraham Bloch herbei. Als dieser sich davon überzeugt hatte, daß der Sterbende katholischen Glaubens war, ließ er sich ein Kruzifix bringen und reichte es denk Sterbeirden zum Kusse. Kurz darauf wurde der Feldrabbiner, der im Frieden Oberrabbiner von Lyon gewesen war, schrver verwundet. In den Armen e i n e s Jesuitenvaters hauchte er sein Leben aus. Ein Feldpostbrief Der Infanterist Abraham Fried m a n n vom Infanterieregiment schreibt uns: „Wenn ich von meinen Kriegserlebnissen Mitteilen soll, so muß ich zunächst das neue Institut der Militärrabbinen erwähnen, welches einzelne tüchtige Männer nach der Front entsendet hat, die sich der jüdischen Soldaten eifrig annehmen. Ein solcher ist Herr Rabbiner Dr. Samuel Nagelberg, welcher derzeit als Militärseelsorger bei der .... L.-J.-T.-D. im Felde (Südfront) wirkt. Er wird wegen seines Wirkens nicht bloß von den jüdischen Soldaten, die er betreut, sondern auch von den Offizieren geschätzt. Man isieht ihn in der Etappe, man sieht ihn auch in dem Schützengraben. Keine Gefahr kennend, übt er seine seelsorgerische Tätigkeit aus und spricht den Soldaten in liebevoller Weise Mut und Gottvertrauen zu. Zu sden Verwundeten begibt er sich, selbst das größte feindliche Feuer nicht scheuend, um ihnen in väterlicher Weise Trost und den Sterbenden oft ihre letzte Bitte zu erfüllen und ihnen die Augen zuzudrücken. Die Soldaten erfreut er mit Liebesgaben, wie Tefilin, Gebetbücher, Zedakel, Zigaretten rc. Es ist begreiflich, daß auch die militärischen Vorgesetzten für das Wirken dieses Feldrabbiners Anerkennung haben." Korrespondenzen. Die Krönung in Budapest. - „Egyenlöseg" meldet: Mit Genugtuung notieren wir es, daß die Teilnahme der ungarisch-jüdischen Konfession an dem öffentlich-rechtlichen Akt und an der historischen Feier der Krönung König Karls IV. in einer, den gegenwärtigen Verhältnissen entsprechenden Weise geregelt wurde. Die Lösung der Frage schien schwierig zu sein. Die katholische Kirche hat bei der Krönung auf Grund eines uralten Rechtes eine dominierende Rolle inne. Die.später sich entwickelten christlichen Kirchen versehen wohl bei der Krönung keine religiösen Funktionen, sind jedoch dadurch, daß ein Teil ihrer Funktionäre in dieser ihrer Eigenschaft Mitglieder des Magnatenhauses sind, als Kirchengemeinschaft beinr Krönungsakt anwesend. Die israelitische Konfession wurde wohl durch den .Akt der Rezeption in die Reihe der historischen Konfessionen Ungarns erhoben, haben aber andererseits bisher im Magnatenhause noch keine Vertretung erlangt. Die ungarische Judenschaft konnte jedoch anläßlich dieses nationalen Ereignisses nicht umgangen werden. Die Frage wurde daher auf die Weise erledigt, daß in der Krönungskirche in Vertretung, der Konfession, bezw. der israelitischen Distrikte/ seitens der israelitischen Landeskanzlei erschienen sind: Dr. Franz Mezey, Vizepräsident der israelitischen Landeskänzlei, Dr. Sigmund Nein es, Reichstagsabgeordneter, und Dr. Isidor Roza d e V a r - he ly, Reichstagsabgeordneter, als Distriltspräsidenten. Auf der Tribüne des Finanzministeriums erhielten Plätze zugewiesen: in Vertretung der Pester Religionsgemeinde Vizepräsident Dr. Moritz Stiller und die Vorsteher, königl. Rat Dr. Friedrich Kalla sz und Wilhelm Grauer; für die Ofener Kultusgemeinde Präsident Dr. Isidor S z a b' o l z i; für die Altofener Kultusgemeinde Präsident königl. Rat Dr. - Josef Ster n. In Vertretung der Orthodoxen nahm an der Krünung'sfeier der Präsident der Pester orthodoxen Kultusgemeinde Abraham Freudiger de Obuda teil.

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