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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1916-12-15 · 49 (15.12.1916) · page 9

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
33 (1916)
Issue
49 (15.12.1916)
Date
1916-12-15
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Sic. 49 Tr. Bloch'S Wochenschrift Seite 7 fibcut des ^Vereines zur Hebung der Gewerbe, haben ihr Fernbleiben entschuldigt. Der Obmann des Exekutiv-Komitees, Herr Moriz L o n n e it f ch e i n, verliest den Jahresbericht, in lvelchem einleitend das Ableben des Schriftführers des Vereines, des Herrn Dr. Gustav Lang st e i n, der dieses Ehrenamt seit Gründung des Vereines in eifrigster, hin gebuugsvollster Pflichterfüllung versehen hat. bekanntgegeben wird. Ferner hat der Verein im abge'-ansenen Jahre dea Verlust von weiteren zwei Mitgliedern des Vorstandes, der Herren Philipp L ö w y und Leo S ch l o ß, zu beklagen, die sich ebenfalls unermüdlich mit ihren reichen Kenntnissen und Erfahrungen in den Dienst des Arbeitsnachweises stellten. An Stelle des Herrn Dr. (Gustav L a n g st e i n wurde Herr Dr. Rudolf Fürth zum Schriftführer gewühlt. Die Vermittlungstätigkeit des Berichtsjahres 11) 15/16 hat unter der mächtigen, .normale Arbeit fast ansschließenden Einwirkung der Kriegszeit gestanden. Die Zahl der Arbeitnehmeranmelduugeu sank dementsprechend von ihrem vorjährigen Tiefstand weiters auf 3847 gegen 8234 im letzten Friedensjahre: die Zahl der Arbeitgeberanmeldungen auf 3316 gegen 5013 int Vorjahre. Besonders auffallend ist der Rückgang in der Zahl der Besucher, die int abgelausenen Berichtsjahre 7034 betrug gegen 49.629 im letzten Friedensjahre. Die Gesamtzahl der seit Bestand des Vereines durch geführten Vermittlungen beträgt 48.623. Der Bericht verweist auf die mannigfacheil Ursachen des erwähnten Rückganges, zu welchen insbesondere die mehrfachen militärischen Musterungen gehören. Der Vermittlung von Kriegsinvaliden hat der Arbeitsnachweis sorgfältige Ausmerksamleit zugewendet und einen großen Teil der gemeldeten Kriegsbeschädigten nach dem Maße ihrer Arbeitsfähigkeit plaziert. Herr Dr. I. Sam ne ly spricht dem Vorstande des Vereines den verbindlichen Dank des Kultusvorstandes sür die bisherigen segensreichen Leistungen des Arbeitsnachweises nn Interesse der jüdischen Bevölkerung aus und gibt der zuversichtlichen Hoffnung Ausdruck, daß der Arbeitsnachweis nach Eintritt normaler wirtschaftlicher Verhältnisse seine soziale Aufgabe voll und ganz erfüllen wird. Nachdem der Kassier des Vereines, Herr Eduard Schwarz, den Gebarungsausweis zum Vortrag gebracht hatte, wurden der Bericht und der Rechnungsabschluß einstimmig genehmigt. Bei den hierauf vorgenommenen Wahlen wurden die statutengemäß ausscheidenden Vorstandsmitglieder, die Herren' Richard B e t t e l h e i m, Map F l e i s ch u e r und Kommerzialrat Gottlieb Kantor, mit Srimmeneinhelligkeit wiedergewählt. An Stelle deS verstorbenen Vorstandsmitgliedes Dr. Gustav Lang stein wurde Herr Richard Petschekp-r m-. lnmaNl'M'm in de'k Vorstand gewählt. Hierauf schloß der Vorsitzende miwarmen Damesivorten an die Versammelten die Sitzung. Patriotische Kundgebung der „Oesterr.-Fstael. Union". Für den 9. d. M. hatte die „Oesterr.-Israel. Union" in dem Festsaale des Hotels „Continental" eine frei zugängliche Vereinsversammlung einberufen, in welcher Herr Rabbiner Dr. Max Grunwald einen Vortrag ü'.er das Thema: „Kaiser Franz Josef I. und die Stellung der Juden in Oe ft e r r e i ch" hielt. Die sehr zahlreich besuchte Versammlung aest.il?e:e sich zu einer überaus feierlichen und eindrucksvollen Kundgebung der Dankbarkeit sür die von Kaiser Franz Josef der österreichischen Judenschaft gewährten'staatsbürgerlichen Gleich stellung und zu einer begeisterten Huldigungsmanisestation für Kaiser Karl I. Unter den Anwesenden befanden sich die Herren: Landtagsabgeordneter Dr. Philipp Ritter v. Gomperz, Hofrat Professor Dr. Adam Politzer, die Wiener Kul tusräte Landesschulrat Dr. Markus Spitzer, Dr. Hein rich S ch r e i b e r, S. B r o d und Emanuel r ü nwal d, als Vertreter der Kultusgemeinde Triest: Ludwig G r et it t ch ft ädte n, der Kultusgemeinde Lemberg: Rabbiner Dr. S. W. Guttmann, der Kultusgemeinde M ä h r. - O st r a u: Feldrabbiner Dr. R. F ä r b e r, der Kultusgemeinde St. Pölten: Vorsteher Albert Leicht, der Kultusgemeinde Marienbad: Oberkantor Goldenberg; ferner Reichsratsabgevrdueter Doktor Benno S t r a u ch e r, die Feldrabbiner Militärseelsorger Doktor A. Frankfurter, Dr. Funk, Dr. Habasch, Dr. Weiß, die Bezirksräte Dr. Stialitz und Doktor S ch u e v p, der Vizepräsident der Armenanstalt M. A. Polka c, Sekretär Dr. Emil Adler, die Amtsleiter Rudolf Kraus und Wilhelm Freistadt, die Professoren Dr. Ludwig Singer, Schulrat Stiaßuy und Dr. Vigdor Aptowitzer, Hosrat Dr. Schlag, Stabs arz! kaiserlicher Rat Dr. Krüger, Ortsschulrat Josef Fuchs, der Obmann des Vereines „Treubund" Ignaz Glück, Vertreter zahlreicher Tempelvereine ustv. Entschuldigt hatten sich Kulrusvorsteher Salo Cohn, Rektor Prof. Dr. Schwarz und Regierungsrat Dr. S. F r a u k f u r t e r. Znstimmnngsluudgebungen waren eingelangt von den israelitischen Kultusgemeinden A u ß i g, B a d e n bei Wien. E g e r. Friedet M i st e k, 0' a b l o u z, G r a z, I n n S b r u ck, K o l i n. K o rn o t a u. Krakau, Le ipit i k, Le m be r g, N ikols b u rg. T r i e st, Trauten« u und W r. Neu st a d t. Vizepräsident Dr. O raste in eröfsnete die Ver sammlung mit herzlichen Begrüßungsworten und wies auf die unvergänglichen Verdienste hin, ivelche weiland Se. Majestät Kaiser Franz Josef I. sich um die Gleich stellung, mit die geistige, kulturelle und wirtschaftliche Entwicklung der österreichischen Judenschast erworben habe. Ihren Ausdruck findet die politische (Reichberechtigung insbesondere in dem Staatsgrundgesetze über die allge meinen Rechte der Staatsbürger, durch rvelches Glau bens- und Gewissensfreiheit gewährleistet, die Zugang lichkeit der öffentlichen Aemter auch für die Angehörigen des jüdischen Glaubens, die Freizügigkeit und die unbe schränkte Ausübung jedes Gewerbes statuiert wurde. Der Vorstand der „Oesterr.-Jsr. Union" habe geglaubt, durch eine feierliche öffentliche Manifestation der uuoerlösch lichen Dankbarkeit für diese den Juden Oesterreichs ge währte Rechtsgleichheit Ausdruck geben zu sollen. (Leb Hafter Beifall.) Sodann hielt Herr Rabbiner Dr. Mar Grün w a l d, beifällig begrüßt, den angekündigten Vortrag. Auf Grund tief eindringender historischer Studien schil derte der Redner zunächst den Zustand der Juden in Oesterreich im Vormärz und zeigte sodann an Per Hand eines reichen Materials die auffteigende Entwicklung der Juden auf alten Gebieten des öffentlichen Lebens, wie sich dieselbe in der Regierungszeit Kaiser Franz Josefs vollzogen hat. Er schilderte weiters die persönliche Anteilnahme des verewigten Kaisers an dieser Entwicklung und das Wohlwollen des edlen Monarchen, welches in zahlreichen Aeußerungen über den Patriotismus!/ die Kaisertreue und die sittlichen Eigenschaften der Juden zutage trat. Die Schlußworte d es Vortragenden, welche in Anlehnung au die biblische Erzählung von dem Provheten Elias, der in einem flammenden Gewittersturm den Blicken der Irdischen entschwand, während sein wund erwirkender Mantel zurückblieb und von Elischahu ausgenommen wurde, den neuen Kaiser Karl als den Erben des Geistes

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