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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1916-12-15 · 49 (15.12.1916) · page 10

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
33 (1916)
Issue
49 (15.12.1916)
Date
1916-12-15
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seite 818 Tr. Bloch L Wochenschrift Nr. 49 \mb btr nljabcitfcn HerrschortugLlldell Kaiser Franz Josefs feierten, wurden von der Versammlung siehe-ld angehört und mit lebhafter Zustimmung begrüßt. Vizepräsident Dr. D rnstein dankte dem Vortragenden herzlichst für die ausgezeichnete In erpret'emng der Dantesgejühle,- welche in den Herzen aller jüdischen Staatsbürger für Kaiser Franz Josef dauernd sortleben iverden, und brachte zur Kenntnis der Versammlung, daß der Vorstand der ,,DesGrr.-Jsr. Union" die nachfolgende H u l d t a u n g s in a n i fe fl a t r o n bejchlo'sen habe, bei deren Verlesung die Anwesenden sich von ihren Ziten erhoben „Wir begrüßen die Thronbest igung Sr. Mase'a des Kaisers Karl I. in angestamnUer Treu? und huldigender Ehrfurcht. Die feierliche Zusage, daß Ze. Majestät die verfassungsmäßigen Freiheiten Hochhalten und die Rechtsgleichheit aller sorgsam hüten wolle, erjüllt uns mit der freudigen Zuversicht; däß es auch buter dem erhabenen Szepter Sr. Majestät Kaiser Karls I. dbn österreichischen Staatsbürgern jüdischen Glaubens vergönnt sein tverde, in brü'lcr-ichec Eemeinschast mit allen Bevöllcrungsilaste i beiA»t''agen zum enkg'lligeu Siege unserer Waffen, zum dauernden Bestände und zur Größe unseres teuren Vaterlandes." Diese Kundgebung wird in geeigneter Weise au. die Stufen des Allerhöchsten Thröues geleitet wertei. Wien. Am Donnerstag,- 7. November, hielt der .Verein zur Hebung der Gewerbe in Wien" eine zahlreich besuchte T r a u e r v c r s a m m l u n g ab. Der Präsident des Vereines, Herr S. Brod, eröffne e dieselbe mit folgender feierlichen Ansprache: „Hochgeehrte Trauerversammlung! Jung und alt. hoch und nieder. Männer und Frauen, wir stehen Alle unter dem Eindrücke eines großen, traurigen, tieferschütternden, ja weltbewegenden Ereignisses, des Ablebens Sr. Majestät, unseres allergnädigsten Kaisers Franz Joses I.. So wie jeder von uns, meine Herren, daran gewöhnt ist, t ä g -! i ch ,die Lichte >dcs Morgens, den Aufgang der Sonne, das Dunkel des Abends und das Leuchten zahlloser Sterne am Firmamente zu sehen und zu beobachten so wie jeder von uns, meine Herren, daran gewöhnt ist, täglich nach vollbrachter Arbeit zu seinem Familienherde zurückzukeh:en und die Häupter seiner Lieben zu Wählen, und wenn keines fehlt, sich herzlich und inniglich mit denselben zu freuen, so waren wir auch Alle bis zur Stunde daran gewöhnt, ja selbst die ältesten Bewohner unseres großen Vaterlandes, täglich von unserem Kaiser Franz Josef I. zu hören, zum mindesten in den ersten Spalten der Tagesjournale von ihm zu lesen. Und nun, nach fast 7 0 Jahren, soll die Sonne, die uns so lange bestrahlet und erwärmt hat, für innncr für uns untergegangen fein? Wir sollen, nach wie vor, auch weiters an unsere Tagesarbeiten schreiten, aber der e r st e Vorarbeiter, der uns jederzeit als Muster und Beispiel seltenen Fleißes und unermüdlicher Tätigkeit vorangeleuchtet, ich sage, wir sollen den ersten Vorarbeiter nicht mehr aus seinem Ehrenposten vorsinden? Der 2 1. November 1916, er wird für uns jederzeit ein ernster, bedeutungsvoller Tag bleiben, für jeden Bewohner unseres Vaterlandes wird er gewissermaßen einen Lebensabschnitt bedeuten, ja noch rnehr, mit diesem Tag: sind wir in eine neue Aera eingetreten; denn die alte Aera, sie ist mit Kaiser Franz Josef I. zu Erabc getragen worden. Was Kaiser Franz Josef I. für sein Reich und für jeden seiner Untertanen gewesen, das in Worten zu schildern, übcstasse ich berufeneren Rednern. Aber Eines drängt mich als schlichter Alaun aus dem Volke, als Mann der Arbeit, im Sinne und im (Leiste vieler Hunderttausender meiner Standes- und Berufsgenossen, aus tiefster. innerster lleberzeugung zum Ausdrucks zu bringen: Ich habe nämlich die Empfindung, daß uns Allen mit dein Ableben unseres geliebten Kaisers Franz Josef L das Beste von unserem Vesten verloren gegangen ist. Das Andenken an ihn, wir werden es unseren Kindern und Kindestindern tief einprägen, denn ein Monarch init f o hervorragenden Hcrrfchertugenden hat sich wohl ein ewiges Andenken bei feinen Völkern verdient gemacht. Leider bat er uns im Weltenkriege verlassen müssen. Es war ihm nicht vergönnt, den Frieden, für den er im Leben die denkbar größten Öpftr gebracht, zu erleben, jenen Weltenfrieden. nach dem wir uns Alle so sehr sehnen, wie der Dürstende nach einem kühlenden Trünke lechzt. Sv -möge denn sein hoher, «verklärter Geist in des Himmelshöhen seinen Einzug halten, möge er berufen sein, an dem Throns des Allerhöchsten Fürsprache zu halten für die endliche Herbeiführung des langersehnten Wellenfriedens. Gesegnet sei das Andenken Sr. Majestät unseres allergnädigsten Kaisers Franz Josef I. in alle Ewigkeit." Damit erkläre ich den offiziellen Teil unserer heutigen Versammlung für geschlossen. Irr einer zweiten Versammlung > es Vereines Irc'tcu die Herren Archi eklen Friedrich Schön intb C to L a lt Vvrträge über: „D i c g e s e tz l i ch e U m cj e st a I tu u g d e s bau g e w e r b l j ch t’ n. K reditv c r eine s". Die Vorträge sanken großen Beifall. Belehrend wirkte eine daran geknüpfte Debatte icr He ren Gemeinderat. Siadrbaumeister M e l ch c r, Schriftführer Franz F r a u k l li. a. m. Um 11 Uhr nachts schloß der Präsident die Versammlung- H umruitärer Verein „L.msto'dst'1d'er Kink kt schütz". Dieser Verein, der Heuer seinen 30 jährigen Bestand begehen konn.'e, veranstaltete Sonntag, den 10. Dezember, im Festsaaw de: Börse für landwirtschaftliche Produkte die Bekleidung von fast 300 Ki denn m.N Unterkleidern und Schuhen. Ter Ve.einsobmann Hofrat Dr. Julius Schlag gab in feiner Festrede zunächst der tiefen Trauer über das Hinscheiden des Kaisers Franz Josef I. in wärmsühlenden Worten bered'en Ausdruck. Dieser Kundgebung folgte eine begeistert aufgenommene Huldigung für das neue Herrscherpaar. In einem kurzen Rückblicke über die Geschichte des Vereines teil;e der Redner mit. daß bisher 7000 Kinder ohne Unterschied der Konfession und Nationalität bel.eidet wurden und daß der Verein seit Kriegsbeginn, trotz der erschwerten Verpflegungsmög'ichtei'en, dir tägliche Aussprisung von Flüchtlingskmdern in seinen Wirkungskreis ausgenommen habe. Bis jetzt wurden 16,000 Mahlzeiten verabreicht. Diesen gesteigerten Anforderungen tonnte nur durch das mühevolle Zusammenwirken aller Mitglieder des Vorstandes Rechnung getragen werden. Namens des Ärmenratcs dankten dessen Obmann Herr Franz Junghoser und in Vertretung der Bezirksvorstehung Herr Bezirksrat Philipp B a ck für dies? charitative Tätigkeit. Der Vizepräsident des Vereines „Pestalozzi", Herr Josef Stern, und Herr Bürgerschul- Direitor M. Sec r verdolmetschten den Dank der Jugend. In innigen Worten beglückwünschte Herr Rabbiner Dr. Grunwald den "Verein zu seinen Erfolgen. Außer den Genannten waren unter den zahlreich Erschienenen zu bemerken: Herr Rabbiner Dr. F v n i und Gemahlin. Herr Alfred L e m b e r g e r. Präsident des Vereines „Pestalozzi", Herr Amtsleiter Rudolf Kraus, Herr Vemhard H o f b a u e r, Präsident des Vereines ./Einheit", Herr Dr. Kohn als Vertreter des Vorstandes des Kaiser Franz Josef- Huldigungstempels im 2. Bezirke, Frau Dr. Grunwald und Toch es. Herr Oberlehrer Kohn, Herr Bürgermeister Dr. Weisk i r d) n c r hat sein Fernbleiben entschuldigt. Vermischtes. Wien. Die öffentliche Plenarsitzung des Vorstandes der israel. Kultusgemeinde Wien findet am Sonntag,- den 17. Dezember 1916, 10 Uhr vormittag s, im Sitzungssaale der israel. Kultusgemeinde Wien, 1. Bezirk, Seitenstettengasse 4, 2. Stock, statt. „Hilfskommission 1915 für Palästina". Wien, 5. Bez., Frankenberggasse 14. Srpiagogenvercin „Beth Israel", Wien, 2. Bez., Kr. 277.-—; S. Teweles, Prag, statt Kränze aus das Grab des Herrn David Abel. Protunst und Sekretär der Lebensversicherung „Allianz", durch Brüder Weltsch, Wien, 50.—, Gabriel Abeles, Triest, und Moritz Schwarzkopf. Jglau, je 25. -, zusammen 100.—; Bürgermeister David Spitzer, Leipnik, 40.—; Rabbiner Dr. Abraham I. Mark. Linz, 27.80; Modewarenhaus Ignaz Wodicka, Wien, 21. Bezirk, 20.-; F. Fröhlich. Wien, Samuel Felin, Zywier, je 10.—; Emanuel Kohn, Wien, Advokat und Militäroerteidiger Dr. Juda Peiper, Krakau, je 5.-; Dr. I. Brings, Wien, 4.—; Sigd. Wechsberg, Friedland bei Mistck, 3.—; Eduard Wiener, Saaz, Karl .Krieshaber, Trautmannsdorf a. L.. je 2.—.

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