Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 32 (1915)
- Issue
- 33 (13.8.1915)
- Date
- 1915-08-13
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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9t£3 Sette 611 Dr. Bloch's Wochenschrift Gin gemeinschastkicher Iekdgottesdienft. Mein Freund, Dr. S ich e r, derzeit Feldrabbiner des Krakauer Militärkommandos in Olmütz, schreibt mir: „Das siegreiche Vordringen unserer Truppen über Krasnik und Lublin erinnert mich unw.llkürlich an die Zeit vor Iahresf i t, als ich mit der Division, der ich zugsteilt war, .in dieser Gegend zäher Kämpfe weilte. Unmittelbar nach dem schönen Siege von Krasnik hatte unsere Division am 26. August einen Gottesdienst veranstaltet, dessen Eigentümlichkeit wohl allen Teilnehmern stets in Erinnerung bleiben wird. Gegen Mittag wurden verschiedene Truppengattungen in einem mächtigen Halbkreise aus einer Wiese bei Rudnik-Pulankowice versammelt, auf der sich zwei mächtige, alte Bäume auf sanfter Anhöhe befanden. Unter ihnen wurde aus den Gegenständen der Feldkapelle ein Altar errichtet, auf welchem der alte Divisionspfarrer P. Ief. Sieprawski e'ne stille Mcs'e zelebrierte. Unweit vom Altar stand der ganze Divisionsstab mit dem Divisionär Sr. Erzellenz Herrn Feldmarschalleutnant N a st op i l an der Spitze. Nach der stillen Messe traten die Truppen näher. Der evangelische Frldkurat D u c o m a i n h'elt auf der Kiste, in welcher die Gegenstände der Feldkapelle geführt werden, eine feurige deutsche Ansprache. Nach ihm sprach ich tschechisch zu den Truppen. Ich ging von den die Flucht des Feindes schildernden Worten in 2. Kön. 7.9. aus: „fteute ist ein Tag froher Botschaft gekommen, wie könnten wir da schweigen." Gedachte dann der vielen vorzüglichen Offiziere und der. Mannschaft, die im gestrigen und vorgestrigen Kampfe dem Vaterlande ihr Sein opferten, ermahnte zur tapferen Fortsetzung des Kampfes, indem ich die Prophetenworte „Haben wir nicht alle einen Vater", -auf den greisen Landesoater der bunten Völkrrfamilie, deutete. Die Ansprache scheint aus die Truppen, denen sie galt, Eindruck gemacht zu haben, denn ich wurde nachher mit vielstimmigen, freudige,! Nazdarrufen begrüßt. Auch den y^e'nl;; fis.. ,t»cfriqt igt zu haben, denn der Herr Eeneralstabschef erbat sich ihre Niederschrift fürs Archiv. Für die Griechisch-Katholischen unter ihnen h'elt noch der griechisch-katholische Feldkurat Zeno K a l e n i n k eine Messe ab. Dann zogen die Truppen wieder gegm den Feind ab." G. R. Wiluesse Küche für rnsstsche Kriegsgefangene in Deut sch kan d. Von allen Kriegsgefangenen haben es die russischen Juden, welche in Gefangenschaft geraten, insoferne am schlechtesten, weil unter ihnen eine überaus große Zahl solcher ist, welche in ihrem bürgerlichen Leben sich strenge an die. jüdischen Religionsgesctze zu halten gewöhnt sind. Dieses Festhalten an die religiösen Vorschriften haben sie auch während ihrer Militärdienstzcit und auch im Felde nicht ansgegeben und halten auch strenge daran, wenn sie in Kriegsgefangenschaft geraten. Dieser ernsten und unter den schwierigsten Umständen sich betätigenden Religiosität hat nun, wie dem „Az Est" aus München telegraphiert wird, die bayerische Kriegsverwaltung Rechnung getragen. Laut dieser Mitteilung hat das bayerische Kriegsministerium gestattet, daß diejenigen russischen Kriegsgefangenen, welche sich strenge an die Gesetze ihrer Religion halten, in einem besonderen Lager rituell zubercitete Kost erhalten. Das bayerische Kriegsministerinm sah sich zu diesem Zugeständnisse durch die Wahrnehmung veranlaßt, daß diese russischen Kriegsgefangenen bisher konsequent jede Fleischnahrung in der Kriegsgefangenschaft abgelehnt haben. Auszeichnungen jüdischer Krieger mil dem Eisernen Kreuze. Bisher wurden 3532 mitgeteilt, in der vorliegenden Nummer 86, zusammen 3618. Augsburg. Samuel Lemle, Unteroffizier im 1. bayr. Futzartillerieregiment, Munitionskolonne für schwere Haubitzen. Berlin. A. Blumenfeldt, Leutnant d. R. im Landwehr- Infanterieregiment Nr. 9, stud. phil.; Dr. E. Kretschmer, Offizier-Stellvertreter, Mitglied der jüdischen Turncrschast; Leutnant Georg Lachs,- Siegfried Latte, Unteroffizier d. R., zurzeit kommandiert zum Baue eines Rekrutendepots in R.; Kurt Pächter, Unteroffizier, Referendar; Georg Taenzer, Leutnant in einem Reserve-Infanterieregiment; Paul Wallach, Unteroffizier in einer Feldsliegerabteilung; Off'zier - Stellvertreter Alfred Lewkonja. . Berlin-Grünau. Dr. Rudolf D i e n e m a n n, Assistenzarzt im Feldlazarett der Garde-Kavallerie. Berlin-Grunewald. Ernst Meyer, Bataillons- und Assistenz- Arzt. Berlin-Schönebrrg. Fritz Bamberg, Kriegsfreiwilliger, Offizier-Stellvertreter beim Eardetrain, Stadtverordneter; Dr. Hans Mosse, Leutnant d. R., Referendar. Berlin-Steglitz. Georg Buchholz, Gefreiter in einem Reserve-Infanterieregiment. Berwangen (Baden). Julius Falk, Kriegsfreiwill'ger, Unteroffizier im 2. badischen FeldartilleriLlegiment Nr. 30, auch mit der Badischen Verdienstmedaille ausgezeichnet. Bielefeld. Walter Weiß, Einjähriger, Kriegsfreiwilliger im Ersatzbataillon des Infanterieregiments Nr. 57, unter Beförderung zum Unteroffizier. Borghslz. Paul Neustadt, Gefreiter im Brigade-Ersatzbataillon 28. Bremen. Paul David, im Infanterieregiment Nr. 75. Breslau. Hermann Freund, Kriegsfreiwilliger, Unteroffizier, bei einem Feldarlilierieregiment -im Westen; Martin Knoche, Einjähriger Kriegsfreiwi I ger, Eefrei'er, Te'-Bat. IV (Karlsruhe^. Charlotlenburg. Kurt Gr aff, Kriegsfreiwilliger, Unteroffizwr in einem Infanterieregiment, Architekt; Dr. med. Edmund H' a drä, Frauenarzt; Fritz Neuburger, Unteroff'zier; Flitz Weinkauf, gleichzeitig zum Unteroffizier befördert. Dreieichenhain. Otto Strauß, Unteroffizier im 18. Trainbataillon. Dresden. Franz Jakob, Leutnant d. R. Eimelrod (Kassel). Mar Schild, Unterosshier im Infanterieregiment Nr. 30. Elberfeld. Mar Götze, Kanonier im Reserve Feldartillerieregiment Nr. 21; Sali.) Herz, Unie.osf'z'er im Re erve-Insanterieregiment Nr. 171. Emmendingen. Otto Weih V'z:si.l:Webe'. Efsen-Ruhr. Musketier Herbert Oppenheimer, zurzeit verwundet. Frankfurt a. M. Dr. Alfred Kirschbaum, Offizier-Stellvertreter bei der 11 bayr. Diviäon, 2. Artiller e-Muni ionskolonne; Karl Liebmann, Offizier-St.livertre'er, Reeerdcr; Hermann M a n d e l b a u m, Un'eroff z'er in eirem Landsturm-Er atzbata l on, zurzeit schwer verwundet; Dr. R. Michel, Oberleutnant. Friedrrchstadt (Eider). Arnold L e v y, Offizier-Stellvertreter in ejnem Futzartillerieregiment. Gerolzhofen. Phil'pp Selig, Leutnant der Reserve im Füsilierregiment Nr. 40. ' Hamburg. Robert Heller, österreichischer Fähnrich, Mitglied der jüdischen Turnerschaft; L. Katzmann, Vizeseldwebel, Mitglied der jüdischen Turnerschaft; Erwin May, Leutnant d. L., Inhaber der Export- und Importfirma Ed. Weber u. Co.; Paul Roth gieß er, Kriegsfreiwil'ger, Gefreiter beim Infanterieregiment Nr. 17, zurzeit verwundet; Richard Samson, Vizeroachtmeister, Inhaber der Bank- und Kommissionsfirma D. Samson; Arthur Schwarz. Kanomer; Dr. Ernst B r e i t e n st e i n, am 7. Juli bei einem Angriffe aus feindliche Stellungen gefallen. Hamme bürg (Untersranken) Manfred Leven, beim 18. bayerischen Infanterieregiment, zurzeit verwundet hm Rejervelazarett Friedberg in Hessen. Hannover. Mar F r ä n k e l, Unteroffizier im Infanterieregiment Nr. 74. Malermeister. Karlsruhe. Saly Auerbachsr, unI: Beförderung zum Vizefeldwebel beim Reserve-Infanterieregiment Nr. 12^, Maschinengewehrkompagnie. Kattowitz. Daniel S o r s k y, Gefreiter. Konstanz a. B. Alfred Maier, Unteroffiz'er d. R. Lich (Oberhessen). Siegmund Chambre-, Unteroffizier der Reserve im Landwehr-Infanterieregimrnt Nr. 116. Lichten,els (Bayern). Anton Bamberger. Liegnitz. Kriegsfreiwilliger Rudolf K ü h n b e r g. Mannheim. Wlhklm Hört er ( esa len); Ludwig Iacobi, Offizier-Stellvertreter, Inhaber der Badischen Verdienstmedaille (gefallen). Memel. Erich Cohn, Kriegsfreiwilliger.