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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1914-12-18 · 50 (18.12.1914) · page 12

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
31 (1914)
Issue
50 (18.12.1914)
Date
1914-12-18
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite £84 Dr. Blochs Wochenschrift. Nr. 50 Beispiel seines Schwiegervaters folgend, wiederholte der Besitzer der Erzherzog Karl-Apotheke Herr Emil Silb'erstein, der auch sonst humanitär sich ganz außerordentlich betätigt, die Feier und bewirtete und beschenkte weitere siebzig Flüchtlinge in gleicher Weise. Innigster Dank wurde ihm dafür zuteil. Chanukka-Festjause im Elteruvereiu „Pestalozzi" des II. Bezirkes in Wien. Der nimmermüde Präsident Herr Arnold Lemberger mit dem regen Ausschuß und dem verdienstvollen Damcnkomitee des obgenannten Vereines, der seit Kriegsausbruch täglich viele Hunderte von Kindern cinberufener Väter ohne Unterschied der Konfession mit warmer Mittagskost versieht, lud für den 2. Chanukkaabend am verflossenen Sonntag 100 Knaben und Mädchen zu einer besonders schön arrangierten Festjause, II., Große Sperlgasse 32 ein, der viele Ehrengäste beiwohnten. Herr Bezirksrat Filipp B a k begrüßte die Versammlung in prächtiger Rede und überbrachte im Namen der Bezirksvertretung der Leopoldstadt, der nächste Sprecher Herr Oberoffizial M. Ungar namens der Wiener Kultusgemeinde die besten Wünsche und Sympathien für den Elternverein „Pestalozzi" und sein Wirken. Die Ansprachen des Präsidenten Herrn Arnold Lemberger und des Vizepräsidenten Herrn Joses Stern wurden sehr beifällig ausgenommen. Nach guter Jause und reichlicher Beschenkung der Kinder mit Backwerk und Obst brachten Vereinszöglingc religiöse Lieder, unter diesen Prof. A n t s ch e r l's Chanukkahymne und patriotische Gedichte in wirkungsvoller Weise zum Vortrage. Den Schluß bildete die österreichische Volkshymne, klangvoll und begeistert gesungen. Die große Liste der feinfühligen Mütter, die die Kinder im Festgewande^bewirteten, enthält sehr viele klangvolle Namen, und haben diese edlen Frauen mit dem Herrenkomitee und dem Präses Herrn Arnold Lemberger und den Herren Michael Honig, Leopold Richter und Dr. Friedrich Welt um das Gelingen dieser schönen Chanukkafeier sich besonders verdient gemacht. Verein zur Bekleidung und Unterstützung armer alter Männer israel. Konfession, Wien, II., Ferdinandstr. 19. Dieser seit Jahrzehnten der Greisenfürsorge gewidmete Verein hat bisher in diesem Jahre 4500 Kronen für Winterkleiderbeteilung, 5000 Kronen an Barunterstützungen verausgabt; die letzteren erfolgen auch regelmäßig monatlich zur Verteilung als Mietzins- und Nahrungsbeitrag. Ueberdies hat der Verein 2000 Kr. für Kriegsfürsorgezwecke gewidmet. Wenn erwogen wird, daß an diesen Unterstützungen hilflose kranke arme Männer Anteil haben, die einst in guten Lebensstellungen selbst Helfer waren, muß sich diesen mit erhöhter Bereitwilligkeit die Fürsorge fühlender Mitmenschen zuwenden. Der durch die Jetztzeit geschaffenen vermehrten Not im Kreise dieser Dürftigen stehen genannter Vereinigung verminderte Einnahmen gegenüber. Die tiefernsten Ereignisse ließen es dem Verein geraten erscheinen, in diesem^ Jahve von einer der 'Bekanntmachung der Ziele und Heranziehung neuer Anhänger dienenden Bekleidungsfeier abzusehen. In aller Stille vollzog sich die Beteilung, umso lauter soll durch diese Zeilen auf die eminent segensreiche Wirksamkeit dieser Institution aufmerksam gemacht werden. Sportlich-hygienisches Herrenturnen. Es besteht bei sehr vielen Herren im mittleren und im vorgerückten Alter das Bedürfnis nach regelmäßiger turnerischer Bewegung. Dieses Bedürfnis kann weder im Riegenturnen der Turnvereine, noch im diätetischen Turnen der orthopädischen Anstalten befriedigt werden, da diese den sportlichen, jene den hygienischen Gesichtspunkt außer acht lassen. Der I. W. I. Turnverein hat nun eine geschlossene Abteilung gegründet, welche Herren der genannten Altersstufen vereinigen soll, die aus irgend einem Grunde den Anforderungen eines rein sportlichen Turnens nicht gewachsen sind und dafür einen entsprechenden Ersatz suchen. Es werden nur solche Uebungen aus dem deutschschwedischen System gewählt, welche bei voller Berücksichtigung des gesundheitlichen Standpunktes auch das sportliche Interesse befriedigen. Für zweckmäßige Durchführung bürgt die tüchtige fachmännische Leitung, welche dieser Abteilung zur Verfügung steht. Das Turnen findet ab 15. Dezember d. I. jeden Dienstag und Freitag von 7—8 Uhr abends statt. Mitgliedsbeitrag 8 Kronen monatlich. Anmeldung mittels Karte erbeten. Auskünfte jeöcit Montag, Mittwoch, Donnerstag und Samstag von 7—9 Uhr abends in der Turnhalle des Ersten Wiener Jüdischen Turnvereines, IX., Liechtensteinstraße 20. „Leopoldstädter Kinderschutz." Der unter dem Protektorate Ihrer Exzellenz der Frau Baronin Anka Bienerth stehende Verein „Lcopoldstädter Kinderschutz" veranstaltete am 8. Dezember im Festsaale der Börse für landwirtschaftliche Produkte seine diesjährige Kinderbekleidung. Außer 240 Wiener Kindern wurden noch 51 Flüchtlingskinder mit Schuhen, Kleidern, Mänteln und Kappen beschenkt. Nur die rührige Tätigkeit des Vereinsvorstandes ermöglichte es, unter den bestehenden schwierigen Verhältnissen den gesteigerten Anforderungen Rechnung zu tragen. Die Sympathien, deren sich der Verein in der Bevölkerung auch über die Grenzen des zweiten Bezirkes hinaus erfreut, kamen durch den zahlreichen Besuch zum Ausdrucke. Der -Obmann Hofrat Dr. Julius Schlag wies in seiner Festrede darauf hin, daß der Verein seine Aufgabe nicht nur hinsichtlich der Bekleidung voll und ganz erfüllte, sondern auch die Verköstigung von 40 Flüchtlingskindern während der Kriegsdauer auf sich genommen habe. Seine schwungvolle Rede klang in ein von der Versammlung mit Begeisterung aufgenommenes Hoch auf den Kaiser aus. Namens der Bezirksvertretung würdigte Bezirksrat Dr. Leopold B r a d y und namens des Armendepartements der Kultusgemeinde Dr. L ö w y in warmen Worten die aufopferungsvolle Tätigkeit des Vereines. Religionsinspektor Professor Kanitz dankte dem Vereinsvorstande für sein segensreiches Wirken und forderte die Kinder in inniger Weise auf, für die ihnen erwiesenen Wohltaten stets dankbar zu sein. Frau Cafetier Krämer bewirtete die Kinder mit einer reichlichen Jause. Unter den Anwesenden bemerkte man u. a. Polizeirat Dr. Heinrich Brandhubcr v. Etschfeld, den Obmann des Armenrates Franz Junghofer und Frau Rabbiner Dr. Grunwald. Frau Baronin Anka Bienerth, der Bürgermeister Dr. Weiskirchner und Rabbiner Dr. Max Grunwald hatten ihr Fernbleiben entschuldigt. Ausruf! Die erschütternde, schier beispiellose Not, die aus den Massen der unglücklichen Flüchtlinge aus Galizien und der Bukowina den Einwohnern unserer Stadt entgegenstarrt, pocht besonders laut auch an unsere Tür. Es gilt, die bedauernswertesten schulpflichtigen Kinder der «ärmsten unter den Flüchtlingen, die ihre ganze Habe eingebüßt und nichts als das nackte Leben gerettet haben, angesichts der herannahenden rauhen

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