Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 31 (1914)
- Issue
- 18 (1.5.1914)
- Date
- 1914-05-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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f Ji'.Äw-.Ä1- WiMmgraa ^A8tzML 2iach emer Photographie des Rejiüsoz-Ateliers, Wien. Der grosse Ikronzertbaussasl vor Keginn Oes WruVermables. Das 130 jährige Jubiläum der Wiener Chewra-Kadifcha. In der abgelaufenen Woche stand die Wiener Judenschaft im Zeichen des Jubiläums der Wiener Chewra- Kadischa. Das überaus große Interesse, welches sich in allen Schichten der Wiener israelitischen Bevölkerung für das seltene Erinnerungssest kundgab, entspricht vollkommen dem Ansehen, der Tradition und auch den Verdiensten, welche diese ehrwürdige Bruderschaft seit jeher auszeichnen. In den Festreden und den vielen Kundgebungen von nah und fern wurde die Bedeutung der Chewra für das Judentum, ihr Einfluß aus die öffentliche Wohlfahrtspflege und ihr Anteil an der Entwicklung der Wiener Kultusgemeiude rc. von berufener Seite eingehend beleuchtet. Festgottesdienst. Die Reihe der Festlichkeiten begann mit einem solennen Festgottesdienste, welcher am Donnerstag, den 23. April, 7 Uhr abends, im Leopoldstädter Tempel stattfand. Der Vorstand der Wiener israelitischen Kultusgemeinde mit dem Präsidenten Dr. Alfred Stern, der Präsident der Chewra-Kqdischa Salo Cohn mit dem Gesamtvorstand, der Beaüitenkörper der Kultusgemeinde mit dem Ersten Sekretär kais. Rat Dr. Theodor Lieben und Sekretär Dr. Emil Adler, Vertreter nahezu sämtlicher jüdischen Vereine und Körperschaften der verschiedensten Richtung waren erschienen und füllten den festlich beleuchteten Tempel. Der Gottesdienst wurde mit^dem Vortrage des „Mah-Towu" durch Oberkantor Josef M o r g e n st e r n stimmungsvoll eingeleitet. Nach Absingung des Sulzer'schen „Hallelujah" durch die vereinigten Chöre des Stadt- und Leopoldstädter Tempels hielt Rabbiner Dr. Max Grunwald die Festpredigt: Predigt zum 150. Stiftungsfeste der Chewra-Kadiseha Wien am 23. April 1914, gehalten im Israel. Tempel der Leopoldstadt von Rabbiner Dr. Max Grunwald. bai 1221Vhs irmr# er n*n -waa 122V upbs *n ",t Es möge der Ewige, unser Gott, mit uns sein, wie er mit unseren Vätern war. Er verlasse uns nicht, er entziehe uns nicht seinen Beistand! Andächtige Festversammlung! 150 Psalmen bilden das älteste Gebetbuch Israel?, das C'bnn -iäo> jene Sammlung von Bitt- und Dankgebeten, die einst im Tempel zu Jerusalem den Opferdienst begleiteten. Und die 150 Jahre unserer' XBnp Xixn auf die wir heute zurückblicken, auch sie bedeuten 150 Psalmen, die uns gar viel und Erhebendes erzählen könnten von dem Seelenadel der Männer, die einst an ihrer Spitze standen, und derer, die segensreich in ihrer -Mitte wirken^ vielem von Freude am Wohltun und Dankgebeten der Empfänger, die all die zahllosen Opfer von unserer Chewra auf dem Altäre der Menschenliebe in diesen ll/o Jahrhunderten dargebracht, begleiteten 150 inhaltsreiche Kapitel, die zusammen ein einziges großes Loblied bilden auf den Geist und das Walten unserer Chewra: ein stattliches Sefer Tillim, für das wir in dieser Stunde den Gott unserer Väter aus vollem Herzen preisen. Dank ihm rn j>:ib '2V 2.T "2v"pi '2"fNV daß er gerade uns gewürdigt, diese schöne, seltene Feier zu begehen am 150. Meilensteine unseres Vereines, den vergangenen Geschlechtern zur Ehre, den kommenden zum Vorbild und zur Lehre.