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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1913-06-06 · 23 (6.6.1913) · page 8

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
30 (1913)
Issue
23 (6.6.1913)
Date
1913-06-06
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seile 416 Dr. Blochs Wochenschrift. Nr. 33 Rab. Ende Echa, wofür Ende Mac ^22. steht), nach Kolchis («'“>V3 -- jp Kandziaro, Bocksland, wie Kolchis genannt wurde, wofür Jer. Ber IX, 2 auch *ön hat) zu machen. Man trifft ihn in Kaspi, südwestlich des Kaspisees (*aro Synhedr. 7 b), ebenso in Gelae («p3 ibid. identisch mit Kadusia Plin. 16, 4; der oft erwähnte «*fin sii"-i heißt auch Schek VI, 1, der babyl. Ausgabe «,7iin) ferner in der .Hauptstadt von Media Atropene: Eazaka (,iv bv p?33 Ab ad Sar 39); desgleichen in der Hauptstadt der Lesgier und Avaren Khondzakhi (Ab. Sar. 14 a einfach p733 zum Unterschiede von dem früher erwähnten); ferner in «p'ia« (R. Hasch ibid.), das ebendort gelegen ist, weil die Parallelstellen dafür on '2“>2 haben, wie gewöhnlich die Städte des Schwarzen Meeres im Talmud genannt werden, und wo man, nach den Quellen, auch griechisch sprach. R. Akiba weilte also damals ausschließlich im Norden zwischen dem Schwarzen und Kaspischen Meere. Eine genaue tertkritische Untersuchung der Quellen, insbesondere der an R. Miba gerichteten Fragen, ergibt die Identität von Sopheira und Khondzakhi») da in Babyl. Talmud, Ab. Sara 14 a von pi33 dasselbe wie im jerus. Talmud von {nai Ab. Sara II, 2 erzählt wird. Vergleicht man dazu noch die Parallelstelle des Siphre im Jalkut, der (Capera, Bocksland, wie Kolchis und Jberia im Talmud heißen) für Sopheira setzt, so darf kein Zweifel mehr darüber obwalten, daß der Name der Landstriche zwischen Schwarzem und Kaspischem Meere „Sopheira" war. Dieser Name stand zur Zeit der Abfassung der Septuaginta für die erwähnte Gegend allgemein in Gebrauch und findet sich im selben Sinne in der alten rabbinifchen Literatur wieder. Den ähnlichen Namen UBipEQ als Bezeichnung eines Gebietes nördlich Mediens und angrenzend an Kolchis findet man auch bei Herodot I, 104; III, 94. Sopheira dürfte entschieden Norden bedeutend) Dieser eben erwähnte Landstrich heißt in der talmudischen Literatur «p'ia«. So z. B. wird in Syyh. 94 a auf die Frage, wohin die zehn Stämme Israels exiliert worden seien, erwidert: «Nach «p*ia«. Hierüber konnte unmöglich ein Zweifel herrschen, da Reg. 17, 6 das Exil ausdrücklich mit 'in '-pi T2iv nbn angibt. In Kid 72 a werden diese Namen erklärt. r6rt ist jubn das pontischkolchische Reich; i'.2N ist 2''11, Hyrkanien (zend. Verkhama, heißt Wolfsland; syr. «2'1) und na ny, die Städte Mediens. Desgleichen heißt es in Jerus. Schebiith VI vom Volksstamme 'in-;, er sei nach «p’ia« ausgewandert und deshalb werde das Land nach ihm benannt. Dieser Tradition folgend erklärt Jbn Daud gegen Ende des Sefer Hakabala j«3“>3 n«“ip3V'7M“31 p«7 d. i. Georgien. Nicht weniger ist dies aus der in Ende Thamid über Alexander d. G. erzählten Sage zu entnehmen. Alexander soll mit den 233 '3p7 (wie die Gegend südlich des Masiusgebirges, durch welche der Zug Alexanders (Arrian. Exped. Alex. III, 7) seinen Weg nahm, genannt wurde) beratschlagt haben, wie man am besten Kp ia« rO'ia1? (nicht ein Weltteil, sondern einLand strich dieses Nainens)^) gelange. Aus den dabei geführten Gesprächen geht klar hervor, daß die fragliche Gegend am Kaukasus lag 3 4 5) Auf diese Gegend spielt auch das Targum Jer. 10, 9, 3) Wo dieses Khondzakhi lag, geht daraus hervor, daß der in Jerus. Berach. II, 6 genannte «'2733 j’2'32 im babyl. Nid. 64 i«3opD heißt, d. i. Sacasene am Kaukasus. 3) Ich halte dieses Wort als von C0cP0S Dunkel, Norden abgeleitet; Deshalb bezeichnet auch Straüo (III, 2, 11, ed. Cae. p. 149) die nördlichen dunklen Gegenden der Cimmerier mit ^ocpepo: vder ^ecpupioi. Dies, wie so vieles andere, kann als Beweis dienen, daß der griechische Text der Septuaginta ursprünglich mit hebräischen Lettern' geschrieben war, und erst später mit griechischen Charakteren transskribiert wurde. Dieses Wort lautete in der Uebersetzung wie in den rabbinifchen Texten pa*7; irrtümlich schrieb man hiefür später 2ü)<ftp, für das Sain also 2 anstatt 2 (Zeta). 4) In Jerus. Bab. Mez. II, 6 und den Parallelstellen Ber. Rab. c. 33, Voj. 27 rc. heißt es auch, daß Alexander d. Gr. Scythia («'Zcp in den jüngeren Quellen mit dem Zusatze “ppi '“5,1 mn«b, hinter den Montes coraxici gelegen) besuchte. Er kaut «33'Nip «13'lv^, das ist das Gebiet der Amazonen ('V311^72), östlich vom Tanais, KpaxoayuvTj genannt, (Plin. VI, 7, 1) von wo er alsdann ivvl 'nnn« «r3 lob 'P'iBK zog, wo Gold und Silber in Hülle und Fülle vorhanden waren: '3O ,j'3v 211 1'^ «VN. *) Interessant ist es, eine von R. Akiba über die in «P'ia« damals herrschenden Sitten gemachte Mitteilung Jerus. Ber. IX, 2 .112^3 113*? J’iip «'p'“B«2 nach so vielen Jahrhunderten in einer Schilderung der Gebräuche der Völker Georgiens von Klaproth fast wörtlich bestätigt wiederzufinden. In einem im loarn. Asiatique 1830, V, p. 20, abgedruckten Aufsatze: Description du pays de Diodethi extrait de la Topographie Georgienne par M. Klaproth wird p. 25 von dem Stamme der Touehi erzählt: »Quand une femme doit accoucher, on la conduit dans un endroit »solitaire«, personne ne s’approche d’elle, et on ne la fait revenir, que quarante jours apres la naissance de l’enfant.« an, wenn es für Tharschisch «p'ia« gibt. Den Weltteil dlfrika hat die alte rabb. Literatur, weil außerhalb ihres Gesichtskreises liegend, unter diesen Namen überhaupt niä)t erwähnt, sondern meinte damit eilten Landstrich «ia« mft dein Zusätze «p als Abkürzung von «pi« in zusammengesetzten Worten also im Sinne von terra. Homer bezeichnet auch diese Gegend mit Apeira (Aueipocf]) und ’Hueipog, wie ■ ich anderweitig Nachweise. Dies führt zur Annahnte einer zweifachen, diesem Worte zugrunde liegenden Etyniologie, einnial TsTrstpo; Küstcitland, -'«IN und dann wieder na«, entweder im Sinne von Aphron, Norden/) (Humboldt, Kosmos ll, 292) oder «“ä« verbrannt, Aethiopien und V72. Der alte Namen der dort ansässig gewesenen Avaren dürfte davon herrübren; desgleichen der den Chasaren beigelegte Namen 33ia«b« (Lik. K. I. p. 208). Josephus, der sich für 'die erlernen Leser bekanntlich oft etymologische Ertratouren gönnt, indem er biblische Namen aufs Geratewohl mit damals bekannten gutklingenden Ortsnamen wiedergibt, erklärt (Ant. VIII, 6, 4) Ophir mit Aurea Chersonesus, gerade wie er Tharschisch im Buche Jonas (Ant. 10, 2) als Tarsus in Kilikien ausgibt. Dennoch kehrt er noch in demselben Absätze zu der in seiner Zeit gewiß allgemein geltenden Annahme zurück, daß die hier in Rede stehende Begebenheit in Ponrus E u r i N u s vor sich ging. Ebenso widerlegt er sich selbst und gibt (Ant. IX, 1, 4) die in der Bibelstelle II. Reg. 22, 49erwähnten Namen Ophir und Tharschisch wahrheitsgetreu und im S>inne der Tradition mit Pontns und Thrazien (Tharschisch nennen die Rabbinen auch 'pin) wieder. Zum Schlüsse will ich noch erwähnen, daß die Völkertafel Gen. 10, 29 Ophir neben Chawila (Kolchis) aufzählt. Nach all diesen übereinstimmenden Angaben der Alten über Ophir dürfte kaum noch ein Zweifel über dessen Lage aufsteigen können. Wien. S. Spinner. Korrespondenzen. Zentralstelle für das jüdische Armenweserr. Tonncrstag den 29. Mai d. I-, 6 Uhr abends, fand im g'vßen Sitzungssaale der Wiener Kultusgemeinde die Dclegiertenversammlung der .Z e n tr a 1 ft e 11 e fü r da s jü dis ch e Armenwesen" unter überaus zahlreicher Teilnahme"von Delegierten der angeschlossenen Vereine und Ko'porationen statt. Erschienen waren die Damen und Herren: Jenny Frank (israel. Volksküche). H-rmine K a l l i ch (israel. Taubstummen- Jnstitut), Amalie Brüll (Greisinnen-Fürsorge), Rabbiner Dr. Max Grunwald, Bertha Frankl-Scheiber, Professor Steif und Ignaz Glück (Treubund), Sigmund S ch ü ck l e r (Chewra-Kadischa XVI., XVII.), Dr. Lina Weiß (Kaiserin Elisabeth-Lehrmädchenheim), Rabbiner Dr. M. Rosenm ann, Dr. Rudolf Schorstein (Baronin Hirsch-Wohl.ätigkeits-Stiftung), Max Hofbauer, Jakob Schimek (Humanitätsverein X. Bez.), Kommunallehrer Josef F a l t i s ch e k („Die Brüder"), Prof. Dr. Königstein (Verein zur unentgeltlichen Verpflegung Brustleidender), Jda Diamant (Präsidentin des Damenkomitee im israel. Versorgungshaus), Michael K o h n und Adolf Habermann (allgem. jüdischer Arbeiterverein), Professor M. Salzmann (Verein zur Unterstützung Kurbedürftiger), Frau Rabbiner Dr. F e u ch t w a n g (Frauenverein X VIII. Bez.), Armenrat Gabor Sand, Cäcilie Frankl, Vizepräsidentin °) Von der Aeußerung Hiobs 37, 22 ,11«' 217 paatü ausgehend, will ich kurz darauf aufmerksam machen, daß die Anstellung einer sprachvergleichenden Parallele die nordische Provenienz des Ophirgoldes bestätigt. Homer Od. I V, 74 parallelisiert Xpucrou t’ rjXsxxpou Gold hebr. 217 und Elektron, eine in der Natur vorkommende Verbindung von Gold und Silber (Plin. 33, 23) hebr. aro Blaßgold in natürlichem Zustande mit den Schlacken. Nun nennt Homer Jl XlX, 398 letzteres rjXixT&p TTtepuöV „Gold der oberen Gegend" d. h. des Nordens, 7vie die Bibel dasselbe stets f a st lv ö r t l i ch g l e i chlautend -»bi« or2 (Hiob 28, 16, nach ihm Jes. 13, 12 u. Ps. 45, 10 rc.) bezeichnet. Sophokles (Antigone 1037—38) erwähnt es auch als sardonisches Elektron und anderweitig habe ich bereits nachgewiesen, daß auch Herodot ll, 105 die Gegend von Colchis Sardoirion, gleich den alten Hebräern iiV und ii“>2, nennt. Zieht man noch in Erwägung, daß der Name i'ta'p als Bezeichnung der Gegend des Nordens gebraucht wurde, erklärt sich auch das bis nun unerklärte Wort rp.sxxpov (rpvex'Cü)p), das sich aus dem Namen seiner dieser Fundstätte mit dem semitischen Artikel Al zusammensetzt, also pts'p1?«

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