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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1913-06-06 · 23 (6.6.1913) · page 9

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
30 (1913)
Issue
23 (6.6.1913)
Date
1913-06-06
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Nr 23 Dk Blochs Wochenschrift «eite 417 des Kaiserin Elisabeth-Lehrmädchenheim, Regine K a u d e r, Herr und Frau Direktor Fischer (israel. Kinderbewahranstalt), Rabbiner Dr. K a m i n k a (Israel. Allianz), Herr und Frau kaiserl. Rat Doktor Krüger, Doktor Langer (Therefien- Kreuzerverein), Arnold Lemberger (Pestalozzi - Verein), Josef Stern, Doktor Julius Flesch und Doktor Friedrich Welt (Hilfsverein für zugereiste kranke Juden), Frau Dr. F r i s ch a u e r (Franz Josef-Kinderhort), Louise K u f f l e r, Adolf Hecht (Verein der Kolomeaer), Arnold G o l d w u r m, Alice Bruckner, I. Vizepräfidentin des Kaiserin Elisabeth Lehrmädchen-Heim, Charlotte Kisch, Frau Dr. Krenberger und Franziska Biermann (Hietzinger Frauen-Verein), Sofie D ent sch (Frauenhort), Heinrich Mendl, Carl Freund, Rabbiner Dr. Feuchtwang, Leopold Gottesmann (Kinderbekleidungs-Verein III. Vcz.), Antonie Eisner (Theresien-Kreuzerverein), Adolf Fischer (Jüdischer Verein ,,Einheit"), Rosalie C a h n, Rud. Urbach (Verein der Kinderfreunde XVI. Bez.), Frau Rabbiner Dr. Taglicht (Frauenverein VI. und VII. Bez.), Generalsekretär Dr. Arthur Glaser (Verein gegen Verarmung und Bettelei), Salo Lemberger (Donauperle), Henriette Grünwald (Frauen-Verein XXl.), Julie Z e r n e r (Jugendschutz), Lea B o n d y (Bikur Cholim), Amtsleiter Rudolf Kraus, Norbert Rapaport (Verein „Ostens, Josef Nossig, Herr und Frau Dr. Winter (Chewra-Kadischa XVIII. Bez.), Bezirksrat Dr. B r a d y (Rudolfsbund), Marie Steiner (Jubiläums-Frauen-Verein), Siegm. Rochmis. Ihre Abwesenheit haben entschuldigt: Präsident des Kuratoriums Landesschulrat Dr. Gustav K o h n, Jda F i g d o r, Vorstand der Israel. Armenanstalt, kais. Rat Arnold Fröhlich, der Obmann der Kurbedürftigen Doktor Isidor L. Braun, Evuard Bondy, kais. Rat Weinberger, Gottlieb Bettelheim, S. Goldmann (Chewra Kadischa), Regine K o p st e i n (Frauenhort), Wilhelm Pappenheim. Frauen - Wohltätigkeits-Verein VIII. Bezirk. In Vertretung des ortsabwesenden Präsidenten des Kuratoriums, Dr. Gustav K o h n, eröffuete der Vorsitzende, Vizepräsident Dr. Rudolf S ch o r st e i n, die Delegiertenversammlung mit der Begrüßung der Erschienenen und widmete hierauf dem im Berichtsjahre verstorbenen Kuratoriumsmitgliede Herrn Gemeinderat Max Frank, sowie der Frau Henriette Kornfeld Worte pietätvollen Gedenkens, die von der Versammlung stehend angehört wurden. Nach Verlesung des Protokolles der vorjährigen Delegiertenversammlung durch den Leiter der Zentralstelle Dr. M. L ö w y erstattete Vizepräsident Dr. Rudolf S ch o r st e i n den Tätigkeitsbericht, dem wir Folgendes entnehmen: Ich habe Ihnen im Vorjahre Mitteilung gemacht von den für die Kinderbekleidung geschehenen .Schritten, und Sie werden aus den später in Kürze angeführten Zahlen ersehen, daß auch heuer auf diesem Gebiete in derselben Richtung fortgeschritten wurde, ja, daß sich noch einige Vereine, welche im Vorjahre gezögert haben, unseren Aktionen angeschlossen haben, so daß tatsächlich die Frage der Gemeinsamkeit auf diesem Gebiete bald als eine erledigte anzusehen sein dürfte. Was den Abtransport von zugereisten Kranken nach Absolvierung ihrer Behandlung betrifft, wurde ein inniger Zusammenschluß erzielt und jene.Vereine, welche an dieser gemeinsamen Aktion teilnahmen, werden Ihnen gewiß bestätigen, daß eine rationelle Zuführung von Mitteln durch diese Vereinigung ermöglicht worden ist. Auch in diesem Jahre war die Zentralstelle mit der, immer unter Zugrundelegung des Grundsatzes der Selbständigkeit und Unabhängigkeit der Vereine, anzustrebenden Zentralisierung eingehend beschäftigt, und es wurde über Anregung des Fräulein Lea Bondy der Verband zur Fürsorge für Kurbedürftige geschaffen, welcher Delegierte aller Körperschaften in einem Arbeitskomitee vereinigt und ermöglichen wird, daß Leute einerseits daran gehindert werden, sich die Mittel, welche sie für die Kur aufzubringen haben, mehrfach durch Einzelinanspruchnahme der Wohlfahrtseinrichtungen zu beschaffen, andererseits aber wird der Verband in Zukunft verhüten, daß wirklich Kranke, durch vergebliche Anstrengung sich die Mittel für die halbe Fahrkarte, die Verpflegs- und Reisekosten auszubringen, daran gehindert werden, rechtzeitig an ihrem Bestimmungsort e'.nzutreffen. Die Konstituierung des Verbandes, welche vergangenen Dienstag ihren formellen Abschluß gefunden hat, wurde von allen beteiligten Vereinen mit Freuden begrüßt. Selbstverständlich hat es die Zentralstelle nicht unterlassen, auch die vorhandenen Schöpfungen weiter auszubauen, die Anzahl der K a t a st e r b l ä t t e r hat sich um 2100 vermehrt, die A nfragen, welche im vergangenen Jahre 2747 betrugen, stiegen im abgelaufenen Jahre auf 4500, woraus sich leicht ersehen läßt, daß nach und nach der Gedanke eines Zentralkatasters immer mehr Anklang findet, und als besonders erfreuliches Moment muß auch daraus verwiesen werden, daß die Zahl der der Zentralstelle angeschlossenen Mitglieder sich um 60 erhöht hat. Der Redner erstattet nun den finanziellen Bericht, der die Details der Einnahms- und Ausgabsposten beleuchtet, und berichtet dann über Erhebungen, die ein der Zentralstelle angeschlossenes Institut durch ein Detektivbureau über die Umtriebe der den Konfessionsbettel züchtenden Gesuchschreiber pflegen lieh und führt dann fort: Sie ersehen daraus, daß trotz unserer angestrengten Bemühungen, die eingehendsten. Recherchen über die Gesuche zu pflegen, noch immer unsere Wohlfahrtseinrichtungen im großen Stile mißbraucht werden. Dessenungeachtet, oder gerade deshalb, werden wir uns aber in unseren Bestrebungen nicht beirren lassen, werden mit Ihrer Hilfe und Ihrer dankenswerten Unterstützung auf dem eingeschlagenen Pfade weiterschreiten und mit allen Mitteln bemüht sein, die Körperschaften in ihren Bestrebungen zu unterstützen, die ihnen zu Gebote stehenden Mittel den richtigen Zwecken zuzuführen. Jedem Vereine, der an unseren gemeinsamen Bestrebungen teilgenommen hat, sei der wärmste Hank des Kuratoriums ausgegesprochen und richte ich im Namen desselben die Bitte an Sie, auf diesem Wege fortzuschreiten und unter Aufrechterhaltung Ihrer vollständigen Unabhängigkeit die gemeinsamen Bestrebungen der Zentralstelle so weit als irgend möglich zu unterstützen, um unserer Aufgabe, die Rot und das Elend zu mildern, gerecht zu werden unter der Devise: „Getrennt marschieren, vereint schlagen." (Lebhafter Beifall.) Der Bericht wurde ohne Debatte einstimmig zur Kenntnis genommen. Zum Punkte „Wahlen in das Kuratorium" gab der Vorsitzende bekannt, daß die Mandate der Herren Anton Beck, Carl Freund, Dr. Anselm H a l p e r n, Hofrat Dr. Benjamin Rapaport, Dr. Isidor Samuely und die Damen Lea Bondy, Jda Figdor und Julie Zerner in diesem Jahre ablaufen und für diese erledigten Mandate Neuwahlen erforderlich find. Unser Antrag des Herrn Professor Salzmann, der unter Hinweis auf den vorgetragenen Bericht der Tätigkeit des Kuratoriums Anerkennung zollt, werden sämtliche Kuratoriums- Mitglieder, deren Mandate heuer ablaufeu, per acclamationem einstimmig wiedergewählt. Der Antrag des Kuratoriums, den Minimalbeitrag für Einzelpersonen auf X 10.— festzusetzen, findet einstimmige Annahme, hingegen wird über den von Herrn A. Hecht eingebrachten Antrag: „zwecks Hilfeleistung in dringenden Fällen Filialen der Zentralstelle in einzelnen Bezirken zu errichten", nach kurzer Debatte, an welcher sich Antragsteller und die Herren Heinrich Mendl und kais. Rat Dr. Krüger beteiligen, zur Tagesordnung übergegangen, da dieser Antrag dem Statute der Zentralstelle, die nicht eine Unterstützungsstelle sondern eine Ocganisationsstelle ist und der Tätigkeit der Unterstützungsvereine nicht Konkurrenz bieten soll, widerspricht. Zum Punkte „Eventualia" verweist Herr Heinrich Mendl auf die große Wichtigkeit eines reichen und richtigen Recherchenmateriales bei der Organisation der Armenpflege und richtet an die Delegierten der Vereine die Bitte, im Verhältnis zu den ihnen zur Verfügung stehenden Kräften Recherchen aus dem Sprengel ihres Wirkungskreises für den Kataster der Zentralstelle zu unternehmen. Bei der Recherche sei das Hauptgewicht nicht auf subjektive Wahrnehmungen, sondern auf Erforschung der objektiven Wahrheit zu legen, Konstatierung des P:rsonalstandes, die Ecwerbsfähigkeiten in der Familie usw. Dr. Friedrich Welt betont die Wichtigkeit der Recherchenbesprechungen, in welchen die Delegierten der Vereine ihre bei Erhebung von Recherchen gesammelten Erfahrungen austauschen sollten, und ersucht das Kuratorium, solche Besprechungen zu veranlassen. Professor Steif dankt als Obmann des Kinderbekleidungskomites dem Kuratorium für seine Tätigkeit auf dem Gebiete der Organisation des Kinderbekleidungswesens, weiters dem Herrn Heinrich Mendl für die Anregung der Recherchenfrage in der Delegiertenversammlung. Der wiederholte Appell an die Vereine habe bisher leider wenig gefruchtet und da die Zentral-

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