Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 30 (1913)
- Issue
- 20 (16.5.1913)
- Date
- 1913-05-16
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 20 Dr. Vkochs Wochenschrift. Seite 367 keitsinstituten besitzt; es existieren allein 15 Hospitälev der verschiedenen Nationen und Konfessionen. Außerordentlich verbreitet ist di>^Malaria in Jerusalem, wie aus den Untersuchungen der Expedition hrrvorgeht. In den vier Monaten der Tätigkeit wurden nahezu 8000 Personen untersucht und in einem außerordentlich hohen Prozentsatz, je nach der Oertlichkeit und den sozialen Verhältnissen schwankend, Malariaparasiten im Blut gesunden. Bei 2400 untersuchten Juden wurden sie in 40 Prozent, bei den Mohammedanern in 31 Prozent, unter den christlichen Europäern in 7 Prozent konstatiert. Professor Mühlens schätzt die Zahl der Ma-, lariakranlen unter den Patienten, welche die Hospitäler und Polikliniken aufsuchen, auf 60 bis 80 Prozent. Nach Lmer eingehenden Schilderung des Wesens der Malaria und ihrer Uebertragung durch die Mücken, wandte sich der Vortragende zu den Maßnahmen ihrer Bekämpfung, unter denen er an erster Stelle die systematische Chininbehandlung für die aussichtsreichste hält. Die Vernichtung der Mückenlarven in den Zisternen ist eine weitere, aber sehr schwierige und kostspielige Ausgabe. An eine zentrale Wasserversorgung und Schließung der Zisternen ist vorläufig nicht zu denken. Die Chininbehandlung, bisher in den Schulen durchgeführt, hat bereits gute Erfolge gezeitigt. Um die Assanierung Jerusalems zu erreichen, ist eine Zentralstelle, ein Gesundheitsamt notwendig, das frei von nationalen oder konfessionellen Sonderinteressen ans Werk gehen muß. Der Grundstein ist bereits durch das deutsche Komitee gelegt; an dem weiteren Ausbau mitzuhelfen, ist Aufgabe größerer Kreise der Kulturwelt. Der jüdHche Minister Samuel wiedergewählt. Bel der kürzlich stallgehabten Ersatzwahl in Whitechapel wurde der jüdische Minister Sir Stuart Samuel mit einer Majorität von 166 Stimmen wieder als Abgeordneter Nr das Unterhaus gewählt. Bekanntlich haben die Konservativen Sir Samuel durch eine gegen ihn inszenierte Hetzte gezwungen, sein Mandat niederzulegen. Obgleich die Stimmung der Juden von Whitechapel, die 40 Prozent aller Wähler ausmachen, im allgemeinen gegen Samuel war, der hei einer Hauptwahl sicherlich durchgefallen wäre, so hat diesmal eine notorisch antisemitische Wahlhetze Wer Konservativen nur den Erfolg gehabt, daß die jüdischen Wähler sich als Protest gegen diesen Antisemitismus zusammenschlossen und für Samuel ihre Stimme abgaben. Viel bemerkt wurde auch der Umstand, daß Lord Rothschild, der als eifriges Mitglied der konservativen Partei sich bei der seinerzertigen Hauptwahl mit einem offenen Brief an die Juden des East End mit der Aufforderung gewendet hatte, ihre Stimmen dem Konservativen zu geben, diesmal gleichfalls als Protest gegen den Antisemitismus einen solchen Schritt unterlassen hat. König Georg bei Leopold de Rothschild. Aus London wird berichtet: König Georg von England hat vorigen Mittwoch Herrn und Frau Leopold de Rothschild mit seiner Anwesenheit bei dem Diner im Palais Newmarket ausgezeichnet. König Georg folgt hierin der von seinem verstorbenen Vater König Eduard überkommenen Tradition, der gleichfalls wiederholt bei den einzelnen Mitgliedern der Familie Rothschild zu Gaste war. Auch König Georg erscheint häufig auch in Begleitung der Königin in 'der gastlichen Wohnung der Mitglieder des Rothschildhauses. Brieflicher Neligionsunterricht für Farmeikmder. Das Departement für Synagogen- und Schulwesen der „Union of American Hebrew Congregations" hat schon vor längerer Zeit beschlossen, jüdischen Kindern, die auf einer Farm auswachsen, den Religionsunterricht in brieflichem Wege zu erteilen. In der letzten Jahresversammlung der Union wurde nun beschlossen, diesen Fernunterricht im Wege einer Monatsschrift, die den Titel „Union Home Study Magazine" führt, zu besorgen. Jede Nummer dieser Monatsschrift beschäftigt sich mit den Wochenabschnitten der vier betreffenden Sabbate, sowie mit den religiösen Vorschriften für die betreffende Zeit und enthält natürlich auch fortlaufende Lcktionen in der Geschichte der Juden. Diese neue Monatsschrift geht gegenseitig an 5000 Kindern von ungefähr 3500 jüdischen Farmern. Vermischtes. Kranzablösungsfpendeu zugunsten der Chewra-Kadifcha kn Wien I.. Settenstettengaffe 4 für arme kranke Glaubensgenoffen. Anläßlich des Hinscheidens des sel. Joses Wilhelm Schwarz: Jean Goldstern Kr. 20. -, Friederike Nauschburg 10. -, Schönseld 20. . Zusammen Kr. 50. . Anläßlich des Ablebens der sel. Iosefine Flesch: Zaques Neurath, Tetschen Kr. 20. , Ludwig Palmers 20. Zusammen Kr. 40, . Anläßlich des Ablebens des sel. Richard Schwarz: Familie Hermann Schnabel Kr. 100. . Anläßlich des Ablebens des sel. Moriz Ad. Goldenberg: Fanni Naß Kr. 20.—, Familie I. Fränkel 20. , Familie C. Marczak 20.—. Zusammen Kr. 60. Böten. o ft p r e b i g t.) Herr Rabbiner Dr. Lerpold Goldschmied aus Proßnitz wird im Leopoldstädter Tempel am Samstag den 17. d. M. beim Morgen-Gottesdienste eine Gast-Predigt halten. Donnerstag am 22. d. findet im israelitischen Tempel der Leopoldstadt die Konfirmationsfeier statt. Predigt: Rabbiner Dr. Max Grunwald. Wien. Sonntag den 18. Mai 1913, 10 Uhr vormittags, findet im Saale des „Hotel Zentral", II., Taborstraße 8, die Generalversammlung der Chewca-Kadischa statt. Wien. (Tempelverein für Wieden und M a r g a r e t h e n.) Die öffentliche M ä d ch e n-K o n f i r m a t i o n findet am Sonntag, den 18. Mai l. I., um 10 Uhr*vormittags, die öffentliche Prüfung der Schüler und Schülerinnen der Bibel- und Leseschule Sonntag, den 25. Mai l. I., 10 Uhr vormittags, im Kaiser Franz Joseph-Jubiläums-Tempel, V., Siebenbrunnengaffe 1a, statt. Wien. (Trauung.) Sonntag den 25. Mai 1913, 127-2 Uhr mittags, findet im Tempel, I., Seitenstettengaffe, die Trauung des Fräuleins Erna G o l d s ch m i d t, Tochter des Herrn Emil G o l d s ch m i d t, mit Herrn Emerich K a u d e r s, Sohn des Herrn kais. Rat Siegmund K a u d e r s, Vorsteher der israelitischen Kultusgemeinde, statt. Wien. (Trauung.) Donnerstag den 8. Mai d. I. fand im Tempel der Innern Stadt die Trauung des Herrn Advokaien Dr. Otto Petschek aus Prag mit Fräulein Martha Popper aus Wien statt. Der Bräutigam ist ein Sohn des Landesadvokaten Dr. Isidor P e t s ch e k, eines Mitgliedes der Prager Kultusgemeinde-Repräsentanz; auch der bereits verstorbene Vater der Braut war Landesadvokat und gehörte der genannten Repräsentanz an. Die Trauung wurde von dem Prediger des Prager Tempels Dr. Emanuel Schwarz vollzogen, der durch seine ebenso gedankenreiche, wie gemütstiefe Ansprache die Feier zu einer wahrhaft erhebenden gestaltete. Die kantorale Funktion versah in bewährter Weise Herr Oberkantor Fuchs, assistiert vom gesamten Tempelchore. Wien. (Direktor Fischer.) Vorigen Freitag fand vom Trauerhause, Deulschmeisterplatz 2, das Leichenbegängnis des in den finanziellen und industriellen Kreisen allgemein verehrt gewesenen, hochgeachteten Mannes, Herrn Salomon Fischer, stellvertretenden Direktors des Wiener Bankvereines, unter ungemein