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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1913-04-18 · 16 (18.4.1913) · page 7

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
30 (1913)
Issue
16 (18.4.1913)
Date
1913-04-18
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr. 16 Dr. Vkochs Wochenschrift. Sette 283 unseres Akiba Eger. Unter den Unterzeichnern der Aufforderung zur Gründung eines das Andenken des großen Ahnherrn ehrenden Familienverbandes befinden sich in (alphabetischer Reihenfolge) Rabbiner Dr. Bleichrode in Berlin: Dr. Carl Cohn, Sanitätsrat in Charlottenburg: Prof. Dr. Rudolf Cohn in Königsberg; Dr. Jacob Eger, Geh. Sanitätsrat in Berlin; Jacques Eger, Fabrikbesitzer in Paris; Dr. Leo Eger, Rechtsanwalt in Berlin; Adolf Egers in Berlin; Alexander Eigers, Direktor der kaiferl. königl. Polizeilotterie in Wien; Boleslaus Eiger, königl. dänischer Generalkonsul in Warschau; Emil Eiger, Fabrikbesitzer in Chicago; Dr. Josef Eiger. Arzt in Berlin; Julius Eiger, Handelsrichter in Warschau; Salomon Eiger, Direktor der kaiserl. königl. privilegierten Verkehrsbank in Krakau; Fritz Engel, Redakteur des „Berliner Tageblatt"; Dr. Richard, Otto Frankfurter, Rechtsanwalt in Berlin; Justizrat Car! Goldberg in Marburg; Hermann Eoldberg, Fabrikbesitzer in Charlvttenburg; Prof. James Kornfeld in London; Ignatz Landsberg, Rentier in Berlin; Martin Marcus (Schwiegersohn von Rabbiner Dr. Eschelbacher) in Pinne (Provinz Posen); Frau Sanitätsrat Ottendorf und Frau Justizrat Schlesinger, beide geborene Salomon, Schwestern des mitunterzeichneten Justizrats Alfred Salomon, alle drei in Berlin; Carl Ottinger, Landwirtschaftlicher Beirat der Jewish Colonisation Association in Buenos Anres und — la't not leist — die rühmlichst bekannte Schriftstellerin Ulrich Frank (Pseudonym für Ulla Wolf) in Berlin-Charlottenburg, Mutter des obenverzeichneten, namentlich in Theaterkreisen rühmlichst bekannten Rechtsanwalts und Kritikers R. O. Frankfurter. Wie aus der hier auszugsweise wiedergegebenen Liste der Unterzeichneten Nachkommen Rabbi Egers hervorgeht, die männlichen nennen sich teilweise Eiger bezw. Eigers. teilweise Eger oder Egers, sind dieselben über die ganze zivilisierte Welt verbreitet und befinden sich meist in recht angesehenen Lebensstellungen. Aus unserer eigenen Kenntnis der vielverzweigten Familie des viermal verheirateten Rabbi können wir zu den im Aufruf Fehlenden noch ergänzend hinzufngen den Mathematiker Prof. Dr. Jacob Rofanes in Breslau, vor zwei Jahren Rektor der Universität, und seinen Spezialkollegen, den Kandidaten des höheren Schulamts Salomon Birnbaum in Charlottenburg. Bon im letzten Jahrzehnt verstorbenen Familienangehörigen erwähnen wir noch die beiden Brüder Kornfeld, von denen der eine Kreisphysikus und Medizinalrat in Gleiwitz, der andere Besitzer einer renommierten lithographischen Anstalt in Posen war. Beide waren auch in Judaicis literarisch tätig. Wenngleich sich nicht jede Familie eines so großen Ahnen wie Rabbi Akiba Eger rühmen kann, so wäre der hier erwähnt' Versuch der Zusammenfassung von Familienmitgliedern in einer losen Vereinigung gerade in der jetzigen Zeit des Glaubensabfalls behufs Bekämpfung des Jndifferentismus in religiöser Beziehung und Erhöhung des Stammbewußtseins auch anderweitig zur Nachahmung zu empfehlen. „Jsr. Familienblatt." Bevorstchende Maffenausweyung russischer Juden aüs Oesterreich,. Aus Lemberg wird uns geschrieben: Infolge der in letzterer Zeit so vielfach aufgetauchten Fälle oon Spionage hat die galizische Landesregierung eine strenge Kontrolle der in Galizien lebenden russischen Einwanderer verfügt. Die Regierung ist entschlossen, alle diejenigen, die sich nicht mit Heimatsdokumenten legitimieren können. aus Oesterreich auszuweisen. In Lemberg allein wohnen nahezu 1000 russisch-jüdische Familien, deren Häupter zur Zeit der Pogrome, manche auch zur Zeit des russisch-japanischen Krieges über die Grenze flüchteten und sich in Lemberg ansiedelten, wo sie, dem politischen Getriebe vollständig sernestehend, sich durch ehrliche Arbeit fortbringen. Es liegt in der Natur der Sache, daß die meisten dieser Flüchtlinge nicht im Besitze von HeimatsdokuMenten sind. Da nun in letzter Zeit bei all diesen russischen Einwanderern eme strenge Revision vorgenommen wird und die Absicht besteht, jeden, der nicht im Besitze von Dokumenten ist, auszuweisen, so droht den vielen jüdischen Familien aus Rußland schon für die nächste Zukunft die Gefahr der Ausweisung aus Oesterreich. Religiös! Vorträge für Frauen in Budapest. Der religiöse Tiefstand unter den Juden in Budapest. der einerseits zu Mischehen, andererseits zu Massenlaufen geführt hat, wurde von Kennern der Budapester Verhältnisse hauptsächlich dem Umstande zugeschrieben. daß die der fortschrittlichen Richtung angehörenden jüd. Frauen Ungarns, dem Judentums vollständig entfremdet, auch ihren Kindern eine durchaus unjüdifche Erziehung angedeihen lassen. Um diesem Uebel abzubelfen. hat die Budavester neologe Kultusgemeinde auf Anregung des Rabbiners Dr. Simon Hevefi beschlossen. jeden Samstag nachmittag religiöse Vorträgefür Frauen abhalten zu lassen. Es sollen zehn Männer zu einem Minjan zur Abhaltung des Minckagebetes herangezogen werden, worauf dann die ausschließlich für Frauen bestimmte Conference abqehalten werden soll. Diese Vorträge sollen nicht ausschließlich, rituelle Fragen zum Thema haben, sondern mehr geschichtliche Themata behandeln und den Charakter einer modernen Erhörte tragen. Diese religiösen Vorträge für Frauen wurdenbekanntlich seinerzeit vom verstorbenen Großrabbiner von Frankreich. Zadok Kabn, in Paris ins Leben gerufen, wo sie sich eines großen Zuspruches auch seitens der Damen der jüdischen Geldaristokratie erfreuten. Allerdinas mutete es damals die konservativen Juden etwas seltsam an, daß die meisten Damen in ihren Coupös vorgefahren kamen, die sie, ungeachtet des Sabbats, in langen Reihen vor der Synagoge bis nach Schluß der Conference warten ließen. Der diesjährige Kongreß der italienischen Iudmgemtz'Ger Bei der jüngst in Ferrara stattgefundenen Sitzung des Exekutivkomitees des Verbandes der italienifchett Iudengemeinden wurde unter anderem beschlossen, in diesem Jahre, und zwar spätestens im Monate Juli, einen Kongreß der italienischen Iudengemeinden nach Rom einvrberufen. Wie bereits früher berichtet, hat das Exekutivkomitee eine im Auszüge bereits wiedergegebene Eingabe an den italienischen Minister des Aeuk'rn in Angelegenheit der italienischen Iudenqem-inde beschlossen. An diesem Kongresse werden aum erstenmale auch die Vertrete'' der 'Iudenschaft von Tripolis und dsrEyre"a'ca teilnehmen. Cm jüdischer Sektion-ckrf im Krieasministermm. Das türkische Amtsblatt veröffentlicht ein kaiserliches Irade, durch welches der jüdische Oberst Isaar Iessua Bev zum Sektionschef im Kriegsministerium ernannt wurde. Diese Stelle ist im Range mit derjenigen eines Regimentskommandanten gleich. Jessn.a Bey ist einer der Jüngsten, die eine so hohe Stelle bekleiden, und gebärt zu den tüchtigsten Offizieren der türkischen Armee. Er bat sich besonders um die Organisation der türkischen Gendarmerie große Verdienste erworben. Aus di-üem' Grunde wurde ihm auch dieses Ressort im Kriegsministerium zu gewiesen. Vom fnternationa'rn historischen Kongreß An den Arbeiten des internationalen historischen Kongresses, der diese Woche in London tagt, haben die Juden einen nicht unbedeutenden Anteil. Iln^er den Teilnehmern finden wir Namen, wie Professor Hermann Gollam. London. Sir Sidney Lee, Sir Charles Waldstein, Erminifter Oscar Strauß. Amerika, die Professoren Felix Liebermann. Oppenheim Roienberg, 'Raster. Fräulein Henrietta Hertz aus Rom. Robert Mond und mebrere andere. Von jüdischen Institutionen und Koro'rschaften sind die iüdi'ch-historische Gesellschaft von England. die jüdisch-historische Gesellschaft und die Drov-ie College von Amerika, sowie die Sems CoLege in London, letztere durch Professor Dr. BvMer, offiziell vertraten. Kum Generalsekretär des Kongreßes ilt Profüsor I'rael Gollanz. der Delegierte der britischen Akademie der Wissenschaften und der Gesellschaft älterer englischer Ter^e. gewählt. Von den Referaten sind das eine über ..Egyptologie und Geschichte des Orients" und das andere über ..Hivvften" und ihre Zivilisation in Syrien von jüdischem Interesse. Von den Referenten über allgemeine historische Fragen ist ein großer Teil Juden.

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