Mannheim
Compact Memory

Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1912-09-06 · 36 (6.9.1912) · page 17

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
29 (1912)
Issue
36 (6.9.1912)
Date
1912-09-06
Page
– (sequence 17)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/3020846-3021981-3022018--21445-3046539
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

4 entity mentions

Nr. 36 Dr. BLochs WochenMrfft Seite 669 gen,- die Passiven und Indolenten vor Abfall zu schlitzen und (Ho abscheulichen Seiten des Renegatentums und des Verrates an seinem eigenen Volke zu enthüllen.“ „Grunwald ist nicht nur ein Meister der Sprache, sondern auch ein Dichter, welcher für die geheimsten Regungen des Gedankens Verständnis hat. Das Gebetbuch „Beruria“ von Max Grunwald dürfte daher den jüdischen Frauen und Mädchen eine Quelle edelster Gedanken und erhabenster Ideale sein.” ,Breslauer Zeitung“. (20. Oktober 1907.) ’ „Das Gebetbuch wendet sich an die zahlreichen Kreise gebildeter Frauen und Jungfrauen, die mit der Sprache des Psalmisten nicht genügend vertraut sind, um mit Andacht aus „Siddur“ und „Machsor" beten zu können. Ihnen wird als Ersatz dafür eine Sammlung in formvollendeter poesievoller Sprache verfaßter deutscher Gebete in die Hand gegeben, die sich für die Sonnabende, Fest- und 'Wochentage, sowie für alle frohen und traurigen Anlässe des Lebens bestens eignen. Alle diese Gebete entsprechen nach Form und Inhalt dem modernen Empfinden und sind dabei doch ihrem innersten Wesen nach von echt jüdischem Geiste durchweht.“ „"Wiener Hausfrauen-Zeitung“. (25. August 1907.) „Der redegewandte Kanzelredner in Wien beweist es in seinem soeben erschienenen Andachtsbuche für's weibliche Geschlecht, daß er die gebundene Sprache in, formvollendeter Weise zu meistern imstande ist. Seine poetischen Blüten, mit. welchen er die Gebete umrankt, sind ebenso duftig, wie die Weise, in (leier die gebundene Form souverän beherrscht. Das weibliche Gemüt wird das Echo, das gläubigen Herzens aus dem Inhalte und der Form der andächtigen Dichtungen quillt, voll und ganz verstehen, denn in harmonischem Einklänge verband die Feder Doktor Grunwald's das reiche Gemüt und den hochbeschwingten Geist.“ „Allgemeine Zeitung des Judentums“. (Berlin, 13. September 1907.) „Fraglos werden diese in der Formvollendung, in der sie geboten werden, ihren tiefen Eindruck auf Geist mul Gemüt nicht verfehlen, da sie auch durchaus modernem Empfinden amgepaßt sind, das Alte und Ehrwürdige dabei respektierend . . ." „Jüdische Rundschau“. (Berlin, vom 4. Oktober 1907, Nr. 40. Literaturblatt Nr. 15.) „Man mag sich zur Frage, der Form des häuslichen und synagogalen Gottesdienstes stellen, wie man wolle, man wild erkennen, daß heute in ganz West-Europa die Formen bereits so geändert sind, daß man ihnen wenigstens insofern Rechnung tragen muß, als das Judentum und der jüdische Geist dadurch nicht tangiert werden. Wir lehnen die Aendorung jüdischer Bräuche ah, die lediglich aus dem Gl unde erfolgt, um hei den Andersgläubigen als auf dem Wege zum andern Glauben erkannt und anerkannt zu werden. Aber wir müssen das Judentum und die alten jüdischen Formen so Ln die moderne Zeit hineinstellen, daß sie dem Judentum neues Leben zu geben vermögen. Unser Bestreben ist es nicht, das Hebräische in unseren Gotteshäusern und in unseren Familien abzuschaffen oder einzuschränken, wohl aber müssen wir dort, wo jede Kenntnis des Hebräischen verloren gegangen ist, die Liebe zu unserm Judentum in der Landessprache pflegen, damit 'von hier aus ein neuer Lebensborn für das Hebräische quelle. In diesem Sinne begrüßen, wir Grunwalds „Beruria“ aufs lebhafteste. Denn es denkt keineswegs den hebräischen Gebetbüchern in irgendwelcher Form den Rang streitig 311 machen. Es will vielmehr Verständnis dafür pflanzen, daß die hebräische Sprache und das hebräische Geljet den Kindern des hebräischen Volkes natürlich und notwendig ist. Es will durch Poesie das Gemüt veredeln und erheben . und es will im jüdischen Sinne unsere Frauen - und Töchter erziehen, die dieser Erziehung so sehr bedürfen. Die Tauferei in Wien und die Tauferei in Berlin, die hier den galizischen und dort den Posensehen Juden eine sehr schlechte moralische Note gibt, muß alle Mann auf Deck rufen. Im Streite für die Erhaltung des schwer gefährdeten Judentums soll Grunwaids Andachtsbuch eine gewichtige Waffe sein . . . Zum ersten Male liegt ein wirklich jüdisches Frauengebetbuch vor, dessen Form modern und dessen Inhalt jüdisch ist, ein Buch in bester Auswahl und in präch- , tiger Sprache . . . Wir brauchen dem Buche keinen ’ guten Erfolg zu wünschen. Ein so gutes Buch erwirbt sich von selbst die Freunde, de een es bedarf. Aber es hat uns gefreut, Grunwald auch von dieser Seite vorteilhaft kennen zu lernen, und wir wünschen unserm Volke recht viel Rabbiner mit seinem Wissen und seinem Ernste für das Judentum. Dr. Heinrich Löwe.“ „General-Anzeiger für die gesamten Interessen des Judentums“. (Berlin, 20. Oktober 1907.) „Ein Buch ist uns geworden, das uns lauge gefehlt, auf dessen Erscheinen wohl viele jüdische Frauen und Mädchen gewartet, ein zum Herzen sprechendes Gebetbuch in deutscher Sprache! Wir haben derer ja mehrere, aber sie genügten dem modernen Empfinden nicht, ihre Sprache war uns, ubsehon deutsch, nicht im Einklang mit unseren Gefühlen unserem heiligsten Empfinden. Ein in modernem Geiste gehaltenes Gebetbuch, dessen Inhalt an die altertümlichen Gebete unseres Volkes anklingt, war ein namentlich in Frauen kreisen längst gefühltes Bedürfnis. Diesem Bedürfnis entspricht das von Dr. Max Grunwald herausgegobene Gebetbuch „Beruria“. (Verlag J. Schlesinger, Wien.) Die Beruria ist ein Andachtsbuch im besten Sinne des Wortes. Allem hohlen Wortgeklingel ahhohl, spricht sie in frohen und trüben Stunden zum Herzen, sie weiß die den alten Gebeten innewohnende Poesie mit unserm modernen Empfinden in Einklang zu bringen, vermag es wohl gar, Abtrünnige, deren religiöses Gefühl dem Entschlafen nahe, in jene weihevolle Stimmung zu versetzen. die wir in der Kindheit goldenen Tagen empfanden, als noch des Zweite Uns unselige Gewalt keinerlei Zwang auf unser Denken ausiibte. Beachtenswert sind die dem Schlußkapitel angereihten Skizzen bedeutender Gelehrter, wie Aleaxinler von Humboldt, Henrik Ibsen, Leo Tolstoj, Friedrich Hebbel, Nietzsche, die alle die Ansicht ausspreclien, daß das Renegatentum verächtlich sei. Sehr prägnant sagt Tolstoj: „Dem Menschen seinen Glauben nehmen, um ihn einen anderen zu geben, wäre ungefähr dasselbe, als wollte man ihm das Herz aus dem Leibe reißen, um ihn ein anderes einziisetzen." Die Beruria versteht es. nicht nur zur Andacht zu stimmen, sondern auch zum Denken anzuregen, sie wird modernen, wie strenggläubigen Frauen eine gleich willkommene Erscheinung sein. Ida Barber. „Israelitisches Gemeindetolatt“. (Köln, (len 20. September 1907. — 20. Jahrgang, Nr. 38.) „Neben den offiziellen Gebetriten, wie sie sich im Laufe der Jahrhunderte in den Gemeinden ausgebildet und eine feste Form angenommen haben, gab es zu verschiedenen Zeiten auch Sammlungen von Gebeten für die Privatandacht. Diese Erbauungsbücher waren zumeist, im Gegensatz zu der Liturgie für den öffentlichen Gottesdienst, in den Landessprachen gehalten und so insbesondere der Frauenwelt verständlich. In der deutschen Sprache und in der jüdisch-deutschen Mundart besitzen wir eine zahlreiche, fast unübersehbare Sammlung solcher Erbauungs.schriften. Fs ist selbstverständlich, daß sie immer «lern Geschmack der Zeit angepaßt sein müssen, wenn sie eine Wirkunghaben sollen. Denn bei diesen Schriften wird ja eben nur auf die zeitgenössische Welt erzieherisch-religiös zu wirken gesucht. Zu diesen volkstümlichen Büchern der Andacht zählt auch das vorliegende, das in seiner Anlage äußerst glücklich getroffen ist. Es hält sieh nämlich an die Ordnung des wochentägigen, des sabbatlichen und dos festlichen Ritus. Auf diese Weise ist die Andacht nicht von der Liturgie des öffentlichen Gottesdienstes losgetrennt. Sie will die offizielle Gemeinde-Liturgie nicht verdrängen und ersetzen, sondern nur begleiten. Eine einfache Uebersetzung der Gebete hat sich als nicht geeignet erwiesen, das Interesse der Frauenwelt, der der ganze Gedankengang unserer Liturgie fremd ist, für unsern Ritus zu gewinnen. Der Verfasser hat somit eine glückliche Methode gewählt, zumeist das Alte in einem modernem Gewände und in passender, ansprechender Form zu geben. Die Nachbildungen sind gut gelungen und alles, was der Verfasser hier aus Eigenem und Fremdem gibt, einheitlich zusammengeschlussen. Das hübsch ausgestattete und reichhaltige Buch, welches vieles bietet, wird zweifellos jedem, oder richtiger, jeder jüdischen Frau etwas geben, was sie in mancher Lage des Lebens und in mancher Stimmung erbauen dürfte. Hoffentlich findet das Buch in den Familien der deutsch redenden Judenheit freundliche Aufnahme. Dr. 8. Bernfeld.“

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.