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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1912-09-06 · 36 (6.9.1912) · page 16

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
29 (1912)
Issue
36 (6.9.1912)
Date
1912-09-06
Page
– (sequence 16)
Language
German
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Seite 608 Dr. Vlochs WochenschM i Nr. 36 Gähn, M., Die religiösen Strömungen in der zeitgenössischen Juden heit. Sänger & Friedberg, Frankfurt a. M. M. 4.—. Der Verfasser interessiert uns besonders in den Partien, die sich gegen das „Reformjudentum“ wenden. Er versteht darunter alles, was nicht zur orthodoxen Parteifahne schwö r t, z. B. die ganze Breslauer Schule in Bausch und Bogen. Das Gute an dem Buche wäre wirksamer ohne solchen Zelotismus und bei einiger Mäßigung in den Urteilen, 'z. B. über einen Mann wie Herrn. Cohen. Dem konservativen Judentum wird auf diese 'Weise nicht sonderlich gedient. R. Procliaskas Illustrierte Jahrbücher. — Illustriertes Jahrbuch der Weltgeschichte, herausgegeben von Albin Geyer. Zwölfter Jahrgang — das Jahr 1911. Mit einem Titelbilde und zahlreichen Textillustrationen. Kart. M. 1.50. Verlag von Karl Procliaska, Wien, Teschen, Leipzig. ■ In flüssiger und anregender Schreibweise bietet der Verfasser eine Darstellung über alle wichtigen politischen Ereignisse in den europäiscchen Groß-, Mittel- und Kleinstaaten vom Standpunkte des Deutschnationalen aus. G. zieht auch, soweit sie für Europa bedeutungsvoll sind, alle politischen Vorgänge in Amerika, Asien und Afrika usw. in den Kreis seiner Betrachtung. Er bietet eine willkommene Rekapitulation. Idelsohn A. B-, Liederbuch, Berlin und Jerusalem, 1912, Hilfsverein der deutschen Juden. Dieses zu einem Teil deutsche, zum größeren hebräische Lieder (in hebräischen Lettern) mit Noten enthaltende Schulbuch verdient d e Au merksamkeit aller, die sich für die neuhebräische Literatur interessieren. Es sind auch von Biabk und an Je en Meistern Proben aufgenommen. Charmatz Ph., Geschichte jder auswärtigen Politik Oesterreichs im 19. Jahrhundert, Leipzig 1912, B. G. Teubner, Bd. I. (Aus Natur- und Geisteswelt.; Es verrät keine geringe Kunst, auf nicht viel über 100 Seiten von Kaunitz bis zum Sturze Metternichs zu führen, und dies mit geschulter Pointierung und Hervorkehrung von Gesichtspunkten, die sonst bei der Behandlung dieses oft bearbeiteten Stoffes zurücktreten. Vor allem ist es die österreichische Beleuchtung, die Bekanntem neue Seiten abgewinnt. J. Eisenberg, Das Leben der Propheten nach der arabischen Legende. (Das Leben Abrahams.) Wieliczka 1912, Verlag Dr. J Eisenberg. K —.50. Diese (hebräisch geschriebenen) Heftchen enthalten interessantes Material zur vergleichenden Folklore. Die Anmerkungen verdienen besondere Anerkennung. Jak. Scbmid, Die Welt. Lemberg 1912, Verlag »Volksfreund«. K 1.-. Eine populäre, sehr empfehlenswerte Astronomie in Jiddisch. R. Kalender für Israeliten, 5673, 1912—13. »Oesterr.-Israel. Union«, Wien, IX., Universitätsstraße 8. (K 1 50.) „Jung Juda". Illustrierte Zeitschrift für unsere Jugend. 13. Jahrgang. Nr. 17. Prag“, den 30. August 1912. (17. Elul 5672.) Inhalt: Dr. L. Philipp so n: Das Schofar tönt. — Adolf Rothschild: Der Künstler. — Die Vasen. — Dr. Josef Lamm: Jüdische Vornamen und ihre Deutung. — Josef Hart: Mamas Rosen. >— Der Hofmeister und sein Zögling. — Der König auf drei Jahre. — Guck in die Welt. — Uebersetzungsaufgabe und Briefkasten. — Preis- Rätsel. — Redaktion und Administration: Prag, II., Stefansgasse 629. KriefKaste«. I. K. Ncutitschem. Es ist selbstverständlich. hast jeder jüdischer Wähler in N.muscheln, der Ehre im Leibe hat, keinen Deutschradikalen und keinen Nationalverbändler wählen kann, sondern schon beim ersten Wahlgang dem sozialdemok.at'schen Kandidaten die Stimme geben muß. Deutsch radikale und Nationalverbändler sind einander wert und im tiefsten Grunde reaktionär, jadenfeindl'ch, so daß einem ehrenhaftcn Juden kein anderer Ausweg bleibt, als für den Sozialdemokraten zu stimmen. S. S., Bielitz. Heber den Lehrplan der Talmud-Thoraschule tn Prag kann Ihnen der Herr Direktor Landesrabbiner- Etellvertreter Dr. Brody in Prag Auskunft erteilen, an welchen Cie sich wenden wollen. F. I in Krakau. Bon der sonderbaren Wach- und Schiießges llschaft, die keine Juden anstellt, müssen st h selbstverständlich eh'enhafte Zu>en vollständig fernhalttn. M. L. In den Schulen Südafnkas ist die Gleichberechtigung der hebräischen Sprache mit der lateinischen und griechischen längst eingesührt. In Johannesburg werden Sprachkurse für Erwachsene vom Ch'ef-Rabbi für Südafrika Dr. I. L. Landau eingeführt, welche sich immer größeren Zuspruches erfreuen. Der Chief-Rabbi hält allwöchentlich einen Vortrag in hebräischer Sprache. Vor einigen Wochen wurre in der großen Hafenstadt Port Elizabeth durch Chief-Rabbi Dr. Landau der Grundstein zu einer neuen, großen Synagoge eingeweiht. , Zu den hohen Feiertagen. „Beruria“ modernes deutsches Gebet- und Andachtsbuch für jüdische Frauen und Mädchen. Von Rabbiner Dr. Max Grunwald. Verlagsbuchhandlung Josef Schlesinger, Wien, I., Seilensteltengasse 6. Stimmen der Kritik: „Neue Freie Presse“. (8. September 1907. „Das in hebräischer Sprache geschriebene Gebetbuch ist den meisten jüdischen Frauen und Mädchen Westeuropas ein Buch mit sieben Siegeln. Freilich existieren auch deutsche Uebersetzungen, die dem hebräischen Texte beigedruckt sind; doch lassen sie an Formvollendung oft viel zu wünschen übrig. Der Verfasser ist daher mit vorliegendem Andachtsbuche für jüdische Frauen und Mädchen einem dringenden Bedürfnisse entgegengekommen. Nur wer selbst das hebräische Original versteht, wird es zu würdigen wissen, in welch meisterhafter Weise es Grunwald verstanden hat, die erhabenen Gedanken der Werktags- und Festgebete wiederzugeben. Gar manche Stücke darf man als künstlerisch vollendet bezeichnen. Der Verfasser hat sich aber damit noch nicht begnügt, sondern in einem zweiten Teile Gebete für alle Wechselfälle des Lebens von der Wiege bis zum’ Grabe verfaßt. Ein dritter Teil enthält schöne Sprüche und Gedanken aus Bibel, Talmud und Midrasch. In einem vierten Teile kommen auch bedeutende Dichter und Denker zurrt Wort. Wir hören Männer wiei ^Friedrich Hebbel, Ibsen, Tolstoi, Th. Ziegler u. a. den Abfall vom Glauben gebührend brandmarken. . . . Den jüdischen Frauen und Mädchen sei vorliegendes Andachtsbuch aufs Beste empfohlen. .... Das Schöne muß befördert werden, denn wenige stellen’s dar und viele bedürfen’s“. (Wilhelm Meisters Lehrjahre, 8. Buch, ß. Kapitel, gegen Schluß.) „Neues Wiener Xagtolatt“. (26. August 1907.) „Das ist ein Buch1 der Andacht, dessen Herausgeber, Dr. Max Grunwald, einen größeren Kreis mit Schätzen hebräischer Poesie in ausgezeichnet deutscher Uebertragung bekannt macht. Es handelt sich um ein Andachtsbuch für Frauen, aber das Buch ist geeignet, über diesen Rahmen hinaus, innerhalb und außerhalb der konfessionellen Sphäre lebhaftes Interesse wachzurufen.“ ..... „Da gemahnt manches an die Ueberlieferung der klassischen Verdeutscher orientalischer Originale. Hervorzuheben ist noch die schöne Ausstattung des Werkes.“ „Pester Lloyd“. (13. Oktober 1907.) „Es ist ein jn jeder Hinsicht zeitgemäßes und überaus nützliches Buch, welches Dr. Max Grunwald, einer der ausgezeichnetsten Kenner des Judentums und seiner Geschichte, zum Verfasser hat. Die jüdische Frau, welche der Grundpfeiler der jüdischen Familie und somit der Träger der Zukunft kommender Generationen ist, kann ihrer großen Aufgabe erst dann gerecht werden, wenn sie im Judentum bodenständig ist und in der Kenntnis der tausendjährigen Geschichte ihres Volkes die Quelle des Festhaltens an den Idealen des Volkes und somit an ihm selbst erblickt. „Beruria“, die Gattin des Rabbi Meir, ist das Symbol eines solchen jüdischen Weibes, denn um die Tugenden und die höhen geistigen Eigenschaften dieser historischen Frau hat die jüdische Tradition Legenden voll entzückender Poesie und erhabener Moral gewoben. Dr. Max Grunwald, ein durchaus modern gebildeter Gelehrter, hat es verstanden, aus der Fülle der herrlichen jüdischen Gebete, welche in den historischen Geschicken des jüdischen Volkes eine so hervorragende Rolle spielen, ein Andachtsbuch feusanunenzustellen, welches nicht nur geeignet ist, dem wahren religiösen Bedürfnisse fcu entsprechen, sondern auch berufen ist, die Schwankenden und Wankelmüti-

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