Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 29 (1912)
- Issue
- 24 (14.6.1912)
- Date
- 1912-06-14
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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Seite 398 Dr. Blochs Wochenschrift Nr. 2t Frau Irma Mayer-Ketschendorf dankt für die ihr anl. des Ablebens ihres Vaters, Herrn David Ritter v. Gutmann, erwiesene Anteilnahme. Dankschreiben der Internationalen Hygiene-Ausstellung Dresden 1911 für die Förderung der Gruppe „Hygiene' der Iuden" durch den Kultusvorstand und Verleihung einer Anerkennungs-Plakette. Mitteilung der Internationalen Hygiene-Ausstellung an Herrn Rabbiner Dr. Grunwald über Verleihung des Ehrendiploms Kr wMirschaftliche Mitarbeit. Die Zuschrift lautet: Internationale Hygiene-Ausstellung Dresden, im Mai 1912. Dresden 1911 Sr. Hocliwürden Herrn Rabbiner Dr. Max Grunwald Wien XV. Ew. Hocliwürden I Unsere Ausstellung ist nunmehr aufgelöst, die Verwaltungsarbeiten erledigt, und es kommt für uns die Zeit des Rückblickes. Dabei erinnern wir uns in erster Linie mit Gefühlen des aufrichtigsten Dankes derer, die die Lösung unserer Aufgabe durch ihre wertvolle Unterstützung gefördert, ja vielfach erst ermöglicht haben. Ganz besonderen Dank verdienen Ew. Hochwürden. In eifrigster und angestrengter Arbeit haben Ew. Hochwürden sich bemüht, in allen Teilen Europas und der neuen Welt Material für die Hygiene der Juden frei zu machen und uns (zur Verfügung zu stellen. Die Schwierigkeiten, die sich «dabei ergaben, waren sehr groß, teils durch die Neuheit der Idee, teils auch durch die geringe Anzahl von Objekten, die für dieses Gebiet jüdischer Kultur existieren. Um so erfreulicher ist der Erfolg gewesen. Mit Stola können wir und können Sie auf das erreichte Ziel zurückbicken und das Bewußtsein von dieser Leistung wird Ihnen, mehr noch als unser Dank, ein reichlicher Ausgleich für Ihre viele Mühewaltungen (sein. Um aber auch unsere Anerkennung für Ihre Tatkraft und Ihr Interesse an unserer Sache nach außen hin zu dokumentieren, haben wir beschlossen, Ihnen die höchste Auszeichnung, die die Ausstellungsleitung zu verleihen hat, das Ehrendiplom für wissenschaftliche Mitarbeit bei der Historischen Abteilung, zustellen zu lassen, das Ihnen eine dauernde Erinnerung an Ihre wertvolle Mitarbeit bleiben möge. Mit dem Ausdrucke vorzüglichster Hochachtung verbleiben wir ganz ergebenst Internationale Hygiene-Ausstellung Dresden 1911 Der Präsident: Dr. Lingner Wirklicher Geheimer Rat. Wird von der Plenarversammlung mit Befriedigung zur Kenntnis genommen. Im Einlaufe befinden sich weiters: Beileidskundgebungen anl. des Ablebens des Herrn David Ritter v. Gutmann seitens der Kultusgemeinden Graz und Prag, Bethausverein „Adatz Iisroel", Wien, Oberkantor Heller, Brünn. Bericht des Herrn Kultusv. Mar Zirner über die Generalversammlung des Frauen-Wohltätigkeitsvereines Hietzing. Dankschreiben des Herrn Ignaz Iolles für die Gratulation des Vorstandes anl. seines 70 Geburtstages. Mitteilung der Gemeinde-Bibliothek über eine von der Witwe des feP Religionsprofessors Reib gemachte ansehnliche Bücherspende. Verleihung des ausgeschriebenen 3000 Kronen- Preises der Dr. Moritz Rappaport-Stiftung für eine geschichtliche Darstellung: „Samuel Oppenheimer und sein Kreis". Die Ausschreibung erfolgte am 1. August 1909 mit nachstehendem Wortlaut: Das Komitee der von Dr. Jakob Rappaport zum Andenken an seinen Vater Dr. Moriz Rappaport errichteten Stiftung veröffentlicht hiemit folgende Preisfrage: „Samuel Oppenheimer und sein Kreis.“ Es wird eine eingehende Darstellung des Anteiles gewünscht, den Samuel Oppenheimer und jener Kreis von Juden, der sich um diese Persönlichkeit gruppieren läßt, an der Gestaltung der österrreicliischen Finanzwirtschaft in den letzten Dezennien des 17. und in den ersten des 18. Jahrhunderts genommen haben. Einleitend können die Beziehungen der Juden zu den österreichischen Finanzen in der früheren Zeit erörtert werden. Von einer Aufzählung jedes einzelnen Geschäftes, das 8. Oppenheimer und seine Genossen — es kommen da in erster Linie seine unmittelbaren Nachfolger in Betracht — gemacht haben, soll Umgang genommen, dagegen die wichtigeren kritisch erörtert und vor allem im Zusammenhänge mit der gesamten Finanzwirtschaft Oesterreichs in jenen Tagen die Frage erörtert werden, inwieweit das Verhalten Oppenheimers und seiner Genossen dem Staate förderlich war. Bei der Untersuchung dieser Frage sollen die Geschäfte selbst, nicht aber günstige oder ungünstige Urteile der Zeitgenossen aller Epigonen das Urteil. des Bearbeiters bestimmen. Kurze biographische Daten über das Leben S. Oppenheimers und der übrigen maßgebenden Persönlichkeiten sind erwünscht. Als Preissumme für die beste Schrift wurden K 3000 (Dreitausend Kronen) bestimmt. Diejenigen Personen, welche um diesen Preis zu konkurrieren beabsichtigen, haben die Preisschrift bis längstens 31. Dezember 1911, mittags 12 Uhr, an das Sekretariat der israelitischen Kultusgemeinde in Wien, I., Seitenstettengasse 4, III. Stock, ohne Namensnennung mit eine m Motto versehe n, einzusenden und in eine in K u v e r t, w elches d a s s e 1 b e Motto trägt, versiegelt •N a m e und Adresse a n z u g e b e n. Bemerkt wird, daß stiftsbriefgemäß dem Autor das Recht des Eigentums bleibt und daß, falls der Autor die Publizicrung der Preisschrift, nicht selbst vornimmt, dem Vorstände der israelitischen Kultusgemeinde Wien das Recht zusteht, über Vorschlag des Unterzeichneten Kuratoriums die Publizierung zu veranlassen. Wien, 1. August 1909. Das Kuratorium der Dr. Moriz Rappaport-Stiftung. Die drei Preisrichter, Schriftsteller Dr. Heinrich Fried jung, der Czernowitzer Universitätsprofessor Dr. Herzberg-Fränkel und der Wiener Universitäts-, Professor Dr. Iosef Pribram, sind in gesonderten Gutachten unabhängig voneinander zu dem übereinstimmenden Urteil gelangt, dem Verfasser des Manuskriptes mit dem Motto: „amicus Plato, magis amica veiitas“ den Preis zuzusprechen. Die Eröffnung des Couverts in der Sitzung des Kuratoriums vom 3. Iuni 1912 (anwesend: Präsident Dr. Alfred Stern, Vizepräsident Dr. Gustav Kohn, Kultusvertreter pliil. et jur. Dr. Markus Spitzer, Oberrabbiner Dr. M. Güd emann und Hofrat Prof. Adam Politzer) ergab als Verfasser der preisgekrönten, zwei Bände umfassenden Arbeit Rabbiner Dr. Mar Grunwald in Wien. Das Plenum, an welches vom Kuratorium der Akt geleitet wurde, beschließt im Sinne des einhelligen Antrags der briet Preisrichter Herrn Dr. Grunwald den Preis zuzuerkeunen. Adaptierungen im Spitale. Das Spital der Kultusgemeinde, speziell der sogenannte alte Trakt, in dem die medizinischen Abteilungen untergebracht sind, entspricht nicht mehr den Anforderungen, die an ein modernes Spital gestellt werden müssen, abgesehen davon, daß sich ein allgemeiner Raummangel seit langem schmerzlich fühlbar macht. — An eine Beseitigung dieser Uebelstände konnte insolange nicht geschritten werden, als.nicht einerseits durch Vermehrung der vorhandenen Räumlichkeiten, andererseits durch Beistellung der erforderlichen, ziemlich bedeutenden Milteil, die Möglichkeit zur Vornahme durchgreifender Aenderungen gegeben war. Das zeitliche Zusammentreffen dieser beiden Momente ermöglicht nun im gegenwärtigen Zeitpunkte die Durchführung längst notwendiger Reformen. Durch die hochherzige Schenkung des verewigten Herrn Albert Freiherrn v. Rothschild wurde der Kultusgemeinde das dem Spital benachbarte Haus, Gürtel 99, für Zwecke des Spitales und des Pflegerinnenheimes zur Verfügung gestellt, so daß durch Verlegung der Verwalterwohnung, einzelner Wohnungen für Aerzte, Pfle-