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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1912-04-05 · 14 (5.4.1912) · page 12

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
29 (1912)
Issue
14 (5.4.1912)
Date
1912-04-05
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 232 Nr. 14 Dr. Vkochs WochMschrift abends, der trefflichen Darbietungen des Schüler konzertes der Gesangsmeisterin Frau Else Freund-Funk, des Kammermusikabends der Jnstitutsinhaberin Frau Regiue Stern mit den lobenswerten Leistungen der jugendlichen Pianistin Frl. Hilda Kauitz, besonders aber des berrlichcn Abends gedacht, den unter dem Titel „Das Lied des Ostjuden" Herr Rabbiner Dr. Max Grunwald unter Mitwirkung des Ersten Kantors M. B. Kaufmann in der Tohabeehalle veranstaltete. Der Jubel, den dieser Axnd auslöste, stempelte ihn zur schönsten der diesjährigen Veranstaltungen der Toynbrehalle. Beth-Haam (Jüdisches Volksheim.) (XVII., Hormayergaffe 7 a) Mittwoch den 27. v. M. hatten wir das Vergnügen unseren Herrn Rabbiner Dr. S. M. Bach am Vorlesetisch bei Wiedergabe jüdischer Dichtungen zu bewundern. Das Publikum begleitete den Vortrag mit reichlichem Beifall. Nicht minder war die Begeist rung, als unser künstlerisch höchst hender I. Kantor M. B. KaufmauM Lieder der Ostjuden mit vornehm behandelter Stimme vortrug. Er verlieh diesen originellen Liedern soviel Seelenwärme und Feuer, daß sie trotz ihrer Einfachheit, auf die Zuhörer einen überwältigenden Eindruck ausübten. Besonders erwähnt sei die Klavierbegleitung des Herrn Braslavsky. die durch besonders musikalisches Verständnis und Exaktheit imponierte. Gründung eines jüdischen Sportklubs in Wien. In unserer iportliebenden Zeit stellt das Milieu, in dem man seinen sportlichen Neigungen Nachkommen kann, einen wichtigen Faktor dar. Wer Turnen oder dem Fußballsport huldigen will, kann dies in gut jüdisch gesinnter Gesellschaft tun. In anderen Sportzweigen jedoch, wie auf dem Gebiete des Tenni-spiels, des Fechtens (nicht studentischen) usw. ist man auf Vereinigungen angewiesen, die, wenn sie überhaupt Juden aufnehmen, durch ihre gesellschaftliche und soziale Struktur zur weiteren Entfremdung der jüngeren jüdischen Generation vom Judentum beitragen. Es wird nun die Gründung eines auf jüdischer Basis stehenden Sportklubs in Wien geplant, der sich zunächst auf dem.Gebiete des der gegenwärtigen Jahreszeit entsprechenden Tennissports betätigen würde. Zuschriften sind zu richten an das Gründungskomitee, zu Händen des Herrn Dr. Eugen Kalmus, Wien, I., Babenbergerstraße l. Austritte au« dem Judentum Vom 24. März bis irrte!. SO. März 1912. Ascher Karoline, Zuschneiderin, geb. 3. November 1889, Wien, V. Margarethenstrasse 122. Bonda Arnold, Musiker, geb. 2. Oktober 1889 in Prag, V., Schönbrunnerstrasse 31. Brandes, False Schapira Markus. Kürschnergehilfe, geb. 29. November 1893 in Budzeinow, Galizien, XVII., Wurlitzergasse 89. Ehrenthal Moriz, Handelsangestellter, geb. 3. Jänner 1885 inDeva- Szerdahely, II., Taborstrasse 8. Freudenfeld Artur, geb. 18. Oktober 1876, Königstadtl, VIII., Strozzigasse 17. Fried Henriette, Verkäuferin, geb. 22. Juni 1877, Wien, VIII., Lerchengasse 2. Hlrzshorn iente, Hilfsarbeiterin, geb. 1. August 1889, Przemysl, XI., Geiselbergstrasse 2. Schönhauser Bruno, geb. 6. September 1888, Ung.-Brod. XIII.. Wiener Versorgungsheim. Aussig. Herr Dr. Arthur Rosenzweig, Rabbiner der isr. Kultusgemeinde in Aussig a. E., hat sich mit Fräulein Grete Fuchs, Tochter des Justizrates B. Fuchs in Bromberg (Pr. Posen), verlobt. Prag. Die Generalversammlung der Volks-Vorschußkassa in Prag fand am 24. März unter Vorsitz des Präses Herrn Pharm.- Mag. Max Fanta statt. Die Berichte sämtlicher Funktionäre wurden beifällig zur Kenntnis genommen und dem Ausschüsse einstimmig das Absolutorium erteilt. Nachdem vom G.winn per K 16.102 17 die statutenmäßigen Zuweisungen erfolgten und die Geschäftsanteile mit 5 Perzent verzinst wurden, verblieben K 4063 51, welche dem Reservefonds zugeteilt wurden. Der Aufschwung dieses Institutes ist ein sehr erfreulicher. Der Reservefond beträgt nun schon K 60.447 24; noch I2jährigern Bestände der Genossenschaft ein gewiß hervorragender Erfolg und zugleich ein Beweis dafür, daß die Verwaltung immer wieder brstrebt ist, die gesunde und solide Basis des Iluternehmens weiter zu starken. Das eigene Vermögen verhält sich zum fremden wie i : 5, ein Verhältnis, auf welches nur wenige Geldinstitute Hinweisen können. Am 31. Dezember 1911 hatte die BolkS-Vo.schußkassa 1365 Mitglieder und es war der Stand der Geschäftsanteile K 181.020-—, der Reservefonds K 56.383*73, der Einlagen K 1.007.>24 49, der Darlehen L 1,337.905*39. Die ständige Kontrolle besorgen die von der Generalversammlung alljährlich gewählten vier Rtvi'oren; außerdem wird im Sinne des Gesetzes vom 10. Juni 1903 jedes -weite Jahr durch das k. k. Handelsgericht in Prag eine eingehende Revision vorgenommen. Die letzte derartige Revision fand in der Zeit vom 6. April bis 3. Mai 1911 durch den Herrn Ober-Revidenten Boh. Treybal statt und der ausführliche Bericht desselben ist voll des Lobes über die in jeder Beziehung anerkennenswerte Tätigkeit aller in Betracht kommendcn Faktoren. Lovrana. Es ist ein erhebendes Gefühl, wenn ma in der Fremde während der Feiertage all diese Gewohnheiten, Gebräuche und Einrichtungen nicht entbehren muß, an denen jedes jüdische Herz an den Osterfeiertagen so innig hängt. Das Verdienst, uns in der Fremde ein gemütliches jüdisches Heim im besten Sinne des Wortes geboten zu haben, gebührt dem rührigen und strebsamen Inhaber des Etablissements „Pension Bremer", Lovrana, Herrn Fritz Br ein er, dem Sohne der renommierten und weitbekannten Frau A. B r e i n e r, Abbazia. Herr Fritz B r e i n e r hat uns einen prachtvollen Sederabend geboten, an dem ungefähr 100 Personen teilgenommen haben, darunter der Vorsteher Herr Lederer, Herr Landstagsabgeordneter und Vorsteher der isr. Kultusg'meinde aus Troppau Dr. Sonnenschein, Herr Generalkonsul Kraus aus Wien, ferner die Fabrikanten Fischt, Wien, König, Szelmeci, Diamant, Blatt, Kurarzt Dr. Münch und viele andere bekannte Persönlichkeiten; den Seder gab in vorzüglicher Weise Herr Michael S z e l l aus Kisvarda. der besonders durch seine formvollendete Ansprache alle Gäste begeisterte. Selbstverständlich entbehrten wir nicht einen schönen Gottesdienst, so daß wir uns recht wohl wie zu Hause fühlten. Mögen diese anerkennenden Worte Herrn Fritz Breiner anspornen, weiter auf dem Wege fortzuschreiten. _ Z. Feuilleton. Das Karom« Klara Kirsch Arbeiterinnen Keim in Mew-Uork. (Clara de Hirsch Home sor Working Cirls.) Am 6. April 1897 hat in Paris Baronin Clara Hirsch-Gereuth in einem ihrer so rührend bescheidenen und durch Verständnis für die Bedürfnisse der Armen so merkwürdigen Stiftsbriefe, die obige Stiftung ins Leben gerufen. Ihren Zweck bezeichnet sie selbst folgendermaßen: Das Heim soll junge Mädchen zu Dienstboten oder Arbeiterinnen heranbilden, ihnen Stellen vermitteln, den schon erwerbenden elternlosen ein Heim gewähren, ihr sittliches, physisches und geistiges Niveau heben, also die Aufgaben erfüllen, die bei uns in Wien mehrere Vereine sich gestellt haben, der Mädchenunterstützungsverein, die Heimat, der Lehrmädchenhort und das Heim für erwerbende Frauen und andere, wobei es aber noch manche andere kulturelle und sonstige Aufgaben erfüllt. Die jetzige Organisation stammt aus dem Jahre 1899, nachdem der gegenwärtige Ehrenpräsident, Oskar Strauß, umfassende Studienreisen in beiden Weltteilen gemacht. Ihm stehen Frau Josef Hofmann als Präsidentin, Herr Isidor Strauß als kassier, Frau Leo B a m b e r g e r als Schriftführerin und Fräulein Rosa Sommerfeld als im Heim wohnende Direktorin, außerdem ein größeres Kuratorium und ein zahlreicher Lehrkörper zur Seite. Dem Kuratorium gehören auch mehrere christliche Damen und Herren (unter letzteren der Sohn eines berühmten Wiener Ophthalmologen), wie gleichfalls laut Stiftsbrief 10 Prozent der Zöglinge christlicher Konfession sind, Waisenmädchen und gerade eingewanderte bei der Aufnahme bevorzugt sind. Der Verein unterhält also eine Industrieschule, ein Heim und eine Heimstätte für frisch Eingewanderte, die alle in dem lururiösen Bau, 225 East Street, untergebracht sind und im Neubau von 1904. Die Gewerbeschule hat gegenwärtig 63 interne und 14 externe Schülerinnen, die nur nach ärztlicher Untersuchung und vollendetem 14. Lebensjahr ausgenommen

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