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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1911-06-23 · 25 (23.6.1911) · page 10

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
28 (1911)
Issue
25 (23.6.1911)
Date
1911-06-23
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seite 418 Dr. Mochs Wochenschrift Nr. 35 und liebenswürdigen Herrn Verwalter, überhaupt allen jenen, welche sich um dieses Haus der wahren Humanität und Menschenliebe verdient gemacht haben, zu danken und außerstande, dies selbst tun zu können, auf diesem Wege meinen tiefgefühlten und herzlichsten Dank auszusprecheu. Alwin Herz, IX., Seegasse 9. Wie». (Professor Dr. Jakob Reiß.) Am 19. d. M., vormittags, fand auf dem Zentralfriedhofe unter überaus zahlreicher Beteiligung das Leichenbegängnis des Rabbiners «nd Gymnasialprofeffors Dr. Jakob Reiß statt. Der Lehrkörper und alle Schüler des Sofiengymnasiums waren erschienen, der Lehrkörper des Mariahilfer Gymnasiums war durch Professor Dr, Johann Benesch vertreten. Mehrere Schulen, an denen der Verstorbene gewirkt hat, hatten Deputationen entsandt. Rabbiner Dr. Feuchtwang hielt die Trauerrede, in der er das tiefe theologische Wifien des Dahingeschiedenen rühmte. In ergreifenden Worten nahm der Direktor des Sofiengymnasiums Regierungsrat Dr. Gustav W a n e k, welcher die echt priesterliche Herzeusgüte und die erzieherische Wirksamkeit des Verstorbenen lobte, von seinem Kollegen Abschied. Nachdem noch mehrere Redner an die Bahre getreten waren, wurde der Sarg zu Grabe geleitet. Austritte aus dem Judentum Vom 11. Juni bis infei. 17. Juni 1911. Bienenstock Mali, geb. LegalI, geb. 1. April 1887, Wien, IX., Währingerstrasse 15. Grünholz Marta, geb. 8. Mai 1885, Wien, IV., Heugasse 14. Heller Ernst, Kaufmann, geb. 14. Jänner 1886, Wien, I., Zelinkagasse 4. Herzfelder Walburga, geb. Hollitscher, geb. 8. März 1877, I., Maximilianstrasse 4. Schongut Max, Vertreter, geb. 29. November 1882, Wien, VII., Neustiftgasse 10. Leipuik. Letzten Mittwoch, den 14. Juni, wurde Herr Abraham KEa aus Troppau, hier zu Grabe getragen. Derselbe bekleidete bis zu seiner Uebersiedlung von bier nach Troppau das Ehrenamt eines Kultusvorstehers in unserer Gemeinde, in welcher Eigenschaft er sich aroße Verdienste um die Interessen der Gemeinde und die Humanitäts- Snstalten erworben hatte. Speziell unserem Armeninstitute und dem Stiftungswesen widmete er hier seine ganze freie Zeit, auf welchem Gebiete er höchst Ersprießliches und Nützliches leistete. Auch in seinem neuen Heim blieb er ein warmer Förderer unserer Kultusgemeinde und deren Humanitätsanstalten. Die Kultusgemeindevertretung ernannte den Herrn Abraham Kulka bei seinen Lebzeiten zu ihrem Ehrenmiigliede und ehrte den Verstorbenen, indem sie demselben auf dem hiesigen Friedhofe ein Ehrengrab widmete und das Leichenbegängnis auf Kosten der Gemeinde veranstaltet wurde. Im Tempel fand eine Trauerfeier statt, bei welcher unser Herr Rabbiner Dr. F. Hillel eine warme, ergreifende und tiefempfundene Trauerrede für den Verblichenen hielt, in welcher er den edlen Charakter, die Frömmigkeit und die vielen Vorzüge des Verblichenen in warmen und beredten Worten schilderte. An dem Leichenbegängnisse beteiligte sich außer seiner tiefgebeugten Gattin, dessen Kindern und den Familienangehörigen, die Kultusgemeindevertretung in corpore mit dem Kultusvorsteher Herrn David Spitzer an der Spitze, sowie auch die Vertretung der Pol. isr. Gemeinde und für die Stadtgemeinde der Bürgermeister Herr Franz Kmrowsky. Der Verblichene widmete außer den großen Stiftungen für unsere hiesige Kultusgemeinde, zur Verteilung am Tage seiner Beerdigung, 400 Kronen für jüdische und 800 Kronen für christliche Arme der hiesigen Stadt. Möge dem Dahingeschiedenen die Erde leicht sein und sein Andenken wird unvergeßlich sein. NenbydLoV. Mitte des nächsten Monates verläßt Herr Oberingenieur I. Reich, Bauoberkommissär der österreichischen Nordwestbahn, unsere Kultusgemeinde, um in gleicher Eigenschaft in Zuaim weiter zu wirken. Herr Oberingenieur Reich hat sich während seines sechsjährigen hierortigen Aufenthaltes die Achtung Md Wertschätzung nicht nur seiner Glaubensgenossen, sondern auch der Andersgläubigen in hohem Maße erworben, so daß wir ihn sehr ungern aus unserer Gemeinde scheiden sehen. Herr Reich entstammt einer alten mährischen Familie, ist bei seiner inuehabenden höheren sozialen Stellung ein überzeugter, glaubenstreuer Jude und bekundet stets das regste Interesse für sämtliche jüdische Tagesfragen. Er war ein opferwilliges Mitglied unserer Gkaubensgemeiude und beteiligte sich an den hier bestehenden humauttären Vereinen und Anstalten. Möge daher Herr Reich M seinem neuen Bestimmungsorte in demselben Maße jüdische Intentionen betätigen und weiter segenbringend wirken zum Heile des Judentums, zur Ehre seines Standes, zum Wohle seiner Familie und werden wir ihm, als auch seiner Familie stets die wärmsten Sympathien bewahren. K. Gaya. Geehrte Redaktion! Angeregt durch die in Ihrem geschätzten Blatte, Nr. 24 d. I., veröffentlichte Zuschrift des Herrn Präsidenten der israelitischen Kultusgemeinde Prag, Dr. Arnold Rosenbacher, bezüglich des Adelsdiplorys der Familie Bassewi von Treuenberg ersuche ich der Oeffentlichkeit bekannt zu geben, daß laut mir gemachter Mitteilung seitens des seither verstorbenen Archivars Dvorak sich der Adelsbrief auch im Archive der herzoglich Lobkowitzsschen Familie in Raudnitz vorfindet. Ob es sich um eine Kopie handelt, oder ob der Adelsbrief in zwei Originalien ausgefertigt wurde, bedarf wohl einer näheren Untersuchung; jedenfalls dürfte die Tatsache, daß der Adelsbrief sich noch anderweitig vorfindet, sowohl für uns Prager als auch für die Familie Bassewi von Wert sein. Genehmigen Sie, hochgeehrter. Herr Redakteur den Ausdruck vollkommener Wertschätzung Ihres ergebensten Prof. Dr. Julius R e a ch, Rabbiner in Gaya. Posen. (Die Jubelfeier des Rabbiners Dr. Philipp Bloch.) Anläßlich des bereits angekündigten 70. Geburtstages des Herrn Rabbiner Dr. Bloch fand im Tempel der israelitischen Brüdergemeinde eine Vorfeier statt. Das Gotteshaus war gedrängt voll. Auch von auswärts waren viele Festteilnehmer erschienen. Nach einem Präludium stimmte der Chor unter Leitung des Herrn Oberkantors Oswaldt das „Boruch habo" an. Die Festpredigt wurde von Herrn Rabbiner Dr. Vogelstein-Stettin gehalten. Der Redner beleuchtete das seelsorgerische Walten des Jubilars. Es folgte nun eine Ansprache des Herrn Rabbiner Dr. Walter-Bromberg. Ein Schlußgesang mit einem Postludium beendete die erhebende Feier. Hamburg. (Sterbefall.) Herr Bernhard Weinstein, der frühere Inhaber einer bekannten hiesigen Kaufmannsfirma, ist nach längerer Krankheit im 86. Lebensjahre gestorben. Der Verblichene hatte sich, nachdem er sich von seiner geschäftlichen Tätigkeit zurückgezogen, fast ausschließlich der Förderung wissenschaftlicher Bestrebungen, namentlich in der jüdischen Gemeinde, gewidmet. Zur Trauerfeier, die im Sterbehause, Klosterallee, stattfand, hatte sich eine große Anzahl Leidtragender eingefunden. Die Gedenkrede hielt Herr Rabbiner Dr. A. Loewent h a l, der ein vortreffliches Charakterbild des Dahingeschiedenen entwickelte. Herr P l o ck i sprach im Namen der Loge Brudrrkette, der Herr Weinstein 54 Jahre angehörte, ein herzliches Abschiedswort. Die Bestattung fand auf dem Ohlsdorfer Friedhofe statt. Exzellenz Professor Paul Ehrlich. Aus Frankfurt wird uns gemeldet: Der Kaiser ernannte Geheimrat Professor Ehrlich zum Wirklichen Geheimrat mit dem Titel Exzellenz. Schon vor einiger Zeit verlautete, daß der berühmte Gelehrte, dessen Entdeckung seinen Namen über alle Erdteile getragen hat, des Exzellenztitels teilhaftig werden solle. Die nunmehr erfolgte Auszeichnung bedeutet die wohlverdiente Anerkennung des Forschers, der in den letzten Monaten von Gelehrtenkorporationen aller Länder geehrt worden ist. Juden im britischen Reichsamt für Indien. Aus London schreibt man der „N. I. K/: Herr Lionel Abrahams ist zum stellvertretenden Staatssekretär (Assistant Under-Secretary) im Reichsamt für Indien ernannt worden. Bemerkenswert ist der Umstand, daß auch der gegenwärtige Parlamentsunterstaatssekretär für Indien, Herr Edwin Montagu, ein Jude ist. Sein Vater war der unlängst verstorbene Lord Swaythling.

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