Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 28 (1911)
- Issue
- 23 (9.6.1911)
- Date
- 1911-06-09
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 383 i Nr. 23 De. Blochs WochenWW Mit dem Eintritt en das 71. .Vereindahr glauben wir uns der Hoffnung hingeben zu dürfen, daß unsere Bemühungen^ arme jüdische Knaben zu erwerbsfähigen Handwerkern heranzubilden, die nötige Förderung finden werden. Die Ziele, die wir vor Augen haben, sind so vielfach.als erstrebenswert anerkannt worden, dah diese Hoffnung sich wohl nicht als eine trügerische erweisenwird. Der Be re in s v o r st a n d: Dr. Richard Reis, Vizepräsident; Dr. Wilhelm Löwy. Schriftführer; Gustav Brüll; Wilhem Hirsch, k. k. Kommerzial-Rat; Leopold Langer, kais. Rat; Edmund Melcher, Architekt und Gemeinderat; Adolf N e u m a n n, kais. Rat- und k. fl Komm.-Rat; Felix Reifer, Oberinspektor; Leop. S a ch s, kais. Rat; Th. S a ch s e l, Oberinspektor; Jul. Stern, kais. Rat; Adolf Straßmann. Gemeinde und der staatlichen Behörden erfolgreich ausführte. Ende 1871 folgte er einem Ruf nach Posen, um das Rabbinat der israelitischen Brüdergemeinde zu übernehmen, in welchem er gegenwärtig noch wirkt. Seine wissenschaftlichen Arbeiten umfassen zumeist die jüdische Religionsphilosopie, die Mystik und Kabbala und die talmudische Poesie oder Agada. Auch die Geschichte der großpolnischen Judenschaft verdankt chm wertvolle Beiträge. Von seinen bekannteren Veröffentlichungen heben wir hervor: „Die Willensfreiheit bei Chasda Kreskas" (1879), „Geschichte der Entwicklung drw Kabbala und der jüdischen Religionsphilosophie" (1894), „Der Mamron oder der jüdischpolnische Wechselbrief" (1903), „Heinrich Gvätz, ein Lebens- und Zeitbild" (1904), „Die Kabbala auf ihrem Höhepunkt und ihre Meister" (1905). Dr. Philipp Bloch ist ein geistreicher, feinsinniger Prediger und ein hochbegabter Redner; seine historischen Vorträge erfreuen sich eines große» Zuspruches seitens der Zuhörer aller Parteien. Errichtung einer israelitischen Kultusgemeiude in Salzburg. Das Ministerium für Kultus und Unterricht hat mittelst zweier Verordnungen auf Grund des §7 des Gesetzes vom 21,^ März 1890, RGBl. Nr. 57, betreffend die Regelung, dex äußerw Rechtsverhältnisse der israelitischen Rtzligionsgesellschasl und des § 3, Ixt., b, der Ministerialverordnung vom 18. März 1897, RGBl. Nr. 96, in teilweiser Abänderung der Ministerialverordnungen Jüdische Buchverleger in Italien. Die bedeutendsten Buchverlagshandlungen xxrx modernen Italien haben jüdische Besitzer.. In Mailand ist es Comm. Emilio Treves, in Florenz das Haus Bempored, in Turin das Verlagshaus Lattes und in Livorno die berühmte Buchhandlungsfirma Belforto. Einer dieser Verlagsbuchhändler, Emilio Treves in Mailand, feierte vergangene Woche das fünfzigjährige Jubiläum seines vdinll. Juni 1892.' Landesgesetz-' und Verordnungsblatt M Verlages und war aus diesem Anlasse Gegenstand viefür Oberösterreich Nr.. 18, und Landesgesetz-und Verord-Mler Ehrungen, die ihm sowohl aus Regierungswie nungsblatt für Salzburg Nr.. 17. nachstehendes be-Mauch aus Gelehrten- und Schriftstellerkreisen zukamen, stimmt : Die Zuweisung der Israeliten des HerzogtumsMTmilio Treves, ein Sohn des verstorbenen Triestiner SäDürg zur israelitischen Kultusgemeinde Linz im Erz-MOberrabbmers Prof Marco Treves, kam als ganz junhGögtum Oc stetreich ob der Enns wird außer KraftMser Mann nach Mailand, wo er, gemeinsam mit fernem gesetzt. Für das'Eebiel des Herzogtums Salzburg wirdMBruder. im Jahre 1861 einen Buchhandel eröffnete. eine neueisraelitische Kültusgemeinde errichtet, welcheF Groß ist die Zahl der italienischen Gelehrten und Schriftden ihrem Sitz entsprechenden Namen zu führen hat,W'ieller. die durch die Brüder Treves den Weg zu ihrem Diese Verordnung tritt mit 1. Juli 1911 in Wirksam-Mheutigen Ruhm gefunden haben.. Treves ist berühmt feit und von diesem Zeitpunkte angefangen ist die be-Mwegen seines Talentes in der Entdeckung künftiger litezeichnete neue Kultusgemeinde als im Sinne des Ge-Mrarischen Größen.. Auch als Publizist genießt Emilio Tresetzes vom 21. März 1890 konstituiert anzusehen. Uves einen guten Namen in Italien. * Bukowina. In.einer heute stallgefundenen Bera-M jüdischen Landtagsabgeordneten sahen die Mit-M tung der jüdischen Landtagsabgeordneten gqhen die Mit-W ^Mstausstellung in Tunis, glieder der jüdischen Nationalpariei der vM jüdischenM Por einiger Zeit wurde in Tunis die erste Aus- Volksrate erhobenen. Forderung, die Vereinigung von j| ftellunc* mofcenier italtenif^cr ftunft eröffnet Unter den Reichsrats- und Landesausschußmandat für inkompatibelH Künstlern, die ihre Arbeiten hier ausgestellt haben, zu . erklären, statt Sämtliche Abgeordneten faßten ein-Z nimmt, wie italienische Blätter übereinstimmend berichftrmmig den. Beschluß, keinen Abgeordneten des nach Be-Z ten. die Kollektivausstellung der Werke des toskanischen seitigung dieser bisherigen Anschauungsdifferenz nunf Malers Moses Levy den hervorragendsten Platz ein. mehr zu gründenden jüdischen Landtagsklubs in den Landesausschuß zu entsenden, der ein Reichsratsmandat bekleidet. Nachdem sich mit diesem Beschlüsse auch Doktor Straucher d er^ vom Volks rate ausgestellten Forderung gefügt hatte^ erklärte^'der.^bmann des Volksrates Universitätsprofessor ÄNlner, daß er von seiner im bisherigen Wahlbezirke Dr. Strauchers Czernowitz- Ost aufgestellten Kandidatur zurücktrete. Posen. Dr. Philipp Bloch, Rabbiner der israelitischen Brüdergemeinde, feiert dieser. Tage seinen 70. Geburtstag. Rabbiner Dr. Philipp. Bloch zählt zu den gelehrtesten Rabbinen Deutschlands. Geboren zu Tworog, Kreis Gleiwitz in Oberschlefien, 'Ende Mai 1841, genoß er seine theologische Ausbildung anbem jüdisch-theologischen Seminar zy Breslau, 1862 löste er die von letzterer Anstalt gestellte Preisaufgabe : „Rabbi Simeon den. Gamaliel nach seinen Lebensverhältnissen und seiner geistigen Wirksamkeit", welche in der „Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums" ihre Veröffentlichung fand.. I8ß5 promovierte er in Breslaumit einer Dissertation: „Der Gottesbegriff bei Aristoteles". 1869 berief ihn die jüdische Gemeinde zu München, um dort das Schulwesen zu organisieren und zu leiten, was er zur Zufriedenheit der Levy, dessen Bilder schon in heimatlichen Ausstellungen Anerkennung gefunden haben, ist besonders als Landschafts- und Stillebenmaler hervorragend. Anläßlich eines Bankettes, das in Tunis zu Ehren der italienischen Künstler veranstaltet wurde, wurde Moses Levy von allen Festrednern besonders gefeiert. Die Freunde Levys, die ihn genau kennen, sind der Meinung, daß der junge jüdische Künstler sich bald jüdischen Motiven zuwenden und erst auf diesem Gebiete sein wirkliches Meisterwerk schaffen werde, das alleseine bisherigen Schöpfungen noch übertreffen werde. . Zwischen zwei Feuern. Die Juden von Fez befinden sich, wie einzelne Pariser Blätter berichten, in der merkwürdigsten Situation. Bevor die französischen Truppen in Fez einmarschierten, hatten sie von den Marokkanern aller Parteien 7 die bittersten Leids»' und Verfolgungen auszustehen. Bald überfielen die Aufständischen, bald wieder die Sultantreuen das Judenviertel und richteten dort die scheußlichsten Verwüstungen an. Nun, da die französischen Truppen in Fez einzogen, glaubten sie, aufatmen