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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1911-05-05 · 18 (5.5.1911) · page 9

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
28 (1911)
Issue
18 (5.5.1911)
Date
1911-05-05
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Nr. 18 Dr. Bkochs WocheMM. Sette 301 Krieshuber 50.—, Dr. Herm. Löwi 100.—, Rabbiner Dr. Bach 10.—, Martin Rosenberg 60.—, Siegmund Spiegel 100.—, Moriz Ornstein 60.—, Moriz Korwill 75.—, Ignaz Blum 50.—, Berthold Kuschnitzky 100.—, Simon Menzeles 45.—, Adolf Fein 20.—; zusammen K1585.—. Dankschreiben des Herrn Markus Bondy für die Gratulation des Kultusvorstandes anläßlich seines 80. Geburtstages. Dankschreiben des Herrn Baron Alphons Freiherrn von Rothschild für die Teilnahme des Kultusvorstandes anläßlich des Hinscheidens seines Vaters des Herrn Baron Albert Freiherrn von Rothschild sel. And. _ Die Gesellschaft für Sammlung und Konservierung von Kunst- und historischen Denkmälern des Judentums (II., Praterstrasse 28) versendet folgenden Aufruf: Euer Hochwohlgeboren! Die im Jahre 1895 gegründete Gesellschaft für Sammlung und Konservierung von Kunst- und historischen Denkmälern des Judentums hat den sichtbaren Ausdruck ihrer Tätigkeit in einem „J üd i s c h e n Museum“ gefunden, das die Aufgabe hat, die im Besitze der Gesellschaft befindlichen Erzeugnisse der Literatur, der Kunst und der Wissenschaft, ferner von historischen Denkmälern, die für die politische und Kulturgeschichte der Juden im allgemeinen und in Oesterreich im besonderen Wert und Bedeutung haben, zu sammlen, in sachkundiger Weise zu erhalten und nicht nur den Forschern, sondern auch weiteren Kreisen zugänglich zu machen. Beide, die Gesellschaft und das Museum, legen rühmliches Zeugnis ab für die von warmer Begeisterung für das Judentum, seine Geschichte, seine Gegenwart und seine Zukunft erfüllte Initiative und Tatkraft ihres nach einem reichen, seinem künstlerischen Berufe und den öffentlichen Angelegenheiten gewidmeten Leben verewigten Begründers Wilhelm Stiassny und der Opferwilligkeit, die er bei seinem Bestreben fand, seine Ideen zu verwirklichen. Denn eine grosse Anzahl von Objekten, deren Zahl mehr als viertausend beträgt, sind bereits in den Besitz des Museums gelangt und der 1906 erschienene „Führer durch das Jüdische Museum“ verzeichnet bereits eine grosse Auswahl hervorragender Objekte des Museums, die in Vitrinen oder an den Wänden zur Schau gestellt werden. Der von Jahr zu Jahr zunehmende Besuch des Museums beweist es, dass diese Schöpfung dem nachhaltigen Interesse weiterer Kreise begegnet und dass namentlich der studierenden Jugend und den breiten Volksschichten hier ein Lehr- und Anschauungsunterricht von eminenter Bedeutung geboten wird. . Das Kuratorium muss es daher als seine wichtigste Aufgabe betrachten, das Erworbene nicht nur za erhalten, sondern das Museum auch nach Kräften auszugestalten. Längst sind die Bäume des Museums zu enge geworden, um eine stilgerechte und lehrreiche Aufstellung und Ausstellung der Objekte zu ermöglichen. Es wird deshalb eine der dringendsten Aufgaben sein, eine zweckdienliche Lösung der Baumfrage zu finden. Was ferner nottut, ist eine systematische Erwerbung von Kunst- und historischen Denkmälern im Sinne des Statuts der Gesellschaft: 1. Bücher der heiligen Schrift'und die sich an sie anschliessenden literarischen Werke, insoweit die Exemplare durch Alter und Seltenheit einen antiquarischen oder infolge ihrer Ausstattung einen künstlerischen Wert besitzen. 2. Inschriften aus dem heiligen Lande oder aus Ländern, in welchen Juden lebten, im Originale oder in Nachbildungen. 3. Inschriften von Völkern, welche dem jüdischen Volke verwandt waren, insoferne dadurch das Verständnis der Bibel, der hebräischen Sprache oder der jüdischen Geschichte gefördert wird. 4. Abbildungen von ägyptischen und assyrischen Denkmälern, die auf die Geschichte der Juden Bezug haben oder zur Erläuterung der heiligen Schrift dienen können. 6. Kunstwerke von jüdischen oder nicht-jüdischen Künstlern, sofern sie Gegenstände der jüdischen Geschichte betreffen. 6. Stiche, Lithographien, Handzeichnungen biblischen oder jüdisch-historischen und kulturellen Inhaltes. 7. Bläue und Ansichten von Bauwerken, Städten und Landschaften im heiligen Lande. 8. Abbildungen von Bauten für Kultus- und humanitäre Zwecke (technisch und archäologisch). 9. Münzen und Medaillen. 10. Paramente und andere Objekte, welche liturgischen Zwecken dienen. 11. Porträts von Persönlichkeiten, die sich um das Judentum Verdienste erworben haben (Juden und Andersgläubige). Das Judentum kann seinerseits nur den festen Willen bekunden, seine ganze Tatkraft in den Dienst der Aufgaben der Gesellschaft zu stellen und so im Sinne des um die Begründung verdienten Mannes zu wirken. Die Verwirklichung hängt von der verständnisvollen Unterstützung ab, die das Kuratorium findet Deshalb beehren wir uns auch an Euer Hochwohlgeboren mit der höflichen und dringenden Bitte heranzutreten, unsere Absichten nach Tunlichkeit zu fördern, zunächst, wenn Sie noch nicht Mitglied der Gesellschaft sind, durch Beitritt, im anderen Fall durch Widmung materieller Mittel, durch Ueberlassung geeigneter Objekte und durch Werbung im Kreise Ihrer Freunde und Bekannten, denn^nur durch gemeinsames aufopferungsvolles Wirken wird und kann es gelingen, das im Interesse der Gesamtheit gelegene schöne Ziel zu erreichen. Hochachtungsvoll Das Kuratorium: Präsident: Hofrat Professor Dr. A. Politzer 1. Vize-Präsident: 2. Vize-Präsident: Dr. Bela Taussig Reg.-Rat Kustos Dr. Salomon Frankfurter Kassa-Verwalter: Schriftführer: Bankdirektor Ernst Lemberger Rabbiner Dr. Max Grunwald Univ.-Prof. Dr. Salomon Ehrmann Leopold Horowitz Primararzt Maler Abraham Epstein Reg Privatier Alfred Krünfeld Kammer virtuose Hofrat Prof. Dr. Karl 8. Grünhut Herrenhausmitglied Dr. Moritz Güdemann Oberrabbiner Privatdozent Dr. Markus Hajek Bezirksrat Max Hiiler Direktor Ludwig Horch Rat Prof. Dr. Willi. Jerusalem Isidor Kaufmann Maler David Kohn Maler Robert Kolisch Bankier Prof. Dr. Artur Mahler Beichsratsabgeordneter Dr. Siegmund Stiassny Arzt Sander Wolf W eingrosshändler Als ordentliche Mitglieder können jene Personen aufgenommen werden, welche einen Miminimalbeitrag von jährlich 10 K leisten. Als stiftende Mitglieder können jene Personen oder Korporationen aufgenommen werden, welche der Gesellschaft einen Betrag von 500 K oder darüber widmen. Sie erlangen durch diese Widmung für Lebenszeit die Bechte der ordentlichen Mitglieder. Die Aufnahme von ordentlichen und stiftenden Mitgliedern erfolgt nur über Beschluss des Kuratoriums* Jüdische Renegaten als Kandidaten. Die jüdische Presse in Deutschland beschäftigt sich jetzt intensiver mit den Kandidaturen jüdischer Renegaten und das israelitische Gemeindeblatt in Köln schreibt darüber: Viel Wichtiger aber noch als die Aufstellung jüdischer Kandidaten erscheint mir eine jüdische Politik nach der Richtung hin» getaufte Kandidaten zu vermeiden. Diese Renegaten mögen Wohl tüchtige Politiker sein und ihren Parteien gute Dienste leisten» uns Juden aber gleichen sie nicht zur Ehre. Denn jeder muß stch Wohl sagen, das Judentum sei doch eine minderwertige Religion, wenn alle hervorragenden Männer sie verlassen. Diese Renegaten find gänzlich unfähig, unsere Sache zu vertreten, denn sie erregen, wenn sie das Wort Jude erwähnen, nur unfreiwillige Komik. Aber auch unser Gefühl spricht dabei mit» und wir schämen uns dessen nicht. Wir können nicht zugleich vertrauen und verachten. Jeder Renegat, der stch von uns flüchtet.^ fügt uns einen Schimpf zu, und wir muffen ihn verachten. Wir können'/.ihn daher auch nicht als den Mann unseres Vertrauens in den Reichstag schicken. Ja. wir gestehen es offen und ehrlich, wir Haffen diese Renegaten, wie jede Gemeinschaft ihre Abtrünnigen haßt. Wir verachten sie wegen ihres hohlen Strebertums und ihrer Charakterlosigkeit,^ und wir wollen auch politisch mit ihnen keine Gemeinschaft haben. Mögen die superklugen Politiker dieses Fanatismus nennen, wir können nicht anders handeln, wenn wir die jüdische Natur in uns nicht verleugnen wollen. Eine Aktion zugunsten der Juden i» Perfie». In Ergänzung unseres Artikels über die Lage der Juden in Persien in der letzten Nummer wird gemeldet, daß der „Hilfsverein der deutschen Juden" aus Anlaß der EMffe im Judenviertel der persischen Stadt Schiras und der dortigen Unruhen eine Aktion zugunsten der persischen Glaubensgenossen bei der deutschen Regierung unternommen hat. Ueber das Ergebnis dieses Schrittes liegen in dem Jahresberichte des Hilfsvereins, der hiervon Kunde gibt, detailliertere Angaben über Umfang und Größe des Erfolges dieser Aktion nicht vor, aber man kann aus den Mitteilungen doch entnehmen, daß ei» positiver Erfolg an sich zu verzeichnen ist. Es heißt darüber in dem demnächst erscheinenden Bericht: „Die traurigen Mitteilungen,

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