Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 27 (1910)
- Issue
- 11 (18.3.1910)
- Date
- 1910-03-18
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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Sette 188 Dr. Blochs Wochenschrift. Nr. II Die Beschneidung, die rituellen Speisen, das Schächten usw. sollen durch Muster von Firmen die für diese Zwecke Utensilien und Präparate erzeugen, vertreten sein. Hierfür ist eine Reihe von Lieferanten, z. B. in Bremen und Lübeck, schon gewonnen. Auch literarische Unterstützung und Ratschläge in jeder Hinsicht werden mit Dank entgegen genommen. Ein ausführliches Programm und die Ausstellungsbedingungen stellt der Unterzeichnete bereitwilligst zur Verfügung. Nur durch das einmütige und opferwillige Zusammenwirken aller Kreise, denen die Ehre des Judentums und die Aufklärung über seine Lehre und Kultur am Herzen liegen, kann ein Werk gelingen, das zur Festigung nach innen wie zum Schutz nach außen der Judeuheit einen nicht unwichtigen Dienst zu leisten die Gelegenheit bietet. Dr. Max Grunwald, Wien, XV., Mariahilferstr. 167. -i- * * Die Berliner „Jüd. Presse" schreibt in Nr. 11, 1910 : „Der bloße Hinweis darauf, daß in der Hauptstadt des Königreiches Sachsen, wo die Ausübung unseres rituellen Schächtverfahrens noch immer gesetzlich untersagt ist, ein richtiges Bild von dessen Handhabung und Ausführung geboten wird, offenbart die Bedeutung, welche der geplanten Ausstellung auch von unserem jüdischen Standpunkte aus zukommt. Aber selbstverständlich erschöpft sich ihre Bedeutung keineswegs hierin; vielmehr ist es von unüberschätzbarem Werte, daß zum ersten Male die Einrichtungen und dte Leistungen der Juden auf dem Gebiete der Hygiene in einem einheitlichen Gesamtbilde dargestellt werden sollen. Es ist zu hoffen, daß hierdurch mancherlei Vorurteile zerstreut und eine richtige Bewertung der hohen Weisheit unserer einschlägigen Religionsvorschriften herbeigeführt werden wird. Das gewichtige Unternehmen verdient deshalb die weitestgehende Förderung, die es wohl auch bei den Leitern der Gemeinden und bei Allen, die dazu imstande sind, sicherlich finden wird. Herr Rabbiner Dr. Grunwald, der seine Erfahrungen und seine Tatkraft in den Dienst des Werkes stellt, erwirbt sich damit ein Anrecht auf unser Aller Dankbarkeit und Anerkennung." Der Einfluß der Ernährung auf jüdische und christliche Kinder. Auf dem jüngst in Leeds stattgehabten Gesundheitskongreß hielt Dr. William Hall einen interessanten Vortrag über den „Einfluß der Ernährung auf die Entwicklung arischer und semitischer Kinder in Leeds." Dr. Hall, der diese Frage zu seinem Spezialstudium gemacht hat, hob hervor, daß die jüdische Frau den Instinkt für die Ernährung ihres Kindes in ausgeprägtem Maße besitze, während die christliche Frau ihn fast ganz verloren hat. Daher das Ueberwiegen der Rachitis bei christlichen Kindern. Vor fünfzig Jahren waren die gebogenen Beine in Leeds noch unbekannt, heute kann man sie allerorten haben, nur nicht bei Juden. 90 Perzent der jüdischen Mütter stillen ihre Kinder selbst an der Brust, während 5—90 Perzent der christlichen Mütter dies nicht tun. Die jüdische Frau wird während ihrer Schwangerschaft wie ein Heiligtum betrachtet. Sie enthält sich vom Alkoholgenusse, wird vor Arbeitsüberbürdung und mangelhafter Nahrung bewahrt. Das jüdische Kind hat daher zwei Vorteile vor dem christlichen; vor der Geburt und in den ersten zwölf Monaten seines Lebens. Deshalb bekunden sie später eine gesteigerte Widerstandsfähigkeit gegen infektiöse Krankheiten. Die jüdischen Frauen halten ihre Wohnungen rein. In der Ernährung der Juden spielen Eier, Oele und Fette sowie Fische die wichtigste Rolle und hierin besteht das Geheimnis ihrer widerstandsfähigen Gesundheit. Dr. Hall hat in seiner Praxis die jüdische Ernährungsmethode eingeführt und damit große Erfolge erzielt. Ein wichtiges statistisches Buch über die Juden. Der bekannte Arzt des New-Dorker Einwanderungsamtes, Dr. Maurice Fischberg, wurde vor einigen Jahren beauftragt, ein Studienwerk über die Juden vom demographischen, anthropologischen, biostatischen und soziologischen Standpunkte zu schreiben. Dieses Buch ist nun unter dem Titel: „The Jews, a Study in Race and Environement“ zu gleicher Zeit in New-Iork (Charles Scribaers Sons) und in London (The Walter Seott Co.) erschienen. Bittorio de Rossi. In dem jüngst in Livorno verstorbenen weltberühmten Rechtsgelehrten Vittorio de Rossi verlor die italienische Judenschaft eines ihrer bedeutendsten Mitglieder. Der Verstorbene war ein Abkömmling der Familie Disraeli, der auch der große englische Staatsmann Lord Beaconsfield angehörte. Vittorio de Rossi wurde von der italienischen Regierung zu allen wichtigen kodiflkatorischen Arbeiten zugezogen. Er war Mitglied des Rates der italienischen Advokatenkammer, Verwalter der Lanea ä'Italia und zahleicher anderer Institutionen. Als Jude betätigte er sich in seiner Eigenschaft als Präsident der jüdischen Gemeinde von Livorno und als Mitglied des Zentralkomitees der „Alliance Jsraelite Universelle". Teilverzeichnis der im Feldzuge gegen Italien und Preußen im Jahre 1866 »für Tapferkeit« mit Tapferkeitsmedaillen dekorierten und mit allerhöchster Belobung ausgezeichneten jüdischen Soldaten. Von Moriz Frühling. Goldene Tapferkeitsmedaille: Art.-Reg. Nr. 4, Kadett-Feuerwerker Bardach Wolf, geh. 1843, Niezuchöw (Galizien), lebt als Major i. P. in Wien. Inf.-Reg. Nr. 15, Gemeiner Braunstein Moses, geh. 1839, Brody (Galizien), gestorben im Jahre 1898 in Gurahumora; Inf.-Reg. Nr. 6, Feldwebel Fischer Gutmann, geh. 1840, Petrovosello (Ungarn), lebt in Mohol (Ungarn); Inf.-Reg. Nr. 23, Zugsführer Fischer Salamon, geh. 1837, Veproväcz (Ungarn). Silberne Tapferkeitsmedaille I. Klasse: Inf.- Reg. Nr. 57, Feldwebel Fenster Nuchim; Inf.-Reg. Nr. 19, Zugsführer Goldschmidt Jakob; Inf.-Reg. Nr. 30, Zugsführer Grünthal Jakob, geh. 1834, Zolkiew (Galizien); Inf.-Reg. Nr. 31, Korporal Hauser Ignatz, geh. 1845, Arad (Ungarn); Inf.-Reg. Nr. 5, Zugsführer Hilovits Moriz, geh. 1835, Ungvar (Ungarn). Husar.-Reg. Nr. 2, Wachtmeister Klein Jakob, geh. 1828, Hernath-Nemethy (Ungarn). Inf.-Reg. Nr. 6, Feldwebel Kohn Ignaz, geh. 1840, Feketehegy Ungarn). Jäger-Baon. Nr. 7, Unterjäger Lauterbach Hermann. Art.- (Reg.Nr. 7, Vormeister Löw Josef. Inf.-Reg/Nr. 4, Zugsführer Marktbreiter Wolf, geh. 1839, Nikolsburg (Mähren); Inf.-Reg. Nr. 12, Zugsführer Pollak Josef. Uhlan.-Reg. Nr. 11, Uhlane Salamon Josef. Inf.Reg. Nr. 23, Feldwebel Schoßberger Jakob, geh. 1840, Ada (Ungarn), war im Jahre 1882 Hauptmann. Art.-Reg. Nr. 8, Vormeister Schwarz Bernhard, geh. 1841, Nyek (Ungarn). Inf.-Reg. Nr. 14, Feldwebel Spielmann Maier, geh. 1838, Nikolsburg (Mähren); Inf.-Reg. Nr. 77, Zugsführer Stark Simon, geh. 1833, Monasterzec (Galizien); Inf.-Reg. Nr. 76, Gemeiner Straßer Alexander, geh. 1838, Spit-Sakany (Ungarn); Inf.-Reg. Nr. 20, Feldwebel Weber Moses, geh. 1832, Zolkiew (Galizien), lebt in Krakau; Inf.-Reg. Nr. 6, Feldwebel Weisz Majer, geb. 1831, Feketemczö (Ungarn). Art.-Reg. Nr. 12, Feuerwerker Wolf Markus, soll bei der Trambahn in Wien Stallmeister gewesen sein. SilberneTapferkeitsmedaille II. Klasse: Inf - Reg. Nr. 62, Gemeiner Bau Moses; Inf.-Reg. Nr. 9, Zugsfübrer Becker Jakob; Inf.-Reg. Nr. 9, Gemeiner Berger Anton, geb. 1844, Pest (Ungarn); Inf.-Reg. Nr. 57, Gemeiner Berkowicz Abraham; Inf.-Reg. Nr. 6, Feldwebel Bernät Gutmann, Kuczura, (Ungarn); Inf.-Reg. Nr. 31, Zugsführer Birnhardt Ludwig, geb. 1839, Darlotz (Siebenbürgen); Inf.-Reg. Nr. 28, Feldwebel Bischitzky Rudolf, geb. 1839, Brandeis (Böhmen), gefallen bei Custozza, 24. Juni 1866; Inf.-Reg. Nr. 12, Gemeiner Braun Heinrich, gefallen bei Königgrätz 3 Juli 1866; Inf.-Reg. Nr. 71, Gemeiner Deutelbaum Abraham, geb. 1842, Sokolow (Galizien); Inf.-Reg. Nr. 58, Gefreiter Dickter Samuel; Inf.-Reg. Nr. 10, Zugsführer Ebert Feiwel, geb. 1837, Topolnica (Galizien). Art.-Reg. Nr. 8, Feuerwerker Eisner Isak, geb. 1833, Niemtschütz (Böhmen). Inf.-Reg. Nr. 20, Feldwebel