Mannheim
Compact Memory

Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1909-12-24 · 52 (24.12.1909) · page 15

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
26 (1909)
Issue
52 (24.12.1909)
Date
1909-12-24
Page
– (sequence 15)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3020846-3021818-3021871--18897-3043850
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

Nr. 59 Dr. Blochs Wochenschrift. Seite 899 den Assentpflichtigen nicht ausschließe. Die 300 Rubel — meinte der Senat lakonisch — ist eine besondere Strafe, die den Juden wegen Nichterfüllung ihrer Militärpflicht auferlegt wird. Ein bedrohter AussteHungspräsident. In Odessa soll im Frühjahre 1910 eine Ausstellung von Artikeln der Kunstgeroerbe stattfinden. — Zum Präsidenten des Ausstellungskomitees wurde der jüdische Fabrikant Wolfsohn gewählt. Seit seiner Wahl erhält Herr Wolfsohn täglich Drohbriefe, in welchen ihm gedroht wird, falls er die Präsidentschaft behält und „dadurch der Ausstellung die Schmach bereitet, daß ein Jude ihr Präsident ist, so werde es ihm das Leben kosten und seine Maschinenfabrik werde in die Luft gesprengt werden". Herr Wolfsohn hat unter solchen Umständen seine Stelle im Ausstellungskomitee niedergelegt. Da infolge seiner Demission auch andere Mitglieder des Komitees ihre Mandate zurücklegten, ist die Abhaltung der Ausstellung in Frage gestellt. Juden als Geschworne in Rußland. Vei der jüngsten Zusammenstellung der Geschwornen für das Jahr 1910 in Moskau richtete ein Mitglied der Stadlduma, Teleschow, an den Vorsitzenden der Kommission die Frage, mit welchem Rechte er alle Juden aus der Liste der Geschwornen gestrichen habe, da ja nach dem Gesetze die Juden das Recht haben, als Geschworne zu fungieren. Der Vorsitzende geriet über diese Anfrage in große Aufregung und meinte, sein Vorgehen sei durch die Tradition, die seit vielen Jahren geübt werde, wie auch durch die Rechtsbeschränkungen gegenüber den Juden begründet. Die Kommission verlangte den gesetzlichen Nachweis, daß Juden in Rußland nicht Geschworne sein könnten und da dieser nicht erbracht werden konnte, gelangte die Frage zur Abstimmung. Die Majorität sprach sich dahin aus, daß keine gesetzliche Bestimmung vorhanden sei, durch welche den Juden das Recht, Geschworne zu sein, benommen ist. — Trotzdem strich der Vorsitzende ungefähr 60 Juden aus der Liste der Geschwornen. Vermrscbtes. Bortrag aus jüdischer Geschichte, Literatur und Kultur. Donnerstag, den 30. Dezember 1909, präzise *48 Uhr abends, findet im Festsaal des Ingenieur- und Architekten-Vereines, I. , Eschenbachgasse 9, ein Vortrag des Herrn Rabbiners Dr. Max Grunwald statt. Thema: „Ferdinand Lassalle". — Mit Vorführung von Lichtbildern. Eintritt frei, ohne Karten. Jüdische Toynbeehalle XX., Othmargaffe 46. Der Konzertabend, welcher Samstag den 18. d. M. stattfand, erfreute sich der Mitwirkung des Pianisten Roderich Baß. Man kennt die Qualitäten dieses ausgezeichneten Künstlers und es ist nur natürlich, daß dessen Darbietungen herzliche Anerkennung fanden. Der Tenorist Herr Finkelstein brachte Arien und Lieder mit klangvoller, wohlgeschulter Stimme zum Vortrage und erntete reichen Beifall. Lebhafte Heiterkeit erregten die Vorlesungen und Rezitationen humoristischer Dichtungen durch Fräulein Klärchen Fröhlich. Zu dem Konzerte vom II. d. M. sei noch nachgetragen, daß der Text des vom Männerchore gesungenen, von Artur Wolf vertonten „Bundeslied" aus der Feder der Herrn Dr. Leo Lemport stammt. Das nächstwöchentliche Vortragsprogramm wurde wie folgt festgesetzt: Freitag den 24. d. M. Bibelvortrag, Rabbinatskandidat Bela Fischer. — Samstag den 25. d. M.- Konzert. Arrangement Gesangslehrerin Fräulein Goldberger. — Sonntag den 2*. d. M. Sekretär Guido Fnchsgelb: Die Gewinnung des Eisens (Lichtbilder). — Montag den 27. d. M. Dr. Heinrich Grün: Thema Vorbehalten. — Dienstag den 28. d. M. Lehrer I. Krug: Aus der jüdischen Geschichte. — Mittwoch den 29. d. M. Univ.-Prof. Dr. L. Königfiein: Reise-Eindrücke aus Paris. — Donnerstag den 30. d. M. Dr. Arnold Ascher: Lesiing, der Weltbürger. Wien. (Jüdische Toynbee-Halle, XV., Herk l o tz g a s s e 21.) Samstag den 18. d. M. sprach der Präsident der Jüdischen Toynbee-Halle Herr Dr. Samuely über das Thema der „Zweckmäßigen Ernährung". Der besonders instruktive Vortrag und deffen anregende Form fanden den besonderen Beifall des zahlreichen Publikums, so daß Herr Dr. Samuely das Versprechen abgeben mußte, demnächst eine Fortsetzung des Themas vorzutragen. Der nächste Vortrag findet S a m sta g den 1. Jänner 1910, präzise halb 8 Uhr abends, statt. Es ist ein Konzertabend unter Leitung der Konzertmeisterin Frau Funk-Freund und Mitwirkung ihrer Schüler und Schülerinnen in Aussicht genommen. In den Pausen wird Komiker Herr Wittels einige heitere Vorträge zum Besten geben. Kinderbekleidung des Vereines „Humanitäre Freunde" in Wien, Mariahilf Am 2. Dezember d. I. fand im Saale zum „grünen Baume", die vom Vereine „Humanitäre Freunde" veranstaltete Kinderbekleidung statt. Es wurden 40 arme Schulkinder mit vollständiger Winterkleidung beschenkt. In Vertretung des am Erscheinen verhinderten Obmannes Herrn Fabrikanten Pollach, begrüßte der Obmannstellvertreter Herr Busch die zahlreich erschienenen Festgäste und erwähnte insbesonders, daß heuer zum ersten Male das Bekleidungsfest in Abwesenheit der Kinder stattfinde, weil dies viel humaner fei und die Armen nicht beschämt werden. Der Firma Pollach wurde für die unentgeltliche Beistellung von Hüten, der Firma König für die Spende von Pelzwaren der wärmste Dank votiert; auch die Firma H. & Fritz Mendl verdiene für die kostenfreie Zusendung von Brot und Süßigkeiten die vollste Anerkennung. Hierauf hielt der Kinderarzt Herr med. Dr. Karl Griiuseld die Festrede. Die schwungvollen Worte des Redners, sowie die des Obmannstellvertreters wurden mit großem Beifall ausgenommen. Dem ernsten Teile des Abends folgten heitere Vorträge, unter denen die deklamatorischen der kleinen herzigen Schwestern Wurzel sehr lebhaften Beifall fanden. Ein Tanzkränzchen beschloß den festlichen Abend, der ungemein animiert verlief. Wien. (Silberne Hochzeit.) Am 25. d. M. feiert Herr Heinrich Stiaßny mit seiner Gattin Fanny das Fest der silbernen Hochzeit. Wien. (G o l d e n e H o ch z e i t.) Am 26. d. M. feiert Herr Moritz Kulka, der älteste Bruder des emer. Oberkantors Herrn Alois Kulka in Wien, Overkantor in Kolin, im Ruhestande, mit seiner Gattin Marie, geb. Knöpfelmacher. das Fest der goldenen Hochzeit. Wien. Donnerstag den 30. d. M., 7 Uhr abends, findet im Sitzungssaale des Tempelvereines sür die beiden Gemeindebezirke Mariahilf und Neubau die 36. ordentliche Generalversammlung statt. Wien. (Gastvorträge.) Im alten Tempelgebäude des israel. Tempelvereines für die Bezirke Wieden-Margareten, V., Margaretenstraße 73, finden in den Monaten Dezember 1909 und Jänner 1910 jeden Freitag abends um 1Ub- Uhr und Samstag vormittags um Vi»9 Uhr Gastvorträge von Kantoren statt. Wien. Der Frau Rosa Hupka, Waisenrätin im I. Bezirke, XV., Klementinengafie 26 wohnhaft, wurde in Anbetracht ihrer mehrjährigen Verdienste laut Erlaßes des k. k. Landesgerichtes Wien vom 27. November d. I., Präs. 5290/9, auf Grund derselben vom hohen k. k. Justizministerium mit dem Erlaffe vom 9. Juli d. I., Z. 19.880, für deren besondere erfolgreiche Bemühung aus diesem Gebiete Dank und Anerkennung des hohen k. k. Justizministeriums laut Dekretes übermittelt. Wien. Die diesjährige Akademie mit folgendem Balle der „Lesenud Redehalle jüdischer Hochschüler" findet am 25. Jänner 1910 im Kursalon statt. Durch die freundliche Zusage erster Wiener Künstler dürfte das Fest eine würdige Repräsentationsfeier der jüdischen Studentenschaft werden. Das Vorkränzchen wird bereits am II. Jänner 1910 im Festsaale des „Hotel Post" abgehalten. Auskünfte im Vereinslokale, lX., Hahngasse 15, I. Stock, täglich von 5 bis 7 Uhr abends. Wien. (Beth-Hamidrasch Talmud-Thor"», Matzgaffe 16.) Samstag den 25. Dezember 1909, nachmittags Uhr, Vortrag III : „Der gegenwärtige soziale Realismus und die ethischen Begriffe LuzattoS". Herr Rabbiner Bela Fischer.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.