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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1909-06-11 · 24 (11.6.1909) · page 15

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
26 (1909)
Issue
24 (11.6.1909)
Date
1909-06-11
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Nr. 24 Dr. Blochs Wochenschrift. Seite 427 Es war an jenem Morgen, von dem wir bei Beginn unserer Erzählung berichteten. Wir finden del Monte in dem Studierzimmer des Rabbi. Asarjah hielt sich seit einiger Zeit ein Chamäleon, jene Eidechsenart, die man in Süditalien nicht selten in der Stube zum Wegfangen der lästigen Fliegen hält. Asarjah hatte in Uebereinstimmung mit der Vulgata und Sadja Gaon festgestellt, daß dieses Tier das Tinschemeth der Bibel ist, und aus dessen täglich wechselnder Farbe, die durch die der Erde entsteigenden Dünste beeinflußt wurde, konnte er genau den Tag des Eintreffens des Erdbebens bestimmen. Der Rabbi betrachtete aufs Aufmerksamste das drollige Tier, das auf den kleinen Leiterchen, die auf der Fensterbank angebracht waren, herumkletterte. Zuweilen schnellte es blitzschnell seine Zunge weit hervor, an deren knopfförmig verdickter und klebriger Spitze blieb dann immer eine Fliege haften. „Siehst du, Cäsare, das Tier ist heute pechrabenschwarz, eine Erscheinung, die ich noch nie beobachtete und die mir das Eintreffen der Katastrophe für heute Nachmittag auf das Bestimmteste klar macht. Die Farbenveränderungen dieses Tieres erfolgen mit der größten Regelmäßigkeit und zwar im. engsten Zusammenhang mit den Vorgängen unter der Erde. Ist unten alles normal, so ist das Tier grünlich, wie jede gewöhnliche Eidechse, treten aber in den Tiefen starke Veränderungen ein, so wird es grau, braun, violet, graubraun, es schillert oft in allen Farben und an kritischen Tagen wird es schwarz wie die Nacht. Es ist falsch, daß es nach eigener Wahl die Farbe verändern könne, wie das dumme Volk meint?) Dir vertraue ich, lieber Cäsare, ich habe schon längst mein Vermögen und meine wertvollsten Bücher nach Finale del? Emilia (einer kleinen Stadt bei Modena) zu einem treuen Freunde gebracht, hier habe ich nur noch meine kostbare Chanukalampe und unsere silbernen Sabbathleuchter. Ich flüchte heute mit Frau und Tochter in eine der Nachbarstädte, nimm du diese Gegenstände sofort, nachdem wir abgereist sind, flüchte damit in eines der Städtchen am Meere. In einigen Tagen schreibst du mir an die Adresse meines Freundes in Finale und wir lassen dich dann wieder zu uns kommen." Del Monte freute sich innerlich gar sehr, daß endlich der von ihm so heiß ersehnte Tag, an dem das Haus ihm allein überlassen blieb, gekommen sein sollte. Auch er hielt, was der Gelehrte von einem Erdbeben sagte, für Phantasterei, stellte sich aber so, als wenn er fest daran glaubte, und versprach alles aufs Veste zu besorgen. (Schluß folgt.) Ktrratrrr. Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden. Herausgegeben vom Bureau für Statistik der Juden. Redaktion: Dr. Arthur Ruppin und Dr. Bruno Blau. Berlin-Halensee, Johann Sigmundstr. 3. 5. Jahrgang. Juni 1909. Heft Nr. 6. Inhalt; I. Abhandlungen: Dr. L. S o fer, Wien: Welcher Rasse gehörte Jesus an? 2. Dr. Bruno Blau, Rechtsanwalt beim Kammergericht in Berlin: Die Austritte aus dem Judentume in Berlin während der Jahre 1907 und 1908, 3. Dr. S. Weißenberg, Elisabethgrad: Der Gesundheitszustand der Juden in Odessa. II. Statistisches Archiv. Selbstmord in Preußen im Jahre 1907. Jüdische Schulen, Lehrer und Schüler in Preußen. Geburten, Eheschließungen und Sterbefälle in Bayern 1907 und 1908. Eheschließungen in München von 1891 bis 1908. Die jüdischen Reichsratsabgeordneten in Oesterreich seit 1867. Jüdische Einwanderung nach Palästina im zweiten Halbjahr 1908. III. Literatur. Jahrbuch der Statistik. Jüdische Fragen. Palästina. *) niütwn vom Stamme d®3 hauchin, demgemäß „angehaucht." Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums. Begründet von Dr. Z. Frankel. Organ der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums. Herausgegeben von Dr. M. B r a n n. 53. Jahrgang. Neue Folge, siebzehnter Jahrgang. Heft 3/4 März- April 1909. Breslau. Koebnersche Verlagsbuchhandlung. (Barasch und Riesenfeld.) Inhalt: Heinrich Heidenheimer: Zur Geschichte und Beurteilung der Juden vom XV. bis XIX. Jahrhundert (Fortsetzung). Jacob Guttmann: Die Stellung des Simon bcn Zemach Duran in der Geschichte der jüdischen Religionsphilosophie (Schluß). Leopold Treitel: Agada bei Philo (Fortsetzung). Max Grunwald: Aus dem Nachlaß Augusts von Hennings (Schluß). M. Friedlaender: Synagoge und Kirche in ihren Anfängen. Bon D. Feuchtwang. Heinrich Paul Dr.: Der Einfluß Philos auf die ältere christliche Exegese. Von Leopold Cohn. S. Schlechter: Ztuäiss in Judaisme, second series. Von B. Badt s. A. Juug-Juda. Zeitschrift für unsere Jugend, 10. Jahrgang, Prag, Stefans gaffe 630, Preis 5 K pro Jahr, erscheint alle 14 Tage, immer zu Samstag, in einem stattlichen, meist illustrierten Hefte, ist in echt jüdischem Geiste gehalten und soll in keiner jüdischen Familie, namentlich wo Kinder sind, fehlen. Es ist das einzige in der ganzen Monarchie erscheinende Blatt für unsere Jugend, bringt viel Abwechslung und bietet derselben namentlich für die bevorstehenden Ferien eine sehr angenehme und anregende Lektüre, die jungen Leser zugleich für unsere angestammte Religion begeisternd. Ll . . . 1. Buckreis A, Panorama der Welt- und Kulturgeschichte, Nürnberg 1909, Heerdegen-Barbeck, 654 S., M. 6.-. In geschmackvoller Ausstattung ein sehr brauchbares und handliches Nachschlagebuch. Wie von der Höhe des Rigi auf das Schweizerland im weitesten Umkreis wirft man hier von hoher über jede Parteilichkeit erhabener Warte einen Blick durch all die Jahrhunderte der Menschheitsgeschichte von den Ursprüngen menschlicher Kultur bis in das Jahr 1908. Jeder Gebildete wird das Werk freudig willkommen heißen. L. M. Nikel I., Alte und neue Angriffe auf das Alte Testament. (Bibl. Zeitfragen I, I.) Münster i. Wests. 1908, Aschendorff, 46 S., M. 0.60. In zweiter Auflage erscheint die vortreffliche Schutzrede für das Alte Testament, mit der nun, wie die protestantische, auch die katholische Theologie eine Reihe von Flugschriften eröffnet, die das große Publikum über die in den letzten Jahren erfreulicherweise wieder in den Vordergrund gerückten bibelkritischen und verwandten Fragen unterrichten will. Der Verfasser schließt mit den Worten: „Das Alte Testament ist und bleibt ein Buch wahr erzählter Gottesgeschichte, es bleibt ein Beweis für den singulären Charakter des Volkes Israel." Wir empfehlen das Heft auf das Angelegentlichste. x. Das Franenideal des Neuen Testaments und der ältesten Christenheit. Von Professor Lic. H. Jordan, Erlangen. — A. Delchert'sche Verlagsbuchhandlung (G. Böhme), Leipzig. 4 Bog. Mk. 1.20.—. Des Verfassers Streben nach Objektivität verdient Anerkennung. Schon auf der ersten Seite wird Meyers Konversations-Lexikon — dieser Fundgrube des Antisemitismus — entgegengetreten, nach dem das „Christentum allein der Frau die ihr gebührende Würde und Stellung wiedergegeben und zurückerobert hat". Doch mangelt dem Verfasser zur Beurteilung der Stellung der Frau in Israel und im späteren Judentum augenscheinlich (vgl. S. 7 und die Quellennachweise) die erschöpfende Kenntnis der einschlägigen Literatur. Gerade die ungewöhnlich hohe Schätzung der Frau als sittlicher Persönlichkeit bildet einen Ruhmestitel des Judentums. x. Slouscbz N., Hebraeo-Pbenlclens et Judeo-Berberas (Arcblves Maroccalnes, vol. XIV.) Paris 1908. Ernest Leroux. 473 S. Der Verfasser, durch seine Forschungen über die Juden in Indien, Marokko und in der Sahara bekannt, hat mit selbständigem Urteil aus einer Fülle älterer und allerneuester Nachrichten über die Vergangenheit der Juden Nordafrikas, sowie die Phönizier und ihre Beziehungen zu den Hebräern eine Reihe höchst interessanter, historischer Bilder geschaffen. Besonnen wie sein bibelkritifcher Standpunkt ist seine Verwertung das archäologischen Materiales. Den Stämmen Dan, Ascher und Sebulon wird eine vielen Lesern überraschend Neues bietende Darstellung gewidmet. Die Geschichte der jüdischen Gemeinden im römischen und arabischen Nordafrika ist so zusammenhängend und ausführlich bisher noch nie geschrieben worden. x. Henne am Rhyn O., Die Kultur im Uebergange vom XIX. zum XX. Jahrhundert. Leipzig 1908, Otto Wigand, 324 S. Mk. 7.—. Als VIII. Band feiner „Allg. Kulturgeschichte von der Urzeit bis auf die Gegenwart" gibt H. eine gut geordnete Ueberficht Über

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