Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 26 (1909)
- Issue
- 14 (2.4.1909)
- Date
- 1909-04-02
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3020846-3021818-3021833--18214-3043129- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seite 264 Dr. Blochs Wochenschrift. Nr. 14 die Kabbala (365, christl. Kabbalisten 511), die Talmudisten u. a. m. Dasr er, der das Alte Testament in der Ursprache studiert hat (411), sehr oft die Bibel zitiert (52, 77, 101, 116, 118, 129, 159, 160, 182, 187, 330, 336, 342, 345, 367, 379, 405, 416, 479 usw.), auch hebräisch kauderwälscht, kann nicht Wunder nehmen. Pa sc als „PensSes" (Ausg. 1846) handeln sehr oft von Juden (138. 152 ff., 177, 181 ff., 187, 190 f., 198, 213, 219. 230). Bekannt find die Juden Ben Josua und der Arzt Nathaniel Levi in Livorno in Montesquieus Lettres persanes (39 und 143). Der ganze 60. Brief ist den Juden gewidmet. Erwähnt werden Juden auch im 67., Spinozisten im 75., die wirtschaftlichen Wirkungen der Juden- und Maurenverfolgungen im 121., eine angeblich jüdische Aufsaffung vom Wesen des Weibes (141). Montesquieus Dsprit des lois handelt von den Effäern (VIII, 9), von einer jüdischen Polemik gegen die Inquisition (VIII, 13) u. s. f.. Reiche Ausbeute bietet auch Victor Hugo mit seinem echt romantischen Ingrimm gegen die Juden. Was hat er in seinem Cromwell aus Manasse ben Israel gemacht! In „Hernani" IV, 3 heißt es freilich: „Sterben wie ein Hebräer! Rad und Folter muß er verachten, auf der Streckbank fingen und lachend liegen auf dem glühenden Rost." (Victor Hugo hat ja auch einen „Torquemada" geschrieben!) Im Ruy Blas III, 2 werden Juden im spanischen Heer erwähnt. In den „Choses vues“ läßt Victor Hugo in einem ganzen Kapitel seinen Judenhaß sich austobeu. In seinem „Rhin“ spricht er von den Frankfurter Juden und bedauert (!) den dortigen Haß zwischen Juden und Christen. Umso abstoßender wirkt der blutdürstige Charakter der jüdischen Favoritsultane in seinen „Orientales“, lieber die Stellung der Juden auf der französischen Bühne hat Abr. Dreyfus (REJ XLIX und Archives israelites XLVII) gehandelt. So fällt schon auf den ersten flüchtigen Anhub reiche Ernte. Systematisches Sammeln des Materiales ist die erste, nach Montaigne die einzige Aufgabe des Historikers. Auf diesem Gebiete sollte Herr Prof. Frank fich ihr unterziehen. Dr. M. Gr. Leb Jehuda. rm»T zb von Rabbiner Josef Leopold Abeles, Wien. Druck von I. Schlesinger, Verlagsbuchhandlung. Das hier angezeigte Werk ist ein talmudisches, streng halachischen Inhalts. Es faßt eine Reihe aktueller, in die halachische Praxis fallender Themata mit sicherer Hand an, um ^sie, ausgehend von den primären Quellen des Talmud und Midrasch, durch das Labyrinth der Dezisoren und Responsen zu verfolgen und mit Hilfe einer an den großen Lehrmeistern des vorigen Jahrhunderts geübten Dialektik mit dem heutigen Stand der einschlägigen Normen in Einklang zu bringen. Seit dem im 17. Jahrhundert erfolgten Abschluß der systematischen Halacha der Kodifikatoren und Dezisoren bewegt sich das Talmudstudium in Ungarn und Galizien in den von dem Verfaffer betretenen Bahnen und namentlich ist es der auch das vorliegende Werk stark beeinflusiende Rabbi Moses Sofer, der diese Methode talmudischer Induktion zur höchsten Blüte gebracht hat. Der als guter Volksredner bekannte Verfasser zeigt sich hier als Talmudist im echten und unverfälschten Sinn des Wortes. Es tut einem ordentlich wohl, den ftischen Erdgeruch „echten Lernens", der das Werk durchzieht, auf sich wirken zu lassen. Solche Arbeiten, heutzutage immer seltener, verdienen nach jeder Richtung hin gewürdigt und gefördert zu werden. _ ’ 0. N. Neue Bücher. Dav. Hemr. Müller, wirkliches Mitglied der kaff. Akademie der Wfffenschaften. Das Johannes- Evangelium im Lichte der Strophentheorie. Aus den Sitzungsberichten der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften in Wien. In Kommission bei Mfred Holder, k. k. Hof- und llniversitätsbuchhändler, Wien 1909. Dr. H. Brody. Widerspricht der Zionismus unserer Religion? Zweite Auflage. Preis 50 Pfg. Verlag von M. W. Kaufmann, Leipzig, 1909. Unsere Hoffnung. Redaktion und Administration: Wien. II/, Scholzgaffe Rr. 11. 6. Jahrgang. Heft Nr. 2 bis 3. Februar—März 1909. Inhalt: Vorträge über Palästina in Wien. Lektor M. Friedmann: Die Hebräer ursprünglich ein ackerbautreibender Stamm. Achad Hoaam: Gekommen ist die Stunde! Viktor Altar: Zionistische Kulturarbeit in Palästina. Dr. Leopold Kahn, I. L. Perez: "Hast gezielt. Benjamin: Elul. Vücherschau. Notizen. Briefkasten. Kriefkasterr« Nun. Bitte uns das Manuskript zur Einsicht zugehen zu lassen. S. K. Wie „Rjetsch'' meldet, wurde der bekannte jüdische Maler I. Minkowsky an* Petersburg kurzerhand ausgewiesen. Der Künstler war vor einigen Tagen nach Petersburg gekommen, um sunWild „Nach dem Pogrom", das in der kaiserlichen Akademie ausgestellt war. abzuholen. Das Bild hat in Petersburg großes Aufsehen erregt. Nach einer anderen Meldung soll Minkowsky wegen dieses Bildes nach Petersburg berufen und dort verhaftet worden sein. A. F. Professor Dr. Gott heil aus New-Iork befindet sich derzeit auf der Reise nach Jerusalem. Der Gelehrte wur.de auf ein Jahr zum Rrklor der „Amerikanischen Anstalt zur Erforschung des Orients in Jerusalem" ernannt. Professor Dr. Gottheil wird einige Zeit in Konstantinopel weilen, um sich dem Ehef der türkischen Regierung vorzustellen. Dr. F. Die Sammlungen des „Silbernen Kreuzes" weisen wiederum und größtenteils jüdische Spenden aus. Das „Deutsche Volksblatt' hat deswegen wohl den Aufruf zur Sammlung publiziert, nicht aber das Spendenverzeichnis. Die arische Moral ist von rassenechter Konsequenz. I. T. Das Gedicht: „Der Jude, der Jude ein wunderbar Ding, Betracht ihn mit Ehrfurcht, nicht acht' ihn gering", ist von-Professor K a emp f und erschien zuerst im Wiener „Jahrbuch der Israeliten" 1845 und wurde in Goldfadens „Sulamith" verwendet. I. St. II. „Onsteus" ist zweifellos das Deutsche „Anstoß". Zum Scheltwort wird die Phrase nur dadurch, daß jemandem, der kein Benehmen und Anstand hat, vorgeworfen wird : „er hat kein Onsteus", d/ h. er nimmt keine Rücksicht darauf, ob er durch sein Sprechen und Betragen Anstoß erregt.__ Wolf Isak Nassausche Stiftung für Mediziner. Aus der obgenannten Stiftung gelangt ein Stipendium jährlicher 84 K an einen armen jüdischen Hörer der k. k. medizinischen Fakultät in Wien zur Verleihung. Bewerber um dieses Stipendium haben die mit 1. dem Geburtsscheine, 2. dem Maturitätszeugnisse, 3. Studienzeugnissen der med. Fakultät, 4. einem Frequentationszeugnisse und 5. einem Armutszeugnisse belegten Gesuche im Einreichungsprotokolle der israelitischen Kultusgemeinde, Wien, I., Seitenstettengasse 4, 3. Stock, woselbst auch während der Amtsstunden, zwischen 9 und 12 Uhr vormittags, Gesuchsblankette unentgeltlich behoben werden können, bis 15. April 1909 zu überreichen. In dem Gesuche ist ferner anzugeben, ob der Bewerber, in dem Genüsse eines Stipendiums steht, bezw. wie hoch der Betrag dieses Bezuges ist. Mitglieder der Familie des Stifters oder aoitner Gattin Eleonore geb. Wertheim geniesseri das Vorrecht. Auszüge aus den Matriken der israelitischen Kultusgemeinde Wien sind als Gesuchsbelege nicht erforderlich und es genügt, die genaue Angabe der betreffenden Daten. Verspätet überreichte oder nicht gehörig belegte Gesuche werden nicht berücksichtigt. Wolf Jsak Nassausches Künstler-Stipendium. Aus obiger Stiftung gelangt ein Stipendium jährlicher 80 K für einen Jüngling Israel. Konfession, der sich an der hiesigen kais. königl. Akademie der bildenden Künste, der Architektur, der Bildhauerkunst, der Malerei oder der Kupferstecherkunst, widmet, zur Verleihung. Bewerber um dieses Stipendium haben ihre mit dem Geburtsscheine, Akademiezeugnissen, einem Frequentations- und einem Armutszeugnisse versehenen Gesuche im Einreichungsprotokolle der Israel. Kultusgemeinde, I., Seitenstettengasse 4, 3. Stock, woselbst auch während der Amtsstunden, zwischen 9 und 12 Uhr vormittags, Gesuchsblankette unentgeltlich behoben werden können, bis 15. April 1909 zu überreichen. In dem Gesuche ist anzugeben, ob der Bewerber in dem Genüsse eines Stipendiums steht, bezw.