Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 26 (1909)
- Issue
- 5 (29.1.1909)
- Date
- 1909-01-29
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 82 Dr. Blochs Wochenschrift. Nr. 5 tsn Mationalgemeinschaft, weil alle notwendigen Voraussetzungen : ein gemeinsames Land, die gleiche Sprache und gemeinsame Sitten fehlen. Dafür aber sei das Gefühl der gemeinsamen Abstammung lebendig, und das sichere Jbie Gegenwart und Zukunft des Judentums. Frl. Lia Rosen sprach warm und sympathisch mehrere einschlägige Dichtungen, u. a. auch solche von Hugo Salus, sowie ein Melodram, dessen Klavierpart Herr Kapellmeister Fr. Taussig mit Feingefühl und Stilverständnis besorgte. Die markige Art unseres vortrefflichen Charakterdarstellers Dr. Philipp M a n n i n g kam mehreren national-jüdischen Poemen, auch einem von Morris Rosenfeld, das der Prager Friedrich Th jeberg er übersetzt hatte, sehr zustatten. Der Abend, der bis nach Mitternacht währte, fand doch die Zuhörer bis zum letzten Augenblick in ungeschwächter Rezeptionsfähigkeit. Florenz. Die Blätter berichten über das Schicksal einer Witwa Sarah Levi in Messina, die mit einem Sohne und zwei Töchtern durch das Erdbeben verschüttet wurden und sich mit furchtbaren Anstrengungen aus den Ruinen selbst befreiten. Sie flüchteten, nur notdürftig bekleidet und ihre ganze Habe zurücklassend, nach Neapel. Auf dem Wege dahin nahmen sie sich noch eines verlassenen Kindes an. Der Sohn dieser Witwe, Professor David Riso Levi, hatte erst vor kurzem einen Ruf als Professor der Literatur an das städtische Gymnasium in Messina erhalten. — In der jetzt so viel genannten unglücklichen Stadt Unteritaliens, Reggio, hat die Wiege der hebräischen Typographie gestanden. Im Jahre 1475 wurde dort die erste hebräische Buchdruckerei errichtet und das erste Buch in hebräischer Sprache gedruckt. Cs war dies der Kommentar Raschis zum Pentateuch. Jüdische Zuwendungen an das British Museum. Vorige Woche feierte das weltberühmte British Museum die ISO. Jahreswende seiner Eröffnung. Aus diesem Anlasse erinnert „Jewish World" an die intereffante Tatsache, daß der Erste, der nach der Eröffnung des Museums demselben eine große Zuwendung widmete, ein Jude war, der der Anstalt eine reichhaltige jüdische Bibliothek spendete. Der Spender hieß Salomon da Costa, der in der Mitte des 18. Jahrhundert in England in großem Ansehen stand, denn er war sehr reich und ließ seine Wohltaten den Juden und Christen in gleichem Maße zuteil werden. Er stand auch mit den damaligen politischen Führern in regem Verkehr, denn Da Costa war zur Zeit der Not stets bereit, im Jntereffe des Landes große Geldopfer zu bringen. Die Bibliothek, die Da Costa im Jahre 1759 dem British-Museum zum Geschenke machte, wurde ursprünglich zur Zeit Karls I. gesammelt und kam nach der Restauration in den Besitz Karls II. Dieser lebenslustige Herrscher hatte jedoch entschieden wenig Sinn für hebräische Literatur, ebensowenig wie seine nächsten drei Nachfolger auf dem Throne, denn die Sammlung wurde in einen versteckten Winkel des königlichen Schlaffes verhaant, bis sie unter Königin Anna wieder hervorgeholt und an einen — Buchhändler verkauft wurde. Von diesem nun kaufte Salomon Da Costa, zur Regierungszeit Georgs I., die ganze Sammlung für eigenen Bedarf. Der Gedanke, diese wertvolle Sammlung wieder der britischen Nation zu schenken, dürfte ihm wohl erst später, nach Eröffnung des British-Museums gekommen sein. Hier sei ferner erwähnt, daß das British-Museum auch eine andere unter dem Namen „Waddeston Beguest" bekannte Zuwendung im Werte von 300.000 Vfund Sterling einem Juden, und zwar dem verstorbenen Baron Ferdinand de Rothschild zu verdanken hat. Vermischtes. Vortragszyklus aus jüdischer Geschichte, Literatur «ud Kultur. Donnerstag den 4. Februar 1909, präzise halb 8 Uhr abends, findet im Festsaale des Jngenieuruvd Archttektenvereines. 1., Eschenbachgasse 9, ein Vortrag des Herrn Rabbiner Dr. Max Grunwald statt. — Thema: „Jüdische Maler". Mit Vorführung von Lichtbildern. Eintritt frei, ohne Karten. Primararzt Professor Ehrwann. Anläßlich des Uebertrittes des Primarius Professor Dr. S. Ehr mann aus dem Krankenhause Wieden in das Allgemeine Krankenhaus fand am 24. d. M. abends im Restaurant Riedhof ein Festbankett statt. Die ansehnliche Zahl der erschienenen Schüler, ehemaliger Assistenten und Studienkollegen Professor Ehrmanns, legte Zeugnis ab für die allgemeine Wertschätzung, deren sich der Gelehrte erfreut. In einem Toaste charakterisierte Dr. Reines, der Assistent an der Abteilung Professor Ehrmanns im Wiedner Kcankenhause, den Gefeierten als Chef und Lehrer. Dr. Winkler würdigte in schwungvollen Worten Ehrmünn als Arzt und Meister der Palette, als Künstler. Für die Sekundarärzte des Krankenhauses Wieden sprach Dr. Kurt Deutsch, der ein längeres Gedicht vortrug, das in die Worte ausklang: „Du liebst die Jugend — vernimm es durch mich: die Jugend, die Jungen, sie lieben auch Dich!" Erst in später Stunde fand die Feier ihr Ende. Wien. (Auszeichnung.) Lehrer Heinrich Mose in Neunkirchen wurde zum Korrespondenten des Museums für österreichische Volkskunde in Wien ernannt. Verein zur Gründung und Erhaltung des Kaiserin - Elisabeth - Institutes für israelitische Krankenpflegerinnen. Sonntag den 31. Jänner, 111]2 Uhr vormittags, findet in den Räumen des Humanitätsvereines „B'nai Brith", IX., Universitätsstraße 4, eine Generalversammlung statt. Wien. Der israel. Tempelverein für den XIX. Bezirk in Wien veranstaltet Sonntag den 31. Jänner 1909, 9 Uhr vormittags, in Tempelgebäude, XIX., Dollinergasse 3, die ordentliche Generalversammlung. Wien. (Generalversammlungen.) Die diesjährige ordentliche Generalversammlung des Vereines zur Errichtung und Erhaltung von Horten für schulpflichtige Kinder findet Sonntag den 31. Jänner d. I. um 10 Uhr vormittags in den Räumen des Vereines „Eintracht" Bnai-Brith, IX., Universitätsstraße 4, statt. Am selben Tage und im gleichen Lokale wird um 11 Uhr vormittags die ordentliche Generalversammlung der Jüdischen Toynbeehalle abgehalten. Tagesordnung beider Versammlungen: 1. Tätigkeils- und Kassenbericht pro 1908. 2. Wahl der Funktionäre. 3. Eventualia. „Beth-Hamidrasch Talmud-Thora". II., Malzgasse 16. Am Freitag den 29. d. M. um halb 8 Uhr abends findet daselbst ein Vortrag von Herrn Dr. Max Bernstein statt. Thema: „Rabbi Jochanan ben Saecai". Am Freitag den 5. Februar l. I. um halb 8 Uhr abends findet ein Vortrag von Herrn Professor Moritz Antscherl statt. Thema: „Das Land unserer Väter." Beth-Hamidrasch „Montefiore II., Taborstraße 38. Sonntag abends 5 Uhr Vortrag des Herrn Rabbiners Schönfcld: Midrasch-rabba. Mittwoch abends 5 Uhr: Psalmen Der Brigittenauer israel. Frauerrwohltätigkeits Berein, dessen Veranstaltungen sich einer großen Beliebtheit in der Gesellschaft erfreuen, veranstaltet Dienstag den 2. Februar d. I. in den Sophiensälen eine Wohltätigkeitsakademie mit nachfolgendem Tanzkränzchen, zugunsten der Armen im 20. Bezirke. Mit Rücksicht auf den eminent wohltätigen Zweck haben in liebenswürdiger Weise ihre bestimmte Mitwirkung zugesagt: Die Damen Frau Theo Drill-Orridge, Mitglied des Kaiser-Jubiläumstheaters, Frau Grete Holm, Mitglied des k. k. priv. Theaters an der Wien, Fräulein Irene Schwarz. Violinvirtuosin, die Herren Richard Pahlen Klavieivmnose, Paul Schmedes, Konzertsänger. Otto Storm, Mitglied des Theaters au der Wien, Karl v. Zeska, k. k. Hofschauspieler. Die Musik besorgt die Kapelle I. W. Gangelberger unter persönlicher Leitung des Kapellmeisters. Die Nachfrage nach ' Karten ist äußerst lebhaft und sind die noch vorhandenen bei ven Vorstandsdamen, im Konzertvureau