Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 26 (1909)
- Issue
- 5 (29.1.1909)
- Date
- 1909-01-29
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3020846-3021818-3021824--18034-3042940- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr. 5 Dr. Blochs Wochenschrift. Seite 83 Albert Guttmaun, 1., Operugaffe 1, in der Musikalienhandlung Hugo K n e p l e i, I., Habsburgergaffe 2, sowie bei der Tageskaffa der Sophiensäle, III., Marxergaffe 13 erhältlich und können auch durch Telephon 15036 bestellt werden. Jüdische Toynbeehalle. In der Filiale XIV., Herklotzgafle 21, findet Samstag den 30. d. M. ein Vortrag des Professors Otto Simon „Ueber Erziehung" statt, an welchen sich ein Konzert anschließt. Jüdische Toynbeehalle, Wien, XV., Herklotz gasse 21. Am 23. d. M. wurde auch die Toynbeehalle im XV. Bezirke feierlich eröffnet. Namens der Vereinsleitung hielt Direktor Hecht eine Ansprache, in der er die bisherigen Erfolge der Tonybeehalle kennzeichnete und dem Lokalkomitee den Dank für dessen Bemühungen zum Ausdruck brachte. Sodann hielt Ehrw. Rabbiner Dr. Grnnwald die Eröffnungsrede. Die zündenden Worte lösten begeisterten Beifall der den großen Saal bis auf das letzte Plätzchen füllenden Zuhörer aus. Den Rest des Abends füllte das Dilettantenorchester Wodniansky mit einem Konzerte, in dem klassische und volkstümliche Musik in gleich künstlerischer Weise zum Vortrage kam, aus. Die Leistungen der jungen Künstler, die unter trefflicher Leitung des Dirigenten Adolfs Wiener stehen, fanden geradezu frenetischen Beifall, der dje Künstler zu zahlreichen Zugaben zwang. Die Zuhörer fanden auch Gelegenheit, den herrlichen, wohlgeschulten Tenor eines jungen Sängers, des Herrn Leo Finke, kennen zu lernen, der einige Lieder, die von Fräulein Else Kohn-Wodniansky auf dem Klavier begleitet wurden, entzückend zum Vortrage brachte. Zum Schluffe dankte Herr Oberrevident Strach namens der Vereinsleitung dem um die Erfolge der Toynbeehalle sich emsig bemühenden Rabbiner Dr. Grnnwald aufs Herzlichste und nahm auch Gelegenheit, den mitwirkenden Künstlern im Namen der Zuhörerschaft den besten Dank und die wärmste Anerkennung auszusprechen. —b. Die Vorträge finden fortan jeden Samstag abends statt. Beginn halb 8 Uhr. Eintritt — nur sür Erwachsene — frei. Israelitischer Tempelverein für die Bezirke Wieden-Margarethen in Wien. Die 35. ordentliche Generalversammlung dieses Vereines findet Sonntag den 31. Jänner 1909, 10 Uhr vormittags, V., Siebenbrunnengaffe 1, I. Stock, statt. Austritte aus dem Judentum. Vom 17. bis 23. Jänner 1909. Basch Pauline, geb. Meyer, Hebamme, geb. 28. Mai 1870, Schaffa (Mähren), II., Praterstrasse 49. Blau Stefan, Realschäler, geb. 12. Jänner 1895, Budapest, II., Valeriestrasse 44. Bodansky Wilhelmine, Näherin, geb. 23. Dezember 1871, Brünn, II., Novaragasse 6. Gutermann Arthur, k. Hofopernsänger, geb. 17. Oktober 1879, Berlin, II, Stefaniestrasse 14. Hochstätter Betty, geb. Schwarz, Private, geb. 12. Dezember 1861, Wien, XII, Seumegasse 10. Korst Karl, Dr., früher Kehn, Rechtspraktikant, geb. 10. Juni 1884, Wien, II., Glockengasse 18, I./13. Krebs Arnold, Handelsaugestellter, geb. 10. April 1882, Banjaluka (Bosnien), VII., Westbahnstrasse 16. Menzel Adele, geb. v. Innwald, Private, geb. 16. Mai 1872, Stecken, Bez. Deutschbrod, III., Obere Weissgärberstrasse 24. Nemet Jolante, geb. 7. November 1885, Kunszentmärton (Ungarn), VII., Stiftgasse 21. Preuss Paul, Universitätshörer, geb. 19. August 1886, Alt-Aussee (Steiermark), I. Weisz Friedrich, geb. 16. Jänner 1894, Wien, derzeit Triest. Welssenstein Josefa, Komptoiristin, geb. 11. August 1878, Bosochatetz, Bez. Chotebof, XVIII., Gentzgasse 90. Wellner Sarah, Kleidermacherin, geb. 23. November 1858, Papa, Korn. Veszprim (Ungarn), VI., Engelgasse 8. Graz. Das Ministerium für Kultus und Unterricht hat, wie die „Grazer Tagespost" vom 22. Jänner d. I. meldet, über Beschluß des Profefforenkollegiums der philosophischen Fakultät an der Karl Franzens-Universität erkannt, daß die von unserem Rabbiner Dr. David Herzog in Prag erworbene venia legendi für semitische Philologie auch an der philosophischen Fakultät der Universität in Graz giltig ist. Lemberg, 10. Jänner. Hier ist ein christlicher Feuerwerker (Feldwebel) mit Genehmigung seiner Vorgesetzten Behörde zum Judentmn übergetreten. Nachod. Am 10. Jauner 1909 fand die Neuwahl der Vorsteher in der Chewra-Kadischa statt. Bei derselben wurde Herr Ntoritz Sommernitz zum viertenmale als Vorsteher dieses bnmanen ätardnS gewählt. Diese Auszeichnung verdient Herr M. Sommernitz mit vollem Rechte, denn er leitet die Angelegenheiten dieses Vereines mit größter Sorgfalt und Umsicht, versieht seine Pflichten als Chewra- Vorsteher in musterhafter Weise. Das Gleiche kann von den zwei anderen Vorstehern, vom Herrn Gustav Schnr und vom Herrn Jonathan Lewith, behauptet werden. Dieser Verein hat unzählige Wohltaten gespendet und zahlreiche Werke der Nächstenliebe vollbracht; auch Fremden, die nicht zur hiesigen Gemeinde gehören, wird, wenn Krankheit und Unfälle sie betreffen. Hilfe gespendet. So verdient denn dieser Verein die werktätige Unterstützung aller guten Menschen. Sissek, am 25. d. M. In der heute stattgesundenen Generalversammlung der hiesigen Kultusgemeinde wurden, da der derzeitige verdienstvolle Präsident Herr I. R e i ß auf die Stelle resignierte, folgende Herren in den Vorstand gewählt: Südbahn-Stationschef S. Straß er, Präsident; I. Reiß, Vizepräsident; M. Flesch, Tempelvorsteher. Zu Mitgliedern des Ausschuffes die Herren: Jon. Alexander, Franz Weiß, Adolf Deutsch, Bernhard Meyer und Julius Schlesinger. Zum Präsidenten der Chewra-Kadischa ist Herr Franz Weiß gewählt worden. Klattau. Die Generalversammlung der hiesigen Chewra- Kadischa fand am 21. d. M. statt. Der Obmann Herr S. I. Krauskopf begrüßte die Anwesenden und erstattete einen ausführlichen Bericht über die Tätigkeit des Vereines im verfloffenen Jahre. Er gedachte auch der verstorbenen Mitglieder, Herren Josef W e i s l und Josef Stern, deren Andenken durch Erheben von den Sitzen geehrt wurde. Dem Berichte des Kassiers Herrn S. Hahn entnehmen wir, daß der Verein außer diversen Immobilien ein Vermögen von K 17.565 99 besitzt. Ueber Antrag des Heinrich Laschansky wurde einstimmig beschlossen, dem hiesigen Unterstützungsverein zur Bekleidung armer israelitischer Schulkinder, der sogenannten Chanukagruppe, alljährlich 50 Kronen zu widmen. Verbö. Der hierortige israelitische Frauenverein wählte zur Vereinsleitung Frau Regine Kugel, Frau Betty Körper und Frau Rosa Fothie Der in Druck gelegte Jahresbericht läßt einen erfreulichen Aufschwung des Vereines konstatieren. Die besonders in diesem Jahre sich zeigende bedeutende Mehreinnahme ist zu danken der edlen Regung der Frau Josef Herzog geb. Müller, die sich in der Generalversammlung zur Leistung einer fünffach höheren Jahrestaxe bereit erklärte, welch schönem Beispiele alle Damen je nach Vermögen folgten. Dies ermöglichte der Vereinsleitung, eine wnt umfaffende humanitäre Tätigkeit zu entwickeln, welche sich in den bewährten Händen der Frau Regiue Kugel und der ganz dem edlen Werke der Wohltätigkeit sich widmenden Frau Betty Körper zum wahren Segen der hierortigen Armut gestaltet. Von auswärtigen Gönnern bebt der Jahresbericht rühmend hervor: Frau Etel Preuß» Prag, Frau Rosalia und Ella Herzog, Wien, und Herr Franz v. Goldberger in Wien. Straßnitz. Herr Tempelvorsteher Isidor W i n t e r, der seit 45 Jahren in mehreren jüdischen Vereinen tätig, wird am 4. Februar in körperlicher und geistiger Frische sein 70. Wiegenfest begehen. Aus diesem Anlasse widmet die Familie der jüdischen Gemeinde ein schönes komplett ausgestattetes Sefer Thora, deren Einweihung am 6. Februar erfolgen soll. Zur Erinnerung an diesen Festtag widmet die Familie der Gemeinde außerdem ein Legat. Eine österreichische Erforschungsreise nach Mesopotamien. Noch im vorigen Jahre hat die „Oesterreichische Gesellschaft zur naturwissenschaftlichen Erforschung des Orients" die Entsendung einer Expedition nach Mesopotamien beschlossen. Mit Rücksicht auf die inzwischen eingetretenen politischen Verhältnisse mußte die geplante Expedition auf nächstes Jahr verschoben werden. Doktorpromotion einer verheirateten Frau. In der Aula der Berliner Universität wurde eine Russin. Frau Eitel Rabinowitsch geb. Belinta. zum Doktor der Medizin promoviert. Sie stammt aus Nikolajew im Gouvernement Cherson und ist 27 Jahre alt. Ihre Doktorarbeit behandelt ätiologische Beziehungen der Epilepsie zur Paranoia chronica.