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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1907-12-06 · 49 (6.12.1907) · page 11

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
24 (1907)
Issue
49 (6.12.1907)
Date
1907-12-06
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr. 49 Seite 819 Sc. L^loch's ^'ochen^chrNr. Hofrat Bernhard Frankl. Die tiefste Teilnahme, die der tragische Tod des pensionierten Hofrates bei der Polizeidirektion, Bernhard Frankl, erweckt hat, kam bei der Leichenfeier am 1. d. M. zum Ausdruck. Die Beteiligung war ungemein groß. Im Trauerhause, Alsergrund, Liechtensteinstraße 4, hatten sich eingefunden: Polizeipräsident a. D/Freiherr v. Habrdamit Gemahlin und Tochter, Frau v. K r a m m e r, Polizeipräsident Brzesowsky mit seinem Stellvertreter Hofrat Bäumen, Statthalterei-Vizepräsident Ritter v. K o z a r y n. Prokurist Emil Horner in Vertretung des Barons Albert Rothschild, der türkische Generalkonsul Baron D i r s t a y und Gemahlin, der deutsche Konsul Doktor v. V i v e n o t, Generalstabsarzt Dr. Z u ck e r m a n n, der Präsident der israelitischen Kultusgemeinde Dr. Alfred Stern mit den Vizepräsidenten Dr. Gustav K o h n und Baurat Ritter von Goldschmidt, die Vorstandsmitglieder Salo Cohn, Baurat S t i a ß n y, Kommerzialrat Leopold Simon und S. Steiner, Direktor Dr. Mikos der Kreditanstalt, die Regierungsräte Sektionsvorstand I u r k a und Bezirksleiter I e r a b e k, die Polizeiräte Windt, Stuckart, Theodor Schild, Straffer, Pompe, Fuchs und G a y e r, die Oberkommissäre Sturminger und Dr. Anton Baumgarten, der Vorstand des Polizeiagentenreferats Kommissär N i ck l a s, Polizeikommissär Dr. E i ch b e r g, Offizial P r a x l in Vertretung des Polizeibezirksleiters der Schmelz. Polizeirates Franz Schneider, die Polizeibezirksärzte Dr. Fuhrmann und Dr. S ch i l d, Baumeister Gemeinderat Donat Zifferer, Regierungsrat Gemeinderat M i ch l e r, die Hof- und Gerichtsadvokaten Dr. Adolf Stein, Dr. Kalmus, Dr. Alois Ruzicka, Dr. Hermann Fialla und Gemahlin, Doktor Schneeberger, Dr. S. E l i a s, Dr. Ascher, Dr. Berthold Reif und Gemahlin, Dr. S e l l d o r f, Dr. S t i e d r y und Dr. Blau, Religionsinspektor K a n i tz, Bethausvorsteher K o p st e i n, die Dozenten Dr. Heinrich Weiß. Dr. Dreier, Dr. Braun und Dr. Paul Cohn, die kaiserlichen Räte F r ö h l i ch, Doktor K r ü g e r, W a i z n e r und Dr. F e l l n e r, Korvettenkapitän a. D. Kühne rc. Um ^/,10 Uhr wurde der Sarg gehoben. Oberkantor Singer stimmte mit dem Chorpersonal die Trauerpsalmen an. Der Sarg wurde auf den vierspännigen Leichenwagen gehoben und auf den Zentralfriedhof gebracht, wo Oberrabbiner Dr. Güdemann dem Verblichenen einen warmen Nachruf hielt. Regierungsrat Michael Knlka gestorben. Am 1. d. M. ist hier der vormalige Gewerbe-Oberinspektor und Vorstand des Gewerbe-Jnspektorats, Regierungsrat Michael Knlka, im Alter von 59 Jahren einem Herzleiden erlegen. Mit dem Verblichenen scheidet ein Mann aus dem Leben, der als einer der ausgezeichnetsten Kenner des Gewerbewesens galt. Regierungsrat Kulka, der in Leipnik geboren wurde, absolvierte in Wien die Technik und wurde dann von der deutschen Regierung als Ingenieur für den Hafenbau von Wilhelmshaven engagiert. Von dort kam er wieder nach Wien und wurde bei Begründung des Gewerbe-Jnspektorates, bekanntlich einer Schöpfung des Hosrates Migerka, zur Leitung dieses Amtes berufen. Kulka führte es mit großer Sachkenntnis und Hingebung, und sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer, zwischen denen er wiederholt bei Streikanlössen zu vermitteln Gelegenheit hatte, rühmten seine Objektivität, seine Vertrautheit mit den verschiedenartigsten Gewerben und sein Wohlwollen. In der Regel war denn auch seine Vermittlerrolle von Erfolg begleitet. Seiner Anregung find manche Verbesserungen auf gewerblichem Gebiete, sowohl theoretische als auch praktische, zu danken. Er ist auch der Begründer des gewerbehygienischen Museums. Er war ferner seinerzeit der Begründer des „Bautechniker". Aus seiner Feder stammen zahlreiche, überaus instruktive Artikel über gewerbliche Themen. Schon seit Monaten war er schwer leidend. Regierungsrat Kulka war Ritter des Ordens der Eisernen Krone 3. Klasse. Er war ein treuer Jude und hat alle jüdischen Institutionen eifrig unterstützt. Der „Jüdische unentgeltliche Arbeitsnachweis" verliert in ihm einen tätigen Förderer. Am 3. d. M. fand das Leichenbegängnis vom Trauerhause aus statt und hatten sich eingefunden: Sektionschef Doktor H a s e n ö h r l, Zentral-Gewerbe-Jnspektor Hosrat W i r t h, Hofrat S ch r o m, die Gewerbe-Oberinspektoren N e t e l k a, kais. Rat I e h l e und kais. Rat L e o n h a r d t, die Gewerbeinspektoren Dobersberg (Klagenturt), Liehm, Micko und W i b i r a l, Landesgerichtsrat Dr. S P i tz k o p f, Ministerialsekretär Dr. C a p e k, Bahnoberinspektor Felix Reifer, kais. Rat Naumann-Schefftel, ferner der Präsident der israelitischen Kultusgemeinde Dr. Alfred Stern mit dem Vizepräsidenten Baurat Ritter von Goldschmidt und den Mitgliedern des Vorstandes S. Steiner und Adolf S ch r a m e k, sowie viele ehemalige Freunde und Amtskollegen des Verblichenen. Oberkantor Bela Guttmann, begleitet vom ersten Kantor Jurberger und dem Chorpersonal, stimmte den Trauerpialm an, worauf der Sarg gehoben und aus den Zentralfriedhof zur Beisetzung gebracht wurde, wo Rabbiner Dr. Max Grunwald dem Verewigten einen würdigen und ergreifenden Nachruf widmete. Wiener Synagogenfänger-Berein. « Am 15. Dezember 9 Uhr abends findet im Festsaale des Hotel „Bayrischer Hof", II., Obere Augartenstraße eine vom Wiener .Synagogensänger-Vereine veranstaltete intime Konzertakademie statt unter gefälliger Mitwirkung des Opernsängers Herrn Josef Schwarz, Mitglied der Volksoper, des Oberkantors S. K w a r t i n, des Organisten M. M e n tz e r und des Herrn Richard Waldemar, Mitglied des k. k. priv. Carltheaters. Zur Aufführung gelangen außer den solistischen Darbietungen obiger Kunstkräfte, Männerchöre von Sulzer, Brahms, Grieg, Goldstein, Heuberger, Mozart, A. M. Storch und Orlando di Lasso. Das Reinerträgnis dieser Veranstaltung fließt dem Unterstützungsfond für kranke Wiener Tempelsänger zu. Karten ä 1 und 2 Kronen find zu haben beim Obmann S. Lemberger und dem Kaffier A. Goldenberg,II.,Schmelzgaffe 7, sowie bei allen Mitgliedern. Chanuckafeler der Toynbee-Halle. Es war ein erhebender und herzerfreuender Abend, der den Besuchern der Toynbee-Halle, dem armen jüdischen Proletariate, am Samstag den 30 November d. I. geboten wurde. Herr Oberkantor Don Fuchs hatte in dankenswerter Weise das Arrangement der Chanuckafeler übernommen, die mit dem Anzünden der Lichter von ihm unter Mitwirkung eines trefflichen Männerchores durch die üblichen Gesänge eingeleitet wurde Herr Rabbiner Dr Abeles hielt hierauf in formvollendeter Weise die Festrede, die begeisterten Anklang fand. Den zweiten Teil des Abends bildeten Lorträge eines Männerquartettes, welches, mit Herrn Oberkantor Don Fuchs vereint, herrliche Darbietungen brachte. Den Abschluß des Abends bildeten Arien- und Liedervorträge des Arrangeurs, welche den Jubel des Auditorium« erweckten, das immer neue Zugaben forderte. Sonntag nachmittags fand eine Kinderfestjause für die arme Brigittenauer Schuljugend statt, bei welcher 300 arme Kinder durch Geschenke an Kleidungs¬ und Wäschestücken, Spielsachen u. dergl. erfreut wurden. Der Bescherung gingen Belustigungen der Kleinen durch Keiang und Spiel voraus. Mit einer Chanuckafeler wurde auch diese Veranstaltung eingeleitet, die dank zahlreicher Spenden edler Kinderfreunde viel Jubel und Glückseligkeit erweckte. Wien. Eine wahrhaft herzerquickende Chanuckafeier fand am zweiten Abend des Festes im Mädchenwaisenhaus'' der Merores Jtzelrsstiftung statt. Im Turnsaale halten sich die 50 Waisenmädchen und' eine ansehnliche Zahl von Gästen versammelt. Die Vorstandsdamen, an ihrer Spitze die wackere e d l e F r a u v. M i s e s, die Damen und Herren des Kuratoriums und dessen Vorsitzender Herr Oberrabbiner Dr. Güdemann, Frau Dr. Güdemann, Rabbiner Dr. T a g l i ch t und Gemahlin, Rabbiner Dr. Feuchtwang und viele andere vornehme Damen und Herren, auch Mädchen und Knaben waren gekommen, um das schöne Fest mitzuseiern. Ein Zögling zündete die Lichter nach schön rezitiertem Segensspruch an. dann hielt der Anstaltslehrer eine vortreffliche Festrede. Alle sangen Uooo zur und andere Lieder; Vorträge der Kinder entzückten alle

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