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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1907-12-06 · 49 (6.12.1907) · page 12

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
24 (1907)
Issue
49 (6.12.1907)
Date
1907-12-06
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Gelte 820 Ämveseuden. Darauf folgte die Beschenkung und eine Schülern und Gästen servierte Jause. Dann führten die Kinder herrlich arrangierte Reigentänze, liebliche, lebende Bilder und humorvolle, lebende Scheraden auf. Alles war fröhlich und entzückt. Diese in echt jüdischem Geiste geleitete Anstalt ist eine Zierde der Gemeinde. Man kann die Leitung nicht genug loben. Alle Lehrkräfte leisten das Beste und Schönste. Alle Körperschaften widmen sich der Fürsorge um das Wohl der braven Waisenkinder mit Liebe und Freude. Wie«. Der humanitäre Geselligkeitsverein der Boskowitzer in Wien veranstaltet am 14. Dezember 1907 im Saale des »Hotel Central", ll., Taborstraße Nr. 8, den 1. Bergnüguugsabend mit Vorträgen und Tanz. Beginn 9 Uhr. „Jüdische Abende" (Veranstaltung und Vorträge aus dem Gebiete der Literatur der ostjüdischen Volkssproche). Der akademische Verein „Jüdische Kultur" veranstaltet Samstag den 14. Dezember 1907 im Souterrainlokale des Caf 6 Dohau (Untere Augartenstraße) eine Gedenkfeier für den verstorbenen jüdischen Volksdichter und Volkssäuger M. M. Warschawski. Das nähere Programm wird später bekanntgcgeben werden. Wien. (Spenden) Für die arme Frau mit ihren sieben minderjährigen Kindern, die sich in bitterster Not befindet, find uns laut Aufruf in Nr. 48 unter „Dres. X und I" K 20. —; von Herrn S. Heit, Wien K 10. -; unter „A. T." K6.—; von Herrn Sig. Friedmann in Wien für dieselbe Frau, dann für die Mutter Leopold Hilsncrs und für die Notleidenden in Jerusalem je K 2.—; fernervon Herrn Max Löwy in Cffek K 10.— für Frau Hilsner zugekommen. Wien. (G o l d e n e H o ch z e i t.) Am 6. d. M. begeht Herr Leib (Leopold) Prefiburger, Militär-Uniformen- und Rüstungs- Großhändler, mit seiner Gattin Chaje, in aller Stille, bloß im Kreise der Kinder und Enkel, das seltene Fest der goldenen Hochzeit. Herr Prefiburger domiziliert seit mehr als 30 Jahren im XX. Wiener Bezirke. Trcustraße 52 und ist hier eine der angesehensten Persönlichkeiten in der jüdischen Bevölkerung. Sein Charakterzug ist ein etwas eigenartiger und kann man sagen, daß er das altjüdische Patriziertum repräsentiert. Mit reichem hebräischen wie talmudischen Wissen, ausgestattet und mit Glücksgütern gesegnet, pflegt er keinerlei gesellschaftlichen Verkehr, besucht nie ein öffentliches Lokal und beteiligt sich in keiner Weise an dem politischen und kulturellen Leben seines Volkes. Für ihn sind nur zwei Dinge heilig: die Familie und der erhabene jüdische Glaube! Als Mitglied der Brigittenauer Tempclgemeinde ist er einer der eifrigste» Besucher des Gotteshauses und bringt dem religiösen Kultus stets reiche materielle Opfer. Auch übt Herr Prefiburger das schöne Gebot Zedoko basesör in der vornehmsten Weise aus. Ebenso wie er jedes Ehrenamt inmitten seiner Gemeinde entschieden ablehnt, verbat er sich auch jedwede festliche Begehung seines Jubeltages seitens derselbe». Wie verlautet, soll an diesem Tage eine seiner Enkelinnen vor den Traualtar treten. Alle, die Herrn Prefiburger kenne», insbesondere aber die Brigittenauer Judenschaft, bringen aus diesem seltenen Anlasse ihm und seiner Gattin die allerherzlichsten Sympathien und Glückwünsche entgegen. dl. 6b Bethaus »Mouteftore (II., Taborstraße 38). Samstag den 7. Dezember, Sabbath-Chgnucka, halb 10 Uhr vorm, findet daselbst ein Chinuch Sefer Thora statt. Die Festpredigt hält der Vereinsrabbiner Ehrwürden Herr I. Hoffmaun. Gäste willkommen. Auch beginne» die wegen Chanucka unterbrochenen Vorträge im Beth-Hamidrasch, II., Taborstraße 38, Sonntag halb 5 Uhr abends, aus Midrasch-Rabba, Mittwoch halb 5 Uhr abends aus den Psalmen. Aus -er territorialiftischen Bewegung. Herr Dr. I. Samuely, Vorstandsmitglied der „B'nei B'rith", Präsident der jüdischen Toynbee-Halle und der Heimstätten für jüdische Kinder, wurde in den International- R a t der „Jto" für Oesterreich gewählt. Zufolge der angewachsenen Arbeit der „Jto" wurden neue Bureaux in Kings Chabers, Portugal Street, London W. C., eröffnet, wohin alle Mitteilungen iubezug auf die Zentrale zu adressieren find. Mödling. Am 17. v M. bat hier die Wahl der Vertretungs- und Verwaltungsorgane unserer Kultusgemeinde stattgefunden und wurde hiebei die Fortschrittspartei mit überwiegender Majorität ge- Nr. 49 wählt. Bei der am 21. November d. I. stattgehabten Wahl in den Kultusvorstand wurden in den engeren Vorstand gewählt der langjährige, verdienstvolle -Vorsteher Herr Ignaz Belai einstimmig zum Kultusvorsteher; ferner die Herren: Julius Pasternak zum Vorsteher-Stellvertreter, Jakob Papanek zum ersten Beirat, Heinrich Wattig znm zweiten Beirat, Josef Neurath zum dritten Beirat. Jakob Moses zum Tempelvorsteher, Max Ouittner und Max Veith zu Schuliuspektoren. Ueberdies wurden zu Mitgliedern des Kultusansschuffes die Herren: Ignaz Pollak, Gustav Pollak und Adolf Fuchs gewählt. Ferner wurden gewävlt als Ersatzmänner die Herren: Siegfried Stransky, Theodor Frankenbusch. Isidor Bermann, Simon Garfunkl. Als Vertrauensmänner in den ver-, stärkten Kültusalisschuß wurden gewählt die Herren: L. Winter, A. Broda, Dr. Emil Löwy. G. Berengarten, M. Frankfurther, I. Holub, M. Schulz, I. Neinhalt, Dr. M. Stern, H. Sturm und M. Weifi Sehr erfreulich wird cs allgemein empfunden, daß der Herr Vorsteher Ignaz Belai wieder an der Spitze der Verwaltung steht. Als Beweis, welcher Beliebtheit unser Herr Vorsteher Belai ob seiner außerordentlichen Tüchtigkeit und Leutseligkeit sich erfreut, gebt daraus hervor, daß derselbe schon zum drittenmale allgemein einstimmig, ohne Unterschied der Part-i, zum Vorsteher unserer Kultusgemeinde gewählt wurde. St. Pölten. Nachdem das Statut zur Bildung eines Tempelbauvereines von der k. k. n.-ö. Statthalterei genehmigt worden ist, fand die Konstituierung des Vereines statt und wurden nebst anderen Funktionären die Herren Sigmund Allina zum Obmann und Albert Leicht zum Obmannstellvertreter gewählt. In der Vereinßversauunlung wurde der vom Vorstandsmitgliede Herrn Julius Kohn gestellte Antrag, es möge die neu zu erbauende Synagoge anläßlich des 60jährigen Regierungsjubiläums Kaiser Franz Joseph I. „Kaiser Franz Joseph Jubiläums-Synagoge" benannt werden, mit Begeisterung zuni Beschlüße erhoben. Möge in derselben ein bleibendes Denkmal der religiösen und patriotischen Gesinnungen all jener erstehen, deren opferwilligen Bemühungen es zu danken ist, daß diese aufstrebende Kultusgemeinde eine seiner Entwicklung würdige Andachtsstältc erhält. Der Verein hegt die Hoffnung, daß unsere Glaubens- und Stammesbrüder, insbesondere der ersten und größten Gemeinde Oesterreichs, dieses schöne religiöse und patriotische Werk kräftigst unterstützen werden. 1. K. Oderberg. Am 1. Dezember l. I. veranstaltete der israelitisch: Bethausverein ur Oderberg-Bahnhof einen Chanuckafestgottesdienst. verbunden mit einer Kaiser-Jubiläumsfe'er, welcher zahlreich besuäit war. Nach dem Minchagebet, welches ebenso wie die Segenssprüche beim Anzünden d?r Chanuckalichter mit Chor- und Harmoniumbegleitung vorgetragen wurde, hielt Herr Religionslehrer I. Goldman die Festrede und verrichtete das übliche Kaisergebet. Mit derAbsingung der Volkshymne schloß die schöne Feier. Olmntz. Das beginnende Regierungs-Jubiläumsjahr unseres Kaisers wurde auf Anordnung unseres Rabbiners, in wahrhaft erhebender Weise begangen. Die feierliche Beeidigung der jüdischen Soldaten hiesiger Garnison in unserer Synagoge bot hierzu den Anlaß. Bezugnehmend auf Josephs Lebensgeschichte und die Heldengestalten der Makkabäer, von welchen die Chanuckalichter erzählen, hielt Se. Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. Oppenheim eine von patriotischem Geiste getragene, in ein inniges Gebet für das Wohl des Kaisers ausklingende Predigt, welche auf die in dem festlich erleuchteten Gotteshanse dichtgedrängte jüdische und nichtjüdische Zuhörerschaft einen tiefen, nachhaltigen Eindruck machte. Den gesanglichen Teil zelebrierte Herr Oberkantor Schlesinger mit dem Chor unter Leitung und Mitwirkung der Herren Kantoren Stöfiler und Friedläuder in würdigster Weise. Trebitsch. (C h a n u ck a f e i e r.) Der israelitische Frauenverein veranstaltete am 1. Dezember für die mosaische Schuljugend in besonders feierlicher Weise ein Chanuckafest. Das Protektorat übernahmen Frau Oberlehrer Regine Freund und Fran Sophie Fried. Aus dem reichhaltigen Programme sei erwähnt: Prolog (Elsa Koratek); Willkommen (Irma Karpeles, Max Frankl, Frieda Prager); die Träne (Josefine Grünberger) und Makkabäerkämpfe (Theresia Taufiig). Hierauf wurde das Festspiel „Ehanuckamännchen" von S. Katz zur Aufführung gebracht. Das Stück sowohl, als auch die flotte, gute Aufführung, um welche sich Herr Lehrer Jakob Koratek das größte Verdienst erworben, ernteten rauschenden Beifall. Se. Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. Johann" Stöfiler richtete eine ermahnende Ansprache an die Kinder und beleuchtete vom religiösen Standpunkte die Bedeutung der Feier, wie auch die segensreiche Wirksamkeit des Damenkomitees. Nachdem die Lichter entzündet und das „Moos Zur" vom gemeinsamen Chor abgesungen worden, fand der wohlgelungene Nachmittag seinen Abschluß in der Ausspeisung und Beschenkung der Jugend. — Am 7, Dezember l. I. (2. Tebeth 5668) findet auch in den Lokalitäten des Herrn Frankl eine Makkabäerfeier mit einem intereffanten und reichhaltigen Programm statt. Hohenmauth. Am 1. Dezember fand im hierortigen Betlokale anläßlich der Beeidigung der Rekruten anschließend an das Maariwgebet ein Gottesdienst statt. Erschienen waren: Der vielverdiente Vorsteher Herr Dr. Sommer an der Spitze Dr. Liocb's Mocbenscdrin.

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