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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1907-10-11 · 41 (11.10.1907) · page 15

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
24 (1907)
Issue
41 (11.10.1907)
Date
1907-10-11
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Nr. 41 Dr. BiocD’s Mocbenscdrm. Seite 879 darauf die Nachricht erreicht, Plehwe sei in die Luft geflogen. Er sollte nach Charkow versetzt werden, wurde aber nach Twer geschickt, wo schon der Semstwo rebellierte. Das ersprießliche Fortwirken wurde ihm aber unmöglich gemacht. Mit seiner Abreise von Kischenew schließen die Memoiren des Fürsten. St. Louis. Von seinem in St. Louis seit Jahren zu geschäftlichen Zwecken weilenden Sohne erhielt ein Wiener Kaufmann, Herr D. M o d e r n, ein Privatschreiben, welchem wir nachstehende Mitteilung entnehmen: „Da die hiesige Gemeinde einen neuen Tempel baut und der alte an eine Neger-Gemeinde verkauft wurde, so wurde der Gottesdienst in einer christlichen Kirche abgehalten, welche den Israeliten unentgeltlich zur Verfügung überlassen wurde (ganz nach Wiener Vorbild). Wie es Euch bekannt sein dürfte, ist ein Jude Handelsminister im jetzigen Kabinete, wie denn der Jude hier vollkommene Gleichberechtigung besitzt. Freilich versuchen einige Bismarckbrüder den Antisemitismus fort- resp. anzupflanzen, der aber vermöge der Intelligenz des Amerikaners hier nie feste Wurzel soffen kann." Vermischtes. Wien. Im israelitischen Bethause, XIX., Dollinergasse 3, findet beim Gottesdienst am Abend des 11. Oktober eine Predigt von Herrn Rabbiner Dr. Feuchtwang statt. Israelitischer Bethairs-Bereirr „Bolkert". II., Fugbachgasse Nr. 7. Herr Josef Giblichmann wurde bei der am 3. d. M abgehaltenen Plenarsitzung einstimmig zum Oberkantor für den Tempel II., Fugbachgasse 7 gewählt, da er sich durch seinen ausgezeichneten Vortrag an den hohen Feiertagen, mit seiner klangvollen Tenorstimme und seiner musikalischen Bildung die Gunst seiner Zuhörer erworben hat. ' „Jüdischer Schnlverein für den IX. Bezirk" IX/l, Grüne Thorgasse 19 a (VII. Vereinsjahr). Die Einschreibungen finden bis 15. d. M. an Wochen* tagen von 10 bis 12 Uhr vormittags und von 5 bis 7 Uhr abends, an Sonntagen von 10 bis 12 Uhr statt. Der Unterricht beginnt am 15. Oktober. Unterrichtsknrse der Toyn-ee-Halle. Die Einschreibungen für die unentgeltlichen Unterrichtskurse der jüdischen Toynbee-Halle (Deutsche Sprache und Literatur, Englisch für Anfänger und Vorgeschrittene, Stenographie für Anfänger und Vorgeschrittene) finden Donnerstag den 17. Oktober d. I. von 7 — 8 Uhr abends in der Religionsschule der israelitischen Kultusgemeinde, I., Seitenstettengaffe 2, II. Stock, statt. Einschreibgebühr Xi.— per Kurs. Wien. Auf das Kondolenzschreiben, welches die akademische Verbindung „Kadimah" anläßlich des Todes des Großherzogs von Baden an die großherzogliche Hofkabinettskanzlei richtete, erhielt sie am 1. Oktober folgendes Dankschreiben: Seine königliche Hoheit der Großherzog lassen für den Ausdruck treuer Teilnahme herzlichst danken. Auf höchsten Befehl Seyb?V Wien. Am 1. Oktober (Simchas-Thora) verschied hier Herr Jakob Tauber, ein wegen seiner Rechtlichkeit und Frömmigkeit allgemein geachteter Mann, im Alter von 72 Jahren. Von der großen Achtung und Beliebtheit, deren sich der Verstorbene im Leben zu erfreuen hatte, zeigte das Leichenbegängnis, an dem eine große Trauergemeinde teilnahm. Sowohl Se. Ehrwürden Herr S. Fürst, Rabbiner der Schiffschul, wie auch Rabbinatsaffeffor Joh. Baumgarten hoben in ihren dem Verstorbenen gewidmeten, ergreifenden Nachrufen hervor, welch edler, rechtschaffener und frommer Jude mit sel. Jakob Tauber aus dem Leben geschieden ist. Dann sprach der Sohn des Verblichenen, Herr Mathias Tauber, Rabbiner in Kutina, im Namen der Familie bewegten Herzens rührende Worte des Abschiedes. Kein Auge blieb trocken, als der Sohn die Tugenden des Vaters schilderte. — Der Verstorbene war ein Schwager des Kultnrvorstehers Herrn Sam. Steiner. Mögen die betrübten Hinterbliebenen — um Jakob Tauber trauernde Witwe, 5 Söhne und 4 Töchter — in der allgemeinen Teilnahme Trost in ihrem Unglücke finden. Verein Adaß Jisroel (Schiffsyuagoge). Wir teilen unseren Lesern mit, daß der Unterricht an dieser Privat-Religionsschule für Knaben und Mädchen Sonntag den 13. Oktober beginnt. Der Unterricht findet statt im Lokale der Talmud-Thora-Schule, II., Malzgaffe 16. Einschreibung Sonntag von 8—12 Uhr vormittag und Mittwoch von 2—4 Uhr nachmittags. Wien. (Ehrung.) Am verflossenen Hoschanoh rabbo hielt der humanitäre Verein Tomech Ewjonim eine Versammlung ab. Obuiann-Stellvertreter Herr Sigmund F i g d o r begrüßte die Erschienenen, unter denen sich auch Ehrenmitglieder des Vereines befanden, aufs Herzlichste und teilte ihnen in schwungvoller Rede den Zweck der Versammlung mit. der darin gipfelte, dem langjährigen Obmann Herrn Oberkantor M. S ch o r r für seine verdienstvolle Tätigkeit um die Hebung des Vereines das bereits ausgefertigte Ehrendiplom zu überreichen. Die Mitteilung wurde von der Versammlung mit lebhaftem Beifalle anfgenommen. Sodann wurde das prachtvoll ausgestattete und sinnvoll gehaltene Schriftstück vom Schriftführer, ' Herrn Arnold R o s e n f e l d, vorgelesen und hierauf dem Obmann überreicht. Derselbe war tief gerührt von der ihm zuteil gewordenen Ehrung, dankte dem Vorstande in warmen, herzlichen Worten, versicherte aber gleichzeitig, daß er dem Vereine auch fürderhin seine Tätigkeit in vollstem Maße angedeihen lassen werde. Zum Schlüsse sprach noch Vereinsrevisor Herr Wolf Pappenheim über die humane Tendenz des Vereines, über den Aufschwung desselben unter der jetzigen Leitung und gab dem Wunsche Ausdruck, daß das so segensreiche Institut auch ferner sich entwickle und zum Wähle unserer armen Glaubensgenossen gedeihen und Früchte tra gen möge. Wien. (Verein „Treue Brüde r".) In der vor Kurzem abgehaltenen General-Versammlung des Vereines gedachte der Obmann der im vergangenen Jahre dahingeschiedenen Gönner und Förderer des Vereines, namentlich Sr. k. u. f. Hoheit weil. Herrn Erzherzog Otto, ferner des Reichsrats-Abgeordneten Dr. Arnold Rappaport. R. v. Porada, des als Philanthropen bestbekannten Herrn Dr. Mor. Singer, ebenso des Herrn Ludwig Politzer, gew. Juwelier, nicht minder der edlen Damen: Frau Adelheid Goldschmidt, geb. Mautner, der Frau Therese Beer, geb. Kohnberger und Frau Henriette Laudon, geb. Kohlmann, bei deren Nennung das Plenum zum Zeichen der Teilnahme pietätvoll sich erhob, wie auch einstimmig beschlossen wurde, die Namen der Verewigten ins Vereines-Gedenkbuch einzutragen und an deren Todestage für deren Seelenheil ein Gebet zu verrichten. — Ueber die vorjährigen humanitären Leistungen des Vereines in Krankheits- und Delogierungsfällen wird der demnächst erscheinende Jahresbericht das Nähere enthalten und sei nur noch des einmAigen Beschlusses Erwähnung getan, anläßlich des bevorstehenden 69jährigen Kaiser-Jubiläums zweihundert unbemittelte Personen ohne Unterschied der Konfession zu verköstigen, wie überhaupt alljährlich diesen vom patriotischen Standpunkte für die österr.-Ungar. Monarchie so wichtigen Gedenktag in gleicher Weise festlich zu begehen, was eben den Intentionen d.'s erhabenen Monarchen viel mehr entspricht, als die Abhaltung rauschender Festivitäten, die keine bleibende Spur für die Folge hinterlaffen. x. Wien. Am 1. Oktober fand in F. Baumanns Saallokalitäten, X V., Sechs Hauserstraße 3, ein Sinichas-Thorafest statt, das durch zahlreichen Besuch sich auszeichnete und in jeder Weise als gelungen bezeichnet werden kann. Ausgezeichnet wurde das Fest durch die Anwesenheit Sr. Ehrwürden Herrn Rabbiner Dr. Max Grunwald samt Gemahlin. Ferner waren erschienen Vertreter des Vereines zur Bekleidung armer israelitischer Männer und Frauen für die Bezirke XII bis XV, die Ehrendamen des Vereines „Edelsinn" zur Unterstützung bedürftiger Wöchnerinnen, Frau Emilie Mihlhofer und Karoline Preis, der Ehrenpräsident Herr Dr. Ascher, die Herren Dr. Leopold Weiß samt Gemahlin, Dr. Barrach, Dr. Schwarz, Dr. Zwicker. Dr. Bader, Dr. Drucker und Dr. Deutscher, Delegierter des Rechtsschutzvereines der „Hausierer Wiens", das langjährige Ehrenmitglied des Vereines, Wäschefabrikant Simon Rosenzweig, Herr Kantor Schleifer samt Gemahlin und viele andere. Die Leitung fühlt sich veranlaßt. Allen, die dieses Fest durch ihre Anwesenheit beehrten, sowie allen Gönuern und Spendern, welche dieses humane Werk förderten, den herzlichsten Dank auszusprechcn, insbesondere dem Herrn Rabbiner Dr. Max Grunwald samt Gemahlin, sämtlichen Vertretern der verschiedenen Vereine, wie auch den Ehrengästen. Oels i. Schl. Ein schier unabsehbarer Zug von Leidtragenden, nicht bloß aus der hiesigen Stadt, sondern auch aus Breslau und dem Oelser Kreise, eine imposante Trauergesellschaft ohne Unterschied

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