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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1906-11-30 · 48 (30.11.1906) · page 20

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
23 (1906)
Issue
48 (30.11.1906)
Date
1906-11-30
Page
– (sequence 20)
Language
German
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Sette 824 Dr. Ltocb's Mocbenscvrttt. Nr. 48 Pollak. Reichsratsabqeordneter Dr. Ofner, Direktor der Kreditanstalt Dr. Mikosch, der Präsident des Verwaltungsrates der Anglobank Dr. Morawitz mit dem Direktor Landesberger und dem Sekretär Richter, Direktor der Allgemeinen österreichischen Elektrizitätsgesellschaft Alexander Kern, Direktor der Schadnica-Gesellschaft Herzl, die Schriftsteller Dr. Moritz Dub und Dr. Hermann Mauthner, die kais. Räte Otto Bondi und Lichtenstadt, die Landesgerichtsräte Dr. Fluß und Dr. Löwner, die Kommerzialräte Metzler und Zillich, Generalstabsmajor Schmidt, die Mitglieder der Advokatenkammer, Abordnungen des Vereines der Kinderfreunde und des Zillingsdorfer Kinderafyls sowie Freunde des Verblichenen. Nach dem Vortrage der Trauerpsalmen durch Oberkantor Singer trat Oberrabbiner Dr. G ü d em a n n an den Sarg und hielt einen Nachruf, in dem er Leben und Wirken des Verblichenen würdigte Der Präsident der Kultusgemeinde Dr. Alfred Stern, der dann an die Bahre trat, schilderte Zucker als Zierde seiner Glaubensgemeinde und des Advokatenstandes, als den Mann, der allgemeines Vertrauen genoß. Der Präsident der Advokatenkammer, Dr. Ritter v. Feistmantel, hielt nun namens d-r Kammer den Nachruf und erwähnte, daß Zucker vor einigen Monaten sein Heim verließ, um in Ruhe und Abgeschiedenheit Kraft und Gesundung zu suchen. Man hoffte, daß er auch Heilung finden und gekrästigt zurückkehren werde; es ward aber der Weg des Todes. Seine Seele wurde immer stiller, die Hoffnung aller geringer und schmerzbewegt und tieftrauernd umstehen nun leine vielen Freunde den Sarg. Er war einer der Edelsten, der besten der Berufsgenossenschaft ein Mann von höchster Geistesbildung, von edelstem Herzen, mit allen Gaben des Geistes ausgestattet, voll Fleiß und Eifer. Er war ein warmer Vertreter der Freiheit, ein Kämpfer für politische Freiheit imfür Menschenrechte, für die höchsten Güter der Menschheit stets einzutreten bereit. Einer der Edelsten, war er der Stol'> des Advokatenstandes. — Es sprachen noch Dr. Grab, der durch vierzig Jahre in ungetrübter Freundschaft mit Dr. Zucker gemeinsam gearbeitet, dann Abgeordneter Dr. Ofner, der Dr. Zucker im Namen der Berufskollegen den Scheidegruß zurief. Namens des Vereines der Kinderfreunde drückte Dr. Teleky für die besonderen Verdienste Zuckers den Dank aus, desgleichen für das Zill'ngsdorfer Kinderasyl. Als letzter sprach im Namen der Redaktion der «Neuen Freien Presse" Doktor Moriz Dub und nahm in warmen Worten von dem Toten Abschied. Wien. (Neue Schule.) Herr Lehrer Julius Muschel eröffnet am 2. Dezember 1906 die ihm vom nieoerösterreichischen Landesschulrate bewilligte „Privatanstalt für Nachhilfe und Wiederholungsunterricht" für schulbesuchende Knaben und Mädchen und in einer besonderen Abteilung einen „Lehrkurs für Erwachsene". Wer Herrn Julius Muschel kennt, wird sein Unternehmen ntU Freuden begrüßen. Er ist ein sehr tüchtiger Lehrer und hat sich durch eine Reihe von pädagogischen Aufsätzen bekannt gemacht. Soborten. Am 11. November fanden bei starker Beteiligung bie Wahlen der Kultusgemeinde-Repräsentanz statt und wurden gewählt die Herren: Karl W e i n f e l d, Adolf Bloch, Bernhard S t e ck l e r, Philipp Bloch, Sigmund P o l l a k, sämtliche in Sobvrten; Gabriel T a u s s i g, Adolf Pick, M. U. Dr. Isidor F r e i s i n g e r, I. U. Dr. Julius Hirsch, Ignaz O r n st e i n, Eduard L ö w i, Moritz A b e l e s, Ferdinand Budlovsky, sämtliche in Turn; Salomon E ckst e i n, Offegg; Nathan Steiner, Bruch. Als Ersatzmänner: Ernst Pollak, Simon Bloch in Turn; Gottlieb Bloch, Soborten. In die Umlage-Kommission: Ignaz O r n st e i n, Alfred Heller in Offegg, S -lomon Lauser in Kosten, Alfred D u b in Karbitz; Gabriel T a u s s i g, Adolf Bloch, Eduard L ö w i, Adolf Pick. — Sonntag den 25. November fand die Konstituierung des Vorstandes statt und wurden gewählt: Als Kultusvorsteher: Herr Karl W e i n f e l d. Als Vorsteher-Stellvertreter: Herr Adolf Bloch. Zum Tempelvorsteher-Stellvertreter: Herr Bernhard S t e ck l e r. Als Beiräte die Herren: Gabriel T a u s s i g, M. U. Dr. Isidor Freisinger, I. U. Dr. Julius Hirsch, Salomon Eckstein, Adolf Pick. Dürrmaul bei Marienbad. Bei der am 14. November 19C6 durchaefübrten Geme-ndewahl der Ortsgemeinde Dürrmaul wurden, trotzdem sich unsere Glaubensgenossen an derselben nicht beteiligten, der Ku!tusvorsteher Sigmund D o k t e r und Markus K o h o r n in die neue Vertretung gewählt. Bei der am 25. d. M. stattgefundenen Konstituierung des neuen Gemeindevorstandes wurde der Kultusvorsteher Sigmund Dokter als Gemeinderat einstimmig gewählt. Der »eugewählte Gemeindevorsteher Herr Thomas Maller, ein gebildeter intelligenter Mann, dürfte für unsere Glaubensgenossen so wie bisher stets unparteiisch seines Amtes walten. Preßburg. Die feierliche Installation des Rabbiners Samuel Schlesinger fand zu Aranyosmaroth im Rahmen großer Festlichkeiten statt. Die Antrittsrede des neuen Rabbiners wurde mit großem Beifall ausgenommen. Nach dem Gottesdienste fand ein Bankett zu 200 Gedecken statt, bei welchem der Oberrabbiner aus Nagy-Surany eine mit großem Beifall aufgenommene Rede hielt. Zahlreiche telegraphische Gratulationen, darunter vom Abgeordneten Grafen Theodor Batthyany und vom Rabbiner Akiba Schreiber. Direktor der Rabbinats-Hochschule zu Preßburg, trafen aus diesem Anlaß ein. Budapest. Die Kultusgemeinde Wieselburg (Moson) wird noch im Laufe dieses Jahres das 25jährige Jubiläum der segensreichen Tätigkeit ihres allgemein beliebten Seelsorgers, des Herrn I. L ö w i n g e r, feiern. Freiwaldau Ein schönes Jubiläumsfest wurde vergangene Woche in unserer Gemeinde gefeiert. Herr Julius Lichtwitz beging mit seiner Gemahlin Amalie geb. Schlesinger in seltener geistiger und körperlicher Frische das Fest der goldenen Hochzelt. Aus diesem Anlasse liefen zahlreiche Gratulationen und Ehrengeschenke ein und e-schienen in der Wohnung des Jubelpaares Abordnungen der Stadtgemeinde und verschiedener Korporationen und Genossenschaften. Die herzlichen Ansprachen des Bürgermeisters und des Kultusvorstehers zeugten von der großen Beliebtheit, deren sich die Gefeierten hierorts erfreuen. Herr Lichtwitz kann mit Stolr und Befriedigung auf seine Tätigkeit zurückblicken, welche die Gemeinde Freiwaldau in ihrem Gratulationsschreiben als sehr verdienstlich für die wirtschaftliche Entwicklung der Sradt bezeichnete. Wunderschön war die Trannngsfeier im hiesigen Tempel, der in festlichem Schmucke prangte. In der Ansprache, welche Se. Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. Günzig aus L o s ch i tz hielt, würdigte der Redner die Verdienste des Jubelpaares um die Hebung und Belebung des jüdischen Geistes und Förderung des Gemeindewesens. Die überaus imposante Feier machte auf alle Anwesenden einen tiefen Eindruck. Es folgte dann im Hause des Jubelpaares ein Bankett, bei welchem alle Gäste von Nah und Fern in animierter Stimmung bis Mitternacht beisammcnblieben. Prag. (Z en t r a l ve r ei n zur Pflege jüdischer Angelegenheiten in Prag.) Unter dem Vorsitze des Obmannes kais. Rates Falkowicz fand Sonntag die ordentliche Generalversammlung statt. Nachdem der Vorsitzende die zahlreich erschienenen Teilnehmer begrüßt hatte, erteilte er dem Geschäftsleiter Dr. We lisch das Wort zur Erstattung des Geschäfts- und S-ktionsbencbtes. Der Bericht gesenkt zunächst der Verluste, die der Verein durch den Tod mehrerer Mitglieder, deren Andenken die Versammlung durch Erheben von den Sitzen ehrt, erlitten und wendet sich dann der Vereinstätigkeit zu. Die Handwerkerabteilnng unter der umsichtigen Leitung des Herrn Friedrich Liebers, weist, wenn auch im kleinen Maßstabe, eine gedeihliche Weiterentwicklung auf. Der Gesamtaufwand für die Handwerkerabteilnng belief sich auf Kr. 5882.15, wovon auf das Lebrliiigsheinr allein der beträchtliche Be rag von Kr. 3018.68 entfällt. Daselbst sind gegenwärtig 70 Knaben untergebracht, so daß sich die Ausgabe für die Perlon auf ungefähr Kr. 431 stellt. Von feiten der Knltusgemeinderepräsentanz. dann des Ebanukavereines und des Zentralvereins selbst wurde einzelnen besonders würdigen Lehrlingen der Genuß von Stiftungen verliehen, so daß es auf diese Weise möglich wird, teils durch bare Geldunterstützung, teils durch Spareinlagen zur weiteren Ausbildung der Schützlinge nach ihrem Austritte beizutragen. Dank dieser väterlichen Fürsorge des Vereines haben einzelne ein verbältliismäßia glänzendes Fortkommen gefunden. In der Stndeiitenabteil'nig, deren Leiter Direktor W e r t h e i m e r ist, wurden 36 Bewerb«rn Lektionen und anderweftigeBeichaftigung verschafft. Zwecks Hebung des geselliflen Lebens innerhalb des Vereines sind mehrere Vortragsabende in Aussicht genommen. Der Zentralverein schafft nicht nur im eigenen Wirkungskreise, er ist auch bemüht, verwandte oder förderungswerte Institutionen nach Kräften zu unterstützen. Auch im verflossenen Jahre wurden vielfache Gutachten, Ratschläge und Anslünfte in kultureller, sozialer und ökonomischer Beziehung erteilt. Eingaben an Behörden vermittelt und Interventionen bei solchen vorgenommen, so insbesondere in der Frage der Festnahme flüchtiger russischer Inden wegen Vagabondaae. Sodann g denkt der Bericht der neuerlichen Opfer der Entmenscht heit und schrankenlosen Willkür i n R u ß l a n d, gibt dem Schmerze und der Entrüstung öffentlich Ausdruck und fordert zur Mitarbeit auf, zur Befreiung oder doch zum Schutze dieser gänzlich recht- und schutzlosen Glaubensgenossen Sodann wurden die Ergänzungswahlen in den Ausschuß burchgeführt. aus denen hervorgingen: Dr. Rudolf Bloch, S. Fischel, Wilhelm Kars, Siegfried Liebers, Isidor Mautner (Trautenau), Hugo Orlik, Dr. Heinrich Rosenbaum, Leopold Schmied, Hermann Schütz, David Troller, Rudolf Werfel. Jivin. Am 21. d. M. wurde hier Herr Markus Pollak, Oberlehrer i. P. und beeideter Gerichtssachverständiger unter großer Teilnahme aller Kreise der Bevölkerung zu Grabe getragen. Das ganze Leben des Dahingeschiedencn war der Arbeit gewidmet. Eine ganze Generation erzog er in seinem Geiste, und viele, die später in hervorragende Stellungen gelangten, haben den Grundstein ihres Wissens ihm zu verdanken. Die israelitische Kultusgemeinde in Jivin, an deren Schule er durch 40 Jahre in verdienstvollster Weise tätig war, ehrte sein Andenken, indem sie die Beerdiglmgsfeier auf ihre Kosten

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