Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 22 (1905)
- Issue
- 11 (17.3.1905)
- Date
- 1905-03-17
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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Nr. 11 Dr. Blocb’s Mocbenscbrm. Seite 167 Kcitz 50.—, von Jsioor Schwarz 40.- , von Rektor Dr. Adolf Schwarz 10.—, von Simon Menzeles 20. , von Rudolf Kraus 10.— Im G e m e r n d e b e t l) a n s e XV., Tnrnergasse 22: Von Herrn Simon Kolm Kronen 5—, von Hermann Krall 16.-, von Wilhelm Trelntsch 3.—, von Adolf Pollak 4. -, von Josef Kohn 2.— von Adolf Pflegner . Im G e m e i n d e b e 1 h a u s c XVI.. Hubergasse 8: Von Herrn Moriz Stärk Kronen 20.—, von Samuel Sliaßny 2. —, von Heinrich Kohn 1.—, von Herrn Samuel Fischer 8.-, von Samuel Kleppner 4. , von Samuel Reiß 13.—, von Nathan Weil 4.-. von Gottlieb Drach 20.-, von Siegfried Bloch 20.— . von Moriz Drab 6.—, von Jakob Kohn 3.—, von Alois Winterstein 3.—, von Josef Klein 3 —, von Leopold Weiß 28.—, von Herrn Samuel Brandl 3.—, von Salomon Kohn 10.—. Das Stiftungsfest der Chewra-Kadischa Fünfhaus. Die Chewra-Kadischa für die Bezirke VI, VII, XII—XV feierte Montag den 13. d. M. das 40. Stiftungsfest. Es war die glänzendste und erhebendste Feier, welchedieJudenschaft jenerBezierke seit der Vereinigung mit der Kultusgemeinde Wien begangen hat. Aus Anlaß dieses Gedenktages hat der Vereinsvorstand ein Gedenkbuch herausgegeben, welches die einzelnen Phasen seiner Vereinsgeschichte in würdiger Weise zur Darstellung bringt. Dieses Gedenkbuch führt den Titel: „Die „Chewra-Kadischa" für die Bezirke VI, VII, XII—XV in Wien. Eine Denkschrift aus Anlaß ihres 40jährigen Bestehens". Um sechs Uhr abend fand über Veranlassung des Vorstandes der Chewra-Kadischa im Tempel der israelitischen Kultusgemeinde XV., Turnergasse 22, ein feierlicher Festgottesdienst statt im Verein mit einem Requiem für die verstorbenen Vereinsmitglieder. Unter den Anwesenden bemerkte man den ehemaligen Präsidenten der Kultusgemeinde Sechshaus, Kultusvorsteher Gottlieb T a u s s i g, kais. Rat und Kultusvorsteher Wilhelm Pollak, den Gesamtvorstand der Chewra-Kadischa, mit dem Obmann Heinrich N e useld an der Spitze, den Obmann der Bezirkskommission Herrn Sam. Moor, eine Deputation des Tempelvereines Josefstadt: Rabbiner Dr. Bauer, Architekt Modern, Heinrich Rosenbaum, Alex. Schwa r z. die Vorsteher der verschiedensten Wohltätigkeitsvereine, Oberkantor D ü n m a n n, Dr. Siegm. Schick, mehrere Bereinsmitglieder, welche an diesem Tage das Jubiläum ihrer 40jähr. Zugehörigkeit zu diesem Vereine begingen. Die Festpredigt hielt Herr Rabbiner Dr. M. Grunwald, die Festpsalmen sang Herr Kantor S ch l e i f f e r, welcher am Schlüsse im Vereine mit dem Gesamtvorstand das Kadisch rezitierte. Der Gottesdienst hat in allen seinen Teilen einen würdigen und ergreifenden Eindruck gemacht. Um 8 Uhr abends vereinigten sich die Mitglieder der „Chewra-Kadischa" in Straßer's Mariensaal, XIV., Reindorfgasse 3, zu einem festlichen Brudermahl „C h e w r a-S u d e." Die Präsidentin des Vereines zur Ausspeisung armer Kinder, Frau Regine L a n d e i s, im Vereine mit ihrer Tochter Frau Steiner, hat sich persönlich der Mühe unterzogen, den Saal aus diesem Anlasse festlich zu dekorieren, und dieser präsentierte sich denn auch den Gästen in strahlendem Festglanze. Als Ehrengäste haben sich zum Brudermahl eingefunden: der Präsident der israelitischen Kultusgemeinde Herr Dr. Alfred Stern, der Vizepräsident k. k. Landesschulrat Herr Dr. Gustav Kohn, der Präsident der Wiener „Chewra-Kadischa" Kultusvorsteher Salo Cohn mit dem Vizepräsidenten k. k. Bezirksschulrat phil. und jur. Dr. Markus Spitzer, Kultusvorsteher Salo Landau, kais. Rat und Kultusvorsteher Wilhelm Pollak, die Rabbinen Dr. M. Grunwald, Dr. M. Bauer, Dr. D. F e u ch t w a n g, Dr. I. T a g l i ch t. Bethausobmannn Steiner, Börsenrat Sal. Beer, Direktor Hecht, Jakob Freund, sämtliche Bethausvorsteher, sowie die Vorstandsmitglieder des Humanitären Vereines des Bezirkes, Frau Rabbiner Dr. Grunwald, die Präsidentin Frau Regine L a n d e i s mit den Vorstandsdamen Charlotte D u s ch i n s k y, Sofie D u s ch i n s k y, Fritzi L a n d e i s, Emma Steiner, Johanna Stern, Hermine Simon, der II. Sekretär Dr. Emil Adler, Amtsleiter Wich. Freistadt, Bethaus-Sekretär Julius Braun, Oberkantor Jurberger, Kantor Schleiffer. Der Vereinsobmann Herr Heinrich N e u f e l d begrüßte Mt einer kurzen Ansprache die erschienenen Vereinsmitglieder, insbesondere die zahlreichen und ausgezeichneten Ehrengäste und ließ einen Nachruf für den im abgelaufenen Jahre verstorbenen Vereinsobmann Herrn Dr. Bars zur Verlesung bringen. Die Festteilnehmer ehrten das Andenken des Verstorbenen durch Erheben von den Sitzen. Den Reigen der Toaste eröffnete Herr Rabbiner Dr. Max Grunwald mit einem begeistert aufgenommenen Trinkspruch aus Se. Majestät den Kaiser. Sodann ergriff der Präsident der israelitischen Kultusgemeinde, Herr Dr. Alfred Ster n, das Wort, um den Verein zu fernem Feste zu beglückwünschen und seiner Freude Ausdruck über das rege geistige Leben, welches sich in diesen westlichen Bezirken entfaltet, und über die segensreiche Tätigkeit der jüdischen Wohltätigkeitsvereine, deren Wirken in diesem Bezirke Redner seit Jahren mit großer Genugtuung wahrnimmt. Diesen Verein mit Wohlwollen zu fördern und kräftig zu unterstützen, wird auch fürderhin der Vorstand als eine Pflicht betrachten. (Langanhaltender, lebhafter Beifall.) Im Namen der Wiener Chewra- Kadischa, . als deren Präsident richtet Herr Kultusvorsteher Salo Cohn ein Wort herzlichen Grußes an die Festteilnehmer und widmet aus diesem Anlasse für die Wohltätigkeitszwecke der Chewra-Kadischa Fünfhaus 4000 Kronen. Die Versammlung bereitete dem Redner bei dieser Mitteilung lebhafte Ovationen. Gleichen Beifall fanden die Ansprachen des Vizepräsidenten Herrn k. k. Landesschulrates Dr. Gustav Kohn und des Bezirksschulrates Kultusvorstehers Dr. Marcus Spitzer, welch Letzterer namentlich in geistreichen Worten an die Vertreter der jüngeren Rabbinatsgeneration sich wandte, ihre Bedeutung würdigte und auf deren Wohl sein Glas leerte. Kaiserl. Rat Pollak bringt ein Schreiben des Kultusvocstandes Herrn Gottlieb T a u s s i g zur Verlesung, welcher wegen Erkrankung seiner Gattin verhindert war, am Brudermahl teilzunehmen, der Gesellschaft seine Grüße und eine Spende von 100 Kronen übermittelt. Eine gleiche Spende widmete der anwesende Kultusvorsteher Herr Salo Landau für die Bereinszwecke. Telegraphisch sandten Glückwünsche kaiserl. Rat Dr. Th. Lieben, Vorstandsmitglied der Chewra Joses Gottfried. Von weiteren, mit großem Beifalle aufgenommenen Trinksprüchen sind zu erwähnen, die des Kultusvorstehers Herrn kais. Rates Wilhelm Pollak, welcher die Gelegenheit wahrnahm, um den beiden Präsidenten der Gemeinde die besonderen Wünsche der westlichen Bezirke vo^utragen, ferner der Rabbinen Dr. T a g l ich t, Dr. F e u ch t wang, Dr. Bauer, des Bethausobmannes Herrn S. Steiner, des Kassiers Herrn Anton Stern, des Bezirksobmannes Moor, des Herrn S. S t e i n, endlich leerte Herr Dr. Bloch sein Glas aus das Wohl jener Damen, welche an der Spitze der Wohltätigkeitsvereine des Bezirkes segensreich wirken. Nach dem Vortrage eines Mischeberach durch Herrn Kantor Schleiffer und des Bentschen durch Herrn Oberkantor Jurberger — welch beiden Funktionären für deren vorzügliche Gesangsleistungen der Präsident Herr Dr. Alfred Stern und der Vizepräsident Herr Dr. Gustav Kohn die Anerkennung auszusprechen Gelegenheit genommen haben — richtete der Vereinspräses Herr Heinrich N e u s e l d nochmals an die Vereinsmitglieder und die Ehrengäste Worte des Dankes für ihr Erscheinen und erklärte das Brudermahl, dessen würdiger Verlaus allen Teilnehmern für lange Jahre in lebendiger Erinnerung verbleiben wird, für geschlossen. Brünn. (Ein eingegangenes Antisemitenblatt.) Das vor einigen Jahren zum Tagblatte ausgt stattete „Deutsche Blatt", vormals „Der getreue Eckart" in Brünn, hat infolge finanzieller Schwierigkeiten das Erscheinen eingestellt. Das „Deutsche Blatt" war das Organ der Alldeutschen in Mähren. Als Wochenblatt prosperierte es anfänglich, seit seinem täglichen Erscheinen aber hatte es mit Schwierigkeiten zu kämpfen, denen es nunmehr nach längerem Todeskampse (schmerzlos?) erlegen ist. Solange es nur zweimal wöchentlich seinem spärlichen Publikum vorgesetzt wurde, fanden sich noch Leute, denen diese alldeutsche „geistige" Kost zusagte, aber Tag für Tag Juden und „Judenknechte" verspeisen zu müssen, das schien selbst dem verbohrtesten Antisemiten auf die Dauer nicht