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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1905-03-17 · 11 (17.3.1905) · page 6

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
22 (1905)
Issue
11 (17.3.1905)
Date
1905-03-17
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 166 Dr. Llocv s Mocvenscvrm. Nr. 11 von seinen Fehlern befreit, von seinen seelischen Schlacken gereinigt und geläutert werden. Er wird langsam hinaufsteigen von Stufe zu Stufe, wenn er erscheinen wird vor Gott auf Zions Höhen. Der Besuch des Gotteshauses wirkt, nach den leitenden Gedanken des Psalms, auf alle Herzen und Gemüter bessernd, veredelnd und heiligend. Die biblische Literatur ist eine Sonne, welche die weitesten Kreise erhellt. Zwei Strahlen derselben aber sind von besonderem Glanz, von herrlichem Schimmer, sie heißen: Prophetie und Psalmendichtung. Ende. Korrespondenzen. Aus der Plenarsitzung des Kultusvorftandes vom 12. März 1905 unter dem Vorsitze des Präsidenten Herrn Dr. Alsred Stern. Beginn der Sitzung 10 Uhr vormittags. Im Einlaufe befinden sich an Spenden: Spenden: Von Herrn Dr. Norbert Klinger in Ausführung der testamentarischen Verfügung des seligen Herrn Heinrich Klinger zur Errichtung einer Heinrich Klinger Spitals- Widmung - . . . . . K 2000.— „ Frau Rosalia Goldschmidt anläßlich des Sterbegedächtnistages ihres Gatten, des seligen Herrn Carl Goldschmidt, zur Honorierung des bei der Seelengedächtnisfeier Fungierenden, sowie für die Kosten des Seclenlichtes . K 50.— zur Beteilnug an jüdische Arme an dem Sterbegedächtnistage. „ 200.— für die Chewra-Kadischa . . . . „ 200.— Krankenverein israel. Handelsangehöriger „ 200.— für das Altersversorgungshaus > . . „ 60'. — für den Verein zur Versorgung und Unterstützung hilfsbedürftiger Waisen - . . „ 200. - K 1450.— „ Frau Clotilde Singer anläßlich des Ablebens ihres Gatten Josef Singer zur Verteilung an jüdische Arme am Tage des Begräbnisses, d. i. am 26. Februar K 1000.— „ Herrn Ludwig Bauer laut testamentarischer Bestimmung der am 2. Februar 1905 verstorbenen Frau Fanny Bauer zur Verteilung an Arme . K 100.— » Frau Berta Mathias anläßlich der Vermählung ihres Sohnes Dr. Adolf Mathias zur Verteilung an Arme ... ... .... L 100.— „ Herren L. u. A. Rosenthal für würdige israelitische Arme . . ... - . - - . . K. 100.— „ Herrn Emil Bondy anläßlich der Geburt einer Tochter für eine arme jüdische Familie ... K 20.— „ Her n Dr. Alfred Berger uom. Auebildungsschülerin Fräulein Fr. für die Brigittenauer Schulküche K 5.— „ Frl. Grete Kahn nach den Bestimmungen des Testamentes des sel. Herrn Hugo Kohn für den Verein jüdischer Handelsangehöriger. - ... .X 50.— „ »Frl. Jenny und Fritzi" für arme Kinder . . L 4.— Ferner ein Dankschreiben des Rabbiners S. Fürst für das ihm anläßlich des Hinscheidens seiner Gattin ausgesprochene Beileid des Kultusvorstandes: Ein Dankschreiben zahlreicher Gemeindemitglieder für die Veranstaltung von Vorträgen aus jüdischer Geschichte wird zur Kenntnis genommen und gleichzeitig beschlossen, den Herren, welche in dieser Saison in uneigennütziger Weise Vorträge gehalten haben, beit Dank des Kultusvorstandes auszusprechen. Vorgelesen wird der Erlaß des Auch Franz Delitzsch neigt sich einer ähnlichen Meinung zu, denn er bemerkt: Was in Stellen wie Jes. 35, 7, 41, 18 die Allmacht Gottes wirkt, der sein Volk gegen Zion heimführt, das erscheint hier als Wirkung der Glaubensmacht derer, welche, das gleiche Wanderziel im Auge, das unfruchtbare Tal durchziehen. Jene andere Seite bleibt aber auch hier nicht unausgesagt: nicht allein daß ihr Glaube Wasser aus Sand und Gestein der Wüste schlägt, Gott kommt auch seinerseits ihrer Liebe liebend, ihrer Treue lohnend entgegen; ein milder Regen, wie der im Herbste die Saaten erfrischende, fällt von oben hernieder und hüllt es (nämlich das Becaltal) in Segensfülle ein; die dürre Steppe prangt in blumenreichem Festgewande nicht in äußerer, aber für sie iu nicht minder wahrer geistlicher Wirklichkeit." (Biblischer Kommentar über die Psalmen K- 84, V. V. 6 13.) Ministeriums des Innern vom 31. Jänner 1905, mit welchem die Beschwerde des Kultusvorstandes über die nur für christliche Bewerber erfolgte Ausschreibung einer Verwalterstelle der Landesanstalt in Bad Hall (Oberösterreich) wegen Inkompetenz dieses Ministeriums rückgemittelt wird. Zum Vertreter der israelitischen Religionsgesellschaft im niederösterreichischen Landesschulrate wird für die Funktionsperiode vom 1. Juli 1905 bis 30. Juli 1911 der bisherige Vertreter Vizepräsident Dr. Gustav Kohn einhellig vorgeschlagen. Zum Mitgliede des Bethausvorstandes für den XVIII. Bezirk wird auf Grund des Vorschlages von Vertrauensmännern Herr Edmund Kohn ernannt. Als Mitglied des Kuratoriums der M. L. Biedermann'schen Waisenstiftung wird Professor Hofrat Dr. Josef Freiherr Schey von Koromla berufen. Dem jüdischen Privatgymnasium in Ung.-Brod wird für das Schuljahr 1904/05 eine Subvention von X 500.— bewilligt. Zum Primarärzte der israelitischen Versorgungsanstalt wird Dr. Moriz Jnfeld ernannt. Der Präsident bringt zur Kenntnis, daß in Angelegenheit des Stadtratsbeschlusses vom 22. Februar 1905, wonach in den Wiener Schlachthäusern das Schächten, beziehungsweise die Schlachtung ohne vorherige Betäubung ausnahmslos verboten werden soll, die notwendig scheinenden Schritte unternommen wurden. — Der Präsident weist insbesondere darauf hin, daß die Frage des Schächtverbotes bereits wiederholt die höchsten Instanzen beschäftigt habe, und bringt den Erlaß des Ministeriums des Innern in Erinnerung, mit welchem eröffnet wurde, daß die im Jahre 1888 über die bei den Israeliten übliche Methode des Schächtens der Schlachttiere durchgesührten Erhebungen zu dem Ergebnisse geführt hatten, daß, wenn alle Bestimmungen des Rituales erfüllt werden, in der Methode des Schächtens eine tierquälerische Handlung nicht gefunden werden kann, daher auch für das Ministerium, des. Innern.Line Veranlassung nicht vorliegt, um gegen dieselbe einzuschreiten; ebenso die Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofes, daß die Nichtgestattung des Schächtens mit der den anerkannten Religionsgesellschaften staatsgrundgesetzlich gewährleisteten Glaubensfreiheit und Religionsübung (Art. 14 und 15 des Staatsgrundgesetzes vom 21. Dezember 1867, R.-G.-Bl. Nr. 142) und ebenso mit der Bestimmung des § 25 des Gesetzes vom 21. März 1890, R.-G.-Bl. Nr. 57, über die äußeren Rechtsverhältnisse^der israelitischen Religionsgesellschaft, wonach die freie Betätigung der religiösen Ueberzeugung, insbesondere auch in ritueller Beziehung nicht behindert werden darf, im Widerspruche stehen würde. Es dürfe wohl der Erwartung Ausdruck gegeben werden, daß der nunmehr von Neuem beabsichtigte Eingriff gleich früheren derartigen Versuchen erfolglos bleiben werde. Die diesjährigen Erträgnisse der Dr. Adolf Sacks'schen Herzkranken-Stiftung im Gesamtbeträge von X 8316.— werden konform den Anträgen des Referenten Dr. Schnabl, die Erträgnisse der Dr. Adolf Sacks'schen Techniker-Stiftung im Gesamtbeträge von X 8400.— konform den Anträgen des Referenten Baurat S t i a ß n y verliehen. Subventionen, bezw. Subventionserhöhungen werden bewilligt: dem Tempelvereine im X. Gemeindebezirke Favoriten; dem Vereine zur Veranstaltung von Jugendgottesdiensten an den hohen Feiertagen, „Tefilas-Haneorim"; der L. D. Königsberg'schen Mädchenschul-Stiftung. Behufs erhöhter Beaufsichtigung der jüdischen Findelkinder durch Organe der n.-ö. Landes-Findelanstalt wird der vom Landesausschuffe zur Deckung der diesbezüglichen Kosten beanspruchte Betrag bewilligt. Schluß der Sitzung halb 2 Uhr mittags. Tempel-Spenden. Im Gemeindebethause I., Seitenstettengasse 4: Von Herrn Emil Jellinek Kronen 20.—, von Richard Weiner 10.—, von Dr. Ignaz Pick 20.-. Im Gemeindebetbause II., Tempelgasse 3: Von Herrn Theodor Piowati Kronen 50.-, von Mox Holzer 100.—, von Franz

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