Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 21 (1904)
- Issue
- 17 (22.4.1904)
- Date
- 1904-04-22
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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Seite 276 Dr. Mocb's MocbenscbrM. Nr. 17 jedem Montag nach dem 1. und 15. eines jeden Monats in der Religionsschule, II., Negerlegasse 2 I, von 7—y29 Uhr Abends stattfinden, zu beteiligen. Wien (Talmu d-T hör a-V ereinfür die Bezirke XII. bis XV., Wien.) In der Montag den 18. d. M. abgehaltenen außerordentlichen Generalversammlung wurde auf Antrag des Vorstandes beschlossen, auch Mädchen-Unterricht in das Schnlproaramm auftunehmcu und die Vereinsstatuten dahin abzuändern, das; jede Generalversammlung mit einer Majorität von Zweidrittel der Anwesenden bffchlußfähig sei. In den Vorstand wurden die statntengcmäst ausgeschiedcuen Herren! Kommerzialrat Gottlieb Taussig, Heinrich Grünwald, Abr. Fischer, Jgn. Sonnenfeld wieder-, Se. Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. Max Grunwald und Herr Isidor Gelbart neugewäblt. Die Wahl der Revisoren fiel auf die Herren Leopold Baß und Jonas Königst in. Die anwesenden Mitglieder der Bezirkskommiffion nahmen die Anregung entgegen, in ihrer Körperschaft für die tatkräftige Unterstützung der Bestrebungen des Tal ud Thora-Vereincs zu werben. Wien. (Toynbce-Halle.) Unter den diesjährigen Sommerkursen befindet sich auch ein solcher für Buchhaltung (doppelte amerikanische), gegeben von dem Vorstandsmitgliede Herrn Hermann Berliner, der in einem ersten Fabriksgeschäfte die Stellung eines- Oberbuchhalters bekleidet. Dieser Kurs findet jeden Sonntag vormittags von 8—*410 Uhr statt, beginnend mit dem 1. Mai. Wien. Der Generalstabsarzt der Reserve Dr. Michael Waldstcin Edler von Heilwehr ist am 10. April im Alter von 81 Jahren verschieden. Der Entschlafene hatte Generalsrang und nahm die höchste militärärztliche Charge ein. Wie». Am 10. April fand unter Vorsitz Sr. Ehrwürden Herrn Rabbiner S. Fürst und in Anwesenheit des Gcsamtvorstandcs die Prüfung an der Privatreligionsschule der „Adaß Jisroel" (Schiffschul) statt. Die zahlreichen Gäste, darunter Herr Kultusvorsteher Dr. Markus Spitzer, Herr Inspektor Professor M. Kanitz, in Vertretung der Kultusgcmeinde Herr Offizial Braun, Herr Oberkantor Bauer, die Vertreter vieler Vereine rc.. folgten der Prüfung, welche von 1 /. 9—*/tr2 Uhr dauerte, mit gespannter Aufmerksamkeit. Wenngleich man gewohnt ist, bei diesen Prüfungen außerordentliche Leistungen kennen zu lernen, werden die Besucher dennoch von Jahr zu Jahr überrascht. Der Eifer, mit dem der Lehrkörper seiner schwierigen Aufgabe obliegt, erweckt in den Schülern eine solche Liebe zum Studium der heiligen Sprache und Schriften, daß Erfolge erzielt werden, die bei der karg zugcmessenen Unterrichtszeit nahezu unglaublich erscheinen. D e rasch und präzis gegebenen Antworten der Kleinen, denen Herr Lehrer Ocstcrreicher eine gediegene Grundlage beibringt, fanden allgemeine Anerkennung; in den Mittelklassen des Herrn Lehrers Feuerring wurde ein gründliches, erfolgreiches Weiterarbeiten konstatiert, -das in den obersten Abteilungen unter Herrn Lehrer Dr. R o s e n f e l d als ein reiches Wissen und tiefes Eindringen in Geist und Sprache unser-s heiligen Schrifttums abschließt. Herr Professor Kanitz anerkannte in warmen Worten die Erfolge der Schule, die Eltern ermahnend, die Schule durch die häusliche Erziehung zu rnterstützen. Herr Dr. R o s e n f e l d dankte Sr. Ehrwürden für die unermüdliche Sorgfalt, die er der Anstalt widmet. Hochbefriedigt verließen die zahlreichen Gäste die Schule mit der Ueberzeugung, daß es nur vieler solcher Schulen bedürfte, um die Zukunft des Judentums zu sichern. An den Eltern liegt es, von der Anstalt reichlich Gebrauch zu machen. Den Freunden jüdischen Geistes und Wissens möchten wir nabelegen, der Anstalt durch Spenden zu ermöglichen, eine steigende Anzahl von Gratisschülern am Unterrichte teilnehmen zu lassen Die Schule legt dem Vereine „Adaß Jisroel" und dessen Freunden große Opfer auf, die kaum einer Steigerung fähig sind. Mieu (D. Tausz als Jubilar.) Am 11. Mai 1904 feiert der in den weitesten Kreisen bekannte und beliebte Zeitungsbureau-Jnhaber D. Tausz seine silberne Hochzeit mit seiner Gattin Henriette und zugleich das 30jährige Jubiläum seiner erfolgreichen Geschäftstätigkeit. Wien. (Hoflieferantentitel.) Dem Inhaber des Teppichhauses S. Schein, 1. Bezirk, Bauerninarkt Nr. 12, wurde der Titel eines Hoflieferanten verliehen. Dr. Siegmund Bars. Unter zahlreicher Beteiligung der Bevölkerung und der Vertreter der Behörden der Bezirke Rudolfsheim, Fünfhaus und Mariahilf fand am 14. d. M. vormittags auf dem Zentralfriedhof das Leichenbegängnis des auf tragische Weise ums Leben gekommenen Arztes Dr. Siegmund Bars statt. Der Verstorbene war durch 30 Jahre Arzt im Sechshauser Bezirk und genoß besonderes Ansehen. Er zählte zu den leitenden Mitgliedern der vornehmsten ärztlichen Vereine im Bezirke und wirkte viele Jahre hindurch segensreich an der Spitze der dortigen „Chewra-Kadischa" als Präsident. Die ärmere jüdische und christliche Bevölkerung hing an ihm mit inniger Treue, denn er hat sich stets jedem Einzelnen in der Not als Helfer und Berater eriviesen. Einige hundert Personen gaben dem Verstorbenen das Geleite auf den Zentralfriedhof. Unter den Anwesenden bemerkte man: Kultusvorsteher kais. Rat Wilh. P v l l a k, die Vertreter der Aerztevereine, Dr. Opletal, Dr. B a r a ch, Dr. Friedländer, Dr. Schick, den Obmann des Bethausvorstandes Sam. Steiner, die Vorstandsmitglieder Direktor Alexander Hecht, Jakob Duschinsky, Moriz B l ö d y, Leopold L a n d e i s, Ludwig Spitzer, Hermann Wein berge r, den Vizepräsidenten der „Chewra-Kadischa" Herrn Heinrich N e u f e l d mit den Vorstandsmitgliedern Max Haas, Jg. Rechnitzer, Moriz Weiß, Josef Gottfried, Alexander S i m o n; den Obmann der Bezirkskomniission XII.—XV. Herrn Börserat Salomon Beer, den Obmann des Vereines „Naslckl el dol“ Herrn Samuel Mohr mit den Vorstandsmitgliedern u. a. m. Nach Rezitierung der Trauergesänge durch Oberkantor Jurberger hielt Rabbiner Dr. Max Grunwald die Gedenkrede und zeichnete das Leben und Wirken des Verblichenen als Mensch, als Arzt und als Jude, gedachte seiner segensreichen Tätigkeit an der Spitze der „Chewra-Kadischa" und pries insbesondere sein warmes Herz für Arme und Notleidende. Im Namen der ärztlichen Vereine widmete sodann Herr Dr. O P l e t a l dem Kollegen warme Worte des Gedenkens. Sodann sprach der greise Ehrenpräsident der „Chewra-Kadischa" Herr Grünspan tränenden Auges dem Kollegen Worte des Dankes für seine Hingebung und Treue. Herr Kantor S ch l e i f f e r sang das Jo8chef Bes- 86861- und ein BI inol6 raclimim. Am Grabe nahm noch der Vizepräsident der „Chewra-Kadischa" Herr Neufeld in rührenden Worten im Namen des Vereines Abschied von dem verehrten Obmann. Licn. Der Gelehrte I. Abraham E p st e i n hat einenherben Verlust erlitten durch den Tod seines im 60. Lebensjahre verblichenen Bruders Karl, der ein überaus schönes Familienleben führte und hochgebildete Söhne hinterläßt. — Die Beerdigung fand am 13. d. M. statt und waren bei derselben außer den Angehörigen Herr Hosrat Prof. Mülle r, Baurat S t i a ß n y, Adolf v. S o n n e n t h a l, kais. Rat Dr. Lieben u. a. anwesend. Rabbiner Dr. T a g l i ch t widmete dem Verstorbenen einen tiefempfundenen Nachruf und Oberkantor Sin g er — assistiert vom Ersten Kantor Blatt — mit dem Tempelchore versah die liturgische Funktion in ergreifender Weise. Wien. (Todesfall.) Sonntag den 17. d. M. wurde der emeritierte Distriktsarzt Dr. Bernhard Kramer, ein durch reiche Erfahrung und humanes Wirken ausgezeichneter Arzt, zu Grabe getragen. Der Verblichene war durch ein Dezennium Distriktsarzt in Kärnten. Die k. k. Landesregierung hat seinen Opfermut und seine hingebungsvolle Pflichterfüllung bei Bekämpfung von Infektionskrankheiten wiederholt anerkannt. — In der Zeremonienhalle des Zentralfriedhofes hatten sich Abordnungen der Krankenvereine „0Ii686ä 86li6l Eui68“, „Nächstenliebe", „Tegetthoff", deren Vertrauensarzt Dr. Kr am er war, sowie eine große Zahl Leidtragender eingefunden. Erster Kantor Schiller versah unter Assistenz des Chores die kantorale Funktion, worauf Rabbiner Dr. Bach dem so jäh Dahingeschiedenen einen ergreifenden Nachruf hielt. E. B. Wien. (Todesfall.) Vorige Woche verschied hier die Gattin des Oberkantors in Gablonz a. N., Frau Laura G e i r i n g e r nach langem Leiden. Die Verschiedene war die Tochter des Herrn S. B r o d, des verdienstvollen Präsident des „Vereines zur Hebung der Gewerbe" in Wien. Am 17. d. M. fand das Leichenbegängnis vom Zentralfriedhofe aus unter starker Beteiligung statt. Rabbiner Dr. G e l b h a u s hielt einen warm empfundenen Nachruf, der auf die Anwesenden nachhaltigen Eindruck machte. Oberkantor Kläger exekutierte die Trauergesänge in ereifender Weise, assistiert von Kantor Pekarnik